Metamizol Zentiva 500 mg: Dosierung und Anwendung bei Migräne

Metamizol ist ein weit verbreitetes Schmerzmittel, das zur Behandlung verschiedener Arten von Schmerzen eingesetzt wird, darunter auch Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die Anwendung von Metamizol Zentiva 500 mg bei Migräne, einschliesslich Dosierungsempfehlungen, wichtiger Hinweise und möglicher Nebenwirkungen. Es ist wichtig zu betonen, dass die Informationen in diesem Artikel keine ärztliche Beratung ersetzen und die medikamentöse Therapieform immer mit den behandelnden Ärzt:innen abgestimmt werden muss.

Was ist Metamizol und wie wirkt es?

Metamizol, auch bekannt als Novaminsulfon, ist ein nicht-opioides Analgetikum mit fiebersenkenden (antipyretischen) und krampflösenden (spasmolytischen) Eigenschaften. Es gehört zur Gruppe der Pyrazolone und wird hauptsächlich zur Behandlung starker Schmerzen und hohen Fiebers eingesetzt. Der Wirkstoff wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entspannend auf die Muskulatur.

Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass Metamizol die Produktion von Prostaglandinen hemmt, die an der Entstehung von Schmerzen und Entzündungen beteiligt sind. Darüber hinaus beeinflusst Metamizol das Thermoregulationszentrum im Gehirn, wodurch Fieber gesenkt werden kann.

Anwendungsgebiete von Metamizol

Zu den Anwendungsgebieten (Indikationen) von Metamizol gehören:

  • Starke Schmerzen, einschließlich Tumorschmerzen
  • Koliken der Gallen- und ableitenden Harnwege
  • Hohes Fieber, wenn andere Mittel nicht ausreichend wirken (therapierefraktäres Fieber)
  • Akute starke Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen
  • Sonstige akute oder chronische starke Schmerzen, soweit eine andere Behandlung nicht in Frage kommt.

Metamizol bei Migräne

Obwohl Metamizol nicht spezifisch für die Behandlung von Migräne entwickelt wurde, kann es bei Migräneattacken eingesetzt werden, insbesondere wenn andere Schmerzmittel wie nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) nicht ausreichend wirksam sind oder nicht vertragen werden.

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Dosierung von Metamizol Zentiva 500 mg bei Migräne

Die Dosierung von Metamizol hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Stärke der Schmerzen, dem Alter des Patienten und möglichen Begleiterkrankungen. Die Dosierung sollte immer individuell von einem Arzt oder einer Ärztin festgelegt werden.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen für Metamizol Zentiva 500 mg Filmtabletten:

  • Kinder und Jugendliche von 10-14 Jahren (32-53 kg Körpergewicht):
    • Einzeldosis: ½-1 Tablette (250-500 mg)
    • Gesamtdosis: 1-4 mal täglich (max. 4 Tabletten = 2000 mg pro Tag)
    • Zeitpunkt: im Abstand von 6-8 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
  • Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene (über 53 kg Körpergewicht):
    • Einzeldosis: 1-2 Tabletten (500-1000 mg)
    • Gesamtdosis: 1-4 mal täglich (max. 8 Tabletten = 4000 mg pro Tag)
    • Zeitpunkt: im Abstand von 6-8 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit

Die Höchstdosis von 8 Tabletten (4000 mg) pro Tag sollte nicht überschritten werden.

Wichtige Hinweise zur Dosierung:

  • Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
  • Patienten mit einer Leber- und Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
  • Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.
  • Art der Anwendung: Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
  • Dauer der Anwendung: Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.

Wann sollte Metamizol bei Migräne eingenommen werden?

Bei Migräne ist es wichtig, Schmerzmittel so früh wie möglich einzunehmen, idealerweise bereits bei den ersten Anzeichen einer Attacke. Dies kann die Wirksamkeit der Behandlung verbessern und verhindern, dass sich die Migräne weiter verstärkt.

Viele Migräne-Betroffene haben die Tendenz, zu lange zu warten, bevor sie Medikamente einnehmen. Das ist auch völlig verständlich, wenn man die Nebenwirkungen bedenkt und wie stark Schmerzmittel die Organe belasten können.

Metamizol als Notfallmedikation bei Migräne

In manchen Fällen kann ein Migräneanfall mit den üblichen Medikamenten nicht gestoppt werden. In solchen Notfällen kann Metamizol intravenös verabreicht werden, um eine schnelle Schmerzlinderung zu erzielen. Die Behandlungsempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) für den Notfall sind Metoclopramid intravenös (gegen die Übelkeit und das Erbrechen), gefolgt von Lysin-ASS (Schmerzmedikament) oder Sumatriptan subkutan. Alternativ wird auch Metamizol intravenös (starkes Schmerzmedikament) genannt, das darf jedoch nur mit großer Vorsicht verabreicht werden, denn hier liegt hier die Gefahr eines Schocks vor.

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Im Falle einer Migräne-Attacke, die länger als drei Tage andauert (Status migränosus), können Steroide wie Prednisolon oder Benzodiazepine wie Dexamethason verabreicht werden.

Gegenanzeigen von Metamizol

Metamizol darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Pyrazolonen oder einem der anderen Bestandteile des Medikaments
  • Bekanntem Analgetika-Asthma-Syndrom (Auftreten akuter Asthmaanfälle bei Anwendung bestimmter Schmerzmittel)
  • Bekannter Analgetika-Intoleranz (Unverträglichkeit bestimmter Schmerzmittel)
  • Störungen der Knochenmarksfunktion oder des blutbildenden Systems
  • Angeborenem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (Erbkrankheit)
  • Hepatitischer Porphyrie (seltene Stoffwechselerkrankung)
  • Einer Leberschädigung nach einer früheren Einnahme von Metamizol
  • Einer früher aufgetretenen Agranulozytose durch Metamizol oder ähnliche Arzneimittel (Phenazon, Phenylbutazon)
  • Problemen mit dem Knochenmark oder einer Erkrankung, welche die Bildung oder Funktion der Blutzellen beeinträchtigt

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Metamizol kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, insbesondere:

  • Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosierung zum Herzschutz
  • Bupropion (Antidepressivum)
  • Chlorpromazin (Neuroleptikum)
  • Ciclosporin (Immunsuppressivum)
  • Methotrexat (Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen oder rheumatischen Erkrankungen)
  • Sertralin (Antidepressiva)
  • Efavirenz (HIV-Medikament)
  • Methadon (Opioid)
  • Valproat (Antiepileptikum)
  • Tacrolimus (Immunsuppressiva)

Die gleichzeitige Anwendung kann eine mögliche Schädigung der Blutbildung durch Methotrexat verstärken, insbesondere bei älteren Menschen.

Mögliche Nebenwirkungen von Metamizol

Wie alle Arzneimittel kann auch Metamizol Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

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Häufige Nebenwirkungen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Hautausschlag
  • Niedriger Blutdruck
  • Kollapsneigung bei evtl. zu starkem Blutdruckabfall

Seltene bis sehr seltene Nebenwirkungen:

  • Agranulozytose (starke Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen)
  • Leukopenie (Verminderung der weißen Blutkörperchen)
  • Thrombozytopenie (Verminderung der Blutplättchen)
  • Anaphylaktische Reaktionen (schwere allergische Reaktionen)
  • Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse (schwere Hautreaktionen)
  • Akute Verschlechterung der Nierenfunktion
  • Analgetika-induziertes Asthma-Syndrom

Wichtige Hinweise zu Nebenwirkungen:

  • Bei Anzeichen einer Agranulozytose (Fieber, Halsschmerzen, Entzündungen der Mundschleimhäute) muss die Behandlung mit Metamizol sofort abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Bei Auftreten von Hautausschlägen oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen ist die Behandlung mit Metamizol ebenfalls sofort zu beenden.
  • Eine Rotfärbung des Urins ist harmlos und auf das Metamizol-Abbauprodukt Rubazonsäure zurückzuführen.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Metamizol

  • Metamizol sollte nur innerhalb der zugelassenen Indikationen verordnet werden.
  • Patienten müssen über das Risiko der Agranulozytose und mögliche Warnsignale wie Fieber, Halsschmerzen und Entzündungen der Mundschleimhäute aufgeklärt werden.
  • Beim Auftreten verdächtiger Symptome sollte Metamizol pausiert und umgehend das Differentialblutbild kontrolliert werden.
  • Bei längerer Anwendung von Metamizol sollten regelmäßige Blutbildkontrollen durchgeführt werden.
  • Zudem sollten Patienten darauf hingewiesen werden, dass sie dieses Arzneimittel zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund anderer Beschwerden nicht ohne vorherige Rücksprache mit einem Arzt einnehmen oder an andere weitergeben dürfen.
  • Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!

Migräneprophylaxe

Neben der Akutbehandlung von Migräneattacken gibt es auch verschiedene Möglichkeiten der Migräneprophylaxe, um die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu reduzieren.

Medikamentöse Migräneprophylaxe

Zur medikamentösen Migräneprophylaxe werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt, darunter:

  • Betablocker (z.B. Propranolol)
  • Antidepressiva (z.B. Amitriptylin)
  • Antiepileptika (z.B. Topiramat, Valproinsäure)
  • CGRP-Antikörper (z.B. Erenumab, Fremanezumab, Galcanezumab)

Nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe

Neben Medikamenten gibt es auch verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen, die zur Migräneprophylaxe beitragen können:

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Stressmanagement
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Regelmäßige Mahlzeiten
  • Vermeidung von Triggerfaktoren (z.B. bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, Koffein)
  • Entspannungstechniken (z.B. progressive Muskelentspannung, autogenes Training)
  • Sport und Bewegung
  • Akupunktur
  • Biofeedback
  • Ernährungsumstellung: Eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig-stabil hält, wird auch als effektive Migräneprophylaxe angesehen.

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