Taubheitsgefühl nach Wasser im Ohr: Ursachen, Behandlung und Prävention

Ein Taubheitsgefühl im Ohr nach dem Kontakt mit Wasser kann ein unangenehmes und beunruhigendes Gefühl sein. Es kann verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Problemen wie eingeschlossenem Wasser bis hin zu komplexeren Erkrankungen wie dem Surferohr oder einer Mittelohrentzündung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen für Taubheitsgefühle im Ohr nach Wasserkontakt, erläutert Behandlungsmethoden und gibt Tipps zur Vorbeugung.

Ursachen für ein Taubheitsgefühl im Ohr nach Wasserkontakt

Ein dumpfes Gefühl oder Druck im Ohr nach dem Schwimmen, Duschen oder Baden kann verschiedene Ursachen haben:

  • Eingeschlossenes Wasser: Wasser kann leicht in den Gehörgang eindringen und dort eingeschlossen bleiben, besonders in Freibädern, Seen oder im Meer. Auch bei alltäglicher Hygiene kann Wasser ins Ohr gelangen, vor allem wenn der Kopf geneigt oder das Wasser mit Druck auf das Ohr trifft. Ohrenschmalz kann aufquellen und das Wasser "einschließen", was das Abfließen verhindert.
  • Surferohr (Gehörgangsexostose): Diese Erkrankung tritt nicht nur bei Surfern auf. Jeder, der regelmäßig Wassersport treibt, hat möglicherweise mit Surfer's Ear zu tun. Es handelt sich um eine Erkrankung, die oft lange Zeit unbemerkt bleibt, aber ernsthafte Probleme verursachen kann. Das Surferohr (Gehörgangsexostose) ist eine Erkrankung, bei der es zu einer Knochenbildung im Gehörgang kommt. Dies ist eine körperliche Reaktion auf den wiederholten Kontakt mit kaltem Wind und Wasser. Die Gehörknöchelchen (Exostosen) sind echte Knochen, also kein Knorpel. Sie verdicken sich und verursachen eine allmähliche Verengung des Gehörgangs. Infolgedessen können sich Ohrenschmalz und Schmutz immer leichter ansammeln. Dies kann zu häufigen Ohrinfektionen und/oder teilweiser Taubheit führen. In schweren Fällen wird der Gehörgang sogar vollständig verstopft und die Knochenbildung muss chirurgisch entfernt werden.
  • Mittelohrentzündung (Otitis media): Eine Mittelohrentzündung tritt auf, wenn ein Virus oder Bakterium eine Infektion im Mittelohr verursacht, in Folge der sich das Ohr mit Schleim und Flüssigkeit verschließt. Diese Entzündungen können sehr schmerzhaft sein und gehen oft mit hohem Fieber, Schwerhörigkeit, Übelkeit, einem starken Kribbeln und einem Taubheitsgefühl im betroffenen Ohr einher.
  • Belüftungsstörungen der Ohrtrompete: Die Eustachische Röhre ist ein Kanal, der das Mittelohr mit dem oberen Teil des Rachens verbindet und den Druck im Mittelohr kontrolliert. Wenn sich die Eustachische Röhre aufgrund einer Entzündung verengt oder verschließt, kann sich eine Mittelohrentzündung mit gängigen Symptomen wie Schmerzen, Fieber, Kribbeln und Taubheitsgefühl entwickeln.
  • Paukenerguss: Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, die eine Hörminderung verursacht. Kinder von rauchenden Eltern sind weitaus häufiger betroffen. Bei länger andauernden Tubenbelüftungsstörungen verändert sich die Mittelohrschleimhaut und sondert Schleim ins Mittelohr ab. Diese Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr behindert die Beweglichkeit der Gehörknöchelchen und damit auch die Schallübertragung.
  • Äußere Gehörgangsentzündung (Otitis externa): Dies ist eine häufig auftretende Entzündung des äußeren Gehörgangs, die mit Schmerzen, Rötung und Kribbeln im Ohr einhergeht. Der Körper liefert manchmal scheinbar ungewöhnliche, aber oft sehr nützliche Hinweise auf das Vorhandensein von Herzerkrankungen; dazu gehört zum Beispiel eine diagonale Falte am Ohrläppchen, die einigen Forschern zufolge mit den ersten Anzeichen für eine Herzkrankheit einhergeht.
  • Durchblutungsstörungen: Auch im Ohr kann es Durchblutungsstörungen geben. Dadurch entsteht ein dumpfes Gefühl und das Ohr fühlt sich wie taub an - ähnlich wie bei einem eingeschlafenen Fuß. Die Blutgefäße, die das Ohr versorgen, sind sehr fein. Dementsprechend sind sie sehr empfindlich und eine Störung kann sich schnell bemerkbar machen.
  • Hörsturz: Dabei kommt es zu einer Innenohrschwerhörigkeit, die bis zum vorübergehenden oder anhaltenden Hörverlust führen kann. Typischerweise geht der Hörsturz mit einem dumpfen, pelzigen Gefühl im Ohr einher - wie wenn Watte darin stecken würde. Hinzukommen kann auch ein Tinnitus.
  • Migräne: Manche Patientinnen und Patienten leiden an einer speziellen Migräne-Form und haben eine Aura. Darunter versteht man Symptome/neurologische Ausfälle, die den Kopfschmerzen vorausgehen. Das können Sehausfälle, Taubheitsgefühle an der Wange oder am Ohr, Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen sein.
  • Andere Ursachen: In seltenen Fällen können auch andere Erkrankungen wie Diabetes, Allergien oder Tumore im Nasenrachenraum ein Taubheitsgefühl im Ohr verursachen.

Symptome eines Taubheitsgefühls im Ohr nach Wasserkontakt

Die Symptome können je nach Ursache variieren, aber häufige Anzeichen sind:

  • Druckgefühl im Ohr
  • Verstopftes Gefühl, als ob das Ohr mit Watte gefüllt wäre
  • Dumpfes oder gedämpftes Hören
  • Blubbern oder Gluckern im Ohr
  • Knistern im Ohr
  • Schwindelgefühle
  • Ohrenschmerzen
  • Juckreiz im Ohr
  • Ausfluss aus dem Ohr

Behandlungsmethoden bei Taubheitsgefühl im Ohr nach Wasserkontakt

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Taubheitsgefühls.

  • Eingeschlossenes Wasser:
    • Kopf neigen: Neigen Sie den Kopf zur Seite, sodass das betroffene Ohr nach unten zeigt.
    • Ohrläppchen ziehen: Ziehen Sie vorsichtig am Ohrläppchen hin und her, während Sie den Kopf geneigt halten.
    • Vakuum erzeugen: Legen Sie das betroffene Ohr nach unten und bedecken Sie es mit Ihrer Hand. Ziehen Sie schnell Ihre Hand zusammen und lassen Sie sie wieder los, um ein Vakuum zu erzeugen, das dabei helfen kann, das Wasser herauszuziehen.
    • Föhn: Das Ohr kann trocken geföhnt werden, sodass die eingeschlossene Flüssigkeit verdampft. Die warme, trockene Luft verwandelt das Wasser in Dampf und hilft die Flüssigkeit so aufzulösen. Dazu das Ohrläppchen etwas nach unten ziehen und den Föhn nicht zu dicht ans Ohr halten, um es nicht zu verbrennen. Die Föhntemperatur warm und den Luftstrom niedrig einstellen und etwa 30 Sekunden direkt Richtung Gehörgang föhnen. Bei Bedarf die Anwendung wiederholen. Hinweis: Die Anwendung nicht länger als 2 Minuten am Stück durchführen. Und wenn es zu heiß wird, den Vorgang sofort unterbrechen.
    • Ohrentropfen: Spezielle Tropfen aus der Apotheke können helfen, das Wasser zu lösen und den Gehörgang zu trocknen.
  • Surferohr: In schweren Fällen ist eine Operation (Meatoplastik) erforderlich, bei der die Exostose im Gehörgang entfernt wird.
  • Mittelohrentzündung: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika.
  • Belüftungsstörungen der Ohrtrompete: Abschwellende Nasensprays können helfen, die Ohrtrompete zu öffnen. In einigen Fällen kann eine Tubendilatation erforderlich sein, bei der die Ohrtrompete mithilfe eines kleinen Ballons gedehnt wird.
  • Paukenerguss: Bei hartnäckigen und langsam abfließenden Paukenergüssen eröffnet der Arzt zunächst das Trommelfell (Parazentese). Danach legt er ein Röhrchen in das Trommelfell ein, damit der Erguss abfließen kann (Paukendrainage).
  • Äußere Gehörgangsentzündung: An erster Stelle der Behandlung steht eine gründliche Reinigung beziehungsweise Spülung des Gehörgangs. Darüber hinaus können mit Alkohol getränkte Mullstreifen ins Ohr gelegt werden, um die Gehörgangshaut und den Erguss zu desinfizieren. Zusätzlich gibt es antibiotische Ohrentropfen.
  • Durchblutungsstörungen: Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Durchblutungsstörung.
  • Hörsturz: In unserer HNO-Praxis in Frankfurt bieten wir auch die spezielle Hörsturz- und Tinnitustherapie an.

Wann sollte man bei Taubheitsgefühl im Ohr nach Wasserkontakt zum Arzt gehen?

In den meisten Fällen ist bei einem dumpfen Gefühl oder Druck im Ohr keine ärztliche Behandlung erforderlich. Wenn Sie jedoch Schmerzen haben, ein Hörsturz vorliegt oder aber Blut oder Flüssigkeit aus dem Ohr austreten, sollten Sie nicht zögern und ärztlichen Rat einholen. Auch wenn die Symptome über mehrere Tage andauern, sollten Sie sich von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen lassen. Wenn die Tipps nicht helfen und das Wasser im Ohr nicht rausgeht, dann sollten Sie dringend einen Termin bei Ihrem Hals-Nasen-Ohrenarzt machen, der das Wasser ableitet und den Gehörgang trocknet. Wenn die Ohren nämlich oft und immer wieder für lange Zeit unter Wasser sind, gerät Flüssigkeit tief ins Ohr bis an das Trommelfell und bietet möglichen Komplikationen und Krankheiten jede Chance sich zu entwickeln. Darum ist es wichtig, dass das Ohr schnell trocken wird.

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Tipps zur Vermeidung von Taubheitsgefühl im Ohr nach Wasserkontakt

Da in den meisten Fällen eine Erkältung für Druck im Ohr oder ein dumpfes Gefühl beim Hören verantwortlich ist, können Sie sich durch einen gesunden Lebensstil davor schützen, dass Ihre Ohren verstopfen. Eine gesunde Ernährung und Bewegung, auch bzw. besonders in der kalten Jahreszeit, können wahre Wunder bewirken. Auch der Verzicht auf das Rauchen hilft, die Nase zusätzlich zu reizen.

  • Ohrstöpsel: Hochwertige Ohrstöpsel aus Silikon bieten zuverlässigen Schutz vor eindringendem Wasser. Sie sind besonders für Allergiker geeignet und saugen sich, im Gegensatz zu Schaumstoffstöpseln, nicht voll. Für Wassersportler sind die WaterSafe Pro Ohrstöpsel von Alpine die beste Lösung. Diese Wassersport-Ohrstöpsel haben einen bequemen und sicheren Sitz und bleiben auch bei hohem Wellengang an ihrem Platz. Sie sind so konzipiert, dass sie (kaltes) Wasser abhalten, während die Geräusche hörbar bleiben.
  • Badekappe: Eine gut sitzende Badekappe kann zusätzlich verhindern, dass Wasser in die Ohren gelangt - ideal für Schwimmer und Triathleten.
  • Kopfhaltung: Achten Sie darauf, den Kopf so zu halten, dass die Ohren nicht direkt mit dem Wasser in Kontakt kommen. Kleine Anpassungen können großen Unterschied machen.
  • Ohren trocknen: Nach dem Wasserkontakt sollten die Ohren vorsichtig mit einem weichen, sauberen Tuch getrocknet werden - ohne tief in den Gehörgang zu greifen.
  • Spezielle Tropfen: Spezielle Tropfen mit Inhaltsstoffen wie Glycerin können helfen, Restfeuchtigkeit zu binden und die Haut im Gehörgang zu pflegen. Gleichzeitig beugen sie Entzündungen vor.
  • Vermeiden Sie Wattestäbchen: Für eine regelmäßige und effektive Ohrenhygiene sollten zudem Wattestäbchen für die Ohrenreinigung vermieden werden, da sie Ohrenschmalz tiefer ins Ohr drücken können. Stattdessen das äußere Ohr sanft mit einem feuchten Tuch reinigen. Bei Anzeichen eines Ohrenschmalzpropfes sollte unbedingt ein HNO-Arzt konsultiert werden.
  • Schutz vor kaltem Wasser und Wind: Für Wassersportler sind die WaterSafe Pro Ohrstöpsel von Alpine die beste Lösung. Diese Wassersport-Ohrstöpsel haben einen bequemen und sicheren Sitz und bleiben auch bei hohem Wellengang an ihrem Platz. Sie sind so konzipiert, dass sie (kaltes) Wasser abhalten, während die Geräusche hörbar bleiben. Eine gut sitzende Neoprenkappe oder Badekappe schützt Ihre Ohren vor Wind und reduziert die Menge des eindringenden Wassers.

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