Die Auseinandersetzung mit Epilepsie ist ein vielschichtiges Feld, das von medizinischen Grundlagen bis hin zu psychosozialen Aspekten reicht. Fachzeitschriften spielen dabei eine zentrale Rolle, indem sie aktuelle Forschungsergebnisse, klinische Erfahrungen und neue Therapieansätze einem breiten Publikum zugänglich machen. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Epilepsie-Zeitschriften, insbesondere im deutschsprachigen Raum, und gibt einen Einblick in die Themenvielfalt, die diese Publikationen abdecken.
Einführung in die Welt der Epilepsie-Zeitschriften
Epilepsie-Zeitschriften dienen als Plattform für den Austausch zwischen Forschern, Ärzten und anderen Fachleuten, die sich mit der Diagnose, Behandlung und Betreuung von Menschen mit Epilepsie beschäftigen. Sie bieten eine umfassende Informationsquelle, die dazu beiträgt, das Wissen über diese neurologische Erkrankung zu erweitern und die Versorgung von Betroffenen zu verbessern.
Die Zeitschrift "Clinical Epileptology"
Ein wichtiger Akteur im deutschsprachigen Raum ist die Zeitschrift "Clinical Epileptology" (ehemals Zeitschrift für Epileptologie). Ihr Ziel ist es, aktuelles epileptologisches Wissen zu präsentieren und zu diskutieren, wobei der Schwerpunkt auf klinisch relevanten Themen liegt. Die Redaktion legt Wert auf Anregungen und Kommentare der Leserschaft, um die Inhalte praxisnah und bedarfsgerecht zu gestalten.
Themenvielfalt in Epilepsie-Zeitschriften
Epilepsie-Zeitschriften decken ein breites Spektrum an Themen ab, das sowohl Grundlagenforschung als auch klinische Anwendungen umfasst. Dazu gehören unter anderem:
Klassifikation epileptischer Anfälle
Ein zentrales Thema ist die Klassifikation epileptischer Anfälle. Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) hat hierzu ein Positionspapier veröffentlicht, das in Fachzeitschriften wie "Clinical Epileptology" kommentiert und diskutiert wird. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Änderungen die neue Klassifikation mit sich bringt und wie sie in der Praxis angewendet werden kann.
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Neugeborenenanfälle
Neugeborenenanfälle stellen eine besondere Herausforderung dar, da sie vielfältig sein können und eine schnelle Diagnose und Behandlung erfordern. Fachzeitschriften widmen sich den Grundlagen und der klinischen Relevanz der neuen ILAE-Klassifikation für Neugeborenenanfälle sowie der Gruppe der Entwicklungs- und epileptischen Enzephalopathien (EEE) im Neugeborenen- und frühen Säuglingsalter.
Historische Aspekte der Epileptologie
Auch historische Aspekte der Epileptologie finden in Fachzeitschriften Beachtung. So werden beispielsweise bedeutende Persönlichkeiten wie Heinz Penin, Otfrid Foerster und Cécile und Oskar Vogt vorgestellt. Zudem werden historische Studien wie die erste umfassende histologische Studie zur Ammonshornsklerose bei Epilepsie und die Abgrenzung der Epilepsia partialis continua durch Kozhevnikov thematisiert.
Psychische Aspekte der Epilepsie
Epilepsien können vielfältige Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit und die Kognition haben. Es können - begleitend zur Epilepsie - psychische Erkrankungen hinzukommen. Fachzeitschriften beleuchten diese Zusammenhänge und diskutieren mögliche Therapieansätze.
Therapie von Epilepsie
Die Therapie von Epilepsie ist ein weiteres wichtiges Thema in Fachzeitschriften. Dabei geht es sowohl um die Akuttherapie als auch um die Langzeitbehandlung. Auch die chirurgische Epilepsie-Therapie und alternative Behandlungsmethoden werden diskutiert.
Psychosoziale Auswirkungen der Epilepsie
Epilepsie kann erhebliche psychosoziale Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben. Fachzeitschriften widmen sich diesen Aspekten und beleuchten unter anderem die familiäre Situation, die Situation in Kindergarten und Schule, die Berufstätigkeit, die Ausübung von Sport, die Fahrtauglichkeit sowie Partnerschaft und Kinderwunsch.
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Weitere Themen und Forschungsbereiche
Neben den genannten Schwerpunkten werden in Epilepsie-Zeitschriften auch zahlreiche weitere Themen behandelt, darunter:
- Grundlagenforschung: Mechanismen des Status epilepticus, neuronale Exzitabilität und Hypersynchronie, Rolle von Chloridtransportprozessen im Gehirn
- Diagnostik: EEG-Monitoring bei kritisch kranken Patienten, Differentialdiagnose von epileptischen und nicht-epileptischen Anfällen
- Therapie: Tiefe Hirnstimulation, pharmakologische Behandlung von Epilepsien, Einsatz von Ketamin bei Status epilepticus, antikonvulsive Eigenschaften von Hypothermie
- Komorbiditäten: Zusammenhang zwischen Epilepsie und Depressionen, Alzheimer-Krankheit, Cannabiskonsum und Psychose
- Spezielle Patientengruppen: Epilepsie im Alter, Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen, Epilepsie und Schwangerschaft
Die Zeitschrift "Einfälle"
Die Zeitschrift "Einfälle" ist ein weiteres wichtiges Medium für Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen. Sie erscheint viermal jährlich und berichtet über aktuelle Themen rund um die Epilepsie. Die Schwerpunktthemen der einzelnen Ausgaben sind vielfältig und reichen von Sexualität, Partnerschaft und Kinderwunsch über Werkstätten für Menschen mit Behinderung bis hin zur Aufarbeitung der Corona-Pandemie.
Fallbeispiele und Studien
Epilepsie-Zeitschriften enthalten auch zahlreiche Fallbeispiele und Studien, die Einblicke in die klinische Praxis und aktuelle Forschungsprojekte geben. Einige Beispiele sind:
- Fallbericht über einen 92-jährigen Patienten mit faciobrachialen dystonischen Anfällen und Antikörpern gegen Lgi1
- Studie über den Cannabiskonsum bei Epilepsiepatienten
- Studie über das Langzeit-Outcome bei Epilepsie mit Grand Mal beim Aufwachen
- Studie über die psychosozialen Langzeitfolgen bei juveniler myoklonischer Epilepsie
- Fallbericht über zahnbürsteninduzierte Anfälle bei Beginn einer kryptogenen Temporallappenepilepsie
- Studie über die Sicherheit und Durchführbarkeit der Nucleus accumbens Stimulation bei Epilepsiepatienten
- Studie über Epilepsie im Alter im Vergleich zu jüngeren Patienten
- Studie über die Prognose der juvenilen myoklonischen Epilepsie 45 Jahre nach Beginn
- Experimentelle Studie über die Beendigung des Status epilepticus durch tiefe Hypothermie
- Studie über zirkadiane Veränderungen der Erregbarkeit des Gyrus dentatus in einem Rattenmodell der Temporallappenepilepsie
- Studie über das Anfallsergebnis 1 Jahr nach Temporallappenepilepsie-Operation
- Studie über die Inzidenz und Prädiktoren der Post-Stroke-Epilepsie
- Studie über die Auswirkungen von Levetiracetam als Zusatztherapie auf verschiedene okzipitale EEG-Frequenzen bei Epilepsiepatienten
- Vergleich von Levetiracetam und Carbamazepin mit kontrollierter Freisetzung bei neu diagnostizierter Epilepsie
- Studie über funktionelle und morphologische Veränderungen im Gyrus dentatus nach experimentellem Status epilepticus
- Studie über die Wirksamkeit von Furosemid bei der Beendigung des limbischen Status epilepticus in frei beweglichen Ratten
- Studie über die Behandlung des refraktären generalisierten konvulsiven und komplex-partiellen Status epilepticus in drei europäischen Ländern
- Studie über die Verwendung von statistischer parametrischer Kartierung von (18)F-FDG-PET bei Frontallappenepilepsie
- Studie über die Auswirkungen von Barium auf stimulusinduzierte Veränderungen von [K+]o im menschlichen epileptischen Hippocampus
- Studie über Veränderungen der neuronalen Konnektivität im Bereich CA1 von Hippocampus-Schnitten von Temporallappenepilepsie-Patienten und von mit Pilocarpin behandelten epileptischen Ratten
- Studie über die optische Bildgebung, die charakteristische Anfallsbeginne, Ausbreitungsmuster und Ausbreitungsgeschwindigkeiten in Hippocampus-Entorhinalkortex-Schnitten von juvenilen Ratten zeigt
Suchstrategien für Fachinformationen
Um relevante Informationen in Epilepsie-Zeitschriften zu finden, können verschiedene Suchstrategien angewendet werden. Dazu gehört die Verwendung von Operatoren wie "UND", "ODER" und "NICHT", um die Suchanfrage einzugrenzen. Auch die Verwendung von Platzhaltern wie "?" und die Suche nach Wortgruppen in exakter Schreibweise und Reihenfolge können hilfreich sein.
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