ZNS, Uhr, Tauchen: Risiken und Sicherheitsmaßnahmen

Tauchen ist eine faszinierende Aktivität, birgt jedoch auch Risiken. Ein umfassendes Verständnis dieser Risiken und die Umsetzung geeigneter Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend für ein sicheres Taucherlebnis. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Gefahren beim Tauchen, insbesondere im Zusammenhang mit der Sauerstofftoxizität, und gibt Empfehlungen zur Unfallvermeidung und Notfallmaßnahmen.

Tauchmodi und ihre Anwendung

Die Suunto Ocean bietet verschiedene Tauchmodi, die auf unterschiedliche Taucharten zugeschnitten sind:

  • Einzelgas: Dieser Modus eignet sich ideal für Freizeittauchgänge ohne Dekompression mit einem einzigen Gasgemisch, sei es Luft oder Nitrox. Er ermöglicht die Verbindung mit einem Tank POD für die Flaschendrucküberwachung und die Verwendung von bis zu fünf deaktivierten Gasen.
  • Multigas: Dieser Modus ist für das technische Tauchen mit mehreren Gasen konzipiert. Er unterstützt bis zu fünf aktivierte und deaktivierte Gase, Luft- oder Nitrox-Gemische bis NX99 und bietet erweiterte Funktionen für die Dekompressionsplanung.
  • Apnoetauchen (Tiefe): Dieser Modus ist für das Apnoetauchen konzipiert.

Die Uhr startet den Tauchgang automatisch, sobald sie einen Druckanstieg und Wasserkontakt erkennt. Der automatische Tauchstart dient als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.

Das Display vor dem Tauchgang

Das Display vor dem Tauchgang liefert wichtige Informationen und ermöglicht die Anpassung der Einstellungen an die spezifischen Tauchbedürfnisse. Es zeigt unter anderem:

  • Tank POD-Symbol (wenn verbunden und aktiv)
  • GPS-Signal (wenn aktiviert)
  • Herzfrequenz (wenn aktiviert)
  • Restliche Batterielaufzeit
  • Aktives Gasgemisch
  • Flaschendruck (wenn Tank POD verbunden und aktiv)
  • Eingestellte maximale Partialdruckgrenze (ppO2) für das aktive Gas
  • Maximale Tauchtiefe (MOD) für das aktive Gas
  • Aktiver Tauchmodus

Durch Scrollen auf dem Display vor dem Tauchgang können folgende Einstellungen angepasst werden:

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  • Tauchmodus ändern: Wechseln zwischen verschiedenen Tauchmodi oder Trainingsmodi.
  • Gase: Anpassen des Sauerstoffanteils und der ppO2-Einstellungen für die verwendeten Tauchgase.
  • Algorithmus: Ändern des Dekompressionsalgorithmus.
  • Alarme: Einrichten von Alarmen für bestimmte Tiefen, Tauchzeiten und Flaschendruckwerte.
  • Tank POD: Verbinden und Trennen von Tank PODs.
  • Sensoren: Verbinden von Herzfrequenzsensoren.
  • Taucheinstellungen: Zugriff auf verschiedene zusätzliche Einstellungen.

Hauptansicht während des Tauchgangs

Während des Tauchens zeigt die Uhr wichtige Informationen an, darunter:

  • Dekompressionsinformationen: Oberflächenzeit, Nullzeit (NDL), Dekozeit, Stoppzeit.
  • Aufstiegsgeschwindigkeit: Ein Balken zeigt die Aufstiegsgeschwindigkeit an. Es ist entscheidend, die maximale Aufstiegsgeschwindigkeit nicht zu überschreiten, um das Verletzungsrisiko zu minimieren.
  • Bogen zur Anzeige wichtiger Informationen: Nullzeit, Flaschendruck, Kompass, Stopptimer, TTS (Time To Surface).
  • Umschaltfenster: Temperatur, maximale Tiefe, Uhrzeit, Batteriestand, Flaschendruck, Gasverbrauch, Gaszeit, Sicherheitsstopp, Zeit zur Oberfläche (TTS), aktueller ppO2, MOD, durchschnittliche Tiefe, Sonnenuntergang, Gradientenfaktoren, Kurs.

Sauerstofftoxizität: Eine ernstzunehmende Gefahr

Sauerstofftoxizität ist ein ernstes Risiko beim Tauchen, insbesondere beim Tauchen mit erhöhten Sauerstoffpartialdrücken (ppO2). Sie kann in zwei Hauptformen auftreten:

  • Zentralnervensystem (ZNS)-Toxizität: Diese akute Form der Toxizität kann zu Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit und Ertrinken führen. Das Risiko steigt mit zunehmendem ppO2, Expositionsdauer, körperlicher Belastung, Stress, Angst und Unwohlsein.
  • Lungentoxizität: Diese chronische Form der Toxizität kann bei längerer Exposition gegenüber erhöhten Sauerstoffpartialdrücken auftreten und zu Schädigungen der Lunge führen.

Die Suunto Ocean überwacht die Sauerstoffsättigung und warnt den Taucher, wenn die Grenzwerte überschritten werden. Es ist entscheidend, diese Warnungen ernst zu nehmen und sofort Maßnahmen zur Reduzierung der Sauerstoffsättigung zu ergreifen.

CNS-Toxizität

Die CNS-Toxizität wird durch den CNS%-Wert gemessen, der den Prozentsatz der maximal zulässigen Sauerstoffbelastung angibt. Die Suunto Ocean warnt, wenn CNS% 80 % erreicht (Vorwarnung) und wenn der Grenzwert von 100 % überschritten wird (Warnung).

OTU-Wert

Die Sauerstofftoleranzeinheit (OTU) wird zur Messung der Ganzkörpertoxizität verwendet, die durch eine längere Belastung durch hohe Sauerstoffpartialdrücke verursacht wird. Die Suunto Ocean warnt, wenn der empfohlene Tagesgrenzwert 250 (Vorsicht) und 300 (Warnung) erreicht.

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Maßnahmen zur Vermeidung von Sauerstofftoxizität

  • Einhaltung der maximalen Tauchtiefe (MOD): Die MOD ist die Tiefe, in der der Sauerstoffpartialdruck (ppO2) des Gasgemischs den Sicherheitsgrenzwert überschreitet. Es ist entscheidend, diese Grenze nicht zu überschreiten.
  • Begrenzung der Expositionsdauer: Die Expositionsdauer gegenüber erhöhten Sauerstoffpartialdrücken sollte so kurz wie möglich gehalten werden.
  • Vermeidung von Überanstrengung: Körperliche Anstrengung erhöht das Risiko einer Sauerstofftoxizität.
  • Reduzierung von Stress und Angst: Stress und Angst können ebenfalls das Risiko erhöhen.
  • Regelmäßige Überprüfung der Sauerstoffsättigung: Die Sauerstoffsättigung sollte regelmäßig überwacht werden, um frühzeitig Anzeichen einer Toxizität zu erkennen.

Weitere Risiken und Sicherheitsmaßnahmen

Neben der Sauerstofftoxizität gibt es weitere Risiken beim Tauchen, die beachtet werden müssen:

  • Dekompressionskrankheit (DCS): Diese Erkrankung tritt auf, wenn sich Stickstoffblasen im Körpergewebe bilden. Um DCS zu vermeiden, ist es wichtig, die Dekompressionsrichtlinien einzuhalten und die Aufstiegsgeschwindigkeit zu kontrollieren.
  • Tiefenrausch: Dieser Zustand wird durch den Stickstoffpartialdruck in der Atemluft verursacht und kann zu Beeinträchtigungen des Denkens und der Wahrnehmung führen. Das Risiko kann durch die Verwendung von Trimix (Helium, Sauerstoff und Stickstoff) reduziert werden.
  • Panik: Panik kann zu unkontrollierten Handlungen und Unfällen führen. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und sich auf die grundlegenden Tauchfertigkeiten zu konzentrieren.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Herz-Kreislauf-Probleme können beim Tauchen auftreten und zu Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod führen. Eine regelmäßige Tauchtauglichkeitsuntersuchung und eine gesunde Lebensweise sind wichtig.
  • Ausrüstungsversagen: Ausrüstungsversagen kann zu gefährlichen Situationen führen. Es ist wichtig, die Ausrüstung vor jedem Tauchgang sorgfältig zu überprüfen und regelmäßig zu warten.

Allgemeine Empfehlungen zur Unfallvermeidung

  • Tauchen Sie innerhalb Ihrer Grenzen: Überschätzen Sie sich nicht und tauchen Sie nur, wenn Sie sich körperlich und geistig dazu in der Lage fühlen.
  • Tauchen Sie nicht allein: Ein zuverlässiger Tauchpartner kann in Notsituationen lebensrettend sein.
  • Führen Sie vor jedem Tauchgang einen Buddy-Check durch: Überprüfen Sie gemeinsam Ihre Ausrüstung und die Ihres Partners.
  • Besprechen Sie vor dem Tauchgang Route, Tiefe, Tauchzeit sowie die Notfallprozeduren: Stellen Sie sicher, dass alle Mit-Tauchenden die Handzeichen und Kommunikationsmethoden kennen.
  • Verwenden Sie einen Tauchcomputer: Jeder Taucher sollte einen eigenen Tauchcomputer am Arm haben und ihn ablesen und benutzen können.

Notfallmaßnahmen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen können Unfälle beim Tauchen passieren. Es ist wichtig, auf Notfälle vorbereitet zu sein und zu wissen, wie man richtig reagiert.

Allgemeine Notfallmaßnahmen

  • Ruhe bewahren: Panik kann die Situation verschlimmern.
  • Sichern Sie den Verunfallten: Bringen Sie den Verunfallten an die Oberfläche und stellen Sie Auftrieb her.
  • Leisten Sie Erste Hilfe: Überprüfen Sie die Atemwege, Atmung und den Kreislauf. Beginnen Sie bei Bedarf mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW).
  • Rufen Sie den Notruf: Informieren Sie die Rettungsdienste und fordern Sie professionelle Hilfe an.
  • Verabreichen Sie Sauerstoff: Sauerstoff ist eine unerlässliche Sofortmaßnahme bei Tauchunfällen.
  • Dokumentieren Sie den Notfall: Notieren Sie alle relevanten Informationen, einschließlich der Symptome des Verunfallten, der durchgeführten Maßnahmen und der Tauchgangsdaten.

Spezifische Notfallmaßnahmen

  • Versagen des Atemreglers: Signalisieren Sie Ihrem Buddy das Problem und nutzen Sie dessen alternative Luftquelle. Beginnen Sie mit dem kontrollierten Aufstieg zur Wasseroberfläche.
  • Panik: Versuchen Sie, den panischen Taucher zu beruhigen und ihm zu helfen, die Kontrolle wiederzuerlangen. Steigen Sie gegebenenfalls gemeinsam in flaches Wasser auf.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Leisten Sie Erste Hilfe und rufen Sie den Notruf. Verabreichen Sie Sauerstoff und transportieren Sie den Verunfallten so schnell wie möglich an Land.
  • Dekompressionskrankheit: Verabreichen Sie Sauerstoff und suchen Sie umgehend medizinische Hilfe auf. Eine Druckkammerbehandlung ist in den meisten Fällen erforderlich.

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