Aluminium ist allgegenwärtig in unserem Alltag, von Lebensmittelverpackungen über Kosmetika bis hin zu Kochgeschirr. Es steht jedoch im Verdacht, gesundheitsschädliche Auswirkungen zu haben, insbesondere im Zusammenhang mit Alzheimer. Zitronensäure, oft in Lebensmitteln enthalten, kann die Aufnahme von Aluminium beeinflussen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Aluminium, Zitronensäure und Alzheimer und gibt Verbrauchern wichtige Informationen, um ihre Aluminiumaufnahme zu minimieren und potenzielle Risiken zu reduzieren.
Aluminium im Alltag: Eine allgegenwärtige Gefahr?
Aluminium ist das dritthäufigste Element der Erdkruste und findet sich natürlich in Böden, Wasser und Lebensmitteln. Es wird in einer Vielzahl von Produkten verwendet, darunter:
- Lebensmittelverpackungen: Alufolie, Konservendosen, Getränkedosen, Menüschalen
- Kochgeschirr: Töpfe, Pfannen, Backbleche
- Kosmetika: Deodorants, Sonnenschutzmittel, Lippenstifte
- Arzneimittel: Antazida, Impfstoffe
- Trinkwasser: Flockungsmittel in der Wasseraufbereitung
Die Aufnahme von Aluminium erfolgt hauptsächlich über die Nahrung, aber auch über Kosmetika, Arzneimittel und Trinkwasser. Der Körper scheidet einen Großteil des aufgenommenen Aluminiums über die Nieren wieder aus, jedoch kann sich ein Teil im Körper anreichern, insbesondere in Knochen, Muskeln, Nieren und im Gehirn.
Zitronensäure: Freund oder Feind?
Zitronensäure ist eine organische Säure, die natürlich in Zitrusfrüchten vorkommt. Sie wird häufig als Lebensmittelzusatzstoff verwendet, um den Geschmack zu verbessern, als Konservierungsmittel zu wirken oder die Säure zu regulieren. Zitronensäure kann jedoch auch die Aufnahme von Aluminium im Körper erhöhen.
Aluminium löst sich leichter in saurer Umgebung. Zitronensäure kann dazu führen, dass sich Aluminium aus Kochgeschirr oder Verpackungen löst und in Lebensmittel gelangt. Dies gilt insbesondere für säurehaltige Lebensmittel wie Tomaten, Zitrusfrüchte oder Essig, die in Aluminiumbehältern aufbewahrt oder zubereitet werden.
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Aluminium und Alzheimer: Ein umstrittener Zusammenhang
Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung, die mit dem Abbau von Gehirnzellen einhergeht. Wissenschaftler haben bei Alzheimer-Patienten erhöhte Aluminiumkonzentrationen im Gehirn festgestellt, was zu der Hypothese geführt hat, dass Aluminium eine Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen könnte.
Die Forschungslage ist jedoch nicht eindeutig. Einige Studien deuten auf einen Zusammenhang hin, während andere keine Verbindung finden konnten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont, dass es noch nicht abschließend geklärt ist, ob Aluminium eine Ursache oder eine Begleiterscheinung von Alzheimer ist. Es ist unwahrscheinlich, dass Aluminium der alleinige Auslöser von Alzheimer ist, aber es könnte einer von mehreren Faktoren sein, die das Risiko erhöhen.
Verbrauchertipps zur Minimierung der Aluminiumaufnahme
Obwohl die Forschungslage zum Zusammenhang zwischen Aluminium und Alzheimer noch nicht eindeutig ist, ist es ratsam, die Aluminiumaufnahme zu minimieren, um potenzielle Risiken zu reduzieren. Hier sind einige Tipps für Verbraucher:
- Vermeiden Sie die Verwendung von Alufolie zur Aufbewahrung oder Zubereitung von säure- und salzhaltigen Lebensmitteln. Verwenden Sie stattdessen Behälter aus Glas, Edelstahl oder Kunststoff.
- Verwenden Sie beschichtetes Kochgeschirr aus Aluminium oder Alternativen aus Edelstahl, Glas oder Keramik. Vermeiden Sie unbeschichtete Aluminiumtöpfe und -pfannen, insbesondere bei der Zubereitung von säurehaltigen Speisen.
- Vermeiden Sie Fertiggerichte und Tiefkühlkost in Aluminiumschalen. Wählen Sie Produkte in Pappverpackungen oder füllen Sie die Speisen vor dem Erhitzen in andere Behälter um.
- Achten Sie auf den Aluminiumgehalt in Kosmetika. Verwenden Sie aluminiumfreie Deodorants und Sonnenschutzmittel.
- Informieren Sie sich über den Aluminiumgehalt im Trinkwasser. Viele Wasserwerke veröffentlichen die Untersuchungsergebnisse auf ihren Internetseiten.
- Vermeiden Sie Laugengebäck von Bäckereien, die Aluminiumbleche verwenden. Fragen Sie beim Bäcker nach, ob Aluminiumbleche verwendet werden.
- Lesen Sie die Inhaltsstofflisten von Lebensmitteln sorgfältig durch. Aluminiumverbindungen können sich hinter E-Nummern verbergen.
- Verzichten Sie auf Medikamente gegen Sodbrennen (Antazida) mit Aluminium, falls Alternativen verfügbar sind.
- Achten Sie bei Kinderknete auf Zitronensäure statt Alaun als Zutat.
Kinderlebensmittel: Vorsicht vor versteckten Zuckerfallen
Auf dem Markt werden immer mehr Lebensmittel angeboten, die speziell Kinder ansprechen sollen. Diese Produkte sind oft bunt verpackt, tragen Abbildungen von beliebten Figuren oder enthalten Beigaben wie Sticker oder Sammelbilder. Viele Eltern kaufen diese Lebensmittel gerne, weil sie glauben, dass sie auf die speziellen Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten und gesund sind.
Das LGL hat im Rahmen eines Untersuchungsprogramms Kinderlebensmittel auf ihre Aufmachung und Zusammensetzung untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass viele Kinderlebensmittel genauso viel Zucker, Fett und Salz enthalten wie vergleichbare Produkte für Erwachsene. Teilweise sind Kinderlebensmittel sogar teurer.
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Zuckergehalt in Kinderlebensmitteln
Viele Kinderlebensmittel enthalten hohe Mengen an Zucker, oft in Form von Saccharose, Glukosesirup oder Fruktose. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, maximal 10% der täglichen Energiezufuhr durch freie Zucker zu decken. Für Erwachsene entspricht dies einer maximalen Aufnahme von 50 g Zucker pro Tag. Viele Kinder überschreiten diese Empfehlung jedoch deutlich durch den Konsum von zuckerhaltigen Kinderlebensmitteln.
Irreführende Kennzeichnungen
Viele Produkte werben mit Auslobungen wie "ohne Zuckerzusatz" oder "enthält von Natur aus Zucker". Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Produkte zuckerfrei sind. Sie können trotzdem hohe Mengen an Zucker enthalten, die aus Früchten oder Fruchtkonzentraten stammen.
Empfehlungen für Eltern
- Achten Sie auf den Zuckergehalt von Kinderlebensmitteln. Vergleichen Sie die Nährwertangaben verschiedener Produkte und wählen Sie zuckerarme Alternativen.
- Achten Sie auf irreführende Kennzeichnungen. Lassen Sie sich nicht von Auslobungen wie "ohne Zuckerzusatz" täuschen.
- Bieten Sie Ihren Kindern eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel und zuckerhaltige Getränke.
- Bereiten Sie Mahlzeiten und Snacks selbst zu. So haben Sie die Kontrolle über die Zutaten und den Zuckergehalt.
- Seien Sie kritisch gegenüber Kinderlebensmitteln mit auffälliger Aufmachung und Beigaben. Diese Produkte sind oft weniger gesund als sie erscheinen.
Farbstoffe in Lebensmitteln: Mehr Schein als Sein
Farbstoffe und Farbstabilisatoren werden in vielen Lebensmitteln eingesetzt, um die Farbe zu verbessern oder zu erhalten. Sie können natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein. Während natürliche Farbstoffe in der Regel unbedenklich sind, stehen einige künstliche Farbstoffe im Verdacht, gesundheitsschädliche Auswirkungen zu haben.
Künstliche Farbstoffe: Umstrittene Zusatzstoffe
Künstliche Farbstoffe werden im Labor hergestellt und sind oft günstiger als natürliche Farbstoffe. Einige künstliche Farbstoffe, insbesondere Azofarbstoffe, können bei empfindlichen Personen pseudoallergische Reaktionen auslösen. Zudem stehen einige Farbstoffe im Verdacht, die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern zu beeinträchtigen.
Natürliche Farbstoffe: Eine gesündere Alternative?
Natürliche Farbstoffe werden aus Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen gewonnen. Sie gelten in der Regel als unbedenklich, können aber auch allergische Reaktionen auslösen. Einige Anbieter verwenden auch färbende Lebensmittel wie Rote-Bete-Saft oder Spirulina-Algenpulver, um ihren Produkten eine bestimmte Farbe zu verleihen.
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Kennzeichnung von Farbstoffen
Farbstoffe müssen in der Zutatenliste von Lebensmitteln angegeben werden. Künstliche Farbstoffe sind mit einer E-Nummer gekennzeichnet. Der Hinweis "mit Farbstoff" ist ausreichend, wenn die Lebensmittel nicht vorverpackt sind.
Empfehlungen für Verbraucher
- Achten Sie auf die Zutatenliste von Lebensmitteln. Vermeiden Sie Produkte mit künstlichen Farbstoffen, insbesondere Azofarbstoffen.
- Bevorzugen Sie Lebensmittel mit natürlichen Farbstoffen oder färbenden Lebensmitteln.
- Seien Sie kritisch gegenüber Lebensmitteln mit auffälliger Farbe. Oft werden Farbstoffe eingesetzt, um eine bessere Qualität vorzutäuschen.
- Kaufen Sie Bio-Lebensmittel. In Bio-Lebensmitteln sind nur wenige Farbstoffe zugelassen.
MMS: Ein gefährliches "Wundermittel"
MMS (Miracle Mineral Supplement) ist ein Produkt, das als "Wundermittel" gegen verschiedene Krankheiten beworben wird, darunter AIDS, Hepatitis, Krebs und COVID-19. MMS enthält Natriumchlorit, eine Chemikalie, die beim Mischen mit einer Säure wie Zitronensäure Chlordioxid bildet. Chlordioxid ist ein starkes Oxidationsmittel, das als Desinfektionsmittel und Bleichmittel eingesetzt wird.
Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit von MMS gegen irgendeine Krankheit. Im Gegenteil, die Einnahme von MMS kann zu schweren Gesundheitsschäden führen, darunter Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nierenversagen und schwere Darmschädigungen. In einigen Fällen ist es sogar zu Todesfällen gekommen.
Warnung vor MMS
Von der Einnahme von MMS wird dringend abgeraten. Deutsche Behörden empfehlen Verbrauchern, die MMS gekauft haben, die Einnahme sofort zu stoppen und ärztliche Hilfe zu suchen, wenn sie gesundheitliche Beeinträchtigungen bemerken.
Alternative Bezeichnungen
MMS wird auch unter anderen Bezeichnungen angeboten, darunter CDL (Chlordioxidlösung) und CDS (Chlordioxide Solution).
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