Migräne ist eine weit verbreitete und oft beeinträchtigende Kopfschmerzart. Novaminsulfon, mit dem Wirkstoff Metamizol, ist ein schmerzstillendes und fiebersenkendes Arzneimittel, das bei verschiedenen Schmerzzuständen eingesetzt werden kann, einschließlich Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die Dosierung von Novaminsulfon bei Migräne, die Anwendungsgebiete, wichtige Vorsichtsmaßnahmen und mögliche Nebenwirkungen.
Was ist Novaminsulfon?
Novaminsulfon Lichtenstein 500mg enthält den Wirkstoff Metamizol-Natrium-Monohydrat, ein Pyrazolonderivat. Es wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend. Metamizol ist verschreibungspflichtig und sollte nur nach ärztlicher Anweisung angewendet werden. Es ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Tabletten, Filmtabletten, Lösungen zum Einnehmen und Zäpfchen.
Anwendungsgebiete von Novaminsulfon
Novaminsulfon wird angewendet zur Behandlung von:
- Akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
- Krampfartigen Leibschmerzen (Koliken)
- Schmerzen bei Krebsleiden (Tumorschmerzen)
- Sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen, soweit andere Behandlungen nicht in Frage kommen
- Hohem Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht
Es ist wichtig zu beachten, dass Novaminsulfon keine entzündungshemmende Wirkung hat, wie Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen.
Dosierung von Novaminsulfon bei Migräne
Die Dosierung von Novaminsulfon richtet sich nach der Intensität der Schmerzen oder des Fiebers und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten. Es sollte immer die niedrigste schmerz- und fieberkontrollierende Dosis gewählt werden. Die folgenden Angaben dienen als Richtlinie:
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- Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren (über 53 kg): 1 - 2 Filmtabletten (entsprechend 500 - 1000 mg Metamizol-Natrium 1 H2O) als Einzeldosis, bis zu 4-mal täglich in Abständen von 6 - 8 Stunden. Die Tagesmaximaldosis beträgt 4000 mg (entsprechend 8 Tabletten).
- Kinder und Jugendliche von 10 - 14 Jahren (32 - 53 kg): ½ - 1 Filmtablette (entsprechend 250 - 500 mg Metamizol-Natrium 1 H2O) als Einzeldosis, bis zu 4 Filmtabletten täglich. Die Tagesmaximaldosis beträgt 2000 mg (entsprechend 4 Tabletten).
- Kinder unter 10 Jahren: Die Anwendung wird aufgrund des festen Gehalts von 250 mg Metamizol pro ½ Tablette nicht empfohlen. Für kleinere Kinder sind andere Darreichungsformen verfügbar.
Eine deutliche Wirkung kann 30 bis 60 Minuten nach der Einnahme erwartet werden.
Wichtige Hinweise zur Einnahme
- Nehmen Sie Novaminsulfon immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
- Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
- Bei älteren Patienten, Patienten mit reduziertem Allgemeinzustand und Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Dosis vermindert werden.
- Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sollten mehrfache hohe Dosen vermieden werden.
- Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Art und Schwere der Erkrankung und wird vom Arzt festgelegt. Es wird empfohlen, Schmerzmittel nicht länger als 3 bis 5 Tage ohne ärztlichen Rat anzuwenden.
Gegenanzeigen: Wann darf Novaminsulfon nicht eingenommen werden?
Novaminsulfon darf nicht eingenommen werden, wenn:
- Sie allergisch gegen Metamizol oder andere Pyrazolone bzw. Pyrazolidine sind.
- Bei Ihnen eine Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln (Analgetika-Asthma-Syndrom oder Analgetika-Intoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp) bekannt ist.
- Sie Probleme mit Ihrem Knochenmark haben oder an einer Krankheit leiden, die die Bildung oder Funktion Ihrer Blutzellen stört.
- Sie eine Erbkrankheit mit Gefahr der Auflösung der roten Blutkörperchen (angeborener Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel) oder eine Erbkrankheit mit Bildungsstörung des roten Blutfarbstoffs (akute intermittierende hepatische Porphyrie) haben.
- Sie in den letzten drei Monaten einer Schwangerschaft sind oder stillen.
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Novaminsulfon einnehmen. Das Arzneimittel kann seltene, aber lebensbedrohliche Risiken bergen:
- Agranulozytose: Eine starke Verminderung einer Art von weißen Blutkörperchen (Granulozyten), die für die Bekämpfung von Infektionen wichtig sind.
- Plötzliches Kreislaufversagen (Schock)
- Schwere Hautreaktionen: Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse.
Informieren Sie sofort Ihren Arzt, wenn bei Ihnen eines der folgenden Zeichen auftritt: Schüttelfrost, Fieber, Halsschmerzen, schmerzhafte wunde Stellen an den Schleimhäuten im Mund, in der Nase und im Rachen oder im Genital- oder Analbereich.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann auch Novaminsulfon Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
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Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben:
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen)
- Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS-Syndrom)
- Agranulozytose, Panzytopenie, Thrombozytopenie
- Leberschäden (Leberentzündung, Gelbsucht)
Weitere mögliche Nebenwirkungen:
- Gelegentlich: violetter bis tiefroter Hautausschlag, Blutdruckabfall
- Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen, verminderte Anzahl der weißen Blutkörperchen, Hautausschlag
- Sehr selten: starke Verminderung der Granulozyten oder der Blutplättchen, Asthmaanfall, akute Verschlechterung der Nierenfunktion
- Nicht bekannt: plötzliches Kreislaufversagen aufgrund schwerer allergischer Reaktion, Herzinfarkt im Rahmen einer allergischen Reaktion, Blutarmut mit Störung der Knochenmarkfunktion, Magen-Darm-Blutungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Novaminsulfon kann Wechselwirkungen mit folgenden Arzneimitteln haben:
- Ciclosporin (Arzneimittel zur Unterdrückung des Abwehrsystems)
- Methotrexat (Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen bzw. von bestimmten rheumatischen Erkrankungen)
- Acetylsalicylsäure (ASS)
- Bupropion (zur Behandlung von Depressionen und zur Raucherentwöhnung)
- Chlorpromazin (Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen)
- Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (orale Antikoagulanzien)
- Captopril (ein Arzneimittel gegen Bluthochdruck und bestimmte Herzerkrankungen)
- Lithium (ein Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen)
- Arzneimittel zur Entwässerung (Diuretika, z.B. Triamteren)
- Arzneimittel gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva)
Novaminsulfon in Schwangerschaft und Stillzeit
Novaminsulfon darf in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Während der ersten sechs Monate sollte es nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt eingenommen werden. Während der Stillzeit dürfen Sie nicht stillen, da die Abbaustoffe von Novaminsulfon in die Muttermilch übergehen.
Alternative Behandlungen bei Migräne
Neben Novaminsulfon gibt es verschiedene andere Medikamente zur Behandlung von Migräne, sowohl zur Akutbehandlung als auch zur Vorbeugung:
- Triptane: Spezielle Migränemittel, die die Blutgefäße im Gehirn verengen und Entzündungsstoffe hemmen.
- Ergotamine: Substanzen, die aus dem Mutterkorn gewonnen werden und ebenfalls gefäßverengend wirken.
- Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, die oft als Begleiterscheinung von Migräne auftreten.
- CGRP-Antikörper: Eine neuere Behandlungsmethode, die gegen den Nervenbotenstoff CGRP wirkt, der für die Schmerzattacken verantwortlich ist.
Zur Vorbeugung von Migräne können Antiepileptika, Antidepressiva, Betablocker und Kalziumantagonisten eingesetzt werden.
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Weitere Informationen
- Migräne ist nicht nur Kopfschmerz, sondern eine komplexe neurologische Erkrankung.
- Eine individuelle Beratung durch einen Arzt oder Apotheker ist wichtig, um die richtige Behandlung zu finden.
- Bei Verdacht auf Nebenwirkungen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
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