Die Alzheimer-Demenz, auch Alzheimer-Krankheit oder Morbus Alzheimer genannt, ist die häufigste Form der Demenz. Sie ist eine hirnorganische Krankheit, die zu einem Abbau der Nervenzellen im Gehirn führt und dadurch zunehmende Einschränkungen der Fähigkeiten der Betroffenen verursacht. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme und der Verlust alltäglicher Fähigkeiten können erste Anzeichen sein. Die Krankheit schleicht sich ins Leben ein, beginnend mit leichten Gedächtnisproblemen und Orientierungsschwierigkeiten. Es fällt immer schwerer, selbstständig zurechtzukommen, und man benötigt zunehmend Unterstützung.
Was ist Alzheimer-Demenz?
Bei einer Demenz nehmen wichtige Hirnleistungen nach und nach ab. Das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit sind in der Regel zuerst betroffen. Menschen mit Demenz fällt es zunehmend schwerer, sich zurechtzufinden und ein selbstständiges Leben zu führen. Alzheimer ist die weltweit häufigste Form der Demenz: Zwei Drittel aller dementen Menschen sind an Alzheimer erkrankt.
Ursachen der Alzheimer-Demenz
Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig erforscht. Sehr wahrscheinlich kommen bei der Entstehung mehrere Ursachen zusammen. Im Gehirn von Menschen mit Alzheimer lagern sich schädliche Proteine wie Amyloid-beta ab. Diese Eiweißablagerungen im Gehirn (Plaques beziehungsweise Fibrillen) sowie die Verminderung eines für das Gedächtnis wichtigen Botenstoffs (Acetylcholin) werden beobachtet.
Ursache von Alzheimer und den meisten anderen Demenzerkrankungen ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Da die Schädigung des Gehirns nicht rückgängig gemacht werden kann, sind diese Demenzen nicht heilbar. Es gibt aber auch Demenzformen, bei denen andere Grunderkrankungen die Ursache für die Beschwerden sind. Das können Hirnverletzungen sein, Depressionen, Durchblutungsstörungen, Vitaminmangel oder Alkoholmissbrauch sein.
Genetische Faktoren
Genetische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit und anderer Demenzen. Allerdings sind sie in weniger als 3% der Fälle der alleinige Auslöser für die Krankheit. Bei circa einem Prozent aller Alzheimer-Fälle handelt es sich um eine Erbkrankheit. Dabei spricht die Medizin von einer sogenannten familiären Alzheimer-Demenz, kurz FAD. Hier liegt das eigene Erkrankungsrisiko bei 50 Prozent, wenn ein Elternteil an dieser speziellen Alzheimer-Form erkrankt ist.
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Risikofaktoren
Der größte Risikofaktor für die Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit ist das Alter. Je älter man wird, umso größer ist auch das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Die meisten Betroffenen sind älter als 80 Jahre, nur in seltenen Fällen beginnt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr.
Die Wahrscheinlichkeit für eine Alzheimer-Demenz erhöht sich mit dem Alter: Ab ungefähr 65 Jahren erkranken Menschen häufiger daran. Eindeutige Antworten haben diese Untersuchungen noch nicht liefern können. Sie geben aber Hinweise darauf, dass folgende Faktoren die Entstehung einer Alzheimer-Demenz beeinflussen:
- Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)
- erhöhter Cholesterinspiegel
- Rauchen
- Depressionen
- Bluthochdruck
- Übergewicht
- wenig soziale Kontakte
- Schwerhörigkeit
- geringe Bildung
Auch die Vererbung spielt eine Rolle. Bisher sind einige wenige Gene bekannt, die die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Alzheimer-Demenz erhöhen.
Proteine und Alzheimer
Sicher ist, dass Alzheimer eine neurodegenerative Erkrankung ist. Es kommt zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn, wodurch auch die Hirnmasse abnimmt (fachsprachlich Hirnatrophie). Bei einer Alzheimer-Demenz sind vor allem Nervenzellen in der Hirnrinde, aber auch in tiefer liegenden Hirnbereichen betroffen. Durch spezielle Veränderungen im Gehirn kommt es bei der Alzheimer-Demenz zu einem fortschreitenden Verlust von geistigen Funktionen. An dem Krankheitsgeschehen beteiligt sind hauptsächlich zwei Proteine: das sogenannte Beta-Amyloid und Tau-Protein.
Bei der Alzheimer-Krankheit blockieren Beta-Amyloid- und Tauproteine den neuronalen Informationsaustausch und führen zum Absterben der Nervenzellen.
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Beta-Amyloid ist ein im Körper natürlich vorkommendes Protein, das durch eine biochemische Reaktion aus dem Amyloid-Vorläuferprotein (Amyloid-Precursor-Protein, APP) entsteht. Physiologisch wird das Eiweiß problemlos gespalten und abgebaut. Bei Alzheimer-Patienten ist dieser Prozess gestört. Die Beta-Amyloid-Proteine sammeln sich als toxische Oligomere an, verklumpen und setzen sich als unauflösliche Plaques zwischen den Nervenzellen fest. Diese auch als Alzheimer- oder senile Plaques bezeichneten extrazellulären Ablagerungen können vom Organismus nicht mehr eliminiert werden.
Zweitens bündeln sich pathogene Knäuel von Neurofibrillen, deren Hauptbestandteil Tau-Proteine sind. Tau-Proteine sorgen physiologisch für die Stabilität und Nährstoffversorgung der Neuronen. Bei der Alzheimer-Erkrankung kommt es zu einer Hyperphosphorylierung von Tau, was zu einer unkontrollierten Aggregation der Proteine führt. Diese lagern sich in Form von sogenannten neurofibrillären Tangles (NFT) - auch Alzheimer-Fibrillen genannt - innerhalb der Nervenfasern an.
Sowohl Beta-Amyloid als auch Tau-Proteine stören zunehmend die neuronale Kommunikation, was langfristig zu einem Verlust der Nervenzellen und einer sukzessiven Abnahme der Hirnsubstanz führt. Bei Alzheimer-Patienten gehen vor allem Acetylcholin-produzierende Nervenzellen zugrunde. Der Neurotransmitter spielt eine entscheidende Rolle bei Lern- und Gedächtnisprozessen. Eine verminderte Acetylcholin-Konzentration im synaptischen Spalt verhindert eine regelrechte Signaltransduktion, was sich wiederum negativ auf Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis auswirkt.
Ausgeprägte Atrophien betreffen vorwiegend die Temporal- und Parietallappen sowie die Hippocampusregion. Warum die Ablagerungen entstehen, ist weiterhin Gegenstand der Forschung. Eine im wissenschaftlichen Fokus stehende Pathologie ist die abnehmende Leistungsfähigkeit des glymphatischen Systems. Diese Struktur - ein 2013 entdeckter Mikrokreislauf im Zentralnervensystems (ZNS) - wird (vereinfacht) als Drainagesystem für pathogene Substanzen verstanden. Dieses scheint bei Alzheimer-Patienten gestört zu sein, sodass sich Beta-Amyloid-Plaques und hyperphosphoryliertes Tau in großer Dichte ansammeln.
Symptome der Alzheimer-Demenz
Bei der Alzheimer-Demenz lassen Gedächtnis, sprachliche Fähigkeiten und Orientierung mit der Zeit nach. Kennzeichnend für die Erkrankung ist der langsam fortschreitende Untergang von Nervenzellen und Nervenzellkontakten. Im Gehirn von Alzheimer-Kranken sind typische Eiweißablagerungen (Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen) festzustellen.
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Zum Krankheitsbild gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Veränderungen der Persönlichkeit. Diese Störungen sind bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt und nehmen im Verlauf der Erkrankung zu.
Ein charakteristisches Frühsymptom der Alzheimer-Demenz ist das Vergessen von zeitnahen Ereignissen, das Kurzzeitgedächtnis kann soeben Gehörtes nicht weiterverarbeiten. Bei einer Alzheimer-Demenz treten kognitive Beeinträchtigungen auf - zum Beispiel nimmt die Fähigkeit zu denken, zu planen und zu urteilen ab. Es kann zu Wortfindungsstörungen (Aphasie) kommen. Dabei fällt es schwer, Worte zu finden oder sich flüssig auszudrücken. Menschen mit Alzheimer können sowohl zeitlich als auch räumlich desorientiert sein. Alltägliche Aktivitäten wie Anziehen, Körperpflege, sichere Mobilität oder Kochen und Essen können Betroffenen plötzlich schwerfallen. Eine Alzheimer-Demenz kann bei den Betroffenen zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Aggressivität und sozialem Rückzug führen.
Stadien der Alzheimer-Demenz
Die Alzheimer-Demenz ist eine chronische Erkrankung, die über mehrere Jahre fortschreitet. Die meisten Menschen sind älter als 65 Jahre, wenn sich die ersten Symptome zeigen. Der Verlauf der Krankheit ist bei jedem etwas unterschiedlich. Die Erkrankten sind aber zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Die Krankheitsdauer bis zum Tod beträgt im Durchschnitt etwa acht Jahre. Es gibt aber sehr schnelle Verläufe von nur zwei Jahren und sehr langsame Verläufe von über 20 Jahren. Die jeweiligen Anforderungen an Betreuung, Pflege, Therapie und ärztliche Behandlung sind dabei sehr verschieden.
Frühstadium
Menschen mit Demenz im Frühstadium fällt es immer schwerer, ein komplett selbstständiges Leben zu führen. Sie werden vergesslicher und haben Probleme, sich zu konzentrieren. Komplexere Aufgaben des Alltags können bereits eine große Herausforderung darstellen. Die zunehmende Vergesslichkeit kann zu Ängsten, Stressgefühl, Aggressionen und auch Scham führen. Einige Menschen erleben depressive Verstimmungen und sind oft reizbar. Die Betroffenen sind in diesem Stadium bei Alltagsaufgaben weitgehend selbstständig. Lediglich komplizierte Tätigkeiten, beispielsweise das Führen des Bankkontos oder die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, können sie nur mit Hilfe ausführen. Die Fähigkeiten, Urteile zu fällen und Probleme zu lösen, sind eingeschränkt, aber nicht aufgehoben.
Mittleres Stadium
Im mittleren Stadium können Menschen mit Demenz kein selbstständiges Leben mehr führen. Eigenständige Nahrungsaufnahme, Körperhygiene und eventuell auch einfache Tätigkeiten zu Hause sind noch möglich, bedürfen aber einer Erinnerung. Komplexere Aufgaben wie Einkaufen, Kochen, Putzen oder auch Spazierengehen sind nur mit Unterstützung anderer möglich. Insgesamt ist jetzt das Risiko höher, sich zu verirren und den Heimweg nicht mehr zu finden, den Herd oder das Bügeleisen angeschaltet zu lassen und dadurch sich und andere zu gefährden. Häufig ist auch der Tag-Nacht-Rhythmus gestört. Das Sprachverständnis und die Sprechfähigkeit nehmen ab. Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden fällt immer schwerer. Die Einschränkungen von Gedächtnis, Denkvermögen und Orientierungsfähigkeit nehmen allmählich zu und erreichen einen Grad, der die selbstständige Lebensführung nicht mehr zulässt. Die Betroffenen brauchen zunehmend Hilfe bei einfachen Aufgaben des täglichen Lebens wie Einkaufen, Zubereiten von Mahlzeiten, Bedienen von Haushaltsgeräten oder der Körperpflege. Viele Erkrankte können keine vollständigen Sätze mehr bilden und sind dadurch schwer zu verstehen. Die Erinnerungen an lang zurückliegende Ereignisse verblassen ebenfalls. Auch die Wahrnehmung des eigenen Krankseins geht weitgehend verloren. Weiterhin können ausgeprägte Veränderungen des Verhaltens hinzukommen. Sie sind für die Angehörigen besonders belastend.
Fortgeschrittenes Stadium
In diesem Stadium sind Menschen mit Demenz durchgehend auf die Hilfe anderer angewiesen. Sprechen und Verstehen kann sich als so schwierig erweisen, dass Gespräche kaum noch möglich sind. Selbst einfache Tätigkeiten sind nicht mehr selbstständig ausführbar. Beim Essen und Trinken ist Hilfe nötig. Menschen mit fortgeschrittener Demenz erkennen selbst nahestehende Personen häufig nicht mehr. Im fortgeschrittenen Stadium besteht ein hochgradiger geistiger Abbau, die Sprache beschränkt sich nur noch auf wenige Wörter oder versiegt ganz. Die Demenzerkrankten sind bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe angewiesen. In der Regel geht die Kontrolle über Blase und Darm sowie über die Körperhaltung verloren. Viele können nicht mehr ohne Hilfe gehen, brauchen einen Rollstuhl oder werden bettlägerig. Es können Versteifungen in den Gliedmaßen, Schluckstörungen und Krampfanfälle auftreten. Die Anfälligkeit für Infektionen steigt.
Diagnose der Alzheimer-Demenz
Eine Alzheimer-Demenz lässt sich mit den aktuell verfügbaren Tests und Untersuchungsverfahren wie einer Computertomographie (CT) des Gehirns oder speziellen Laboruntersuchungen des Blutes nicht sicher erkennen. Daher ist eine umfassende Diagnostik nötig, um einen Verdacht auf Demenz bestätigen oder verwerfen zu können. Die erste Anlaufstelle ist meist die hausärztliche Praxis. In der weiteren Diagnostik arbeiten oftmals verschiedene Fachärztinnen und Fachärzte zusammen, vor allem aus den Bereichen Neurologie, Psychiatrie und Radiologie.
Für eine gesicherte Diagnose ist es wichtig, auch andere Erkrankungen als mögliche Auslöser bestehender Symptome im Blick zu haben: Denn Beschwerden wie zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme und Änderungen im Verhalten können ganz unterschiedliche Ursachen haben.
Sofern Warnsignale vorliegen, zum Beispiel Vergesslichkeit für wiederkehrende Ereignisse und alltägliche Begebenheiten, Wortfindungsstörungen oder Orientierungseinbußen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Gerade bei leichten, beginnenden Einbußen ist es empfehlenswert, - nach Absprache mit dem Hausarzt - einen Facharzt (Neurologe bzw. Psychiater) oder eine Gedächtnissprechstunde aufzusuchen.
Die Diagnostik bei einer Alzheimer-Krankheit umfasst in der Regel mehrere Untersuchungen und spezielle Tests. Das ist wichtig, denn die Symptome des Patienten müssen gründlich bewertet und abgeklärt werden.
- Kognitive Tests und psychometrische Tests: Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests wird die geistige Leistungsfähigkeit untersucht.
Behandlung der Alzheimer-Demenz
An Alzheimer-Demenz erkrankte Menschen benötigen eine langfristige Therapie und Begleitung. Abhängig von den persönlichen Bedürfnissen, der konkreten Lebenssituation und dem Erkrankungsstadium kann ein Betreuungsteam mit Fachkräften aus Medizin, Psychologie, Pflege und Sozialarbeit notwendig werden. Der Verlauf einer Alzheimer-Demenz lässt sich mit verschiedenen medikamentösen und nicht medikamentösen Behandlungsmaßnahmen positiv beeinflussen. Aufhalten oder heilen kann man die Erkrankung bislang jedoch nicht.
Medikamentöse Behandlung
In der Behandlung von Patienten mit Demenzerkrankungen spielen Medikamente eine wichtige Rolle. Sie werden zur Stabilisierung der geistigen Leistungsfähigkeit und der Alltagsbewältigung, zur Milderung von Verhaltensstörungen und in manchen Fällen auch zur Verhinderung weiterer Schädigungen des Gehirns eingesetzt.
Zu den gängigsten Medikamenten zählen:
- Cholinesterasehemmer: Diese Medikamente sollen den Informationsaustausch von Nervenzellen anregen und so Demenz-Symptome lindern.
- Memantin: Der Wirkstoff soll verhindern, dass ein Überschuss an Glutamat das Gehirn schädigt. Denn bei Alzheimer-Demenz sammelt sich vermutlich zu viel Glutamat im Gehirn an, was zum Absterben von Nervenzellen führt.
- Extrakte aus den Blättern des Ginkgo-Baumes: Sie sollen die Durchblutung fördern und Nervenzellen schützen.
Wichtig zu wissen: Es gibt unterschiedliche Medikamente, die den Abbau der geistigen Fähigkeiten bei leichter und mittelschwerer Demenz etwas verzögern können. Diese Arzneimittel können auch Nebenwirkungen haben.
Aktuell sind Medikamente in der Entwicklung, die in einem sehr frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit den Krankheitsverlauf verzögern sollen. Zwei dieser Medikamente - Lecanemab (Handelsname "Leqembi") und Donanemab (Handelsname "Kisunla") - sind 2025 in der Europäischen Union zugelassen worden und stehen seit September bzw. November 2025 auch für die Behandlung zur Verfügung. Da beide Wirkstoffe mit starken Nebenwirkungen verbunden sein können, sind für die Behandlung damit strenge Richtlinien erlassen worden.
Die neue Antikörper-Therapie bei Alzheimer-Demenz ist nicht unumstritten. Zum einen ist sie sehr aufwendig: Der Wirkstoff muss den Erkrankten alle zwei bis vier Wochen über die Dauer von zwei Stunden intravenös verabreicht werden. Zum anderen können erhebliche Nebenwirkungen auftreten wie Blutungen und Schwellungen (Ödeme) im Gehirn, die sogar tödlich verlaufen können. Auch die Kosten sind sehr hoch: So wird der Antikörper Lecanemab pro behandelter Person voraussichtlich etwa 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr kosten. Hinzu kommen Kosten für die engmaschigen Untersuchungen aufgrund der möglichen Nebenwirkungen.
Nicht-medikamentöse Behandlung
Neben der medikamentösen ist die nicht-medikamentöse Behandlung von Menschen mit Demenz von großer Bedeutung. Sie kann die geistige Leistungsfähigkeit und Alltagsfähigkeiten fördern, Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefinden verbessern.
Zu den nicht medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören:
- Gedächtnis- und Orientierungsübungen
- gemeinsame Alltagsaktivitäten
- Kunst-, Aroma-, Tier- und Musiktherapie
- körperliche Aktivitäten
- Massagen
- Angehörigenschulungen
Ziele der Demenz-Behandlung
Das Ziel der Demenz-Behandlung ist:
- die Selbstständigkeit und die Alltagskompetenzen möglichst lange zu bewahren
- psychische Beschwerden abzumildern
- insgesamt die Lebensqualität zu fördern
- die tägliche Belastung von Angehörigen zu reduzieren
Leben mit Alzheimer-Demenz
Menschen mit Alzheimer-Demenz erleben ihre Situation sehr unterschiedlich. Manche schaffen es, die Erkrankung zu akzeptieren und ein aktives, zufriedenes Leben zu führen, solange es möglich ist. Andere sind niedergeschlagen, werden depressiv und ziehen sich immer mehr zurück. Einige versuchen, ihre Erkrankung und die damit einhergehenden Beschwerden zu verdrängen. Viele aber machen gute Erfahrungen, wenn sie offen mit ihrer Situation umgehen.
Vorsorge und Hilfsangebote
Mit dem Fortschreiten einer Demenz werden die psychosoziale Betreuung, die Versorgung durch Pflegekräfte und die Entlastung pflegender Angehöriger immer wichtiger. Ein erster Schritt zu hilfreicher Unterstützung können örtliche Angebote sein: zum Beispiel Tagespflege-Einrichtungen, eine stundenweise Betreuung der zu pflegenden Person, Pflegekurse oder auch Gesprächsgruppen für Angehörige.
Im Anfangsstadium einer Demenz ist es wichtig, sich frühzeitig mit den zu erwartenden Auswirkungen auseinanderzusetzen und gezielte Vorkehrungen zu treffen. Mit einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung lässt sich regeln, wer später Aufgaben in der Versorgung übernehmen und Entscheidungen treffen soll. Eine Patientenverfügung stellt sicher, dass Ihre medizinischen Wünsche auch in unerwarteten Situationen respektiert werden und bewahrt so Ihre Selbstbestimmung.
Prävention von Alzheimer-Demenz
Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, geistiger Aktivität, sozialem Austausch und gesunder Ernährung kann das Risiko senken.
Alzheimer und andere Demenzen
Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz, aber nicht die einzige. Andere Demenzformen sind:
- Vaskuläre Demenz - durch Durchblutungsstörungen im Gehirn
- Lewy-Körperchen-Demenz - gekennzeichnet durch Halluzinationen und starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit
- Frontotemporale Demenz - führt häufig zu auffälligen Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen
- Demenz bei Parkinson - Gedächtnis- oder Denkstörungen im fortgeschrittenen Parkinson-Stadium
Im Umgang mit erkrankten Menschen sind die Unterschiede zwischen den Demenzformen oft nicht eindeutig.