Akupunktur bei Migräne in Heidelberg: Eine umfassende Betrachtung

Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, von der schätzungsweise 10 % der Bevölkerung betroffen sind, Tendenz steigend. Die moderne Lebensweise mit ihren vielfältigen Belastungen wie Stress, Fehlernährung, Schichtarbeit, Schlafmangel, Wetterfühligkeit und Umweltgiften trägt maßgeblich zur Entstehung von Migräne bei, wobei auch eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt. In Heidelberg und weltweit suchen Betroffene nach wirksamen Behandlungsmethoden, um die Anfallshäufigkeit und -intensität zu reduzieren. Akupunktur hat sich hier als eine vielversprechende Option etabliert.

Migräne: Ursachen und Symptome

Ein Migräneanfall kündigt sich oft durch Symptome wie Müdigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Magen-Darm-Störungen oder Heißhunger an. Nur in etwa 15-20 % der Fälle tritt eine Aura auf, die sich durch Sehstörungen oder Kribbeln in den Fingern äußern kann. Die eigentliche Kopfschmerzphase ist durch meist halbseitige, pulsierende oder stark zusammenziehende Schmerzen im Bereich von Stirn, Schläfe und Auge gekennzeichnet.

In der Schulmedizin werden verschiedene Ursachen für Migräne angenommen, darunter die Freisetzung entzündungsvermittelnder Botenstoffe, eine Übererregbarkeit der Hirnrinde und des Okzipitallappens sowie die Erweiterung kranialer Blutgefäße während eines Anfalls.

Akupunktur als alternative Behandlungsmethode

Bereits in den 1990er Jahren wurde Akupunktur als Alternative zu rein schmerzlindernden Medikamenten bei Migräne eingesetzt. Studien haben gezeigt, dass Akupunktur die Anfallshäufigkeit und -intensität statistisch signifikant reduzieren kann. Diese Erkenntnisse haben dazu beigetragen, dass Akupunktur in Heidelberg und anderswo zunehmend als ergänzende oder alternative Behandlungsmethode in Betracht gezogen wird.

Die Grundlagen der Akupunktur

Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Heilmethode (TCM), die auf der Vorstellung basiert, dass die Lebensenergie Qi in Meridianen durch den Körper fließt. Durch das Setzen feiner Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten auf diesen Meridianen soll der Energiefluss harmonisiert und Blockaden gelöst werden.

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Die etwa 400 Akupunkturpunkte befinden sich auf den zwölf Hauptmeridianen, die paarig auf beiden Körperseiten angelegt sind. Ergänzt werden diese durch acht Extrameridiane und einige Extrapunkte. Liegt eine Erkrankung vor, kann das Qi nicht richtig zirkulieren. Durch die Akupunktur wird die Energie des betroffenen Organs oder Gelenks ausbalanciert und die Selbstheilung angeregt.

Wie Akupunktur bei Migräne wirkt

Die Wirkung der Akupunktur bei Migräne beruht auf verschiedenen Mechanismen. Zum einen werden durch die Stimulation der Akupunkturpunkte bestimmte Reflexe ausgelöst, die die Schmerzempfindlichkeit in bestimmten Gehirnregionen hemmen. Zum anderen werden körpereigene Neurotransmitter und Endorphine freigesetzt, die schmerzlindernd und stimmungsaufhellend wirken. Darüber hinaus kann Akupunktur die Durchblutung fördern und Muskelverspannungen lösen, was ebenfalls zur Linderung von Migränebeschwerden beitragen kann.

Verschiedene Akupunkturformen

Es gibt verschiedene Formen der Akupunktur, die sich in der Art der Stimulation und den verwendeten Akupunkturpunkten unterscheiden.

  • Körperakupunktur: Hier werden Nadeln an Akupunkturpunkten auf dem Körper, entlang der Meridiane, gestochen.
  • Ohrakupunktur: Bei dieser Methode werden Nadeln an Akupunkturpunkten am Ohr gesetzt, die in Beziehung zu den Organen stehen.
  • Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA): Diese spezielle Form der Akupunktur wurde von dem japanischen Arzt Dr. Yamamoto entwickelt. Dabei werden empfindliche Punkte am Kopf aufgespürt und mit feinen Nadeln stimuliert.
  • Trigger-Akupunktur (Dry Needling): Bei dieser Methode werden schmerzhafte Verspannungsknoten in der Muskulatur (Triggerpunkte) mit Akupunkturnadeln behandelt.
  • Laserakupunktur: Eine sanfte Alternative zur Nadelakupunktur, bei der die Akupunkturpunkte mit Laserlicht stimuliert werden.

Neben der klassischen Akupunktur mit Nadeln gibt es auch alternative Stimulationsmethoden wie die Laserakupunktur und die Elektroakupunktur, bei denen die Punkte mit Licht oder elektromagnetischen Wellen stimuliert werden. Einige Therapeuten kombinieren Akupunktur auch mit Homöopathie, indem sie homöopathische Komplexmittel in die passenden Akupunkturpunkte spritzen.

Die Rolle der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)

In der TCM wird Migräne als eine Störung des Energieflusses in den Meridianen betrachtet. Der Therapeut (Therapeutin) untersucht verschiedene Schmerzqualitäten wie z. B. dumpfer, drückender Schmerz, stechender, die Seiten wechsender Schmerz und mithilfe der genauen Schmerzlokalisation kommt er/ sie zur Einordnung der jeweiligen Migräne aufgrund der die entsprechende Therapieform angewendet wird. Beispielsweise weisen ein starker dumpfer Druck im gesamten Kopf oder auf einer Seite, Schweregefühl des Kopfes und das Gefühl, in einem Schraubstock gefangen zu sein mit Begleitsymptomen wie Völle, Übelkeit, Erbrechen, Schwindelgefühl, innere Unruhe auf eine Ursache der Milz-Qi-Leere hin: Fehlernährung, Übergriff von Holz (Leber/Galle) auf die Milz oder Kälte in der Niere und dadurch verminderte Milz-Funktion.

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In China liegt das Hauptgewicht generell meist auf der Kräutertherapie, insbesondere bei chronischen und inneren Störungen. Daher kommt es häufig zu einer Kombination aus Akupunktur und Kräutertherapie.

Der Behandlungsablauf in Heidelberg

In Heidelberg bieten verschiedene Ärzte und Heilpraktiker Akupunkturbehandlungen für Migräne an. Vor Beginn der Behandlung findet in der Regel ein ausführliches Gespräch (Anamnese) statt, in dem der Therapeut sich ein Bild von der Krankengeschichte und den individuellen Beschwerden des Patienten macht. Auf dieser Grundlage werden die geeigneten Akupunkturpunkte ausgewählt.

Die Behandlung selbst wird in der Regel im Sitzen oder Liegen durchgeführt. Dabei werden 5-10 hauchdünne Einwegnadeln aus Stahl in die entsprechenden Punkte gesetzt. Die Nadeln verbleiben dort für etwa 20-45 Minuten. Während dieser Zeit können leichte Kribbel-, Taubheits-, Wärme- oder Kältegefühle oder ein dumpfer Druck am Einstichpunkt auftreten. Dieses sogenannte Qi-Gefühl ist normal und erwünscht.

Eine Akupunkturbehandlung umfasst meistens einen Zyklus von 8-15 Sitzungen, die in der Regel 1-2 Mal pro Woche durchgeführt werden. Bei chronischen Erkrankungen kann eine zweite Behandlungsserie sinnvoll sein.

Ergänzende Maßnahmen

Unterstützend zur Akupunktur können weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Behandlungsergebnisse zu optimieren. Dazu gehören beispielsweise:

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  • Ernährungstherapie: Eine die Akupunktur begleitende chinesische Ernährungstherapie kann positiv auf die Behandlung wirken. Unterstützend empfiehlt sich der Verzicht auf „Schleimbildner“ (z.B. Milchprodukte, Weizenmehl, Zucker).
  • Moxibustion: Eine Wärmeanwendung, bei der Akupunkturpunkte mit glimmendem Beifußkraut erwärmt werden.
  • Schröpfen und Schröpfkopfmassage: Diese Methoden können die Akupunktur unterstützen, indem sie die Durchblutung fördern und Muskelverspannungen lösen.
  • Dauernadeln oder Akupunkturimplantate: Als Unterstützung für alle Typen haben sich Dauernadeln oder Akupunkturimplantate bewährt.

Risiken und Nebenwirkungen

Bei fachgerechter Durchführung durch einen geschulten Arzt oder Heilpraktiker ist die Akupunktur ein vergleichsweise risikoarmes Therapieverfahren. Durch das Einstechen der Nadeln können Rötungen, kleine punktförmige Blutungen und Hämatome (Blutergüsse) auftreten, die jedoch schnell wieder verschwinden. Da die Anregung der Selbstheilung des Körpers diesen viel Kraft kostet, kann es zu Müdigkeit, seltener auch zu Kopfschmerzen kommen.

Bestimmte Hauterkrankungen oder Sensibilitätsstörungen im Bereich der Einstichstellen stellen Kontraindikationen dar.

Kosten und Krankenkassen

Die Kosten für eine Akupunktursitzung liegen in der Regel bei 35-47 €. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Akupunktur bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken und bei Kniegelenksarthrose, sofern diese seit mindestens sechs Monaten bestehen. Ansonsten handelt es sich bei der Akupunktur um eine IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung), die selbst bezahlt werden muss. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel unabhängig vom Beschwerdebild.

Die Rolle der Forschung und Evidenz

Die Akupunktur ist eine auf Erfahrung basierende Behandlungsmethode. Der Einsatz der Akupunktur bei vielen Erkrankungen ist noch nicht nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftlich hinreichend abgesichert. Außer für die Indikationen chron. Kreuzschmerz, chron Knieschmerz, chron. Schulterschmerz, Migräne, Spannungskopfschmerz und Allergie existieren noch keine hochqualitativen randomisierten, kontrollierten Studien, die eine Wirksamkeit im Vergleich zu einer Kontrolltherapie, nachweisen. Dennoch gibt es zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne belegen.

Akupunktur in Heidelberg: Ein Überblick

In Heidelberg gibt es eine Vielzahl von qualifizierten Akupunkteuren, die eine umfassende Behandlung von Migräne anbieten. Es ist ratsam, sich vor der Behandlung über die Qualifikation und Erfahrung des Therapeuten zu informieren.

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