Zunahme von Alzheimer-Patienten: Eine statistische Analyse

Einführung

Die Alzheimer-Krankheit, auch bekannt als Morbus Alzheimer, ist eine neurodegenerative Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Sie ist die häufigste Form der Demenz und führt zu einem fortschreitenden Verlust der geistigen Fähigkeiten. Der folgende Artikel beleuchtet die Zunahme von Alzheimer-Patienten anhand statistischer Daten, wobei die demografischen Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Prävalenz der Krankheit in Deutschland im Fokus stehen.

Was ist Alzheimer?

Alzheimer-Demenz, auch bekannt als Morbus Alzheimer oder kurz Alzheimer, ist eine neurodegenerative Erkrankung, die hauptsächlich bei Menschen über 65 Jahren auftritt. Sie führt zu einer fortschreitenden Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten und ist für 60 % bis 70 % aller Demenzfälle verantwortlich. Typische Symptome sind Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Verhaltensänderungen.

Anstieg stationärer Krankenhausbehandlungen

Die Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen aufgrund von Alzheimer ist in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich gestiegen. Im Jahr 2021 wurden rund 18.700 Patientinnen und Patienten wegen Alzheimer in deutschen Kliniken stationär behandelt. Dies entspricht einem Anstieg von 82 % im Vergleich zu 20 Jahren zuvor. Im Jahr 2022 stieg die Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen wegen Morbus Alzheimer auf rund 19.000 Patientinnen und Patienten. Das waren 61 % mehr Alzheimer-Behandlungen als 20 Jahre zuvor mit 11800 Fällen.

Dieser Anstieg ist unter anderem auf den demografischen Wandel zurückzuführen. Die Alterung der Bevölkerung in Deutschland führt zu einem höheren Anteil älterer Menschen, bei denen das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, deutlich höher ist.

In Berlin wurden im Jahr 2022 871 Menschen aufgrund von Alzheimer vollstationär in Krankenhäusern behandelt, was einer Verdopplung gegenüber 2007 mit 391 Behandlungsfällen entspricht. In Brandenburg blieb die Zahl der Fälle mit 697 im Jahr 2022 annähernd gleich im Vergleich zu 664 Behandlungsfällen im Jahr 2007.

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Zunahme der Todesfälle

Auch die Zahl der Todesfälle infolge von Alzheimer hat in den letzten Jahren zugenommen. Im Jahr 2021 starben mehr als 9.200 Menschen in Deutschland an Alzheimer. Dies entspricht einer fast Verdoppelung (+94 %) innerhalb von 20 Jahren. Im Jahr 2020 starben in Deutschland insgesamt 9450 Menschen an Alzheimer - laut Statistischem Bundesamt so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Todesfälle war mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2000 mit 4535 Todesfällen.

Dieser Anstieg der Todesfälle steht ebenfalls im Zusammenhang mit der Alterung der Bevölkerung. Da immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken und daran zu sterben.

Demografischer Wandel als Hauptursache

Der demografische Wandel, also die Alterung der Bevölkerung, ist ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Alzheimer-Erkrankungen. Die Zahl der Menschen ab 65 Jahren hat gegenüber 2001 um 31 % auf 18,4 Millionen im Jahr 2021 zugenommen. Im Jahr 2023 ist die Zahl der Menschen ab 65 Jahren gegenüber 2003 um 27 % auf 18,9 Millionen gestiegen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Im Jahr 2021 waren rund neun von zehn Patientinnen und Patienten (89 %) 70 Jahre oder älter. Besonders häufig werden Erkrankte im Alter von 80 bis 84 Jahren wegen Alzheimer im Krankenhaus behandelt (5.600 oder 30 % aller Fälle).

Die steigende Lebenserwartung in Deutschland führt dazu, dass es mehr Neuerkrankungen als Sterbefälle unter den bereits Erkrankten gibt. Dies trägt dazu bei, dass die Zahl der Demenzerkrankten in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich zunimmt.

Betroffene Altersgruppen und Geschlechter

Besonders häufig werden Erkrankte im Alter von 80 bis 84 Jahren wegen Alzheimer im Krankenhaus behandelt. Im Jahr 2022 war knapp die Hälfte der Patientinnen und Patienten (49 %) 75 bis unter 85 Jahre alt, gut ein Viertel (28 %) der Behandelten war 85 und älter. Lediglich rund 6 % der wegen M. Alzheimer im Krankenhaus Behandelten waren jünger als 65 Jahre.

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Frauen sind überproportional von Alzheimer betroffen. Im Jahr 2022 waren 58 % der Alzheimer-Patientinnen und -Patienten Frauen, 42 % Männer.

Verweildauer im Krankenhaus

Ein stationärer Krankenhausaufenthalt wegen einer Alzheimer-Behandlung dauerte im Schnitt 20,2 Tage - und damit vergleichsweise lang.

Regionale Unterschiede

Der Anteil von Menschen mit Demenz an der Bevölkerung unterscheidet sich zwischen den Bundesländern deutlich. Dies liegt an den Unterschieden in der Altersstruktur der Länder. Während in Hamburg und Berlin, die bundesweit den niedrigsten Altersdurchschnitt haben, weniger als 1,8 Prozent der Bevölkerung eine Demenz haben, ist der Anteil in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen prozentual mit mehr als 2,4 Prozent am höchsten.

Demenz bei jüngeren Menschen

Obwohl Demenzerkrankungen hauptsächlich ältere Menschen betreffen, sind auch jüngere Menschen betroffen. Fast 6 Prozent der Betroffenen in Deutschland - rund 106.000 Menschen - sind jünger als 65 Jahre. Diese Gruppe wird erst seit wenigen Jahren zunehmend wahrgenommen, und es fehlt vielfach noch an geeigneten Unterstützungsangeboten für sie und ihre Familien.

Es wird angenommen, dass in Deutschland derzeit mehr als 100.000 Menschen unter 65 Jahren leben, die an einer Demenz erkrankt sind. Die Ursache für diese höhere Zahl liegt vor allem darin, dass sich die Diagnostik in den letzten Jahren deutlich verbessert hat und Demenzen auch bei jüngeren Menschen regelmäßiger erkannt werden.

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Prognosen für die Zukunft

Die Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland wird neuen Schätzungen zufolge bis 2050 erheblich steigen. Während 2018 knapp 1,6 Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit einer Demenzerkrankung lebten (1,9 Prozent der Bevölkerung), gehen die Experten von Alzheimer Europe von einem Anstieg auf 2,7 Millionen im Jahr 2050 aus (3,4 Prozent). Nach neuesten Berechnungen leben in Deutschland derzeit rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Im Laufe des Jahres 2023 sind zwischen 364.000 und 445.000 Menschen neu an einer Demenz erkrankt. Je nachdem, wie sich die Altersstruktur der Bevölkerung insgesamt entwickelt, wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz über 65 Jahren bis zum Jahr 2050 auf 2,3 bis 2,7 Millionen erhöhen.

Die erwartete Zahl demenzkranker Menschen werde die Gesundheitssysteme weiter unter Druck setzen.

Präventionsmaßnahmen und Risikofaktoren

Derzeit sind 14 beeinflussbare Risikofaktoren für Demenzerkrankungen bekannt. Wie stark sich bessere Prävention in diesem Bereich auswirkt, lasse sich aber schwer vorhersagen. Es ist vielversprechend zu sehen, dass gesündere Lebensstile, bessere Bildung und eine verbesserte Kontrolle von kardiovaskulären Risikofaktoren einen Effekt auf die Häufigkeit von Demenz zu haben scheinen.

Herausforderungen und notwendige Maßnahmen

Die steigende Zahl von Alzheimer-Patienten stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Es bedarf umfassender Maßnahmen, um die Versorgung und Betreuung der Betroffenen zu verbessern und die Angehörigen zu unterstützen.

Dazu gehören:

  • Ausbau der Forschung zur Früherkennung, Behandlung und Prävention von Alzheimer
  • Förderung von demenzfreundlichen Kommunen und Strukturen
  • Schaffung von bedarfsgerechten Betreuungsangeboten für Menschen mit Demenz und ihre Familien
  • Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Demenz

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