Alzheimer Forschung Initiative: Förderung von Forschung gegen das Vergessen

Die Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzen stellen eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit dar. Angesichts steigender Prävalenzen und komplexer Versorgungsanforderungen ist die Forschung nach neuen Diagnostik-, Therapie- und Präventionsansätzen von entscheidender Bedeutung. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) hat sich zum Ziel gesetzt, diese Forschung voranzutreiben und die Lebensqualität Betroffener und ihrer Angehörigen zu verbessern.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 1995 mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Demenzforscher fördert. Die AFI trägt das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. und hat seit 2025 Fördergelder für Pflegeforschung bereitgestellt. In 30 Jahren konnte der Verein 421 Forschungsaktivitäten mit 18,2 Millionen Euro unterstützen und über 1 Million Ratgeber und Broschüren verteilen. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Die AFI fördert etablierte sowie junge Wissenschaftler mit maßgeschneiderten Programmen.

Schwerpunkte der Förderung

Die Schwerpunkte der geförderten Projekte sind Grundlagenforschung, Prävention, Diagnostik und Therapie. Die AFI unterstützt Forschungsprojekte zur Alzheimer-Krankheit sowie erstmals auch zur Pflege von Menschen mit Demenz. Besonderes Augenmerk liegt auf interdisziplinären Ansätzen, einschließlich KI-basierter Projekte, die neue Wege in der Forschung eröffnen.

Förderprogramme der AFI

Die AFI bietet verschiedene Förderprogramme an, um unterschiedliche Aspekte der Alzheimer-Forschung zu unterstützen:

  • Research Grants: Bis zu 200.000 Euro für drei Jahre, für Forschende in der Grundlagenforschung, Prävention, Diagnostik und Therapie.
  • Early Career Grants: Bis zu 60.000 Euro für zwei Jahre, speziell für Nachwuchsforschende, die ein entsprechendes wissenschaftliches Umfeld nachweisen können.
  • Internationale Kooperationen: Grants bis zu 200.000 Euro für grenzübergreifende Projekte, unterstützt durch Partnerorganisationen in den Niederlanden (Alzheimer Nederland), Frankreich (Fondation Vaincre Alzheimer) und den USA (Bright Focus Foundation).
  • Pflegeforschungs-Grant: Mit einem Fördervolumen von 500.000 Euro sollen Projekte unterstützt werden, die sich auf die Lebensqualität und Selbstständigkeit von Menschen mit Demenz konzentrieren. Dies umfasst psychologische, soziologische und technische Ansätze, die auf die Bedürfnisse Betroffener direkt nach der Diagnosestellung eingehen.
  • Travel Grant: Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) vergibt Reisekostenzuschüsse für Forscherinnen an deutschen Universitäten und öffentlichen Einrichtungen, die aktiv einen Kongress besuchen möchten. Gefördert werden Reisen zu Kongressen, die sich auf Methoden und Mechanismen bei der Alzheimer-Krankheit oder alzheimerverwandter Demenzen beziehen. Auch die Teilnahme an Online-Kongressen wird gefördert. Doktorandinnen und Wissenschaftlerinnen bis zu zwei Jahre nach der Promotion können bei der AFI Gelder für Reisekosten beantragen. Doktorandinnen können diesen Zuschuss in der Promotionsphase einmal erhalten. Beantragt werden können Beträge bis zu EUR 1.000. Dem Antrag wird auf der Basis eines Kostenvoranschlags stattgegeben.

Aktuelle Ausschreibung für Fördergelder

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) startet die jährliche Ausschreibung von Fördergeldern für die Erforschung der Alzheimer-Krankheit und verwandter Demenzen. Forschende sind eingeladen, bis zum 30. Januar 2026 ihre Anträge einzureichen.

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Antragsstellung

Forschende können ihre Anträge online über das Portal www.alzheimer-research.eu einreichen. Jedes eingereichte Projekt wird durch den Wissenschaftlichen Beirat der Alzheimer Forschung Initiative sowie weitere internationale Expertinnen und Experten im Peer-Review-Verfahren begutachtet. Forschende können sich mit einem Kurzantrag (letter of intent) über das Onlineformular www.alzheimer-research.eu bewerben. Der Zugang wird am 2. Januar 2026 freigeschaltet.

Auswahlprozess für den Pflegeforschungs-Grant

Der Auswahlprozess für den Pflegeforschungs-Grant erfolgt unter der Leitung von Prof. Dr. Martina Roes vom Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Vollanträge sind bis zum 28. einzureichen.

Beispiele geförderter Forschungsprojekte

Die AFI fördert eine Vielzahl von Forschungsprojekten, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Alzheimer-Krankheit und verwandter Demenzen beschäftigen. Einige Beispiele sind:

  • Kann ein Einwirken auf TREM2 die Alzheimer-Krankheit stoppen? Ein Forschungsteam um Prof. Stefan Lichtenthaler (München) befasst sich in diesem Projekt mit TREM2, einem Eiweiß-Molekül, das auf der Oberfläche der Immunzellen des Gehirns vorkommt. In Laborexperimenten wollen die Forschenden untersuchen, wie man diesen Schalter beeinflussen kann, um entzündliche Prozesse, die mit Alzheimer einhergehen, einzudämmen.
  • Eine Gentherapie zur Prävention sporadischer Alzheimer-Erkrankungen: Ein Team um Prof. Martin Fuhrmann (Bonn) möchte mit Hilfe eines gentherapeutischen Verfahrens dieses Risiko-Gen verändern und damit das Risiko für Alzheimer senken. Dafür sind Untersuchungen an Zellkulturen und Mäusen vorgesehen.
  • Welche Risikofaktoren im Erbgut begünstigen die Frontotemporale Demenz? Ziel dieses Projekts um Prof. Anja Schneider (Bonn) ist es, mittels einer Technik der Erbgutanalyse namens GWAS genetische Risikofaktoren für die Frontotemporale Demenz (FTD) aufzuklären.
  • Kann ein einziger Bluttest das Risiko auf eine Alzheimer-Erkrankung vorhersagen? Prof. Monique Breteler (Bonn) wird gemeinsam mit Fachleuten aus den Niederlanden anhand von Daten aus zwei großen bevölkerungsbasierten Studien untersuchen, inwieweit Bluttests das Alzheimer-Risiko im frühen Stadium zuverlässig abschätzen können.
  • CAP1 und CAP2 als therapeutisches Angriffsziel bei der Alzheimer-Erkrankung: In Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Marco Rust die beiden Proteine CAP1 und CAP2 als neue Aktin-Regulatoren in dendritischen Dornen identifiziert und Störungen in der Funktion dieser Proteine mit der Alzheimer-Erkrankung in Verbindung gebracht. In einer Projektförderung der AFI wollen Prof. Marco Rust zusammen mit Prof. Elena Marcello den Nutzen von CAP1 und CAP2 als therapeutisches Angriffsziel bei der Alzheimer-Erkrankung abklären.

Die Bedeutung der Pflegeforschung

Erstmals schreibt die AFI einen Pflegeforschungs-Grant aus. Mit 500.000 Euro soll die Forschung zur Unterstützung von Menschen mit Demenz gefördert werden. Im Fokus stehen Projekte, die die Lebensqualität verbessern, die Selbstständigkeit erhalten oder direkte Hilfen nach der Diagnose bieten. „Wir möchten gezielt Forschung fördern, die die Lebensrealität von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen verbessert“, erklärt Prof. Dr.

Alzheimer verstehen

Mehr als 50 Krankheiten werden unter dem Begriff „Demenz“ zusammengefasst. Die Alzheimer-Krankheit zerstört nach und nach Gedächtnis, Bewusstsein und Persönlichkeit. Für Menschen mit Alzheimer und ihre Familien ist dies oft ein sehr schmerzhafter und belastender Prozess. Mit zunehmendem Alter werden wir vergesslicher. Doch was unterscheidet altersbedingte Vergesslichkeit von einer Demenz wie Alzheimer? Die AFI bietet kostenlose Informationsmaterialien zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen an.

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