Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper und spielt eine entscheidende Rolle bei alltäglichen Bewegungen wie Gehen, Laufen und Springen. Entzündungen und Reizungen dieser Sehne können jedoch zu erheblichen Beschwerden führen. In diesem Artikel werden die Ursachen von Achillessehnenentzündungen, insbesondere im Zusammenhang mit Taubheitsgefühlen, sowie die verschiedenen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten beleuchtet.
Einführung in die Achillessehnenproblematik
Eine Achillessehnenentzündung, auch Achillodynie genannt, ist eine häufige Sportverletzung, die oft bei Läufern auftritt, die ihre Trainingsintensität zu schnell steigern. Die Sehne verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein und ermöglicht uns, auf den Zehenspitzen zu stehen und uns beim Laufen abzustoßen.
Ursachen von Achillessehnenentzündungen
Die Ursachen für eine Achillessehnenentzündung sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Zu den häufigsten Faktoren gehören:
- Überlastung: Zu hohe Trainingsintensitäten oder -umfänge, insbesondere bei unzureichender Vorbereitung.
- Fehlbelastung: Eine ungünstige Fußstellung (z.B. Überpronation) oder falsches Schuhwerk.
- Verkürzte Wadenmuskulatur: Eine eingeschränkte Dehnfähigkeit der Wadenmuskulatur erhöht die Belastung auf die Achillessehne.
- Direkte Traumata: Selten kann auch ein direkter Schlag oder Stoß auf die Sehne eine Entzündung auslösen.
- Systemische Erkrankungen: In einigen Fällen können auch Erkrankungen wie Gicht, Diabetes oder Arthrose eine Achillessehnenentzündung begünstigen.
- Medikamente: Spezielle Antibiotika (Fluorchinolone) oder Kortison können die Sehne schädigen.
Symptome einer Achillessehnenentzündung
Die Symptome einer Achillessehnenentzündung können variieren, je nach Schweregrad der Entzündung. Typische Anzeichen sind:
- Schmerzen: Schmerzen im Bereich der Achillessehne, die sich bei Belastung verstärken. Die Schmerzen können sowohl direkt über der Ferse als auch im Verlauf der Sehne auftreten.
- Morgensteifigkeit: Steifigkeit und Schmerzen am Morgen, die sich nach dem "Warmlaufen" bessern.
- Druckempfindlichkeit: Die Achillessehne ist druckempfindlich und kann sich verdickt anfühlen.
- Schwellung und Rötung: Im Bereich der Entzündung kann es zu Schwellungen und Rötungen kommen.
- Knirschende Geräusche: Bei Bewegung des Fußes können gelegentlich knirschende Geräusche wahrgenommen werden.
Achillessehnenriss
Ein Riss der Achillessehne (Achillessehnenruptur) ist eine schwerwiegendere Verletzung, die oft durch eine plötzliche, starke Belastung bei vorgeschädigter Sehne entsteht. Symptome eines Achillessehnenrisses sind:
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- Plötzlicher, stechender Schmerz: Ein plötzlicher, stechender Schmerz im Bereich der Wade oder Ferse, oft begleitet von einem peitschenknallartigen Geräusch.
- Bewegungseinschränkung: Unfähigkeit, die Fußspitze nach unten zu bewegen oder auf den Zehenspitzen zu stehen.
- Delle: Eine tastbare Delle im Bereich der gerissenen Sehne.
Taubheitsgefühl im Zusammenhang mit Achillessehnenproblemen
In einigen Fällen kann eine Achillessehnenentzündung oder ein Achillessehnenriss mit Taubheitsgefühlen im Fuß oder in den Zehen einhergehen. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
- Nervenkompression: Die Entzündung oder Schwellung im Bereich der Achillessehne kann auf umliegende Nerven drücken und Taubheitsgefühle verursachen.
- Tarsaltunnelsyndrom: Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine Nervenkompression des Nervus tibialis im Tarsaltunnel, einem engen Raum in der Nähe des Innenknöchels. Symptome sind Schmerzen, Taubheit und Schwäche im Fuß und in den Zehen. Risikofaktoren sind Übergewicht, Fußdeformitäten, Arthritis, Verletzungen und bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenprobleme.
- Polyneuropathie: Eine Polyneuropathie ist eine Erkrankung mehrerer peripherer Nerven, die sich durch Kribbelgefühle, brennende Missempfindungen, Schmerzen und Taubheitsgefühle äußern kann. Diabetes mellitus und Alkoholkonsum sind häufige Ursachen. Die Symptome beginnen meist an den Zehen und Füßen und breiten sich im Verlauf der Zeit aus.
Diagnose von Achillessehnenproblemen und Taubheitsgefühlen
Die Diagnose von Achillessehnenproblemen und damit verbundenen Taubheitsgefühlen umfasst in der Regel:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und Beschreibung der Symptome.
- Körperliche Untersuchung: Untersuchung der Achillessehne, des Fußes und des Sprunggelenks, um Schmerzpunkte, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen zu identifizieren.
- Funktionstests: Prüfung der Beweglichkeit des Fußes und der Fähigkeit, auf den Zehenspitzen zu stehen.
- Bildgebende Verfahren: Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur Beurteilung des Zustands der Achillessehne und des umliegenden Gewebes.
- Neurologische Untersuchung: Bei Taubheitsgefühlen kann eine neurologische Untersuchung durchgeführt werden, um die Nervenfunktion zu überprüfen und andere Ursachen auszuschließen.
- Elektrophysiologische Tests: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, um Nervenkompressionen wie das Tarsaltunnelsyndrom zu diagnostizieren.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Achillessehnenproblemen richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Beschwerden.
Konservative Behandlung
- Schonung: Vermeidung von Aktivitäten, die die Achillessehne belasten.
- Kühlung: Regelmäßiges Kühlen der betroffenen Stelle mit Eispackungen.
- Kompressionsverband: Anlegen eines leichten Druckverbands zur Reduzierung von Schwellungen.
- Hochlagerung: Hochlagern des Beins zur Förderung des Abflusses von Flüssigkeit.
- Schmerzmittel: Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Diclofenac.
- Physiotherapie: Durchführung von Dehn- und Kräftigungsübungen zur Verbesserung der Flexibilität und Stabilität der Achillessehne.
- Einlagen: Verwendung von orthopädischen Einlagen zur Korrektur von Fußfehlstellungen.
- Orthesen: Tragen von Orthesen zur Ruhigstellung des Fußes und zur Entlastung der Achillessehne (z.B. in Spitzfußstellung).
- Injektionen: Injektion von Kortison oder Hyaluronsäure in den Bereich um die Achillessehne zur Linderung von Entzündungen und Schmerzen.
- Neural-Akupunktur: Behandlung von Missempfindungen und Schmerzen.
- Spezifische Physiotherapie: Behandlung von Lähmungen, Muskelschwund, Gleichgewichtsstörungen und Gangstörungen.
Operative Behandlung
In schweren Fällen, insbesondere bei einem Achillessehnenriss oder bei Versagen der konservativen Therapie, kann eine Operation erforderlich sein.
- Achillessehnennaht: Bei einem Achillessehnenriss werden die Sehnenenden wieder zusammengenäht.
- Achillessehnenrekonstruktion: Bei schlechter Sehnenqualität kann körpereigenes Sehnenmaterial eingearbeitet werden.
- Dekompression des Tarsaltunnels: Bei Vorliegen eines Tarsaltunnelsyndroms kann eine operative Dekompression des Nervus tibialis durchgeführt werden.
Behandlung von Taubheitsgefühlen
Die Behandlung von Taubheitsgefühlen im Zusammenhang mit Achillessehnenproblemen richtet sich nach der Ursache.
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- Nervenentlastung: Bei Nervenkompression kann eine operative Entlastung des Nervs erforderlich sein.
- Behandlung der Grunderkrankung: Bei Polyneuropathie ist die Behandlung der Grunderkrankung (z.B. Diabetes mellitus) von entscheidender Bedeutung.
- Medikamentöse Therapie: Bei neuropathischen Schmerzen können spezielle Schmerzmittel eingesetzt werden.
Prävention von Achillessehnenproblemen
Um Achillessehnenproblemen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Aufwärmen: Gründliches Aufwärmen vor sportlichen Aktivitäten.
- Dehnen: Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und der Achillessehne.
- Trainingssteigerung: Langsame Steigerung der Trainingsintensität und des Trainingsumfangs.
- Geeignetes Schuhwerk: Tragen von Schuhen mit guter Dämpfung und Unterstützung.
- Fußfehlstellungen: Korrektur von Fußfehlstellungen durch orthopädische Einlagen.
- Gewichtsmanagement: Vermeidung von Übergewicht.
- Pausen: Ausreichende Pausen zur Erholung zwischen den Trainingseinheiten.
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