Wie ansteckend ist eine Hirnhautentzündung? – Ein umfassender Überblick

Eine Hirnhautentzündung, in der Fachsprache Meningitis genannt, ist eine Entzündung der Hirnhäute und/oder der Rückenmarkshäute, die das zentrale Nervensystem umhüllen. Diese Entzündung kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden, wobei Viren und Bakterien die häufigsten Ursachen darstellen. Seltener sind Pilze oder Parasiten die Auslöser. Die Ansteckungsgefahr und der Verlauf einer Meningitis hängen stark vom jeweiligen Erreger ab.

Was ist Meningitis?

Meningitis ist der medizinische Fachausdruck für eine Hirnhautentzündung. Dabei entzünden sich die bindegewebigen Schichten, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben (Meningen). Weitet sich die Entzündung auf Strukturen innerhalb des Gehirns aus, spricht man von einer Meningoenzephalitis. Die Meningitis ist eine ernstzunehmende Erkrankung, bei der eine rasche ärztliche Behandlung wichtig ist. Besonders gefährdet sind Babys und Kinder unter fünf Jahren, aber auch ältere und abwehrschwache Menschen.

Ursachen einer Hirnhautentzündung

Die Ursachen einer Hirnhautentzündung sind vielfältig. Bakterien, Viren und auch andere Erreger können eine Meningitis verursachen und haben unterschiedliche Auswirkungen auf den Verlauf bzw. die Schwere der Erkrankung. Von der jeweiligen Ursache hängt auch die geeignete Behandlung ab. Deshalb ist es besonders wichtig, dass das behandelnde medizinische Fachpersonal weiß, welche Erregergruppe die Erkrankung verursacht hat.

Virale Meningitis

In Deutschland werden die meisten Hirnhautentzündungen durch Viren verursacht. Die häufigste Ursache sind sogenannte Entero-Viren. Aber auch Erreger wie Herpes- oder Corona-Viren können dahinterstecken. Daneben tragen einige Stechmücken und Zecken Viren in sich, die bei Menschen eine Hirnhautentzündung auslösen können. In den meisten Fällen verläuft sie jedoch milder als eine Meningitis durch Bakterien und heilt nach einigen Wochen ohne Folgen wieder aus.

Als Auslöser kommen unter anderem in Frage:

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  • Arboviren: Die Erreger werden durch Zecken oder Mücken übertragen, besonders häufig ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
  • Varizella-Zoster-Virus: Erkrankungen wie Windpocken werden durch dieses Virus ausgelöst.
  • Coxsackie-Viren: Dieser Virustyp verursacht beispielsweise die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.
  • SARS-CoV-2: Der Erreger von COVID-19 kann auch eine Hirnhautentzündung auslösen.
  • Epstein-Barr-Virus: Dieses Virus kann z. B.

Bakterielle Meningitis

Manchmal lösen Bakterien wie Meningokokken, Pneumokokken oder Staphylokokken eine Hirnhautentzündung aus. Sie geraten zum Beispiel nach einer Atemwegsinfektion in die Blutbahn und wandern unter bestimmten Umständen bis zum Gehirn. Eine bakterielle Meningitis ist ein medizinischer Notfall. Ohne eine rasche Behandlung kann sie schwere Gehirnschäden verursachen oder tödlich verlaufen. Gegen die häufigsten Erreger gibt es mittlerweile Impfungen, so dass bakterielle Hirnhautentzündungen in Deutschland inzwischen seltener vorkommen.

Bakterielle Hirnhautentzündungen - auch eitrige Hirnhautentzündungen genannt - sind in Deutschland seltener, aber deutlich gefährlicher als virale Hirnhautentzündungen. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich von der viralen Meningitis durch heftigere Symptome, die plötzlich auftreten. Komplikationen und schwere Verläufe sind bei der bakteriellen Hirnhautentzündung häufig. Deshalb ist eine bakterielle Meningitis immer ein medizinischer Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss.

Durch einen Zeckenstich können sogenannte Borrelien übertragen werden. Diese Bakterien können wiederum das Nervensystem befallen und so nach mehreren Wochen oder Monaten eine Neuroborreliose auslösen, die sich oft in einer (leichten) Meningitis manifestiert.

Eine Meningokokkeninfektion wird durch Neisseria-meningitidis-Bakterien ausgelöst und ist in Deutschland aufgrund der verfügbaren Impfung selten. Eine Infektion mit Meningokokken ist besonders gefährlich - in zwei Dritteln der Fälle führt sie zu einer Hirnhautentzündung, in einem Drittel der Fälle zu einer Sepsis. Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus, da schwere Komplikationen und Folgeerkrankungen häufig vorkommen. Betroffene werden anfangs (bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiose) isoliert behandelt, da die Infektion besonders ansteckend ist. Auch andere Bakterien und einige Pilze können zu einer Hirnhautentzündung führen. Menschen mit einem gesunden Immunsystem erkranken nur selten an einer Hirnhautentzündung durch Schimmelpilze oder Hefepilze.

Die Häufigsten Auslöser einer bakteriellen Meningitis sind:

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  • Pneumokokken
  • Meningokokken (Neisseria meningitidis)
  • Haemophilus influenzae
  • Listerien
  • Bei Neugeborenen das Darmbakterium E. coli

Aseptische Meningitis

Die aseptische bzw. nicht infektiöse Meningitis wird nicht durch Infektionen verursacht. Zu den Ursachen gehören vielmehr Autoimmunerkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus und bestimmte Medikamente.

Symptome einer Hirnhautentzündung

Die Symptome einer Hirnhautentzündung können je nach Art des Erregers und je nach Alter und Abwehrsystem der betroffenen Person unterschiedlich stark ausfallen. Prinzipiell siedeln sich die Erreger einer Hirnhautentzündung nicht von Anfang an im Rückenmark oder im Gehirn an. Der weitere Krankheitsverlauf unterscheidet sich je nach Erregertyp. Während die aseptische Meningitis meist schleichend verläuft und innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst ausheilt, ist die bakterielle Meningitis als medizinischer Notfall einzustufen. Die Symptome treten dann plötzlich auf und sind stark ausgeprägt, Komplikationen wie eine Sepsis sind häufig.

Typische Symptome sind:

  • Fieber
  • Krankheitsgefühl
  • Heftige Kopfschmerzen, die immer stärker werden
  • Nackensteifigkeit mit Schmerzen bei Bewegung von Kopf und Hals
  • Bewusstseinsstörungen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Abgeschlagenheit und Müdigkeit
  • Steifer Nacken: Entzündungsbedingte Schmerzen machen es Betroffenen oft unmöglich, den Kopf auf die Brust zu legen. Bei Neugeborenen ist die Nackensteifigkeit oft nicht erkennbar.
  • Bei Kleinkindern: Veränderungen des Verhaltens, der Befindlichkeit und des Ess- und Trinkverhaltens
  • Bei älteren Personen: Hier können Verwirrung und Bewusstseinsausfälle wichtige Anzeichen einer Hirnhautentzündung sein.
  • Bei einer Infektion mit Meningokokken: Es treten charakteristische Veränderungen des Hautbildes durch punktförmige Blutungen auf.

Babys und Kleinkinder haben oft weniger typische Meningitis-Symptome. Sie sind zum Beispiel unruhig oder apathisch, schreien viel und verweigern das Essen und Trinken. Bei Kindern unter zwei Jahren können die Symptome sehr unspezifisch sein. Die typische Nackensteifigkeit tritt bei ihnen seltener auf als bei Erwachsenen. Zu beobachten ist häufig ein schrilles Schreien oder Wimmern in Verbindung mit allgemeiner Schwäche, Appetitlosigkeit, Berührungsempfindlichkeit und starker Schläfrigkeit. Die Fontanelle, die bei Säuglingen noch nicht fest geschlossene Lücke zwischen den Schädelplatten, kann gewölbt oder hart sein.

Intensiver Kopfschmerz ist bei Erwachsenen das häufigste Symptom einer Erkrankung und tritt in über 90 Prozent aller Fälle einer bakteriellen Meningitis auf. Begleitet wird der Kopfschmerz von Nackensteifigkeit, dem sogenannten „Meningismus”. Auch Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Verwirrtheit weisen auf eine Erkrankung hin.

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Wenn Sie eine starke Verschlechterung der Symptome in kurzer Zeit beobachten oder wenn Bewusstseinsstörungen und/oder Krampfanfälle auftreten, kontaktieren Sie sofort die Notärztin/den Notarzt.

Wie wird eine Meningitis übertragen und wie ansteckend ist sie?

Die Erreger einer Meningitis, egal ob Viren oder Bakterien, werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar über Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Küssen. Erste Beschwerden zeigen sich in der Regel nach drei bis vier Tagen (Inkubationszeit). Die Betroffenen sind aber bereits bis zu sieben Tage vor Beginn der Krankheitszeichen ansteckend.

Eine Hirnhautentzündung kann ansteckend sein und - je nach Erreger - auf verschiedene Arten übertragen werden (zum Beispiel über eine Tröpfcheninfektion). Eine bakterielle Meningitis ist in der Regel ansteckender als eine Virus-Meningitis. Etwa 24 Stunden nach Beginn einer Antibiotika-Therapie erlischt das Infektionsrisiko.

Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen, variiert je nach Ursache der Meningitis. Ob eine Meningitis ansteckend ist, hängt von ihrem Auslöser ab. Bei einer bakteriellen Meningitis beträgt die Inkubationszeit in der Regel zwei bis vier Tage, in seltenen Fällen bis zu zehn Tage. Diese Form der Meningitis kann ansteckend sein: Sind Meningokokken die Auslöser, besteht bis zu sieben Tage vor Einsetzen der ersten Krankheitssymptome Ansteckungsgefahr. Wird eine Behandlung mit Antibiotika begonnen und schlägt an, sind die Betroffenen in der Regel 24 Stunden später nicht mehr infektiös. Für die tuberkulöse Meningitis kann die Inkubationszeit mehrere Wochen bis hin zu Monaten betragen. Die Tuberkulose-Erreger können über Aerosole an andere Menschen weitergegeben werden. Bei Ansteckung können diese eine Tuberkulose-Erkrankung entwickeln, in der Regel jedoch keine Meningitis. Bei einer viralen Meningitis beträgt die Inkubationszeit zwischen zwei und 14 Tagen. Zwar werden die Viren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen an andere Menschen übertragen, die Wahrscheinlichkeit, dass diese anschließend ebenfalls eine Meningitis entwickeln, ist jedoch gering.

Meningokokken besiedeln vorwiegend den Nasen-Rachen-Raum des Menschen. Die Erreger können bei engem Kontakt auf andere übertragen werden, zum Beispiel über Speichel oder Nasensekret. Da Meningokokken außerhalb des Körpers schnell absterben, führt eine Begegnung von Menschen ohne engen Kontakt in der Regel nicht zu einer Übertragung.

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für eine Hirnhautentzündung. Besonders anfällig sind aber auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Das Immunsystem von Säuglingen und Kindern ist noch unreif und bietet daher weniger Schutz vor einer Infektion. Jugendliche hingegen haben durch ihre meist engen und vielfältigen sozialen Kontakte ein höheres Ansteckungsrisiko.

Da Meningitis ansteckend ist, ist die Übertragungsgefahr größer, wenn Menschen in einer hohen Anzahl zusammenleben. In Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten kann etwa das gemeinsame Benutzen von Besteck die Hirnhautentzündung verbreiten. Auch beim Husten oder Niesen können Erreger weitergegeben werden. Gehen sogenannte Gruppe-B-Streptokokken vor oder bei der Geburt von der Vagina der Mutter aufs Neugeborene über, kann das ebenfalls eine bakterielle Hirnhautentzündung hervorrufen.

Diagnose einer Meningitis

Da eine bakterielle Meningitis durch einen raschen und schweren Verlauf gekennzeichnet ist, ist eine schnelle Diagnostik besonders wichtig. Um die richtige Behandlung einleiten und geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, ist neben der Differenzialdiagnose auch die Bestimmung der auslösenden Erreger notwendig.

Bei Verdacht auf Meningitis ist ein ausführliches Anamnesegespräch wichtig, um etwaige Ursachen der Erkrankung zu erkennen. Wie ist Ihr aktueller Impfstatus? Leben oder arbeiten Sie mit vielen Menschen zusammen?

Mithilfe von körperlichen und neurologischen Untersuchungen überprüft die Ärztin oder der Arzt typische Anzeichen für eine schmerzhafte Nackensteifigkeit (Meningismus). Eine Blutuntersuchung gibt Rückschluss auf Entzündungszeichen.

Die körperliche Untersuchung beinhaltet spezielle Techniken, die unter anderem dem Nachweis einer Meningitis dienen:

  • Lasègue-Zeichen: Bei diesem Test liegt die betroffene Person auf dem Rücken. Eine medizinische Fachkraft hebt ein Bein der Patientin oder des Patienten an und beugt es in der Hüfte. Kommt es dabei zu Dehnungsschmerzen im Rücken, Gesäß oder Bein, gilt der Test als positiv.
  • Brudzinski-Zeichen: Hierbei wird der Kopf der auf dem Rücken liegenden Person passiv nach vorn gebeugt. Lässt sich dadurch eine reflexhafte Bewegung von Knie- und Hüftgelenk auslösen, wird dies als positives Testergebnis gewertet.
  • Kernig-Zeichen: Die betroffene Person liegt flach auf dem Rücken. Eine zweite Person beugt daraufhin ein Bein der betroffenen Person, sodass 90-Grad-Winkel in Hüft- und Kniegelenk entstehen. Dann versucht sie, das Kniegelenk bei gebeugter Hüfte zu strecken.

Besonders wichtig bei Verdacht auf eine Meningitis ist eine sogenannte Lumbalpunktion, bei der eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) aus dem Wirbelkanal entnommen wird. Anhand dieser lässt sich unter anderem der Erreger der Meningitis bestimmen. Eventuell sind bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig.

Bei Verdacht auf Meningitis gilt es, schnellstmöglich eine bakterielle Meningitis nachzuweisen beziehungsweise auszuschließen. Unmittelbar nach der körperlichen Untersuchung wird in der Regel mittels einer Hohlnadel Nervenwasser (Liquor) aus dem Wirbelkanal in Höhe des Beckenkamms entnommen (Lumbalpunktion). Bei Menschen mit bestimmten neurologischen Störungen wird zuvor mittels Computertomografie (CT) abgeklärt, ob eine Lumbalpunktion risikoarm möglich ist. Dabei erhärtet oft schon eine eitrig-trübe Färbung des Liquors den Verdacht auf eine bakterielle Meningitis. Für eine endgültige Diagnose und die Spezifizierung des verantwortlichen Erregers sind weiterführende Analysen des Liquors erforderlich. Im Zuge dessen werden verschiedene Laboruntersuchungen durchgeführt.

Eine Ausnahme bildet die bakterielle Meningitis. Die Erreger einer Hirnhautentzündung gelangen über das Blut in die Hirnhäute, daher können entsprechende Erreger auch in einer Blutprobe nachgewiesen werden. Bei einer Lumbalpunktion entnimmt eine Ärztin / ein Arzt mit einer speziellen Nadel Flüssigkeit (Liquor) aus dem Rückenmarkskanal. Der Liquor wird anschließend im Labor auf Entzündungszeichen und Krankheitserreger untersucht. Wichtige Erreger können unter dem Mikroskop identifiziert werden. Insbesondere bei Bewusstseinsstörungen ist eine Untersuchung des Gehirns über MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) erforderlich. Andernfalls kann keine Lumbalpunktion durchgeführt werden. Aber auch bei Betroffenen ohne Bewusstseinsstörungen werden bildgebende Verfahren zur Differentialdiagnose eingesetzt.

Je nach Patient sowie Schweregrad und Ursache der Hirnhautentzündung können weitere Untersuchungen notwendig sein, um über die richtige Behandlungsstrategie zu entscheiden und Komplikationen zu vermeiden. Rachenabstrich, Elektroenzephalografie (EEG) und verschiedene Laboruntersuchungen können ebenfalls zum Einsatz kommen.

Besteht nach der Diagnose der Verdacht auf eine bakterielle Meningitis, wird die umgehende Überweisung ins Krankenhaus notwendig. Eine weitere wichtige Diagnosemethode ist eine Nervenwasserentnahme im Bereich der Lendenwirbelsäule, die Lumbalpunktion. Auskunft liefern zudem bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie oder eine Kernspintomografie (MRT, Magnetresonanztomografie).

Behandlung einer Meningitis

Die Therapie einer Meningitis erfolgt in der Regel im Krankenhaus. Bei Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung bekommt die erkrankte Person so schnell wie möglich eine Infusion mit Antibiotika. Auch dann, wenn der genaue Erreger noch nicht feststeht. Weiterhin zielt die Therapie darauf ab, den Kreislauf zu stabilisieren und Entzündungsprozesse zu bremsen. Sobald der Erreger bekannt ist, können die Ärztinnen und Ärzte die Antibiotika-Therapie gezielter einstellen oder andere Wirkstoffe verabreichen (zum Beispiel Aciclovir bei Herpes-Viren). Anschließend ist Bettruhe wichtig, damit die Meningitis ausheilen kann. Schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel können die Symptome mildern.

Liegt eine bakterielle Meningitis vor, ist dies ein absoluter Notfall. Je schneller die Krankheit erkannt wird, umso besser lassen sich lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Blutvergiftung (Sepsis) vermeiden. Solche Patienten und Patientinnen sollten immer im Krankenhaus behandelt werden. Dort verabreicht der Arzt oder die Ärztin bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung sofort eine kombinierte Antibiotika-Therapie. Die Wirkung tritt in der Regel innerhalb von 24 Stunden ein; so lange werden die Patientinnen und Patienten isoliert. Innerhalb dieses Zeitraums muss die Infektion auch dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Behandlung einer viralen Meningitis: Eine virale Hirnhautentzündung heilt im besten Fall von selbst aus. Der Betroffene muss sich nur schonen und ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. In schweren, sehr seltenen Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

Behandlung einer bakteriellen Meningitis: Wenn Bakterien die Hirnhautentzündung auslösen, muss diese schnell im Krankenhaus behandelt werden. Dort wird die Infektion stationär mit einer Antibiotika-Therapie bekämpft. Auch kommt es vor, dass Betroffene mit einer bakteriellen Meningitis sofort isoliert werden. Bei der Quarantäne handelt es sich um eine Schutzmaßnahme, die die Ausbreitung der Bakterien verhindern soll.

Meningokokken-Erkrankte sind bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie ansteckend und werden daher für diese Zeit isoliert. Zudem kann es sein, dass auch engen Kontaktpersonen in Familie, Kindergarten oder Schule vorbeugend eine Antibiotikabehandlung empfohlen wird.

Bei der viralen Meningitis werden in erster Linie die Symptome behandelt, unter anderem durch Sicherstellung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr, Schmerzmittel, fiebersenkende Medikamente sowie Arzneimittel gegen Übelkeit. Sollte es sich um eine durch Meningokokken ausgelöste Meningitis handeln, ist rasches Handeln gefragt.

Vorbeugung gegen Meningitis

Verschiedene Impfungen können Infektionen verhindern, die eine Meningitis auslösen können. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass Babys innerhalb der ersten 14 Lebensmonate die Impfungen gegen Haemophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken erhalten. Ab zwölf Monaten empfiehlt die Stiko eine Immunisierung gegen Meningokokken. Es gibt verschiedene Meningokokken-Typen (Serogruppen). In Deutschland sind die Typen B und C am häufigsten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für alle Kinder im Alter von zwölf bis 23 Monaten gegen die Meningokokken Typ C (Serogruppe C). Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18.

Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, kann man effektiv vorbeugen: Achten Sie auf aktuelle Schutzimpfungen, zum Beispiel gegen Meningokokken (Typ B und C), Pneumokokken und Haemophilus influenzae. Es gibt eine FSME-Impfung, die vor dem durch Zecken übertragenen Virus schützt. Sie empfiehlt sich vor allem für Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder regelmäßig in solche verreisen. Schützen Sie sich gegen Zeckenstiche, wenn Sie in der Natur unterwegs sind. Dabei helfen langärmlige Kleidung (insbesondere bedeckte Knöchel), Insektenschutzmittel und ein sorgfältiges Absuchen des Körpers. Achten Sie generell auf ausreichende Hygiene, zum Beispiel durch regelmäßiges Händewaschen. Das gilt besonders bei Kontakt mit Babys, die noch keinen ausreichenden Impfschutz haben.

Impfungen gegen Meningokokken vom Typ C, Pneumokokken und Haemophilus influenzae Typ b sind Bestandteil der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Grundimmunisierung für Kinder. Sie schützen vor Infektionen beziehungsweise schweren Verläufen der durch diese Erreger ausgelösten Erkrankungen. Damit reduzieren die Impfungen auch das Risiko für eine bakterielle Meningitis stark. Die Impfung gegen Meningokokken C wird für alle Kinder im Alter von zwölf Monaten empfohlen. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt:

  • die Impfung gegen Meningokokken B für alle Kinder mit je einer Impfstoffdose im Alter von 2, 4 und 12 Monaten; fehlende Impfstoffdosen sollen so bald wie möglich und spätestens bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden;
  • die Impfung gegen Meningokokken C für alle Kinder mit einer Impfstoffdose im Alter von 12 Monaten; wurde die Impfung versäumt, sollte sie baldmöglichst und spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden;
  • für Risikogruppen die Impfung mit Meningokokken-ACWY-Kombinationsimpfstoff sowie MeningokokkenB-Impfstoff; dazu zählen Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche (zum Beispiel bei fehlender Milz) sowie gefährdetes Laborpersonal;
  • für Reisende in Länder mit vielen Meningokokken-Erkrankungen, vor allem bei engem Kontakt zur Bevölkerung, sowie vor Pilgerreisen nach Mekka die Meningokokken-ACWY-Impfung;
  • für Mitarbeitende im Katastrophendienst und je nach Gefährdung für Mitarbeitende in der Entwicklungshilfe und für medizinisches Personal zusätzlich zur Meningokokken-ACWY-Impfung auch die Impfung gegen Meningokokken B;
  • vor Langzeitaufenthalten insbesondere für Kinder und Jugendliche sowie für Personen in Studium oder Ausbildung die Impfung gegen Meningokokken ACWY und/oder Meningokokken B entsprechend den Empfehlungen der Zielländer.

Was tun bei Verdacht auf Meningitis?

Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung gilt: Suchen Sie so schnell wie möglich medizinische Hilfe auf. Wenn die hausärztliche oder kinderärztliche Praxis direkt verfügbar ist, können Sie hier eine erste Einschätzung einholen. Andernfalls sollten Sie in eine Notfallambulanz fahren oder einen Rettungswagen (112) rufen. Berichten Sie den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten so genau wie möglich über die Symptome, mögliche Ansteckungsquellen (zum Beispiel einen Zeckenstich), vorausgegangene Infekte, und bringen Sie den Impfpass mit.

Schon bei einem Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion müssen Erkrankte sofort ins Krankenhaus! Wenden Sie sich bei Beschwerden wie plötzlich auftretendem Fieber, Schüttelfrost oder Kopfschmerzen und weiteren Warnzeichen einer Meningokokken-Erkrankung umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt.

Meldepflicht

Eine durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung, ist meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz. In diesem Fall dürfen Kinder und Erwachsene Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. Das gilt auch, wenn nur der Verdacht auf eine Erkrankung besteht.

Bei Meningokokken-Infektionen gelten die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Bereits bei einem Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung darf die betroffene Person Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen beziehungsweise nicht dort tätig sein. Das gilt auch für Personen, in deren Wohngemeinschaft ein Krankheits- oder Verdachtsfall aufgetreten ist. Betroffene müssen die Gemeinschaftseinrichtung informieren, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung besteht oder sie bereits bestätigt wurde. Nach der Genesung können Betroffene die Gemeinschaftseinrichtungen wieder besuchen beziehungsweise dort tätig sein. Ein ärztliches Attest ist nicht nötig.

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