Zucken Auge, Taubheitsgefühl Ohr: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Ein zuckendes Augenlid, ein Taubheitsgefühl im Ohr - beides können beunruhigende Symptome sein. Oftmals sind sie harmlos und vorübergehend, doch in manchen Fällen können sie auf ernsthaftere Erkrankungen hindeuten. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für diese Beschwerden und gibt einen Überblick über Behandlungsmöglichkeiten.

Augenzucken: Ursachen und Behandlung

Ein zuckendes Augenlid, auch Lidflattern oder Faszikulation genannt, ist ein weit verbreitetes Phänomen. Plötzlich und ohne erkennbaren Grund zuckt das Augenlid, meist das Oberlid, wie spastisch. Es fühlt sich an wie ein unregelmäßiges Zucken oder Vibrieren.

Mögliche Ursachen für Augenzucken

  • Stress und Schlafmangel: Dies sind häufige Auslöser für Augenzucken.
  • Überanstrengung der Augen: Lange Bildschirmarbeit kann die Augen überfordern und zu Zuckungen führen.
  • Magnesiummangel: Ein Mangel an Magnesium, einem Mineralstoff, der für die Funktion von Muskeln und Nerven wichtig ist, kann Muskelzuckungen verursachen.
  • Trockene Augen: Äußere Faktoren wie trockene Luft oder Zugluft können das Augenzucken begünstigen.
  • Hoher Koffein- oder Alkoholkonsum: Übermäßiger Konsum dieser Substanzen kann ebenfalls Augenzucken auslösen.
  • Hoher Blutdruck: Ein pulsierendes Blutgefäß kann den Nerv am Auge reizen, was zu Zuckungen führen kann.
  • Schilddrüsenstörung: Eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen kann sich in Nervosität und Muskelzucken äußern.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Augenzucken verursachen.
  • Neurologische Erkrankungen: In seltenen Fällen kann Augenzucken ein Symptom für neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder einen Hirntumor sein.
  • Blepharospasmus: Eine seltene Erkrankung, bei der es zu einer starken Verkrampfung der Augenmuskulatur kommt.
  • Hemispasmus Facialis: Eine seltene Erkrankung, bei der es auf einer Gesichtshälfte plötzlich zu Krämpfen und Zuckungen kommt.

Was tun bei Augenzucken?

In den meisten Fällen ist Augenzucken harmlos und verschwindet von selbst wieder. Folgende Maßnahmen können helfen, das Zucken zu lindern:

  • Stress reduzieren: Entspannungsübungen und ausreichend Schlaf können helfen, Stress abzubauen.
  • Bildschirmarbeit reduzieren: Regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit und gute Rahmenbedingungen können die Augen entlasten.
  • Magnesiumzufuhr erhöhen: Magnesium ist in grünem Gemüse, Nüssen und Bitterschokolade enthalten. Bei Bedarf kann Magnesium auch als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.
  • Augen befeuchten: Bei trockenen Augen können befeuchtende Augentropfen helfen.
  • Koffein- und Alkoholkonsum reduzieren: Ein maßvoller Konsum dieser Substanzen kann das Augenzucken reduzieren.
  • Wärme anwenden: Ein Waschlappen, der zuvor in warmes Wasser getaucht wurde, kann helfen, die irritierten Muskeln zu entspannen.

Wann zum Arzt?

Wenn das Augenzucken über Stunden oder Tage anhält, sehr häufig auftritt, den Alltag beeinträchtigt oder von anderen Symptomen wie Lähmungen, Sehstörungen, Schmerzen oder Sprachstörungen begleitet wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Taubheitsgefühl im Ohr: Ursachen und Behandlung

Ein Taubheitsgefühl im Ohr kann verschiedene Ursachen haben. Es kann einseitig oder beidseitig auftreten und von weiteren Symptomen wie Hörverlust, Tinnitus, Schwindel oder Schmerzen begleitet sein.

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Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl im Ohr

  • Erkältung: In Folge von Erkältungen kann sich Sekret im Mittelohr ansammeln, was ein Druckgefühl und eine Hörminderung verursachen kann.
  • Mittelohrentzündung: Eine Entzündung des Mittelohrs kann ebenfalls zu einem Taubheitsgefühl im Ohr führen.
  • Morbus Menière: Diese seltene Erkrankung des Innenohrs kann neben Schwindel und Tinnitus auch ein Taubheitsgefühl im Ohr verursachen.
  • Otosklerose: Eine Erkrankung, bei der der Schall nicht mehr genügend weitergeleitet wird, was zu Schwerhörigkeit und Taubheitsgefühl führen kann.
  • Akustikusneurinom: Ein gutartiger Tumor des Gleichgewichtsnervs kann auf den Hörnerv drücken und ein Taubheitsgefühl im Ohr verursachen.
  • Barotrauma: Druckveränderungen im Mittelohr, beispielsweise beim Tauchen oder Fliegen, können zu einem Barotrauma führen, das sich durch Ohrenschmerzen, Schwindel und Taubheitsgefühl äußert.
  • Neuropathische Schmerzen: Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems können zu Pelzigkeit oder Taubheit in den peripheren Körperregionen führen.
  • Hörsturz: Ein plötzlicher Hörverlust kann von einem Taubheitsgefühl im Ohr begleitet sein.
  • Tinnitus: Ohrgeräusche können von einem Gefühl der Taubheit begleitet werden.

Was tun bei Taubheitsgefühl im Ohr?

Die Behandlung des Taubheitsgefühls im Ohr richtet sich nach der Ursache. Bei einer Erkältung oder Mittelohrentzündung können abschwellende Nasentropfen und Schmerzmittel helfen. Bei Morbus Menière werden Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt. Bei Otosklerose kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Ein Akustikusneurinom wird in der Regel operativ entfernt oder bestrahlt.

Wann zum Arzt?

Ein Taubheitsgefühl im Ohr sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden, insbesondere wenn es plötzlich auftritt, von weiteren Symptomen begleitet wird oder länger als ein paar Tage anhält. Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) kann die Ursache des Taubheitsgefühls feststellen und eine geeignete Behandlung einleiten.

Zusammenhang zwischen Augenzucken und Taubheitsgefühl im Ohr

In einigen Fällen können Augenzucken und Taubheitsgefühl im Ohr gleichzeitig auftreten. Dies kann auf eine gemeinsame Ursache hindeuten, beispielsweise eine neurologische Erkrankung, Stress oder Magnesiummangel. Es ist wichtig, die Symptome genau zu beobachten und einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären.

Morbus Menière: Eine mögliche Ursache für Augenzucken und Taubheitsgefühl im Ohr

Morbus Menière ist eine seltene Erkrankung des Innenohrs, die durch heftige Schwindelattacken, Tinnitus und Hörverlust gekennzeichnet ist. In einigen Fällen kann Morbus Menière auch von Augenzucken und einem Taubheitsgefühl im Ohr begleitet sein.

Symptome von Morbus Menière

  • Heftige Schwindelattacken: Diese dauern meist Stunden und können von Übelkeit und Erbrechen begleitet sein.
  • Tinnitus: Ohrgeräusche, die als Sausen, Pfeifen, Brummen, Zischen oder Rauschen wahrgenommen werden.
  • Hörverlust: Zeitgleicher Hörverlust auf dem betroffenen Ohr.
  • Augenzucken: Die Anfälle werden häufig von einem Zucken der Augen begleitet.
  • Taubheitsgefühl im Ohr: Ein Druckgefühl oder ein Gefühl der Verstopfung im Ohr.

Behandlung von Morbus Menière

Da die Ursache von Morbus Menière nicht vollständig geklärt ist, zielt die Behandlung darauf ab, die Symptome zu lindern und Anfällen vorzubeugen. Dies kann durch Medikamente, Ernährungsumstellung oder Psychotherapie erreicht werden. In schweren Fällen kann auch eine Operation in Erwägung gezogen werden.

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