ALDI Migräne TENS Gerät Test: Schmerzlinderung zum Top-Preis?

Elektrische Nervenstimulation (TENS) erfreut sich wachsender Beliebtheit als alternative oder ergänzende Behandlungsmethode bei verschiedenen Schmerzzuständen. Auch ALDI bietet regelmäßig TENS-Geräte an, die mit einem attraktiven Preis locken. Doch was können diese Geräte wirklich leisten, insbesondere bei Migräne? Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen von TENS-Geräten zur Migränebehandlung und wirft einen Blick auf das Angebot von ALDI.

TENS: Wie funktioniert die transkutane elektrische Nervenstimulation?

TENS steht für Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Dabei werden über Elektroden, die auf die Haut aufgeklebt werden, elektrische Impulse an die Nerven gesendet. Die TENS-Therapie ist eine Reizstromtherapie mit Wechselstrom-Impulsen. Die elektrischen Impulse sollen die Nervenbahnen stimulieren und so die Schmerzweiterleitung zum Gehirn blockieren. Eine weitere Theorie besagt, dass TENS die Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn fördert, die schmerzlindernd wirken.

Die Wirkungsweise von TENS ist vermutlich indirekt. Durch die wiederholte elektrische Reizung von Hautnerven soll im Zentralnervensystem die Bildung von Endorphinen gesteigert werden, die den Schmerz lindern. Diese Hypothese ist nicht belegt, und die Deutsche Schmerzhilfe zählt TENS deshalb zu den „Naturheilverfahren“.

Frequenz und Impulsbreite: Die wichtigsten Parameter

Bei der TENS-Therapie spielen Frequenz und Impulsbreite eine wichtige Rolle. Die Frequenz gibt an, wie viele Impulse pro Sekunde abgegeben werden (Hertz). Hohe Frequenzen (80-150 Hz) sollen die Schmerzweiterleitung zum Gehirn unterbrechen, während niedrige Frequenzen (2-4 Hz) die Endorphinausschüttung fördern sollen. Die Impulsbreite bestimmt die Dauer eines einzelnen Impulses.

Die niedrige Frequenz liegt zwischen zwei und vier Hertz, die hohe zwischen 80 und 100 Hertz. In manchen Fällen erzeugt die hohe Frequenz nicht die gewünschte Wirkung über längere Zeit; dann soll auf die niedrigere Frequenz gewechselt werden.

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TENS bei Migräne: Studienlage und Evidenz

Die Studienlage zur Wirksamkeit von TENS bei Migräne ist nicht einheitlich. Einige Studien zeigen positive Effekte, während andere keine signifikante Verbesserung feststellen konnten. Viele Studien erfüllen nicht die nötigen wissenschaftlichen Qualitätskriterien.

Eine Studie aus dem Jahr 2013 untersuchte die Wirkung von supraorbitaler transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS) auf die Häufigkeit von Migräneattacken. Dabei wurde ein Gerät eines belgischen Herstellers eingesetzt, das ähnlich einer Brille getragen wird. Die elektrischen Impulse werden auf der Stirn an genau der Stelle abgegeben, unter der sich der Nervus frontalis in den Nervus supratrochlearis und den Nervus supraorbitalis aufspaltet. Der Nervus frontalis ist ein Arm des Nervus ophthalmicus, dem oberen Ast des Trigeminusnerven. Die Studie ergab, dass die TENS-Behandlung die Häufigkeit der monatlichen Kopfschmerzattacken senken konnte.

In dem TENS-Arm kam es zu einem Rückgang von 6,9 auf 4,8 Kopfschmerztagen im Monat, während die Patienten unter der Scheintherapie keine Veränderung bemerkten. Eine mindestens 50-prozentige Reduktion erzielten 38 Prozent der Patienten im TENS-Arm gegenüber 12 Prozent im Placebo-Arm der Studie. Nach Einschätzung von Schoenen erzielt TENS eine ähnlich gute Wirkung wie die medikamentöse Anfallsprophylaxe. Er stuft die Evidenz als Klasse III (von fünf möglichen mit I als der besten) ein. Der nächste Schritt wäre eine größere multizentrische Studie an einer größeren Patientenzahl.

Kritik und Einschränkungen

Trotz vielversprechender Ergebnisse gibt es auch kritische Stimmen. Einige Experten bemängeln, dass die Wirkung von TENS nicht ausreichend belegt ist und die Methode eher zu den "Naturheilverfahren" gezählt werden sollte. Zudem übernehmen die Krankenkassen die Kosten für TENS-Behandlungen bei Migräne in der Regel nicht.

Laut Schoenen war die Therapie frei von Nebenwirkungen. In einer früheren Publikation hatte der Physiologe allerdings über eine milde sedierende Wirkung berichtet.

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ALDI TENS Geräte: Was können die Geräte von Curamed?

ALDI bietet regelmäßig TENS-Geräte der Marke Curamed an. Diese Geräte sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, darunter Modelle speziell für Migräne, Periodenschmerzen oder allgemeine Schmerzlinderung. Die Geräte kombinieren TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation), EMS (Elektrische Muskelstimulation) und Massagefunktionen in einem kompakten Format.

Je nach Ausführung bieten sie unter anderem:

  • Vorinstallierte Programme für verschiedene Körperzonen (Nacken, Rücken, Knie)
  • Schnellstarttasten für eine einfache Anwendung
  • Eine Vielzahl an Programmen (TENS, EMS, Massage)
  • Individuelle Einstellungsmöglichkeiten
  • Benutzerfreundliche Bedienung mit großen Tasten und beleuchtetem Display
  • Abschaltautomatik und Sperrfunktion für mehr Komfort und Sicherheit
  • Wiederaufladbare Akkus

Die Anwendung erfolgt je nach Modell mit selbstklebenden Elektroden oder Manschetten, die speziell auf die zu behandelnden Körperregionen zugeschnitten sind.

Für wen lohnt sich ein ALDI TENS-Gerät?

Ein TENS-Gerät von ALDI kann sich für verschiedene Personengruppen lohnen:

  • Personen mit Verspannungen und/oder chronischen Schmerzen: Das Gerät eignet sich für alle, die regelmäßig unter Nacken-, Rücken-, Knie-, Perioden- oder Kopfschmerzen leiden und eine sanfte Therapie bevorzugen.
  • Fitness- und Sportbegeisterte: Wer nach dem Training Muskelregeneration oder gezielte Entspannung sucht, profitiert von den vielseitigen Programmen und der EMS-Funktion.
  • Personen, die wenig technische Erfahrung haben oder in ihrer Motorik eingeschränkt sind: Die Bedienung ist zwar einfach, aber nicht komplett selbsterklärend. Wer keinerlei Vorerfahrung mit TENS-Geräten hat, sollte daher etwas Geduld und Zeit mitbringen.

Wichtige Hinweise und Kontraindikationen

Es ist wichtig zu beachten, dass TENS-Geräte nicht für jeden geeignet sind. Personen mit Herzschrittmachern, implantierten Defibrillatoren, aktiven metallischen Implantaten oder Herzrhythmusstörungen dürfen TENS-Geräte nicht verwenden. Auch Schwangere, Menschen mit Epilepsie oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen auf die Anwendung verzichten.

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Beachtet bitte, dass dieses Gerät nicht den Besuch beim Arzt ersetzt. Im Zweifelsfall solltet ihr die Nutzung vorher absprechen. Bei Schmerzen und anderen gesundheitlichen Beschwerden solltet ihr euch an ärztliches Fachpersonal wenden.

Alternativen und Vergleichbare Geräte

Wer ein dauerhaft verfügbares Gerät bevorzugt oder noch mehr Individualisierung wünscht, kann sich nach Alternativen umsehen. Das Prorelax TENS+EMS Duo Comfort bietet ähnliche Therapiefunktionen, mehr Zubehör, eine robuste Verarbeitung und genießt eine hohe Kundenzufriedenheit.

Vergleichbare Geräte, wie die Alternative von Amazon, kosten oft deutlich mehr. Ein klarer Preisvorteil also für alle, die sich schnelle Erleichterung wünschen.

Tipps zur Anwendung von TENS-Geräten bei Kopfschmerzen

Bei der Anwendung von TENS-Geräten bei Kopfschmerzen ist es wichtig, die Elektroden richtig zu platzieren. Bei Spannungskopfschmerzen empfiehlt es sich, die Elektroden am Hinterkopf und Nacken zu platzieren, um die verspannte Muskulatur zu stimulieren. Bei Migräne kann eine Elektrode auf die seitliche Stirn und eine zweite Elektrode auf den Schulter-/Nackenbereich geklebt werden.

Am wichtigsten ist bei der Elektrotherapie, dass Du keine Schmerzen verspürst. Probiere daher am besten verschiedene Programme und Stromintensitäten aus. Besonders bewährt, wenn es um die Schmerzlinderung von Hinterkopfschmerzen geht, haben sich bei unserem Reizstromgeräten die Programme gegen Verspannungen der Muskulatur.

TENS-Therapie bei Kopfschmerzen: Eine Übersicht

  • Spannungskopfschmerzen: Elektroden am Hinterkopf und Nacken platzieren, Programme gegen Muskelverspannungen wählen.
  • Migräne: Eine Elektrode auf die seitliche Stirn, eine zweite Elektrode auf den Schulter-/Nackenbereich kleben, frei verfügbares Programm wählen (z.B. U1 beim SaneoTENS).
  • Clusterkopfschmerzen: TENS-Therapie ist in der Regel nicht wirksam.

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