Zitrone bei Migräne: Wirksamkeit und Anwendung

Migräne ist mehr als nur ein gewöhnlicher Kopfschmerz. Sie äußert sich durch Symptome wie pochende Kopfschmerzen, Sehstörungen und Übelkeit, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Viele Betroffene suchen nach Möglichkeiten, die Schmerzen ohne Medikamente zu lindern, insbesondere während der Schwangerschaft, wenn Vorsicht geboten ist. Dieser Artikel beleuchtet die Wirksamkeit von Zitronen bei Migräne und stellt weitere Hausmittel und alternative Behandlungsansätze vor.

Hausmittel gegen Migräne

Viele Menschen, die unter Migräne leiden, suchen nach sanften Helfern, um nicht gleich zu Medikamenten greifen zu müssen. Es gibt verschiedene Hausmittel, die Linderung verschaffen können. Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit dieser Mittel oft nicht wissenschaftlich belegt ist, aber viele Betroffene berichten von spürbarer Linderung. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Kaffee mit Zitrone

Viele Kopfschmerzgeplagte schwören auf Kaffee mit Zitrone. Kaffee wirkt aufgrund des enthaltenen Koffeins anregend und blutdruckstabilisierend. Zudem kann Kaffee wacher machen, denn Koffein verdrängt kurzzeitig den körpereigenen Botenstoff Adenosin, der Müdigkeit verursacht. Zitrone ist reich an Vitamin C und hat entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften. Es ist somit nicht abwegig, dass Kaffee mit Zitrone zu einem Hausmittel gegen Kopfschmerzen geworden ist. Betroffene können den Trick durchaus ausprobieren - auch wenn der Geschmack gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Eine Wirkgarantie gibt es aber nicht.

Koffein stimuliert das zentrale Nervensystem und regt die Freisetzung des schmerzlindernden Hormons Noradrenalin an, außerdem verengt es die Blutgefäße, die durch die Kopfschmerzen erweitert sind. Einem Cochrane-Review zufolge sind 100 bis 200 Milligramm Koffein nötig, um Kopfschmerzen zu lindern. Das entspricht etwa zwei bis vier Tassen. Übrigens: Es gibt einige Schmerzmittel mit Koffein - es verstärkt die Wirkung der Inhaltsstoffe.

Zitronensaft enthält viel Vitamin C, was die Schmerzhemmung unterstützt. Die Zitrone verbessert die Konzentration der Sauerstoffmoleküle im Blut.

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Weitere Hausmittel

  • Pfefferminzöl: Ein wichtiger Bestandteil der Pflanzenheilkunde und in der Aromatherapie. Betroffene berichten immer wieder, dass ein paar Tropfen Pfefferminzöl, eingerieben auf die Schläfen, den Schmerz im Kopf lindern können. Menthol entfaltet Studien zufolge zudem eine lokal anästhesierende Wirkung. Bei Allergien oder Atembeschwerden wie Asthma ist Vorsicht geboten.
  • Wasser: Vor allem Spannungskopfschmerzen können auf eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr zurückzuführen sein. Es ist also ein Versuch wert. Aber: Das vermehrte Trinken von Wasser kann Kopfschmerzen vermutlich nicht vorbeugen helfen. Medizinische Studien fehlen bislang. Doch auch hier gilt: Ausprobieren, ob es guttut. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt pro Tag eine Trinkmenge von rund 1,5 Litern.
  • Ätherische Öle: Der frische Duft von Zitronen weckt positive Gefühle und sorgt für Entspannung. In der Aromakologie gilt ätherisches Pfefferminzöl als Mittel der Wahl. Bei dem enthaltenen Inhaltsstoff Menthol handelt es sich um ein kühlendes und vitalisierendes Mittel, der frische und klare Duft wird bei Kopfschmerzen als angenehm empfunden. Für einen angenehmen Duft steht auch Lavendel. Sind die Kopfschmerzen stressbedingt oder auf Verspannungen oder Ängste zurückzuführen, kann Lavendel eine entspannte Atmosphäre schaffen.
  • Ingwer: Die scharfe Knolle ist als wirksames Mittel gegen Übelkeit bekannt, aber sie kann auch Migräne-Schmerzen lindern oder sogar beseitigen. Hinzu kommt, dass die Schärfe des Ingwers den Magensaft-Fluss und die Darmbewegungen anregt. Sie können ihn also auch als Migräne-Übelkeit-Hausmittel ausprobieren.
  • Magnesium: Experten vermuten, dass das Mengenelement, das zum Beispiel bei der Kontraktion der Muskeln im Körper eine Rolle spielt, auch bei Migräne wirksam sein kann. 300 Milligramm sollten Frauen pro Tag zuführen, bei Männern sind es 350 Milligramm (Referenzwerte D-A-C-H). Bei Schwangeren und Kindern werden Magnesiumsalze als Vorbeugung gegen Migräne empfohlen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass Magnesium die menstruationsbedingte Migräne verhindern bzw. lindern kann.

Alternative Therapien bei Migräne

Neben Hausmitteln gibt es auch alternative Therapieansätze, die bei Migräne in Betracht gezogen werden können. Diese werden oft von Ärzten mit einer Ausbildung in Naturheilkunde und Heilpraktikern angeboten. Es ist jedoch zu beachten, dass viele dieser Methoden nicht immer durch die Wissenschaft bestätigt sind.

Akupunktur und Akupressur

Die Akupunktur, ein zentrales Element der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), kann Ihnen helfen, gelegentlichen Migräneattacken vorzubeugen. Einige Studien zeigen sogar, dass Akupunktur genauso effektiv sein kann wie Medikamente, die speziell zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt werden. Ähnlich wie Akupunktur arbeitet die Akupressur durch die Stimulierung bestimmter Punkte am Körper. Anstatt Nadeln verwendet man jedoch Fingerdruck.

Homöopathie

Die Hoffnung, Migräne mit Homöopathie behandeln zu können, treibt viele Betroffene zu homöopathischen Praktikern. Je nach Symptomen gibt es verschiedene empfohlene Mittel. Doch trotz einiger positiver Erfahrungsberichte fehlt aus wissenschaftlicher Perspektive bisher der Nachweis, dass Homöopathie Migräneattacken tatsächlich vorbeugen kann.

Entspannungsverfahren

Verschiedene Entspannungsverfahren können helfen, Stress abzubauen, der oft als Migräneauslöser bekannt ist. Studien haben gezeigt, dass Techniken wie die progressive Muskelentspannung zu einer Reduzierung der Migränehäufigkeit führen können. Auch Atemtherapie, Yoga und Meditation können hilfreich sein.

Was ist bei einer akuten Migräne-Attacke zu tun?

Bei einer Migräne-Attacke ziehen sich viele Betroffene an einen dunklen, ruhigen Ort zurück und legen sich hin. Hilfreich ist es auch, einen kalten Waschlappen auf die Stirn zu legen. Vor allem bei Kindern hilft Schlaf erstaunlich gut - häufig geht es ihnen nach zwei bis drei Stunden Ruhe schon deutlich besser.

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Schulmedizinische Behandlung

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) gibt eine herausgehobene Empfehlung für die fixe Kombination (2 Tabletten) aus Acetylsalicylsäure (250 bis 265 mg), Paracetamol (250 bis 265 mg) und Koffein (50 bis 65 mg).

Wichtige Hinweise

  • Trigger kennen: Wichtig bei Migräne ist, dass Sie Ihre Trigger kennen.
  • Arzt konsultieren: Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie nach drei Tagen keine Besserung Ihrer Beschwerden spüren.
  • Wechselwirkungen beachten: Wenn Sie Arzneimittel gegen eine andere Krankheit einnehmen müssen, sollten Sie auf mögliche Wechselwirkungen mit Hausmitteln gegen Migräne achten. So sollten Sie zum Beispiel Ingwer nicht zusammen mit Blutverdünnern einnehmen. Ähnliches gilt für die Kombination aus der Antibabypille und Johanniskraut.
  • Regelmäßiger Tagesablauf: Achten Sie auf einen geregelten Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe.

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