Die Werbung suggeriert oft, dass Schmerzen nur ein vorübergehender Zustand sind, der mit dem richtigen Medikament leicht zu beheben ist. Doch was passiert, wenn das vermeintliche Wundermittel, wie Dolormin Migräne, nicht die erhoffte Linderung bringt? Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, alternative Behandlungsansätze und gibt Betroffenen wertvolle Tipps im Umgang mit Migräne.
Die Realität chronischer Schmerzpatienten
Für viele Menschen mag die Einnahme einer Schmerztablette ausreichen, um den Alltag unbeschwert fortsetzen zu können. Doch chronische Schmerzpatienten fallen oft aus diesem Raster. Viele Betroffene können sich nicht auf die zuverlässige Wirkung ihrer Medikamente verlassen. Die Gründe dafür sind meist unklar und vielfältig. Faktoren wie Lärm, Stress, Wetter, der weibliche Zyklus, die seelische Verfassung, der Blutzuckerspiegel sowie Häufigkeit und Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme können die Wirksamkeit beeinflussen.
Einige Patienten erreichen lediglich eine Reduktion des Schmerzes auf ein erträgliches Maß, während andere mit starken Nebenwirkungen zu kämpfen haben, die den ursprünglichen Schmerzzustand kaum verbessern. Magenschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Desorientierung oder Mattheit können Begleiterscheinungen sein, die die Lebensqualität erheblich einschränken.
Die Suche nach der richtigen Therapie
Chronisch Kranke können oft ein ganzes Jahr in einem Kreislauf aus Aufdosieren und Ertragen von Nebenwirkungen verbringen, bis sie sich entschließen, ein Medikament abzusetzen. Selbst alternative Medikamente können starke Nebenwirkungen haben und den Körper über einen längeren Zeitraum belasten.
Viele Betroffene mit chronischer Migräne haben die Erfahrung gemacht, dass eine vollständige Schmerzfreiheit ohne wesentliche Einschränkungen durch Medikamente kaum zu erreichen ist. Ein Arzt äußerte sogar, dass er ein bestimmtes Medikament nur noch auf ausdrücklichen Wunsch verschreibt, da es die Patienten "dumm mache". Einige Medikamente können die geistigen Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben, das Erlernen von Sprachen und kreative Tätigkeiten massiv einschränken.
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Was tun, wenn Dolormin Migräne nicht wirkt?
Dolormin Migräne enthält den Wirkstoff Ibuprofen, der zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) gehört. Ibuprofen hemmt die Cyclooxygenasen (COX) im Körper, wodurch die Produktion von Prostaglandinen reduziert wird, die eine Rolle bei der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen spielen. Dolormin Migräne enthält Ibuprofen in Form seines Salzes der Aminosäure Lysin (Ibuprofen-Lysinat), was eine schnellere Aufnahme des Wirkstoffs ermöglicht.
Wenn Dolormin Migräne jedoch nicht die gewünschte Wirkung zeigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die in Betracht gezogen werden können:
1. Ursachenforschung
Es ist wichtig, die individuellen Triggerfaktoren der Migräne zu kennen und bestmöglich zu vermeiden. Ein Migräne-Tagebuch kann dabei helfen, Schmerzdauer, Schmerzintensität und Auslöser zu dokumentieren, um einen besseren Überblick über die persönliche Migräne-Symptomatik zu erhalten.
2. Alternative Medikamente
Neben Dolormin Migräne gibt es weitere medikamentöse Optionen zur Behandlung von Migräne:
- Triptane: Triptane sind Mittel der ersten Wahl bei Migräne, da sie spezifisch Attacken kupieren. Bei Migräneattacken mit Übelkeit und Erbrechen haben sich Nasensprays und Zäpfchen als vorteilhaft erwiesen, da sie den Magen umgehen und den Wirkstoff direkt aufnehmen. Ein Beispiel für ein Triptan ist Dolortriptan bei Migräne®, das den Wirkstoff Almotriptan enthält.
- Andere Schmerzmittel: Bei leichten Migräneattacken können auch andere Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Naproxen in Kombination mit einem Medikament gegen Übelkeit (Antiemetikum) wie Metoclopramid oder Domperidon eingesetzt werden.
3. Nicht-medikamentöse Behandlungen
Ergänzend zu Medikamenten können auch nicht-medikamentöse Verfahren zur Migränebehandlung eingesetzt werden:
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- Hausmittel: Entspannungsübungen, Eispackungen, Einreiben mit Minzöl, Yoga und Meditation sowie Tees mit Ingwer oder Nelken können zur Linderung von Migränesymptomen beitragen.
- Verhaltensänderungen: Regelmäßiger Ausdauersport, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, eine angepasste Ernährung, kognitive Verhaltenstherapie sowie ausreichend Schlaf und Entspannung können die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken verringern.
- Spezielle Therapie: Die neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und anderen Kopfschmerzformen an.
4. Optimierung der Einnahme von Schmerzmitteln
Um die Wirksamkeit von Schmerzmitteln zu verbessern, sollten folgende Punkte beachtet werden:
- Frühzeitige Einnahme: Schmerzmittel sollten möglichst frühzeitig, zu Beginn der Kopfschmerzphase, eingenommen werden.
- Ausreichende Dosierung: Es ist wichtig, eine ausreichende Menge des Wirkstoffs zu verwenden und die empfohlene Tageshöchstdosis nicht zu überschreiten.
- Flüssigkeitszufuhr: Die Einnahme von Schmerzmitteln sollte mit ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser, erfolgen.
- Schonung des Magens: Bei einem empfindlichen Magen sollten Schmerzmittel zu oder kurz nach einer Mahlzeit eingenommen werden.
- Aufrechte Haltung: Tabletten sollten in aufrechter Haltung eingenommen werden, um das Gleiten durch die Speiseröhre zu erleichtern.
5. Ärztliche Beratung
Es ist ratsam, bei Migräne einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen abzuklären und eine individuelle Therapie zu entwickeln. Eine Selbstmedikation mit Schmerzmitteln sollte nicht an mehr als zehn Tagen im Monat erfolgen, um einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu vermeiden.
Migräne in besonderen Lebenssituationen
Schwangere Frauen, die an Migräne leiden, müssen diese anders behandeln als vor der Schwangerschaft, da für die Behandlung von Kopfschmerzen oder Migräne während der Schwangerschaft nur bestimmte Schmerzmittel zugelassen sind. Im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel sollte Ibuprofen nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden, während es im letzten Drittel vermieden werden sollte. Paracetamol gilt als sicherere Alternative, aber auch hier sollte die Einnahme mit dem Arzt abgesprochen werden.
Die Rolle der Selbstwahrnehmung und des Umgangs mit Schmerz
Manch ein gesunder Mensch mit selten auftretenden Schmerzen, die sich durch leichte Medikamente oder Physiotherapie behandeln lassen, ist oft schnell mit seinem Urteil. Der Betroffene tue zu wenig, er müsse nur mal, er habe noch nicht, er solle doch. Meist hat der Gesunde nicht die geringste Vorstellung, was der Erkrankte alles schon unternommen hat. Es ist wichtig, sich von solchen Äußerungen nicht entmutigen zu lassen und den eigenen Weg im Umgang mit der Migräne zu finden.
Es gibt auch Menschen, die finden, man mache »zu viel«, solle endlich einmal Ruhe geben, aufhören, irrlichternd von Arzt zu Arzt zu reisen und immer neue Therapien und Medikamente zu testen, sich das Geld sparen, einfach mal leben. Solche Sätze können einen sehr verletzen.
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