Rückenmarkkrebs ist eine seltene Erkrankung, bei der sich bösartige Tumore im Bereich des Rückenmarks bilden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte von Rückenmarkkrebs, einschließlich der Ursachen, Symptome, Diagnoseverfahren, Behandlungsoptionen und der damit verbundenen Prognose.
Was ist Rückenmarkkrebs?
Rückenmarkkrebs umfasst bösartige Tumore, die im Bereich des Rückenmarks wachsen. Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Tumor Krebs ist. Ein Tumor ist lediglich eine abnorme Zellvermehrung, die sowohl gutartig als auch bösartig sein kann. Bösartige Tumore zeichnen sich jedoch durch invasives Wachstum, die Fähigkeit, umliegendes Gewebe zu befallen, und die Bildung von Metastasen (Absiedelungen in anderen Organen) aus.
Etwa 60 % der Rückenmarkstumore sind gutartig. Obwohl gutartige Tumore nicht die typischen Merkmale bösartiger Tumore aufweisen, können sie durch ihr Wachstum umliegendes Gewebe verdrängen und so zu Problemen führen.
Bei bösartigen Tumoren wird zwischen primären und sekundären Tumoren unterschieden. Primäre Tumore entstehen direkt aus einem Gewebe des Rückenmarks, das bösartig entartet ist. Sekundäre Tumore sind Metastasen von bösartigen Tumoren, die aus anderen Organen über die Blut- oder Lymphwege in das Rückenmark eingewandert sind.
Ursachen von Rückenmarkkrebs
Die Ursachen für die Entstehung von Rückenmarkkrebs sind vielfältig und oft nicht eindeutig zu bestimmen. In den meisten Fällen lässt sich keine spezifische Ursache für das unkontrollierte Zellwachstum feststellen. Es wird angenommen, dass ein komplexes Zusammenspiel aus genetischen und umweltbedingten Faktoren eine Rolle spielt.
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Zu den potenziellen Risikofaktoren gehören:
- Krebserregende Stoffe: Bestimmte Substanzen können bei Kontakt oder Aufnahme in den Körper die Entstehung von Tumoren fördern.
- Lebensumstände und Ernährung: Ein ungesunder Lebensstil mit Stressfaktoren und falscher Ernährung kann das Krebsrisiko erhöhen.
- Genetische Veranlagung: Eine genetische Veranlagung kann das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen.
- Vorherige Strahlentherapie: Eine Strahlentherapie, die beispielsweise im Rahmen einer Krebsbehandlung durchgeführt wurde, kann das Risiko für die Entwicklung von Rückenmarkstumoren erhöhen.
- Genetische Erkrankungen: Einige genetische Erkrankungen, wie die Neurofibromatose, sind mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Rückenmarkstumoren verbunden.
Häufigkeit des Multiplen Myeloms
Im Vergleich zu anderen Krebsarten ist das Multiple Myelom eine eher seltene Krebserkrankung. Unter den Blutkrebs-Erkrankungen ist sie jedoch die zweithäufigste. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 7.000 Menschen neu an einem Multiplen Myelom. Vor allem ältere Menschen sind von einem Multiplen Myelom betroffen: Die meisten Patienten sind bei Diagnose älter als 70 Jahre. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Da die Lebenserwartung der Bevölkerung insgesamt steigt, ist in den nächsten Jahren mit einer steigenden Zahl an Neuerkrankungen zu rechnen.
Symptome von Rückenmarkkrebs
Die Symptome von Rückenmarkkrebs können vielfältig sein und hängen von der Größe, Lage und dem Wachstum des Tumors ab. Da Tumoren des Rückenmarks eine spezielle Position, nämlich direkt an Nervenbahnen, einnehmen, werden die ersten Symptome, die Rückenmarkstumoren auslösen, neurologische sein. Tumoren im Bereich der Lendenwirbelsäule werden somit eher neurologische Beschwerden der Beine und Füße auslösen, während Tumoren im Bereich der Halswirbelsäule eher die Arme beeinträchtigen.
Häufige Symptome sind:
- Rückenschmerzen: Oft das erste Symptom von Knochensarkomen oder Metastasen anderer bösartiger Erkrankungen. Schmerzen, die durch Tumore des Rückenmarks ausgelöst werden, werden als dumpf bis ziehend und sehr unangenehm beschrieben.
- Neurologische Ausfälle: Druck auf das Rückenmark kann zu Gefühlsstörungen, Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen und Lähmungen führen.
- Muskelschwäche: Spinale Tumore können zu Muskelschwäche führen, die sich langsam verschlimmert. In fortgeschrittenen Stadien kann es sogar zu Lähmungen kommen, die je nach Lage des Tumors Arme, Beine oder andere Körperteile betreffen.
- Blasen- und Darmstörungen: Probleme bei der Blasen- oder Darmentleerung sind ebenfalls typisch für spinale Tumore, insbesondere, wenn das Rückenmark stark beeinträchtigt ist. Dies kann sich durch häufigen Harndrang, unkontrolliertes Wasserlassen oder Verstopfung äußern.
- Ausstrahlende Schmerzen: Schmerzen, die entlang der Nervenbahnen in Arme, Beine, Nacken oder Rumpf ausstrahlen, sind ein weiteres häufiges Symptom.
- Koordinationsstörungen: Tumore, die das Rückenmark beeinträchtigen, können zu Störungen der Bewegungskoordination führen. Betroffene berichten häufig von Unsicherheiten beim Gehen, sie haben ein schwankendes Gangbild oder stolpern.
Eine gefürchtete Komplikation ist die Querschnittlähmung, bei der es zur Störung aller auf- und absteigenden Nervenfasern des Rückenmarks kommt, sodass je nach Lokalisation des verursachenden Tumors die komplette Sensibilität und Motorik eines Körperbereichs ausfällt.
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Diagnose von Rückenmarkkrebs
Die Diagnose von Rückenmarkkrebs erfordert eine sorgfältige Abklärung, um die Ursache der Beschwerden zu ermitteln und andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen.
Die Diagnose umfasst in der Regel die folgenden Schritte:
- Anamnese: Eine ausführliche Befragung des Patienten zu seinen Beschwerden, der Krankheitsgeschichte und möglichen Risikofaktoren.
- Neurologische Untersuchung: Eine umfassende Untersuchung des Nervensystems, um neurologische Ausfälle und Funktionsstörungen festzustellen.
- Bildgebung: Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist die wichtigste Methode zur Darstellung von Rückenmarkstumoren. Sie ermöglicht es, den Tumor, seine Lage und Ausdehnung genau zu beurteilen. In einigen Fällen kann auch eine Computertomographie (CT) eingesetzt werden.
- Biopsie: Zur Sicherung der Diagnose und Bestimmung des Tumortyps ist in der Regel eine Biopsie erforderlich. Dabei wird eine Gewebeprobe entnommen und histologisch untersucht. Dies kann durch eine CT-gesteuerte Feinnadelbiopsie erfolgen.
- Lumbalpunktion: Im Rahmen einer Lumbalpunktion kann eine kleine Menge Rückenmarksflüssigkeit entnommen und untersucht werden, um beispielsweise Entzündungen oder Tumorzellen nachzuweisen.
Behandlung von Rückenmarkkrebs
Die Behandlung von Rückenmarkkrebs hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Art des Tumors, seiner Größe, Lage, Ausdehnung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.
Die wichtigsten Behandlungsoptionen sind:
- Operation: Ziel der Operation ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, um den Druck auf das Rückenmark und die Nerven zu reduzieren. Bei gutartigen, klar begrenzten Tumoren kann dies oft mikrochirurgisch erfolgen, um umliegende Strukturen zu schonen. Bei infiltrierend wachsenden Tumoren ist eine vollständige Entfernung jedoch oft nicht möglich.
- Strahlentherapie: Die Strahlentherapie wird eingesetzt, um verbliebene Tumorzellen nach einer Operation abzutöten oder inoperable Tumoren zu behandeln. Sie kann auch bei bösartigen Tumoren eingesetzt werden, um das Wachstum zu verlangsamen und Symptome zu lindern.
- Chemotherapie: Eine Chemotherapie kann in einigen Fällen sinnvoll sein, insbesondere bei bestimmten Arten von bösartigen Tumoren oder Metastasen.
- Beobachtendes Vorgehen: Bei langsam wachsenden, gutartigen Tumoren ohne oder mit geringen Symptomen kann ein beobachtendes Vorgehen mit regelmäßigen Kontrollen eine Option sein.
- Schmerztherapie: Eine Schmerztherapie kann eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern, die durch den Tumor oder die Behandlung verursacht werden.
Die Behandlung von Rückenmarkkrebs erfordert oft einen multidisziplinären Ansatz, bei dem Neurochirurgen, Neurologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und andere Spezialisten zusammenarbeiten, um den bestmöglichen Behandlungsplan für den Patienten zu entwickeln.
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Rehabilitation und Nachsorge
Nach der Behandlung von Rückenmarkkrebs ist eine umfassende Rehabilitation und Nachsorge wichtig, um die Lebensqualität des Patienten zu verbessern und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.
Die Rehabilitation kann je nach Bedarf Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und psychologische Unterstützung umfassen. Ziel ist es, die körperlichen Funktionen wiederherzustellen, Schmerzen zu lindern und den Patienten bei der Bewältigung der emotionalen und sozialen Folgen der Erkrankung zu unterstützen.
Regelmäßige Nachkontrollen sind wichtig, um das Ansprechen auf die Behandlung zu überwachen, Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) frühzeitig zu erkennen und mögliche Spätfolgen der Behandlung zu behandeln.
Prognose und Heilungschancen
Die Prognose und Heilungschancen bei Rückenmarkkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Art des Tumors, sein Stadium, die Wirksamkeit der Behandlung und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.
Gutartige Tumore haben in der Regel eine bessere Prognose als bösartige Tumore, da sie weniger invasiv wachsen und oft vollständig entfernt werden können. Bösartige Tumore können jedoch auch behandelt werden, und in einigen Fällen ist eine Heilung möglich.
Im Falle von Metastasen hängt die Prognose von der Art des Primärtumors und dem Ausmaß der Metastasierung ab.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Prognose von Rückenmarkkrebs individuell sehr unterschiedlich sein kann und von vielen Faktoren beeinflusst wird. Eine frühzeitige Diagnose und eineComprehensive Behandlung können die Chancen auf ein positives Ergebnis verbessern.
Arten von Rückenmarkstumoren im Überblick
Gutartige Tumore
- Neurinome (Schwannome): Diese Tumore entstehen aus Schwann-Zellen, die die Nervenfasern umhüllen. Sie sind meist langsam wachsend und gutartig.
- Gefäßtumore: Hierzu gehören Hämangiome (gutartige Tumore aus Blutgefäßen) und Kavernome (Gefäßfehlbildungen).
- Meningeome: Diese Tumore entstehen aus den Hirnhäuten (Meningen) und sind fast immer gutartig.
Bösartige Tumore
- Metastasen: Sekundäre Tumore, die von anderen Organen in das Rückenmark eingewandert sind.
- Ependymome: Tumore, die aus Ependymzellen entstehen, die den Rückenmarkskanal auskleiden.
- Gliome: Tumore, die aus Gliazellen des zentralen Nervensystems entstehen, wie z.B. Astrozytome.
Multiple Myelom (Knochenmarkkrebs)
Das Multiple Myelom, auch Knochenmarkkrebs genannt, geht von veränderten Plasmazellen im Knochenmark aus. Im Gegensatz zu gesunden Plasmazellen produzieren diese nutzlose Antikörper, sogenannte M-Proteine. Was genau diese Erbgutveränderung verursacht, ist weitgehend unklar. Die Veränderungen führen unter anderem dazu, dass sich die Zellen unkontrolliert teilen. Bei etwa 90 von 100 Betroffenen mit einem Multiplen Myelom lassen sich typische Genveränderungen in den Myelomzellen nachweisen.
Die veränderten Plasmazellen bilden große Mengen einförmiger Antikörper oder Antikörper-Bruchstücke. Diese nutzlosen Antikörper nennen Fachleute auch Paraprotein, monoklonales Immunglobulin oder M-Protein. Für die Immunabwehr sind sie untauglich. Wenn sich die Myelomzellen unkontrolliert im Knochenmark vermehren, verdrängen sie die gesunden Blutzellen, die ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Das Paraprotein kann zudem verschiedene Körperfunktionen stören und wichtige Organe schädigen. Außerdem fördern die Myelomzellen den Abbau der Knochensubstanz. Dadurch kommt es zu den typischen Symptomen des Multiplen Myeloms.
Glioblastom
Das Glioblastom ist der häufigste aggressive primäre Hirntumor bei Erwachsenen. Das Erkrankungsalter liegt meist zwischen 55 und 65 Jahren, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Das aggressive Wachstum dieses Tumors führt zur Einstufung als WHO-Grad IV, dem höchsten Malignitätsgrad in der WHO-Klassifikation für Gliome. Das Glioblastom zählt zur Gruppe der Astrozytome und damit zu den Gliomen.
Gliome sind primäre hirneigene Tumoren, die im Gehirn oder Rückenmark entstehen - im Gegensatz zu Hirnmetastasen, die Absiedlungen anderer Tumoren sind. Gliome entwickeln sich aus Gliazellen, den Stützzellen, die Nervenzellen im zentralen Nervensystem umgeben. Normalerweise unterstützen diese Zellen die Nervenfunktion, bei Gliomen geraten sie jedoch außer Kontrolle. Der genaue Gliazell-Typ bestimmt Klassifikation, Therapie und Prognose. Gliome werden nach der Art der beteiligten Zellen und dem WHO-Grad eingeteilt.