Agaricus Blazei: Studien zum Einsatz bei Hirntumoren und anderen Erkrankungen

Einleitung

Agaricus blazei Murrill (ABM), auch bekannt als Mandelpilz, ist ein Speisepilz mit potenziellen gesundheitlichen Vorteilen. Ursprünglich aus Brasilien stammend, hat dieser Pilz aufgrund seiner Inhaltsstoffe, insbesondere der Polysaccharide, das Interesse der Forschung geweckt. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und in der japanischen Medizin werden Heilpilze schon seit Längerem ergänzend in der Krebstherapie eingesetzt und in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit mehreren tausend Jahren verwendet.

Agaricus Blazei Murrill: Ein Überblick

Der Agaricus blazei Murrill (ABM), auch bekannt als Brasilianischer Egerling, Mandelpilz oder Himematsutake, gehört zur Familie der Champignons. Er stammt aus den Wäldern Brasiliens, wo er als „Pilz Gottes“ bekannt ist.

Verbreitung und Habitat

Der Agaricus blazei ist ein Bodenbewohner, der kompostreiche Böden bevorzugt.

Inhaltsstoffe

Der Mandelpilz zeichnet sich durch eine ausgewogene Konzentration an Vitaminen, wertvollen Mineralstoffen, Eiweißen und Aminosäuren sowie einen hohen Anteil an Polysacchariden aus. Er enthält mit 17 verschiedenen Polysaccharid-Fraktionen, von denen 7 eine antikanzerogene Wirkung zeigen, den zweithöchsten Gehalt an bioaktiven Polysacchariden nach dem Maitake.

Studienlage zu Agaricus Blazei und Hirntumoren

Dominierendes Einsatzgebiet des Heilpilzes Agaricus sind Krebserkrankungen. Die Wirkungen wurden bei Leukämie, bei Darm-, Lungen-, Unterleibs-, Brust-, Bauchspeicheldrüsen-, Prostata- und Leberkrebs in kleinen Studien nachgewiesen. Besonders hilfreich hat er sich auch bei Hirntumoren, Hautkrebs, Magenkrebs sowie bei Hepatitis B und C, Leberzirrhose und weiteren Erkrankungen der Leber, der Milz oder des Magens erwiesen.

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Antitumorale Eigenschaften

In einer Studie wurden antitumorale, entzündungshemmende und antiallergische Eigenschaften von Agaricus blazei nachgewiesen. Agaricus blazei Murrill kann auch das Risiko von Metastasen bei bestimmten Krebsarten senken. So zeigte die Behandlung von Krebszellen mit Polysaccharidextrakt vom Mandelpilz in-vitro deutliche Erfolge bei Lungen- und Eierstockkrebs und bei in-vivo-Untersuchungen bei Eierstockkrebs beim Menschen. Darüber hinaus wurden deutliche Synergieeffekte bei Chemo- und Strahlentherapie beobachtet.

Immunmodulierende Wirkung

Der Agaricus blazei Murrill aktiviert u.a. den für anti-infektiöse und anti-tumorale Tätigkeit verantwortlichen Teil des Immunsystems. Der ABM hat eine stark aktivierende und modulierende Wirkung auf die Immunabwehr. Er stimuliert die Aktivierung der natürlichen Killerzellen, Granulozyten, Makrophagen, T-Zellen und dendritischen Zellen. Dadurch kann der Körper schneller auf Infektionen reagieren.

Reduktion von Nebenwirkungen konventioneller Therapien

Zugleich können ABM-Pilze beziehungsweise ihr Extrakt auch die belastenden und gefährlichen Nebeneffekte von konventionellen Therapien wie der Strahlen- oder Chemotherapie drastisch reduzieren. Sie helfen, die dabei im Körper gebildeten Giftstoffe rasch abzubauen, und regen die Blutbildung im Knochenmark an, sodass sich der Patient insgesamt wieder besser fühlt.

Hemmung der Angiogenese

In Fällen, in denen weder eine Operation noch eine Strahlen-oder Chemotherapie durchgeführt werden kann, ist daneben seine Eigenschaft, die Ausbildung von kleinen Blutgefäßen zur Versorgung der Tumorzellen zu vermindern, interessant. Hierfür ist das in ihm enthaltene Ergosterol verantwortlich.

Weitere Anwendungsgebiete von Agaricus Blazei

Neben der potenziellen Wirkung bei Krebserkrankungen wird Agaricus blazei auch in anderen Bereichen untersucht.

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Allergien und Immunsystem

Im Kampf gegen bestehende Allergien, und auch zum Schutz vor Allergien (beim sogenannten igE-vermittelten Soforttyp) wird der Agaricus blazei Murrill als vielversprechendes Mittel angesehen. Der Agaricus blazei Murrill eignet sich daher zum präventiven und begleitenden Einsatz bei bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten. In Studien wurde gezeigt, dass ABM einen antibiotischen Effekt auf Streptokokken und Leishmaniose-Erreger hat. Entzündungsauslösende Erreger werden dabei direkt im Krankheitsherd bekämpft, indem die Phagozytosetätigkeit spezialisierter Abwehrzellen erhöht wird. Viren werden schon zu Beginn der Infektion in ihrer Vermehrung gehemmt. Eine antivirale Wirkung wurde in Zusammenhang mit Herpes- und Polioviren nachgewiesen. Allergien werden durch die antientzündlichen und histaminsenkenden Effekte sowie die runterregulierende Wirkung von ABM auf die Antikörper IgE und IgG abgemildert.

Diabetes

Oligosaccheride und Isoflavone beeinflussen den Blutzuckerspiegel durch Erhöhung des Insulinspiegels positiv, wodurch der Glukosegehalt im Blut absinkt. Das kann bei Diabetes mellitus 2 unterstützend eingesetzt werden.

Veterinärmedizin

In der Veterinärmedizin findet der Pilz bei allen Krebserkrankungen (Prävention und Begleitung), Autoimmun- und Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes Typ I, Allergien und Eosinophilem Granulom bei Pferd, Hund und Katze Anwendung. Weiter kann man ihn bei jeder Immunschwäche, allen Leberproblemen, Morbus Cushing, Erkrankungen des Herzens, wie z. B.

Weitere wichtige Vitalpilze und ihre Anwendungsgebiete

Es gibt eine Vielzahl von Vitalpilzen, die in der traditionellen Medizin und in der modernen Forschung eine Rolle spielen. Einige Beispiele sind:

  • Reishi: Bekannt für seine immunmodulierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Er wird oft zur Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems und zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt. Reishi wird häufig mit anderen Pilzen zur Wirkunterstützung kombiniert. Zu seinen zahlreichen Indikationen zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzstärkung und Blutdrucksenkung sowie eine Verbesserung des Sauerstoffgehalts im Blut. Die ihm zugeschriebenen antientzündlichen Eigenschaften machen ihn zu einem gebräuchlichen Therapeutikum gegen Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Arthrose und Autoimmunerkrankungen. Aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften gilt er auch als „Anti-Aging-Pilz“.
  • Maitake: Wird traditionell bei Übergewicht, zur Regulierung des Blutdrucks und bei Diabetes Typ II eingesetzt. Er schützt die Leber, lindert Probleme eines Reizdarms und senkt den Cholesterinspiegel. Von besonderer Bedeutung ist die Antitumorwirkung des Vitalpilzes Maitake.
  • Cordyceps: Bekannt für seine leistungssteigernden Eigenschaften und seine positive Wirkung auf das Hormonsystem. Cordyceps erlangte aufgrund seiner leistungssteigernden Eigenschaften Berühmtheit. Das macht ihn sowohl für Sportler als auch für Menschen, die unter Schwäche, Energie- und Antriebslosigkeit oder depressiven Zuständen leiden, interessant. Auch bei Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schwitzen wird Cordyceps verwendet - optimalerweise in Verbindung mit pflanzlicher Kost. Ansonsten wird er gegen Lungenerkrankungen wie Asthma eingesetzt sowie bei Beschwerden, die Niere oder Nebenniere betreffen.
  • Hericium erinaceus (Igelstachelbart): Dieser Pilz setzt an der wichtigen Darm-Hirn-Achse an und findet Verwendung bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und des Nervensystems. Der Igelstachelbart (Hericium erinaceus) ist nicht nur ein leckeres Nahrungsmittel, sondern auch ein beliebter Vitalpilz. Er setzt an der wichtigen Darm-Hirn-Achse an und findet, häufig auch als ergänzende Therapie, Verwendung bei allen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und des Nervensystems. Diese reichen von Gastritis, Colitis und Unverträglichkeiten über Histaminintoleranz bis hin zu Ängsten, Nervosität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Adjuvant kommt er auch bei Demenz oder Multipler Sklerose zur Anwendung.
  • Coriolus versicolor (Schmetterlingstramete): In China, Japan und Australien sind die komplexen Extrakte zur unterstützenden Krebstherapie in Gebrauch. Während der Coriolus versicolor in der Traditionellen Chinesischen Medizin bereits seit Jahrhunderten genutzt wird und in Südamerika seinen festen Platz in der Volksmedizin innehat, interessierte sich die moderne Medizin erst in den 70er- und 80er-Jahren Jahren des letzten Jahrhunderts für die Schmetterlingstramete, und es konnten zwei Polysaccharidkomplexe identifiziert und isoliert werden. Diese Wirkstoffkomplexe bekamen die Namen Polysaccharid Krestin (PSK) und Polysaccharid Protein-Komplex (PSP). Es konnte für beide eine Antitumorwirkung belegt werden. In China, Japan und Australien sind die komplexen Extrakte zur unterstützenden Krebstherapie in Gebrauch.
  • Auricularia auricula-judae (Judasohr): Der Speise- und Vitalpilz Auricularia auricula-judae oder Judasohr ist an Holunderbäumen zu finden und gilt als „Blutverdünner“ unter den Pilzen. Er hemmt Fibringerinnsel und die Thrombozytenaggregation. Zudem wirkt er gefäßentspannend und -erweiternd auf die Arterien. Aufgrund dieser Eigenschaften kommt er bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Durchblutungsstörungen adjuvant zur Anwendung. Seine entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften wirken Arteriosklerose und Hypertonie entgegen. Auch gegen Venenleiden, Krampfadern und Trockenheit der Schleimhäute wird Auricularia eingesetzt.

Mykotherapie: Anwendung und Hinweise

Die Mykotherapie, also die Anwendung von Vitalpilzen zur Gesunderhaltung, wird in verschiedenen Bereichen eingesetzt.

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  • Anwendungsformen: Vitalpilze werden in der Regel getrocknet und pulverisiert angeboten, um sie in Tabletten zu pressen oder in Kapseln abzufüllen.
  • Dosierung: Die Dosierung liegt bei Erwachsenen gewöhnlich bei 3 × tgl. 1 Kps. pro Pilz oder Pilzmischung, was täglich ca. 1,5 g entspricht.
  • Einnahmedauer: Hinsichtlich der Einnahmedauer von Vitalpilzen unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Beschwerden. Bei chronischen Beschwerden müssen die Pilze meist mindestens über einen Zeitraum von 3-6 Monaten eingenommen werden, manche Patienten nehmen sie auch über Jahre.
  • Wichtiger Hinweis: Vitalpilze sollten auf keinen Fall eine konventionelle Krebstherapie ersetzen. Krebskranke finden Informationen zu alternativen Behandlungsmethoden beim Krebsinformationsdienst. Die Einnahme von Vitalpilz-Extrakten kann auch gravierende Nebenwirkungen haben. Verwenden Sie Vitalpilzprodukte, sollten Sie darüber unbedingt Ihren behandelnden Arzt oder Ihre Ärztin informieren. Produkte können mit Schimmelpilzgiften und Schwermetallen verunreinigt sein. Analysen zeigen, dass oft andere Substanzen/Pilzextrakte als die deklarierten in den Produkten eingesetzt wurden.

Kritische Betrachtung und Vorsichtsmaßnahmen

Es ist wichtig, die Informationen zu Vitalpilzen kritisch zu hinterfragen und sich nicht ausschließlich auf Werbeaussagen zu verlassen.

  • Studienqualität: Viele Studien zur Wirksamkeit von Vitalpilzen sind von geringer Qualität oder wurden nur an Zellkulturen oder Tieren durchgeführt. Die Ergebnisse sind daher nicht immer auf den Menschen übertragbar.
  • Novel-Food-Verordnung: Einige Vitalpilze gelten laut EU-Novel-Food-Katalog als neuartig und dürfen nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden.
  • Schadstoffbelastung: Vitalpilzprodukte können mit Schadstoffen wie Schimmelpilzgiften und Schwermetallen belastet sein.
  • Wechselwirkungen: Beta-Glucan-Extrakte aus Pilzen sollten nicht zusammen mit entzündungshemmenden Medikamenten (Kortison, Schmerzmittel) eingenommen werden, in Tierversuchen traten dabei starke Entzündungsreaktionen auf.
  • Unterzuckerung: Der Reishi-Pilz (Pulver oder Nahrungsergänzung) wird oft als "natürliches Mittel gegen Diabetes" beworben, tatsächlich kann die Einnahme bzw. das Trinken sowohl bei Menschen mit Diabetes als auch ohne unter Umständen zu einer gefährlichen Unterzuckerung führen.

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