Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch anfallsartige, oft einseitige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Schmerzintensität ist meist sehr hoch und kann von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sein. Es gibt zwei Haupttypen von Migräne: mit und ohne Aura. Die Migräne mit Aura beginnt mit einer Vorstufe, die sich in Sehstörungen und Schwindel äußern kann. Ein Migräneanfall kann zwischen 4 und 72 Stunden dauern.
Migräne vs. Kopfschmerzen
Migräne ist nicht mit normalen Kopfschmerzen zu verwechseln. Während mindestens 50 Prozent der Bevölkerung immer wieder unter Kopfschmerzen leiden, sind davon nur etwa 10 Prozent von Migräne betroffen. Migräne schränkt die Betroffenen im Alltag gänzlich ein, während Spannungskopfschmerzen meist am gesamten Kopf auftreten, beschränkt sich der Schmerz bei Migräne nicht selten auf eine Kopfhälfte.
Ursachen und Auslöser von Migräne
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass sowohl genetische Faktoren als auch ein unausgeglichener Serotoninspiegel eine Rolle spielen. Serotonin wirkt normalerweise stimmungsaufhellend, entspannend, schlaffördernd, antidepressiv und schmerzhemmend. Ein übermäßig erhöhter Serotoninspiegel kann jedoch das Brechzentrum im Gehirn stimulieren und für Symptome wie Übelkeit, Überempfindlichkeiten und Schmerzentwicklung mitverantwortlich sein.
Umwelteinflüsse oder körpereigene Disharmonien, die eine Migräneattacke auslösen können, werden als Trigger bezeichnet. Zu den häufigsten Triggern gehören Stress, unregelmäßige Mahlzeiten, bestimmte Nahrungsmittel und Getränke, hormonelle Veränderungen und Wettereinflüsse.
Ernährung und Migräne
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Migräne. Eine ausgewogene Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten kann helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Unterzuckerungen zu vermeiden, die als Trigger für Migräneattacken wirken können.
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Unregelmäßige Mahlzeiten und isolierte Kohlenhydrate
Unregelmäßige Mahlzeiten können zu Unterzuckerung führen, was das Gehirn für sogenannte Excitotoxine extrem verwundbar macht. Excitotoxine sind Botenstoffe wie Glutamat und Aspartam, die Nervenzellen überstimulieren und dadurch Migräneattacken auslösen können.
Der Konsum von Mahlzeiten aus isolierten Kohlenhydraten (Weißmehlgebäck, Marmelade, süße Teilchen, Süßigkeiten, gesüßte Getränke, weißer Reis, helle Teigwaren usw.) führt zu einer schnellen Insulinausschüttung, wodurch zu viel Zucker in die Zellen verfrachtet wird. Bei manchen Menschen, die sich seit Jahren bevorzugt von solchen Speisen ernähren, kann sich eine Insulinresistenz entwickeln, bei der die Zellen nicht mehr auf Insulin reagieren und der Insulinspiegel im Blut erhöht bleibt. Dieser Hyperinsulinismus wurde in Studien mit einer erhöhten Migräneanfälligkeit in Verbindung gebracht.
Alkohol und Histamin
Alkohol kann ebenfalls ein Migräneauslöser sein, insbesondere Rotwein, Sekt und Champagner. Diese Getränke enthalten reichlich Histamine, die zur Stoffklasse der biogenen Amine gehören. Histamine werden normalerweise im menschlichen Organismus durch das Enzym Diaminoxidase (DAO) abgebaut. Ein DAO-Mangel, der oft durch eine irritierte und beschädigte Darmschleimhaut verursacht wird, kann zu einer Histaminintoleranz führen, die sich in Symptomen wie Fließschnupfen, Verdauungsbeschwerden, Herzklopfen und Migräne äußern kann.
Weitere biogene Amine
Neben Histamin gibt es noch weitere biogene Amine, die in Lebensmitteln vorkommen und Migräneattacken triggern können. Dazu gehören Tyramin und Phenylethylamin, die sich in lang gereiftem Käse, Wein, Kakao, Essig, Rohwurst und Sauerkraut befinden.
Weitere Ernährungstipps
- Meiden Sie Glutamat und Aspartam: Diese Lebensmittelzusatzstoffe können als Neurotransmitter wirken und Migräneattacken auslösen.
- Integrieren Sie hochwertige Öle in Ihre Ernährung: Diese versorgen Sie mit ausreichend Gamma- und Alpha-Linolensäuren.
- Ernähren Sie sich basenüberschüssig: Planen Sie eine Entsäuerung, z. B. nach einer Darmsanierung.
Kürbiskerne und Magnesium bei Migräne
Kürbiskerne sind reich an Magnesium, einem Mineralstoff, dem eine stark vorbeugende Wirkung bei Migräne zugeschrieben wird. Studien haben gezeigt, dass die regelmäßige Einnahme von Magnesium die Anzahl und Intensität von Migräneanfällen senken kann. Magnesium wirkt entzündungshemmend und kann die Durchblutung in verschiedenen Gehirnarealen verbessern.
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Studienergebnisse
Eine placebokontrollierte, randomisierte Doppelblindstudie aus dem Jahr 2008 an 40 Migränepatienten zeigte, dass die tägliche Einnahme von 600 mg Magnesium die Häufigkeit von Migräneanfällen signifikant reduzierte und die Durchblutung im Gehirn verbesserte.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2013 untersuchte 160 Kinder mit Migräne und fand heraus, dass Magnesium die Häufigkeit der Attacken deutlich reduzierte.
Weitere magnesiumreiche Lebensmittel
Neben Kürbiskernen gibt es noch weitere Lebensmittel, die reich an Magnesium sind, darunter:
- Grünes Blattgemüse (z. B. Spinat, Mangold)
- Nüsse und Samen (z. B. Mandeln, Cashews, Sonnenblumenkerne)
- Hülsenfrüchte (z. B. Bohnen, Linsen)
- Vollkornprodukte
Weitere wichtige Nährstoffe bei Migräne
Neben Magnesium gibt es noch weitere Nährstoffe, die bei der Migräneprävention eine Rolle spielen können:
- Vitamin B2 (Riboflavin): Aktiviert wichtige Enzyme bei der Energiegewinnung. Ein B2-Mangel steht Studien zufolge mit Kopfweh-Attacken in Verbindung. Gute Quellen sind Feldsalat, Spinat und Brokkoli.
- Vitamin D: Kann die Aufnahme von Magnesium verbessern und Entzündungen reduzieren.
- Coenzym Q10: Spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Zellen.
- Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend und können die Schmerzregulation beeinflussen. Gute Quellen sind fettreiche Seefische wie Lachs, Makrele und Hering sowie pflanzliche Öle wie Leinöl, Rapsöl und Walnussöl.
- Tryptophan: Der Körper bildet daraus das Glückshormon Serotonin. Ein zu niedriger Serotonin-Spiegel kann Migräne-Attacken begünstigen. Bananen liefern neben Magnesium reichlich Tryptophan.
Weitere Maßnahmen zur Migräneprävention
Neben der Ernährung gibt es noch weitere Maßnahmen, die zur Migräneprävention beitragen können:
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- Regelmäßiger Tagesablauf: Achten Sie auf Routine, da das Migränehirn Unregelmäßigkeiten hasst. Halten Sie auch am Wochenende dieselben Schlaf- und Aufstehzeiten wie im Berufsalltag ein.
- Stressmanagement: Vermeiden Sie Stress, indem Sie sich realistische Ziele setzen und Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qigong anwenden.
- Ausreichend Schlaf: Sorgen Sie für ausreichend Schlaf in einem abgedunkelten Raum.
- Regelmäßige Bewegung: Treiben Sie regelmäßig Ausdauersport, um Stress abzubauen und die Durchblutung zu fördern.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter Wasser oder ungesüßten Tee.
- Vermeidung von Triggern: Identifizieren Sie Ihre persönlichen Migräneauslöser und vermeiden Sie diese so gut wie möglich.
- Entschlackungskur: Hilft, die Zahl der Attacken zu reduzieren.
Pflanzliche Mittel gegen Migräne
Es gibt auch einige pflanzliche Mittel, die bei Migräne helfen können:
- Pfefferminzöl: Kann bei akuten Migräneschmerzen auf die Schläfen aufgetragen werden.
- Mutterkraut und Weidenrinde: Eine Kombination dieser beiden Heilpflanzen kann die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren.
- Pestwurz: Eine weitere Heilpflanze gegen Migräne.
- Guarana: Wirkt anregend und kann bei Müdigkeit und Erschöpfung helfen, die oft mit Migräne einhergehen. Die Resorption des Guarana-Koffeins verläuft deutlich langsamer als jene des Kaffee-Koffeins. Die Wirkung von Guarana-Koffein hält 4 bis 8 Stunden an - und zwar ohne Nebenwirkungen zu verursachen.
Medikamentöse Behandlung von Migräne
Bei akuten Migräneanfällen können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Triptane eingesetzt werden. Triptane sind speziell für die Behandlung von Migräne entwickelte Medikamente, die die Blutgefäße verengen und so die Schmerzen lindern. Bei häufigen oder schweren Migräneanfällen kann eine vorbeugende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Hierfür werden verschiedene Medikamente eingesetzt, darunter Betablocker, Antidepressiva und Antiepileptika.
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