Was sich Demenzkranke wünschen: Ein Blick auf die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt und Initiativen in Bayern

Die Versorgung von Menschen mit Demenz stellt angesichts des demografischen Wandels eine immer größere Herausforderung dar, insbesondere im Krankenhausumfeld. Die Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt und zahlreiche Initiativen in Bayern arbeiten daran, die Lebensqualität und Versorgungssituation von Demenzkranken zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die Wünsche von Demenzkranken, die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt und die vielfältigen Bemühungen in Bayern, eine demenzfreundliche Umgebung zu schaffen.

Der Pflegetisch Neuburg-Schrobenhausen: Ein Netzwerk für die Versorgung älterer Menschen

Der Pflegetisch Neuburg-Schrobenhausen setzt sich seit 2017 mit wichtigen Aspekten der Versorgung von älteren und pflegebedürftigen Menschen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen auseinander. Dieses Netzwerk besteht aus Vertretern ambulanter, teilstationärer und stationärer Pflegeeinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Kranken- und Pflegekassen, Behörden, Seniorenbeiräten, Kommunalpolitikern und engagierten Bürgern.

Im Rahmen eines öffentlichen Themenabends am Weltalzheimertag widmete sich der Pflegetisch der Frage: „Meine demente Mutter soll ins Krankenhaus - kann das gut gehen? Herausforderungen für den Klinikalltag.“ Als Hauptreferent konnte Dr. Winfried Teschauer gewonnen werden, der das Bayerische Modellvorhaben wissenschaftlich begleitet und Handlungsempfehlungen für die Praxis erarbeitet hat. Dr. Teschauer war lange Jahre Mitglied des Bundes- und Landesvorstands der Deutschen Alzheimergesellschaft und wissenschaftlicher Leiter der Ingenium Stiftung Ingolstadt.

Weitere Experten wie Dr. Mattias Fischer-Stabauer, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes, Vertreter von Pflegeeinrichtungen und Anelise Stampfer von der Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt gaben Einblicke in ihre Erfahrungen. In einem Podiumsgespräch wurden Fragen erörtert, wie die Versorgungssituation von Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus verbessert werden kann.

Die Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt: Eine Stimme für Betroffene und Angehörige

Die Alzheimer Gesellschaft Ingolstadt setzt sich aktiv für die Belange von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen ein. Anelise Stampfer, eine Vertreterin der Gesellschaft, gab im Rahmen des Themenabends des Pflegetisches Neuburg-Schrobenhausen ein Statement ab, um die Perspektive der Angehörigen zu verdeutlichen. Die Gesellschaft bietet Unterstützung, Beratung und Informationen für Betroffene und ihre Familien.

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Bayerische Initiativen für Demenzfreundlichkeit im Krankenhaus

Das Thema Menschen mit Demenz im (Akut-)Krankenhaus gewinnt aufgrund des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung. Mit steigendem Alter steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, sondern auch die Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen. Die General Hospital Study (GHoSt) aus dem Jahr 2016 bestätigte, dass die Versorgung von Menschen mit Demenz ein höchst relevantes Thema darstellt und die Kliniken vor große Herausforderungen stellt.

Die Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus (KBDiK)

Vor diesem Hintergrund wurde die Koordinierungsstelle Bayern Demenz im Krankenhaus (KBDiK) gegründet. Sie ist Ansprechpartner für bayerische Akutkrankenhäuser, die Beratung bei der Einführung, Umsetzung und Weiterentwicklung demenzsensibler Konzepte suchen. Die KBDiK zielt darauf ab, Lösungsmöglichkeiten für Herausforderungen der aktuellen und künftigen Versorgung von Patienten mit kognitivem Risiko in bayerischen Akutkrankenhäusern zu entwickeln und deren Umsetzung zu begleiten.

Die Koordinierungsstelle setzt auf die Beteiligung und Integration relevanter Akteure wie die Bayerische Krankenhausgesellschaft e. V. (BKG), die Vereinigung der Pflegenden in Bayern, die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern oder die Deutsche Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e. V.

Veranstaltungen und Fachtage

Die KBDiK und andere bayerische Institutionen veranstalten regelmäßig Fachtage und Symposien zum Thema Demenz im Krankenhaus. Diese Veranstaltungen dienen dem Austausch von Wissen und Erfahrungen und der Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Demenz.

  • 3. Bayerischer Fachtag Demenz im Krankenhaus (geplant für November 2025): Diese Hybridveranstaltung wird sich dem Themenschwerpunkt des Bedarfs einer demenzfreundlichen Notfallversorgung im Krankenhaus widmen.
  • Symposium der KBDiK (Dezember 2024): Das Symposium widmete sich dem Themenfeld „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“.
  • 2. Bayerischer Fachtag Demenz im Krankenhaus (November 2024): Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veranstaltete diesen Fachtag und widmete sich der Herausforderung Delirmanagement.
  • Fachtag „Demenz im Krankenhaus - Wege zu demenzsensiblen Konzepten“ (September 2023): Der Fachtag des LGL in Ingolstadt befasste sich mit Wegen zu demenzsensiblen Konzepten im Krankenhaus.

Demenzsensible Umgebungsgestaltung und Architektur

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die demenzsensible Umgebungsgestaltung und Architektur im Krankenhaus. Akutkrankenhäuser haben in Kooperation zwischen medizinischer Forschung und Pflegewissenschaft eine Reihe demenzsensibler Maßnahmen entwickelt. In der Fachwelt gibt es bereits umfangreiche Materialien, wie demenzfreundliche Strukturen entwickelt werden können. Krankenhäuser können ihre Beispiele guter Praxis einreichen und damit andere Krankenhäuser ermutigen, ähnliche Wege zu gehen.

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Was sich Demenzkranke wünschen

Um die Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus zu verbessern, ist es wichtig, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu verstehen. Hier sind einige Aspekte, die für Demenzkranke besonders wichtig sind:

  • Vertrautheit und Sicherheit: Demenzkranke fühlen sich in einer vertrauten Umgebung sicherer. Es ist wichtig, ihnen eine ruhige und übersichtliche Umgebung zu bieten.
  • Kommunikation: Die Kommunikation mit Demenzkranken sollte einfach und verständlich sein. Es ist wichtig, Geduld zu haben und auf nonverbale Signale zu achten.
  • Routine: Eine feste Tagesstruktur kann Demenzkranken helfen, sich zu orientieren und Ängste abzubauen.
  • Individuelle Betreuung: Jeder Mensch mit Demenz ist anders. Es ist wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben einzugehen.
  • Einbeziehung der Angehörigen: Angehörige können wichtige Informationen über die Gewohnheiten und Vorlieben des Demenzkranken liefern und bei der Betreuung unterstützen.

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