Kribbeln im Gesicht, Taubheitsgefühle oder Schwellungen können sehr unangenehm sein und verschiedene Ursachen haben. Eine allergische Reaktion ist eine mögliche Ursache für diese Symptome. Der folgende Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von allergiebedingter Gesichtstaubheit, einschließlich Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Kontaktallergie als Ursache für Gesichtsbeschwerden
Eine Kontaktallergie entsteht durch direkten Kontakt der Haut mit bestimmten Substanzen, sogenannten Allergenen. Eine Reihe von chemischen oder pflanzlichen Stoffen kann die Haut reizen. Häufig ist beispielsweise ein Metall, Duftstoff oder Latex der Auslöser. Bereits beim ersten Kontakt bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen den Auslöser (Allergen). Das bedeutet, dass er empfindlicher auf den entsprechenden Stoff reagiert. Spürbare Beschwerden entstehen erst mit der Zeit und durch wiederholten Kontakt mit einem Stoff - zum Beispiel bei Friseurinnen und Friseuren, die täglich mit chemischen Haarfärbemitteln oder Dauerwellflüssigkeit arbeiten. Etwa 8 % aller Erwachsenen haben eine Kontaktallergie. Frauen erkranken häufiger als Männer. Kontaktallergien sind für etwa 10 % aller Berufskrankheiten verantwortlich. Kontaktallergien entwickeln sich meist erst im Erwachsenenalter. Häufig klingen die Beschwerden wieder ab, wenn sie behandelt und die Auslöser vermieden werden. Aus einer Kontaktallergie kann sich aber auch ein chronisches Kontaktekzem bilden.
Symptome einer Kontaktallergie im Gesicht
Im Gegensatz zu vielen anderen Allergien sind die Beschwerden nicht sofort, sondern meist erst nach 1 bis 3 Tagen spürbar. Eine Kontaktallergie entwickelt sich zudem über längere Zeit, in der man immer wieder mit dem auslösenden Stoff in Berührung kommt. Eine Kontaktallergie führt zu einem Ekzem. Schwellungen, Juckreiz und trockene Haut sind typische Symptome. Auf heller Haut zeigt sich normalerweise ein rötlicher, oft unscharf begrenzter Hautausschlag. Bei dunkler Haut kommt es eher zu einer dunkelvioletten bis dunkelgrauen Verfärbung. Typisch für dunkle Haut ist außerdem, dass sich Knötchen (Papeln) bilden und die betroffene Stelle dicker und gröber wird.
Bei einer starken allergischen Reaktion kann die Haut spannen und schmerzen. Es können sich auch Bläschen bilden. Wenn sie platzen, nässt die Haut, bildet Krusten und schuppt dann später ab. Die Beschwerden beschränken sich zunächst auf den Körperbereich, der Kontakt mit dem Auslöser hatte. Oft sind dies die Hände, besonders die Handrücken und Finger. Auch im Gesicht (vor allem an den Augenlidern und Lippen), am Nacken, an den Unterschenkeln und Füßen kommt es häufiger zu einem allergischen Ausschlag. Wie stark die Reaktion ausfällt, hängt vor allem davon ab, mit welchem Stoff die Haut Kontakt hatte und wie lange. Typisch für eine Kontaktallergie ist, dass allergische Reaktionen später auch in Körperbereichen auftreten können, die keinen Kontakt mit dem auslösenden Stoff hatten.
Häufige Auslöser von Kontaktallergien
- Metalle (wie Nickel und Kobalt)
- Latex
- Klebstoffe (auch von Pflastern)
- Pflanzen (wie Kamille und Arnika)
- Duftstoffe (in Kosmetika wie Lippenstift, Parfüms und Seifen)
- Reinigungs- und Lösungsmittel
- Ätherische Öle
- Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden
Allergiesymptome und Anaphylaxie
Allergiesymptome können sich ganz unterschiedlich äußern und in ihrer Intensität von leicht bis schwer variieren. Besonders häufig sind die Schleimhäute der Augen und der Nase betroffen. Tränende, gerötete, juckende oder geschwollene Augen sowie eine juckende, laufende oder verstopfte Nase und Niesanfälle sind daher häufige Allergiesymptome. Husten, Atembeschwerden, juckende Haut, gerötete Haut und Hautauschlag mit Quaddeln oder Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall zählen ebenfalls zu den möglichen Anzeichen einer Allergie. Die allergischen Beschwerden treten meist sofort nach dem Allergenkontakt auf. Je nach Häufigkeit und Dauer des Allergenkontakts kommt es entweder zu saisonalen Symptomen, wie bei Heuschnupfen-Patientinnen während der Pollensaison, oder Patientinnen leiden ganzjährig (perennial) an Allergiesymptomen, z.B. bei Katzenallergenen oder Milbenallergenen in der Wohnung.
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Im schlimmsten Fall führt eine allergische Reaktion zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock, auch anaphylaktischer Schock genannt, mit massivem Blutdruckabfall, Atem- und Kreislaufstillstand. Insbesondere Menschen mit einer Insektengiftallergie, einer Nahrungsmittelallergie (z.B. gegen Nüsse, Meeresfrüchte, Hühnerei) oder einer Arzneimittelallergie (z.B. gegen Penicillin, Acetylsalicylsäure (ASS), Röntgenkontrastmittel) zählen zu den Risikogruppen. Bei einem anaphylaktischen Schock handelt es sich immer um einen ärztlichen Notfall!
Anzeichen und Behandlung eines anaphylaktischen Schocks
Die Anaphylaxie ist das Extrem einer allergischen Reaktion, welche sich auf den ganzen Körper auswirkt. Anzeichen für eine schwere allergische Reaktion können Kribbeln an Handflächen und Fußsohlen, Kopfschmerzen, Schwindel und Schweißausbrüche sein. Menschen, die auf Bienen- oder Wespengift allergisch reagieren, und weitere Risikogruppen sollten immer ein von der Ärztin bzw. dem Arzt verschriebenes Notfallset bei sich tragen. Dieses enthält Notfall-Medikamente wie Adrenalin, welches den Kreislauf wieder stabilisieren kann. Das Adrenalin steht im Notfallset in einer Art Fertigspritze (Autoinjektor) bereit und kann durch die Kleidung in das Muskelgewebe injiziert werden. Weiter befinden sich im Notfallset in der Regel ein Antihistaminikum und ein Kortison-Präparat zur Akutbehandlung der allergischen Reaktion.
Um die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks zu reduzieren, hilft den Risiko-Patient*innen entweder Allergenkarenz, d.h. das Meiden der kritischen Lebensmittel oder Medikamente, oder im Fall einer Insektengiftallergie die Durchführung einer spezifischen Immuntherapie (SIT). Grundsätzlich gilt: Wird eine Allergie nicht behandelt, können die Entzündungsprozesse im Körper chronisch werden und sich auf weitere Organe ausweiten. Bekanntes Beispiel ist der “Etagenwechsel” vom Heuschnupfen zum allergischen Asthma. Auch ist eine Sensibilisierung auf weitere Allergene möglich (Polysensibilisierung). Eine Ausweitung der Allergie kann in den meisten Fällen durch eine frühzeitige Allergie-Therapie, eine sogenannte Hyposensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT), verhindert werden.
Taubheitsgefühl im Gesicht: Ursachen und Diagnose
Hinter einem Taubheitsgefühl in den Armen, den Beinen, den Füßen oder im Gesicht können verschiedene Ursachen stecken. Oft ist eine mangelnde Durchblutung oder ein abgeklemmter Nerv für die Beschwerden verantwortlich. Aber auch ernste Erkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall oder ein Schlaganfall können mit einem Taubheitsgefühl einhergehen.
Wie entsteht ein Taubheitsgefühl?
Ein taubes Gefühl - medizinisch als Hypästhesie bezeichnet - entsteht durch eine verringerte Sensibilität der Haut. Liegt ein solches Taubheitsgefühl vor, ist der Gefühlssinn gestört und es können auf diesem Weg keine oder nur noch eingeschränkt Informationen über äußere Reize an das Gehirn weitergeleitet werden. Dazu gehören Informationen über Wärme und Kälte, Berührung und Druck, Schmerzen sowie Vibrationen. Ein vollständiger Ausfall des Gefühlssinns wird als Anästhesie bezeichnet. Die Störung des Gefühlssinns tritt vor allem in den Extremitäten auf. So kommt ein Taubheitsgefühl in den Fingern, den Zehen, den Armen und den Beinen besonders häufig vor. Im Gesicht oder am Rumpf entsteht es dagegen eher selten. Das taube Gefühl kann sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten. Häufig wird das Taubheitsgefühl von einem unangenehmen Kribbeln ("Ameisenlaufen") begleitet.
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Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle
Zu den möglichen Ursachen des Taubheitsgefühls gehören unter anderem:
- Durchblutungsstörungen: Bei niedrigen Temperaturen im Winter kann es passieren, dass unsere Hände und Füße zu kalt werden und wir kein Gefühl mehr in ihnen haben. Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen und die Extremitäten werden schlechter durchblutet. Auch das Einklemmen von Blutgefäßen (beispielsweise durch Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen oder das Liegen auf einer Hand) kann dazu führen, dass Beine, Hände oder Arme "einschlafen" und im Zuge dessen Gefühlsstörungen auftreten. Dann können Erkrankungen wie Arteriosklerose oder die Raynaud-Krankheit, bei der in erster Linie die Arterien in den Fingern und Zehen betroffen sind, hinter dem Taubheitsgefühl stecken. Auch Durchblutungsstörungen im Gehirn sowie in den Beinen können ein taubes Gefühl auslösen.
- Eingeklemmte Nerven: Taubheitsgefühle in Armen, Beinen, Händen und Füßen, die durch einen eingeklemmten Nerv verursacht werden, hat wahrscheinlich jeder Mensch schon einmal erlebt. Ähnlich wie beim Einklemmen von Blutgefäßen wird dann durch eine falsche Körperhaltung - beispielsweise beim Sitzen oder Liegen - ein Nerv abgeklemmt und die Reizweiterleitung dadurch gestört. Daneben kann ein Taubheitsgefühl in den Fingern und Händen aber auch entstehen, wenn andere Nerven, beispielsweise der Ellennerv, eingeklemmt werden (Ulnartunnel-Syndrom). Zu Verengungen der Nervenkanäle kann es jedoch nicht nur an den Armen, sondern auch an den Beinen kommen. Besonders oft tritt ein eingeklemmter Nerv und das damit verbundene Taubheitsgefühl am Oberschenkel auf.
- Karpaltunnelsyndrom: Kommt es in den Fingern zu einem ständig wiederkehrenden Taubheitsgefühl und einem unangenehmen Kribbeln, steckt oft ein Karpaltunnelsyndrom hinter den Beschwerden. Dabei wird der Mittelhandnerv beim Durchtritt durch den Handwurzelkanal eingeengt.
- Polyneuropathie: Unter einer Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems zu verstehen, die mit Missempfindungen und Taubheitsgefühlen - häufig in den Händen und Füßen - einhergeht. Diese werden durch gereizte, entzündete oder geschädigte Nervenbahnen ausgelöst. Eine Sonderform ist die diabetische Polyneuropathie, die unterschiedliche Nervenbereiche betreffen kann. Neben Diabetes kann eine Polyneuropathie unter anderem auch durch chronischen Alkoholmissbrauch, Vergiftungen oder Infektionen entstehen.
- Bandscheibenvorfall: Bei einem Bandscheibenvorfall können durch Druck auf die Nervenwurzel starke Schmerzen im jeweiligen Versorgungsgebiet des Nervs entstehen. Häufig werden diese von Kribbeln oder einem Taubheitsgefühl im Lendenbereich oder den Beinen begleitet.
- Schlaganfall: Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn nicht mehr mit ausreichend Blut und somit auch nicht mehr mit genügend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Durch solche Ausfälle kann es passieren, dass sich Arme oder Beine taub anfühlen und nicht mehr bewegt werden können.
- Infektionen: Verschiedenste Infektionen mit Bakterien oder Viren können ein taubes Gefühl im Körper auslösen. Zu solchen Infektionen gehören beispielsweise Gürtelrose oder Borreliose.
- Mangelerscheinungen: Schließlich kann auch ein Vitamin-B12-Mangel ein Taubheitsgefühl, das häufig auf der Zunge auftritt, auslösen. Daneben kann es in diesem Fall auch an den Händen und Füßen zu Empfindungsstörungen kommen. Auch Magnesium trägt zu einer gesunden Funktion des Nervensystems bei. Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann sich deshalb ebenfalls in Form eines Taubheitsgefühls oder eines Kribbelns in Armen und Beinen bemerkbar machen.
- Medikamente: In seltenen Fällen können auch bestimmte Medikamente Missempfindungen wie ein taubes Gesicht oder taube Hände sowie ein Kribbeln auslösen. Dazu gehören unter anderem Statine, ACE-Hemmer oder Calcium-Antagonisten.
- Weitere Ursachen: Migräne, Tumore im Gehirn, Angst- oder Panikattacken, Verbrennungen oder Erfrierungen, Multiple Sklerose (MS) und Störungen der Gesichtsnerven können ebenfalls Taubheitsgefühle im Gesicht verursachen.
Diagnose von Taubheitsgefühlen
Bei der Diagnose ist zunächst entscheidend, wo, seit wann und in welchen Situationen das Taubheitsgefühl auftritt, ob es einseitig oder beidseitig vorkommt und ob es seit dem ersten Auftreten anhält oder von selbst wieder verschwindet. Um mögliche Nervenschädigungen festzustellen, prüft derdie ArztÄrztin die Reflexe sowie verschieden Sinnesleistungen - beispielsweise das Gehör und das Sehen. Besteht ein erster Verdacht, können weitere Untersuchungen nötig werden.
Gesichtslähmung (Fazialisparese)
Plötzlich funktioniert es nicht mehr: lächeln, pfeifen, die Nase rümpfen, blinzeln, die Stirn runzeln. Muskeln, die für die Mimik von Mund, Backen, Nase, Augen und Stirn zuständig sind, lassen sich nicht mehr richtig bewegen. Bei einer Gesichtslähmung (medizinisch: Fazialisparese) erschlaffen sie ganz oder teilweise. Wange und Mundwinkel hängen, häufig nur auf einer Gesichtsseite, herab. Oft schließt sich das Augenlid nicht mehr vollständig, die Augen sind trocken. Es fällt schwer, süß, sauer oder salzig zu schmecken, zu kauen oder auch deutlich zu sprechen. Je nach Art der Lähmung treten zudem Schmerzen hinter dem Ohr auf, laute Töne und Geräusche werden bisweilen als extrem störend empfunden.
Ursachen einer Gesichtslähmung
Zuständig für alle wichtigen Gesichtsmuskeln ist der Gesichtsnerv, auch Fazialisnerv oder siebter Hirnnerv. Die Impulse aus dem Gehirn laufen über ihn zu den Muskeln von Stirn, Augen, Wangen und Mund. Der Fazialisnerv steuert zudem den Speichel- und Tränenfluss, die Drüsen der Nasenschleimhaut und das Schmeckempfinden (der Geschmackssinn) auf den vorderen zwei Dritteln der Zunge. Ist er entzündet oder geschädigt, funktionieren die zugehörigen Muskeln oder Drüsen nicht mehr richtig.
Je nachdem, in welchem Bereich des Nervensystems die Störung liegt, unterscheiden die Ärzte zwischen einer zentralen und einer peripheren Lähmung des Gesichtsnervs. Periphere Gesichtsnervenlähmungen sind die häufigsten. Zum größten Teil haben sie keine nachweisbare Ursache und setzen ohne ersichtlichen Anlass ein. Mediziner sprechen von idiopathischer Fazialisparese oder Bell-Lähmung (engl. Bell's palsy). Oft empfinden die Betroffenen zunächst Schmerzen hinter dem Ohr, wenig später versagen die mimischen Muskeln (in aller Regel) auf einer Gesichtshälfte. Die Stirn ist immer mehr oder weniger mitbetroffen.
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In etwa einem Drittel der Fälle ist die widerstrebende oder unbewegliche Gesichtsmuskulatur Symptom einer bestimmten Erkrankung. Meist handelt es sich dabei um Entzündungen oder Infektionen, die den Gesichtnerv mit betreffen. Die häufigsten Ursachen sind hier eine Borreliose und ein Ohrherpes (Erreger: Varizella-Zoster-Virus). Auch übergreifende Mittelohr- und Ohrspeicheldrüsenentzündungen kommen infrage.
Bei Verletzungen, vor allem bei einem Schädelbasisbruch beziehungsweise Felsenbeinbruch, können Risse, Knochsplitter oder Zerrungen den Gesichtsnerv schädigen oder sogar durchtrennen.
Eine plötzlich auftretende, halbseitige Lähmungserscheinung im Gesicht kann mitunter auch Symptom für einen Schlaganfall (Hirninfarkt) sein.
Seltenere Ursachen sind Wucherungen und Tumore.
Therapie einer Fazialislähmung
Hat der Arzt eine Grunderkrankung wie Borreliose oder eine Ohrentzündung als Ursache für die Gesichtslähmung festgestellt, richtet sich die Behandlung danach. Bei einer Virusinfektion können virushemmende (virustatische) Medikamente helfen. Mit der Therapie einer auslösenden Erkrankung legen sich dann meist auch die Lähmungserscheinungen.
Bei Brüchen können operative Eingriffe angezeigt sein, mit denen der Chirurg auch einen in Bedrängnis geratenen Nerv entlastet beziehungsweise mitunter einen beschädigten Nerv wieder herstellt. Auch Tumore erfordern eine jeweils angepasste Therapie. Bei einer diabetischen Neuropathie zielt die Behandlung auf eine optimale Stoffwechseleinstellung und Schmerztherapie.
Gute Heilungschancen haben die häufigen idiopathischen Fazialislähmungen. Sie gehen teilweise spontan zurück oder verschwinden nach einer Behandlung mit Kortison. Gezielte krankengymnastische Übungen gehören oft zur Therapie. Sind die Augenmuskeln von der Lähmung stark betroffen, so dass der Patient das Auge nicht mehr richtig schließen kann, setzen die Ärzte zusätzlich Schutzmaßnahmen für die Hornhaut ein.
Symptome und Prognose einer Fazialisparese
Eine Fazialisparese bildet sich innerhalb weniger Stunden aus, manchmal wachen Patienten damit sogar am Morgen auf. Die Beschwerden sind davon abhängig, an welchen Stellen der Nerv geschädigt ist. Bei der peripheren Gesichtslähmung sind alle Äste im Gesicht betroffen: Der Patient kann die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge auf der betroffenen Seite kann nie völlig geschlossen werden. Bei dem Versuch dreht sich der Augapfel nach oben (Bell-Phänomen). Im Gegensatz hierzu kann bei einer zentralen Fazialisparese die Stirn gerunzelt und das betroffene Auge meist noch vollständig geschlossen werden. Beiden Typen ist der hängende Mundwinkel auf einer Seite, der sich beim Sprechen nicht bewegt, gemeinsam.
Die Heilungschancen für eine idiopathische Gesichtslähmung sind gut. Bei etwa 90% der Patienten heilt die Lähmung unter entsprechender Therapie nach 4 bis 10 Wochen bzw. Bei einer traumatischen Fazialisparese ist die Prognose abhängig vom Grad der Schädigung bei Therapiebeginn. In etwa 10% der Fälle bleibt die Mimik dauerhaft entstellt und kann eine plastische Operation erforderlich machen.
Angioödem: Plötzliche Schwellungen im Gesicht
Angioödeme sind plötzlich auftretende Schwellungen im Gesicht oder auch an den Atemwegen. Bei sogenannten hereditären Angioödemen liegen genetische Veränderungen zugrunde, die Schwellungen treten immer wieder auf. Wird die Krankheit nicht behandelt, kann dies lebensbedrohlich sein.
Was ist ein Angioödem?
Unter einem Angioödem versteht man eine Schwellung durch Wassereinlagerungen in der Haut, die plötzlich und meist im Gesicht auftritt. Man spricht auch von Quincke-Ödemen oder angioneurotischen Ödemen.
Wie äußert sich ein Angioödem?
Die unscharf begrenzten Schwellungen treten plötzlich auf und bilden sich nach wenigen Stunden bis mehreren Tagen wieder zurück. Am häufigsten ist das Gesicht betroffen, aber auch Mundschleimhaut, Zunge, Rachen, Kehlkopf und Magen-Darm-Trakt können betroffen sein.
Welche Formen von Angioödemen gibt es?
Man unterscheidet erworbene, spontan auftretende Angioödeme ohne erkennbaren Auslöser von hereditären Angioödemen, deren Ursache genetischer Natur ist. Hereditäre Angioödeme gehen mit episodisch wiederkehrenden Wassereinlagerungen in der Haut des Gesichts, der Hände, Füße, Genitalien sowie Zunge, Rachen und Kehlkopf einher. Ist die Darmschleimhaut betroffen, kommt es zu krampfartigen Bauchschmerzen.
Diagnose und Behandlung von Angioödemen
Hinsichtlich Diagnostik und Therapie der verschiedenen Angioödenformen ist die Unterscheidung zwischen spontanen Angioödemen und angeborenen Angioödemen besonders wichtig. Die angeborenen Angioödeme können mit bestimmten Laboruntersuchungen sicher festgestellt oder ausgeschlossen werden.
Kribbeln im Gesicht: Weitere Ursachen
Kribbeln im Gesicht kann verschiedene Ursachen haben. So macht sich etwa Lippenherpes meist durch ein Kribbeln um den Mund bemerkbar. Jucken und Kribbeln im Kopf und an der Nase können von einem beginnenden Erkältungsschnupfen herrühren.
Kribbeln in Kopf und Nase
Kribbeln im Gesicht, im Kopf und/oder in der Nase geht manchmal mit Jucken, Taubheitsgefühlen oder "Ameisenlaufen" einher. Folgende Ursachen können beispielsweise dahinterstecken:
- Schnupfen: Bei beginnendem Erkältungsschnupfen sowie bei allergischem Schnupfen können neben Nasenlaufen, Niesreiz und behinderter Nasenatmung auch Jucken und Kribbeln im Kopf beziehungsweise in der Nase auftreten.
- Migräne: Wenn dieser starke Kopfschmerz zuschlägt, macht er sich bei einigen Betroffenen unter anderem durch ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Gesicht bemerkbar.
Kribbeln am Mund
Kribbeln mit Brennen oder Taubheitsgefühl an Mund und Lippen kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:
- Kontaktallergie: Wenn auf größeren Schleimhautbereichen des Mundes oder im ganzen Mund eine Rötung, Brennen, Kribbeln und/oder Taubheitsgefühl auftreten, könnte dies auf eine Kontaktallergie (etwa auf Zahnpasta, Lebensmittelfarbstoffe oder Medikamente) hindeuten.
- Lippenherpes (Herpes simplex): Eine Herpesinfektion im Bereich der Lippen äußert sich in einem bläschenartigen Ausschlag. Noch bevor die Bläschen sich bilden, macht sich die Infektion meist durch ein Kribbeln oder Brennen der Lippen bemerkbar.
- Panikattacke: Bei manchen Betroffenen äußert sich eine Panikattacke unter anderem mit einem Kribbeln um den Mund herum - oft begleitet von einem Engegefühl in der Brust, schneller Atmung und großer Angst.
Falls das Kribbeln im Gesicht anhält, immer wieder auftritt oder mit Beschwerden wie Lähmungen einhergeht, sollte man es ärztlich abklären lassen.
Therapie von Taubheitsgefühlen
Generell ist die Therapie von Taubheitsgefühlen sehr stark von der Ursache abhängig. Wie bereits erwähnt, kann bei einem Karpaltunnelsyndrom das Tragen einer Schiene helfen, bei einem Bandscheibenvorfall eine physiotherapeutische Behandlung. Es ist also sehr wichtig, den Auslöser der Beschwerden zu identifizieren. Kommt es nur gelegentlich zu Beschwerden und hängen diese sicher mit Faktoren wie Kälte oder einer falschen Sitzhaltung zusammen, muss in der Regel kein ärztlicher Rat gesucht werden.
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