Brennende Zunge und Taubheitsgefühl: Ursachen und Behandlungen

Sowohl Mundtrockenheit als auch Mundschleimhautbrennen sind vergleichsweise häufige Beschwerden, die die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. Um Schmerzustände im Bereich des Mundraumes bzw. der Zunge zu beschreiben, wurden in der Vergangenheit unterschiedliche Begriffe wie Stomatodynie, Stomatopyrosis, Glossopyrosis, Glossodynie oder orale Dysästhesie verwendet.

Was ist Zungenbrennen?

Zungenbrennen (Glossodynie, Burning-Mouth-Syndrom, BMS) ist eine Empfindungsstörung im Bereich der Zunge. Die Zunge brennt, kribbelt oder fühlt sich taub an. Die Symptome zeigen sich meist vorne oder an den Zungenrändern. Das kann sich im Tagesverlauf verschlimmern und/oder durch Essen oder Trinken bessern. Oft sind keine sichtbaren Veränderungen (außer z.B. bei Pilzinfektion) wahrnehmbar. Zugenbrennen wird jedoch mitunter von weiteren Symptomen wie Mundtrockenheit, Durst oder einem veränderten Geschmackssinn begleitet.

Manchmal tritt ein Brennen auf der Zunge bzw. Brennen im Mund nur vorübergehend nach dem Verzehr von scharfen oder sauren Speisen auf. Davon zu unterscheiden ist ein konstant oder periodisch auftretendes Zungenbrennen (Zungenschmerzen, Glossodynie), unter dem vor allem Frauen mittleren oder höheren Alters leiden. Manchmal erstrecken sich die Missempfindungen auch auf den restlichen Mund. Dann sprechen Mediziner vom Syndrom des brennenden Mundes (Burning-Mouth-Syndrom, BMS).

Ursachen von Zungenbrennen und Taubheitsgefühl

Das Mundschleimhautbrennen ist ein multifaktorielles Geschehen, dem eine Vielzahl lokaler und regionaler Faktoren oder systemischer Erkrankungen zugrunde liegen können. Entsprechend komplex gestaltet sich in den meisten Fällen das diagnostische und therapeutische Vorgehen, das gegebenenfalls interdisziplinär (Internist, Zahnarzt, Neurologe/Psychiater, Orthopäde und Dermatologe) erfolgen sollte.

Lokale Ursachen

  • Infektionen: Bakterielle Infektionen und Pilzinfektionen können brennende Schmerzen im Bereich der Zungenschleimhaut auslösen. Insbesondere bei einer Faltenzunge (Lingua plicata) mit tiefer Furchenbildung kann es leichter zu solchen Infektionen kommen.
  • Mechanische Reizung: Eine Hypertrophie der Papilla foliata (am posterolateralen Zungenrand) begünstigt eine sekundäre Traumatisierung z. B. durch scharfe Zahnkanten. Konsekutiv kann eine Papillitis mit ein- oder beidseitigen lokal umschriebenen Missempfindungen (Schmerzen, Brennen, Überempfindlichkeit) entstehen. Fehlerhafte Zahnprothesen (Sitz, Okklusion, Stabilität) können ebenfalls zu Reizungen führen. Zungenpiercings
  • Allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten: Allergische Reaktionen, Unverträglichkeitsreaktionen und toxische Reaktionen können in seltenen Fällen zu mehr oder weniger heftigen brennenden Beschwerden im Bereich der Mundschleimhaut führen. Eine Stomatitis medicamentosa oder eine Kontaktstomatitis kann nach systemischer bzw. lokaler Medikamentenapplikation auftreten. Auch eine Lebensmittelallergie bzw. eine Lebensmittelunverträglichkeitsreaktion kann mit brennenden Beschwerden einhergehen. Die Therapie besteht in erster Linie darin, die auslösende Ursache zu beseitigen und zukünftig zu vermeiden. Bei schweren Schleimhautreaktionen kann eine antiallergische bzw. entzündungshemmende Behandlung erforderlich sein.
  • Elektrochemische Reaktionen: Elektrochemische Reaktionen zwischen unterschiedlichen metallischen Zahnersatzmaterialien können im Speichel, der ein leitendes Medium darstellt, elektrochemische Reaktionen, die als Galvanismus bezeichnet werden, auslösen. Neben Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack) soll es in seltenen Fällen auch zu stechenden oder brennenden Schmerzen im Bereich der Mundschleimhaut kommen können. Eine zuverlässige wissenschaftliche Sicherung dieser Hypothese ist bis heute nicht erfolgt. Bei entsprechendem Leidensdruck empfiehlt es sich, die Ströme auszumessen. Beschwerden sind dann vorstellbar, wenn 60 Nanowattsekunden überschritten werden.
  • Mundtrockenheit: Einen trockenen Mund erkennt man durch wenig Speichel (erhöht die Empfindlichkeit).
  • Reize durch Ernährung & Lebensstil: Scharfe/ säurehaltige Speisen, Alkohol und Rauchen reizen die Zunge direkt. Auch der Konsum von Drogen können Ihre Schleimhäute reizen.
  • Zungenveränderungen: Verschiedene Veränderungen der Zunge können mit Zungenbrennen einhergehen, darunter die Lingua plicata (Faltenzunge), Lingua geographica (Landkartenzunge) und Lingua villosa (Haarzunge).

Systemische Ursachen

  • Vitaminmangel: Ein Vitaminmangel (B1, B2, B5, B6, B12, Folsäure) kann zu Mundschleimhautbrennen führen. Dies trifft vor allem auf einen Vitamin-B12-Mangel zu, der neben einer megaloblastären Anämie (perniziöse Anämie) zu einer Glossitis (Möller - Hunter- Glossitis) führt. Hierbei imponiert die Zungenschleimhaut feuerrot mit dazwischen lokalisierten ödematösen, gräulichen Arealen. Die fungiformen Zungenpapillen sind bläschenförmig geschwollen, während die filiformen Zungenpapillen abgeflacht sind. Die Patienten klagen über Jucken bzw. Brennen im Bereich der Zungenschleimhaut, sowie über Geschmacksstörungen und Mundtrockenheit. Die Therapie der Wahl besteht in einer oralen bzw. intravenösen (Vit. B12) Substitution.
  • Eisenmangel: Auch ein Eisenmangel kann neben einer hypochromen Anämie mit atrophischen Veränderungen im Bereich der Mund- Rachen- und Speiseröhrenschleimhaut einhergehen (Plummer-Vinson-Syndrom). Klinisch imponieren neben einer atrophischen, glatten geröteten Zungenoberfläche eine blasse Gaumenschleimhaut sowie eine Cheilitis angularis. Betroffen sind überwiegend Frauen. Neben Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Gereiztheit, Herzklopfen, Schwindel, Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen kommt es bei einem Teil der Patienten zu Dysphagie und Zungenbrennen.
  • Diabetes mellitus: Ein Brennen im Bereich der Mund- und vor allem der Zungenschleimhaut tritt gehäuft beim Diabetes mellitus auf, wobei die Schleimhaut klinisch unauffällig erscheint.
  • Hormonelle Veränderungen: Da Frauen in der Postmenopause gehäuft an Zungenbrennen leiden, wurde ein Östrogenmangel als auslösende Ursache vermutet. Hormonelle Veränderungen, z. B. in der Menopause.
  • Weitere systemische Erkrankungen: Schließlich wurde in einzelnen Fällen über das Auftreten von Mundschleimhautbrennen bei Gicht, Hypochlorhydrie bzw. Achlorhydrie, chronischen Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen und neurologischen Erkrankungen berichtet.
  • Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Die Symptome bei craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) sind vielfältig, wobei ein klares Leitsymptom fehlen kann. Als Kardinalsymptome sind Schmerzen, Funktionseinschränkungen, Missempfindungen und Geräusche zu nennen. Besteht der Verdacht auf eine craniocervikale Dysfunktion, so empfiehlt es sich unbedingt, eine interdisziplinäre Abklärung (Zahnarzt, Orthopäde) in die Wege zu leiten. Die diagnostischen Maßnahmen bestehen dabei in einer umfassenden Anamnese, im Messen der Bewegungsparameter des Unterkiefers, Muskelpalpation der Kauhilfs-, Nacken- und Halsmuskulatur.
  • Medikamente: Medikamente wie ACE-Hemmer oder Antidepressiva. Häufig im Zusammenhang mit Zungenbrennen genannte Medikamente sind zum Beispiel ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker, die bei Herz- und Gefäßkrankheiten eingesetzt werden, außerdem einige Psychopharmaka (etwa aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva).
  • Psychische Faktoren: Neben psychischen Auslösern, die in der Praxis häufig vorkommen, gibt es Ursachen, die unmittelbar mit den Zähnen zu tun haben. Stress und psychische Belastungen verstärken Schmerzempfinden.
  • Weitere Auslöser: Medikamente wie ACE-Hemmer oder Antidepressiva. Auch das Sjögren-Syndrom ist eine systemische Autoimmunerkrankung, die sich negativ auf die Schleimhautdrüsen im gesamten Körper auswirkt. Besonders Frauen ab 40 sind hier betroffen und leiden unter der brennenden Zunge als Folge des Sjörgen-Syndroms.

Spezifische Erkrankungen der Mundschleimhaut

  • Lichen planus: Eine weitere mögliche Ursache für Mundschleimhautbrennen sind lichenoide und pemphigoide Erkrankungen der Mundschleimhaut. Der Lichen planus weist eine Inzidenz von 0.2 - 0.4 % der Bevölkerung auf und manifestiert sich vorwiegend im mittleren Lebensalter. Bei dieser entzündlichen Dermatose resultiert in über 50 % der Fälle ein Schleimhautbefall. Die zugrunde liegenden Ursachen sind bislang unklar. Man geht bislang davon aus, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt, wobei als auslösende bzw. prädisponierende Faktoren Infektionen, Medikamente (z.B. Antimalariamittel, Antihypertensiva oder Antibiotika), Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes, Hepatopathie), chemische oder physikalische Noxen, psychosomatische Faktoren und genetische Faktoren diskutiert werden. Klinisch zeigen sich grauweiße, meist konfluierende Flecken bis hin zu Erosionen und Ulzerationen der Schleimhaut. Ein Teil der Patienten bleibt subjektiv beschwerdefrei, andere klagen über Hitzegefühl, Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack) bis hin zu Schleimhautbrennen und starken Schmerzen. Letzteres ist insbesondere bei erosiven und ulzerösen Formen der Fall. Hierbei sollte eine maligne Entartung differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden. Neben einer Beseitigung möglicherweise auslösender Faktoren ist die Behandlung, die in enger Kooperation mit dem Dermatologen erfolgen sollte, überwiegend symptomatisch. Neben einer gründlichen Mundhygiene und Mundspülungen mit antiseptischen Lösungen empfiehlt sich eine Lokalbehandlung mit Dynexan A-Gel. Gute Ergebnisse wurden durch tägliche Mundspülungen mit 5ml (500mg) Cyclosporin A - Lösung über einen Zeitraum von 4 Wochen erzielt. Bei schweren Verläufen ist eine systemische Therapie mit Corticoiden und aromatischen Retinoiden (Acitretin 25 - 50 mg / Tag) erforderlich.
  • Pemphigoide Erkrankungen: Bei den pemphigoiden Erkrankungen handelt es sich um Autoimmunopathien, die sich u.a. im Bereich der Schleimhäute des oberen Aerodigestivtraktes manifestieren können und klinisch durch mehr oder weniger schmerzhafte Blasenbildung und Schleimhauterosionen charakterisiert sind.
  • Stomatitis und Gingivostomatitis: Brennende Schmerzen im Bereich der Mundschleimhaut finden sich bei der Stomatitis bzw. der Gingivostomatitis. Das Ausmaß der Beschwerden hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab und kann sehr heftig sein, wie z.B. bei aphtösen oder ulcerösen Läsionen wie sie bei der Stomatitis herpetica zu finden sind. Weiterhin gilt es systemische Infektionskrankheiten (z.B. Infektionen mit HIV, Coxsackie-Viren, ECHO-Viren, sowie Gonorrhoe, Scharlach, Lues) auszuschließen.
  • Infektionen: Bei systemischen bakteriellen Infektionen erfolgt neben antiseptischen Mundspülungen eine systemische Antibiotikatherapie gemäß Abstrichergebnis. Handelt es sich um lokale bakterielle Infekte (z.B. mit fusiformen Bakterien und / oder Spirochäten) , wie man sie nicht selten bei Patienten mit reduzierter Abwehrlage findet, so genügen häufig Mundspülungen mit tetrazyklinhaltiger Spüllösung (250 mg Tetrazyklin auf 5 ml H2O2, 4 x tgl. über eine Woche) um Beschwerdefreiheit zu erzielen. Bei Candidainfektionen der Mundschleimhaut ist der Einsatz von lokal wirkenden Antimykotika (z.B. Moronal(r) - Dragees, Ampho-Moronal(r) - Lutschtabletten oder Ampho-Moronal(r)- Suspension) zu empfehlen. Zu beachten ist dabei, daß Lösungen bzw. Suspensionen meist nicht lange genug im Mund behalten werden um ausreichend einwirken zu können. Andererseits enthalten viele Tabletten Aromastoffe bzw. Zucker zur Geschmacksverbesserung, wodurch das Kariesrisiko erheblich gesteigert wird. Besonders bewährt hat sich der Einsatz von Nystatin Vaginaltabletten, wobei 2 - 3 dieser zuckerfreien Tabletten pro Tag jeweils über einen Zeitraum von 20 - 30 Minuten gelutscht werden sollten. Um eine gleichmäßige antimykotische Behandlung der Schleimhaut zu gewährleisten, müssen die Patienten zuvor ggf. Zahnprothesen entfernen. Zahnprothesen sollten nach gründlicher Reinigung während der Nacht in Benzalkoniumchloridlösung entkeimt und vor dem Wiedereinsetzen mit Nystatinpuder versehen werden, um erneuten Infektionen (Prothesenstomatitis) vorzubeugen. Bei therapieresistenten Fällen oder chronischer mucocutaner Candidiasis kann eine systemische Therapie (z.B. Fluconazol) erforderlich sein. Leichte Verlaufsformen einer viralen Stomatitis werden in der Regel symptomatisch mit Analgetika, antiseptischen Mundspüllösungen, Antipyretika, lokaler Applikation von Virustatika (Zovirax(r), Zostrum(r), Vidarabin 3 % Thilo(r) ) versorgt, wobei die virostatische Behandlung nur bei frühem Therapiebeginn Sinn macht.
  • Aphtoide Schleimhautläsionen: Nichtinfektiöse aphtoide Schleimhautläsionen werden in Abhängigkeit von der Grunderkrankung lokal, systemisch oder kombiniert behandelt. Für eine symptomatische topische Therapie eignen sich Adstringentien, kortisonhaltige Lokaltherapeutiga (z. B. Volon A(r)-Haftsalbe, Dynexan-H(r)) , Tetracyclinspüllösung (5 ml 1%ige Lsg. mehrmals tgl.). Eine gute analgetische Wirkung wird durch Mundspülungen mit sog. Hanks solution (Rp. Natriumchlorid 8,4 g, Kaliumchlorid 0,4 g, Calciumdihydrat 0,14 g, Magnesiumsulfatheptahydrat 0,2 g, Kaliumdihydrogenphosphat 0,06 g, Dinatriumhydrogenphosphatdihydrat 0.06 g, Glucosemonohydrat 0,1 g, Natriumhydrogencarbonat 0,35 g, Aqua dest. ad 1000 ml) erzielt.
  • Leukoplakie und Erythroplakie: Sowohl eine Leukoplakie als auch eine Erythroplakie oder ein Karzinom im Frühstadium können mit brennenden oder juckenden Sensationen im Bereich der Mundschleimhaut einhergehen. Diese Schleimhautveränderungen, die als weißlicher oder roter Fleck bzw. als Verhärtung imponieren, sollten daher unbedingt durch einen Arzt abgeklärt werden.

Untersuchungen und Diagnose

Um ungeklärtem Zungenbrennen auf den Grund zu gehen, erkundigt sich der Arzt zuerst nach Ihrer Krankengeschichte (Anamnese). Er fragt Sie zum Beispiel, seit wann Sie das Brennen auf der Zunge haben, ob es in manchen Situationen stärker ist und ob Sie noch andere Beschwerden haben. Außerdem erkundigt er sich, ob Sie irgendwelche Medikamente nehmen und ob eine Grunderkrankung bei Ihnen bekannt ist.

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Blick in den Mund

Ein Blick in den Mund liefert dem Arzt manchmal schon wichtige Informationen. Normal ist eine blassrote Zunge (auch an den Rändern), die leicht feucht und gut beweglich ist und auf der Oberfläche keine Veränderungen hinsichtlich Struktur oder Färbung aufweist. Finden sich dagegen beispielsweise weiße Stippchen auf geröteter Schleimhaut (Zunge, Mundraum), spricht dies für eine Hefepilzinfektion (Mundsoor). Ist die Zunge entzündet (etwa infolge von Vitamin-B12- oder Eisenmangel), zeigt sie eine starke Rötung. Tiefe Risse in der Zunge sind oftmals ein Hinweis auf Probleme mit dem Verdauungstrakt (Achtung: Eine rissige Zunge hat nicht immer Krankheitscharakter!).

Weitere Untersuchungen

In vielen Fällen von Zungenbrennen sind aber keine äußerlichen Veränderungen auf der Zunge oder im Mundraum erkennbar. Dann ist der Arzt für eine Diagnose auf weitere Untersuchungen angewiesen. In Frage kommen zum Beispiel:

  • Blutuntersuchungen: Mit ihrer Hilfe lässt sich beispielsweise ein Eisen- oder Vitaminmangel beziehungsweise eine dadurch bedingte Blutarmut (Anämie) nachweisen.
  • Test zur Speichelproduktion: Damit kann der Arzt feststellen, ob Mundtrockenheit vorliegt, welche die brennende Zunge verursacht.
  • Allergietests: Sie können weiterhelfen, wenn der Arzt vermutet, dass das Brennen auf der Zunge oder im Mund eine allergische Reaktion etwa auf Metallfüllungen sein könnte.

Um die Ursache für das Zungenbrennen zu ermitteln, kann die Beteiligung verschiedener Fachärzte (HNO-Arzt, Zahnarzt, Dermatologe, Neurologe, Psychiater etc.) notwendig sein.

Therapie von Zungenbrennen und Taubheitsgefühl

Die Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

  • Beseitigung der Ursache: Die Therapie besteht in erster Linie darin, die auslösende Ursache zu beseitigen und zukünftig zu vermeiden.
  • Behandlung von Infektionen: Im Falle einer Candida-Infektion erfolgt eine lokale antimykotische Therapie (z. B. Spülungen mit Amphotericin B-, Nystatin- oder Pimaricin-Lösungen).
  • Vitamin- und Eisensubstitution: Bei einem Vitamin-B12-Mangel besteht die Therapie der Wahl in einer oralen bzw. intravenösen (Vit. B12) Substitution. Auch ein Eisenmangel sollte ausgeglichen werden.
  • Anpassung von Zahnprothesen: Eine fehlerhafte Zahnprothese (Sitz, Okklusion, Stabilität) sollte korrigiert werden.
  • Medikamentöse Therapie: Spezielle Medikamente wie bestimmte Antidepressiva oder Antiepileptika, die in unterschiedlicher Weise auf das Nervensystem einwirken können, und Substanzen wie zum Beisp. Clonazepam können eingesetzt werden.
  • Psychotherapie: Meditation, Entspannungsverfahren oder bestimmte Verhaltenstherapien können hier helfen. Die wenigen Studien, die bislang vorliegen, zeigen, dass eine kognitive Verhaltenstherapie sowohl kurz- als auch langfristig wirksam sein kann.
  • Hausmittel: Einige einfache Maßnahmen können die Beschwerden wirksam lindern: Kühlen: Eiswürfel lutschen oder kaltes Wasser trinken - Kälte beruhigt die Nerven. Speichel anregen: Zuckerfreier Kaugummi oder Bonbons fördern den Speichelfluss und schützen die Schleimhaut. Spülen: Kamillentee wirkt entzündungshemmend, Salzwasser desinfizierend - ideal zum Spülen. Reizstoffe meiden: Verzichten Sie auf scharfe, saure oder heiße Speisen, Alkohol und Tabak.

Wann ist ärztlicher Rat gefragt?

Nicht immer steckt etwas Ernstes hinter einer brennenden Zunge - oft sind es harmlose Reize wie scharfes Essen. Wann ist zahnärztlicher Rat gefragt?

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  • Anhaltende Beschwerden: Wenn das Brennen länger als einige Tage besteht und keine Besserung eintritt.
  • Zusätzliche Symptome: Mundtrockenheit, die nicht auf zu wenig Trinken zurückzuführen ist, veränderter Geschmackssinn, z. B. metallisch oder bitter, Auffälligkeiten an der Zunge, etwa weiße Beläge, Rötungen oder Schwellungen, Schmerzen beim Essen oder Trinken, die den Alltag erschweren.

Der Zahnarzt kann durch eine gezielte Untersuchung klären, ob etwa eine Pilzinfektion, ein schlecht sitzender Zahnersatz oder eine Materialunverträglichkeit vorliegt. Falls nötig, überweist er Sie an spezialisierte Fachärzte wie HNO- oder Allgemeinmediziner zur weiteren Abklärung.

Prävention

Um einer brennenden Zunge vorzubeugen, hilft ein achtsamer Umgang mit Ernährung, Lebensstil und Mundgesundheit:

  • Nährstoffreich essen: Achten Sie auf ausreichend Vitamin B12, Eisen und Folsäure - und meiden Sie stark gewürzte oder saure Speisen.
  • Reizstoffe vermeiden: Reduzieren Sie Tabak und Alkohol, um die Schleimhäute zu schützen.
  • Genug trinken: Halten Sie den Mund durch regelmäßiges Wassertrinken feucht.
  • Stress abbauen: Entspannung fördert auch die Mundgesundheit.
  • Vorsorge ernst nehmen: Regelmäßige Arztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt helfen, mögliche Ursachen früh zu erkennen.

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