Benepali: Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen bei der Behandlung von Multipler Sklerose und anderen Erkrankungen

Benepali ist ein Medikament, das den Wirkstoff Etanercept enthält. Es wird zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt, bei denen Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen, wie z. B. rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und Psoriasis. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und besonderen Aspekte von Benepali, insbesondere im Hinblick auf Multiple Sklerose.

Anwendungsgebiete von Etanercept

Etanercept, der Wirkstoff in Benepali, findet Anwendung bei:

  • Entzündlich-rheumatischen Erkrankungen:
    • Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis) bei Erwachsenen und Jugendlichen
    • Fortschreitende Wirbelsäulenverkrümmung (Morbus Bechterew)
  • Schuppenflechte (Psoriasis):
    • Wenn sie die Gelenke befällt (Psoriasis-Arthritis)
    • Wenn sie schwere Hautbeschwerden verursacht

Bei mittelschwerem bis schwerem Gelenkrheuma kann Etanercept in Kombination mit Methotrexat eingesetzt werden, wenn andere Mittel unzureichend wirken. Bei Unverträglichkeit oder Nicht-Fortführbarkeit von Methotrexat kann Etanercept auch alleine angewendet werden. Ebenfalls zur Einzeltherapie geeignet ist der Wirkstoff bei Morbus Bechterew. Bei schweren und fortschreitenden Formen des Gelenkrheumas kann der Arzt auch direkt Etanercept verschreiben.

Etanercept kann das Fortschreiten der im Röntgenbild nachweisbaren Gelenkschädigungen verhindern und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessern. Ein weiteres Einsatzgebiet sind Hautbeschwerden bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte, wenn andere Immunologika wie Ciclosporin oder Methotrexat nicht ausreichend wirken oder nicht anwendbar sind.

Wirkungsweise von Etanercept

Etanercept ist ein sogenannter TNF-α-Antagonist. TNF-α (Tumornekrosefaktor α) ist ein Entzündungsbotenstoff, der bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und Psoriasis eine zentrale Rolle spielt. Etanercept wirkt, indem es die Bindung von TNF-α an seine Rezeptoren auf den Zelloberflächen blockiert. Dadurch kann TNF-α seine entzündungsfördernde Wirkung nicht entfalten. Etanercept ist ein Fusionsprotein, das aus tierischen und menschlichen Anteilen besteht. Es "fängt" den Tumornekrosefaktor α ab und schaltet ihn dadurch aus.

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Dosierung und Anwendung

Die Behandlung mit Benepali sollte von einem Facharzt begonnen und überwacht werden. Die übliche Dosis beträgt 25 mg Etanercept zweimal wöchentlich oder 50 mg einmal wöchentlich als Injektion unter die Haut (subkutan). Bei Plaque-Psoriasis kann alternativ 50 mg Etanercept zweimal wöchentlich bis zu 12 Wochen lang verabreicht werden, gefolgt von 25 mg zweimal wöchentlich oder 50 mg einmal wöchentlich.

Die geeignete Dosis und Dosierhäufigkeit für Kinder und Jugendliche hängen vom Körpergewicht und der Erkrankung ab.

Gegenanzeigen

Etanercept darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Blutvergiftung (Sepsis) oder Risiko einer solchen
  • Aktiven Infektionen, einschließlich chronischer oder lokaler Infektionen, insbesondere Tuberkulose
  • Gefäßentzündung der Nase (Wegenersche Granulomatose)
  • Gleichzeitiger Gabe anderer Immunologika wie Anakinra und Abatacept

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • Leberentzündungen durch Hepatitis-Viren
  • Risiko einer Windpocken-Infektion
  • Blutbildstörungen
  • Nervenerkrankungen wie Multiple Sklerose oder einer Neigung dazu
  • Herzmuskelschwäche

Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung von Etanercept nicht empfohlen. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

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Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch Benepali Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufige Nebenwirkungen:

  • Infektionen (einschließlich Infektionen der oberen Atemwege, Bronchitis, Blasenentzündung, Hautinfektionen)
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (Blutung, Bluterguss, Rötung, Juckreiz, Schmerzen, Schwellung)
  • Kopfschmerzen

Häufige Nebenwirkungen:

  • Allergische Reaktionen
  • Autoantikörper-Bildung
  • Juckreiz
  • Fieber

Gelegentliche Nebenwirkungen:

  • Schwere Infektionen (Lungenentzündung, Hautentzündung, bakterielle Gelenksentzündung, Blutvergiftung)
  • Blutplättchenmangel
  • Lungenerkrankungen
  • Gefäßschwellung
  • Nesselsucht
  • Hautausschlag

Seltene Nebenwirkungen:

  • Tuberkulose
  • Blutarmut
  • Mangel an weißen Blutkörperchen
  • Neutrophilen-Mangel
  • Mangel an allen Blutzellen
  • Schwere allergische Reaktionen (Gefäßschwellung, Bronchialkrämpfe)
  • Anfälle
  • Nervenerkrankungen (Multiple Sklerose-ähnlich)
  • Sehnerventzündung
  • Querschnittsnervenentzündung
  • Blut-Leberwert-Erhöhung
  • Hautblutgefäßentzündung
  • Hauterkrankungen wie Lupus erythematodes
  • Krebserkrankungen

Sehr seltene Nebenwirkungen:

  • Spezielle Formen der Blutarmut (aplastische Anämie)

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:

  • Herzmuskelschwäche-Verschlechterung

Etanercept und Multiple Sklerose

Etanercept kann in seltenen Fällen Nervenerkrankungen auslösen, die der Multiplen Sklerose ähneln. Bei Patienten mit Multipler Sklerose oder einer Neigung dazu sollte Etanercept nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung und entsprechenden Untersuchungen angewendet werden.

Einzelfallberichte deuten darauf hin, dass Etanercept in seltenen Fällen zu einer Erkrankung der weißen Hirnmasse und Hirnschwellungen führen kann. Anzeichen dafür sind Lichtscheu, kurzzeitiger Schwankschwindel, Kopfschmerzen, horizontale Doppelbilder sowie Übelkeit und Erbrechen. In solchen Fällen sollte sofort ein Arzt konsultiert werden.

In einem Fall wurde eine Leukenzephalopathie und ein Hirnödem im Zusammenhang mit Etanercept gemeldet. Die Patientin entwickelte passagere Doppelbilder, zunehmende Kopfschmerzen, Lichtscheu, Schwankschwindel, Übelkeit und Erbrechen. Die Diagnose lautete auf eine toxische Myelin-Schädigung durch Etanercept.

Es gibt Berichte über demyelinisierende ZNS-Erkrankungen im Zusammenhang mit TNF-Inhibitoren, einschließlich Etanercept. Diese Fälle treten meist innerhalb eines Jahres nach Behandlungsbeginn auf und betreffen überwiegend Frauen. Es wird vermutet, dass TNF-Inhibitoren durch verschiedene Mechanismen demyelinisierende Prozesse verursachen können, z. B. durch eine Erhöhung von autoreaktiven T-Zellen oder eine Downregulation von TNF-Rezeptoren, die für die Proliferation von Oligodendrozyten erforderlich sind.

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Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bei gleichzeitiger Anwendung von Etanercept mit anderen Medikamenten können Wechselwirkungen auftreten.

  • Die Kombination von Etanercept mit Anakinra oder Abatacept ist nicht erlaubt, da es zu einem vermehrten Auftreten von schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann.
  • Bei Kombination von Etanercept mit Sulfasalazin kann es zu einer deutlichen Verminderung der weißen Blutkörperchen kommen.
  • Lebendimpfstoffe sollten nicht gleichzeitig mit Etanercept verabreicht werden.

Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Patienten, die während der Etanercept-Behandlung eine neue Infektion bekommen, sollten vom Arzt häufig untersucht werden. Bei schwerwiegenden Infektionen ist die Anwendung des Wirkstoffs abzubrechen.
  • Vor und während der Behandlung mit Etanercept sollte auf Anzeichen einer Tuberkulose geachtet werden.
  • Bei Auftreten von Lichtscheu, Schwankschwindel, Kopfschmerzen, Doppelbildern, Übelkeit oder Erbrechen ist sofort ein Arzt zu befragen.
  • Vor Therapiebeginn mit Enbrel® gehört zu den erforderlichen Voruntersuchungen bei Frauen auch ein Schwangerschaftstest. Vom Stillen unter einer Behandlung mit dem TNF-α-Antagonisten wird ebenfalls eher abgeraten.
  • Unter der Behandlung mit Enbrel® wird empfohlen, sich regelmäßig Hautuntersuchungen (Hautkrebsvorsorge) zu unterziehen.

Lagerung

Das Medikament muss im Kühlschrank zwischen 2 und 8 Grad Celsius aufbewahrt und vor Licht geschützt werden. Es darf nicht eingefroren werden.

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