Alzheimer-Schreibmuster: Symptome, Ursachen, Diagnose und Umgang

Die Alzheimer-Krankheit, auch bekannt als "Demenz vom Alzheimer-Typ" oder "Morbus Alzheimer", ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die die häufigste Ursache für Demenz darstellt. "Neurodegenerativ" bedeutet, dass Nervenzellen im Gehirn allmählich geschädigt werden, absterben oder ihre Funktion verlieren. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) lebten in Deutschland Ende 2021 etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, wobei die Alzheimer-Demenz den größten Teil ausmacht.

Symptome der Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit manifestiert sich durch eine Reihe von Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verschlimmern. Zu den häufigsten frühen Anzeichen gehören:

  • Vergesslichkeit: Dies ist oft eines der ersten und auffälligsten Anzeichen. Betroffene vergessen wichtige Termine oder schalten den Herd nicht aus und sind auf Notizen angewiesen, um den Alltag zu bewältigen. Während es normal ist, Namen oder Termine kurzzeitig zu vergessen, erinnern sich Alzheimer-Patienten später nicht mehr daran.

  • Orientierungsverlust: Alzheimer-Patienten können die örtliche und zeitliche Orientierung verlieren. Sie vergessen, wo sie sich befinden und wie sie dorthin gekommen sind. Typisch sind auch Schwierigkeiten mit der Uhrzeit, der Jahreszeit oder der zeitlichen Einordnung in Kategorien wie "gestern", "heute" und "morgen".

  • Schwierigkeiten bei der Interpretation von Informationen: Der fortschreitende kognitive Abbau erschwert es Betroffenen, allgemeine Informationen richtig einzuordnen. Sie können ihren Standort, Gegenstände, Personen oder gesprochene Worte falsch interpretieren, weil sie sie nicht mehr in den richtigen Kontext setzen können. Ein Beispiel wäre, dass Bilderrahmen an der Wand nicht mehr als solche erkannt, sondern als Fenster wahrgenommen werden.

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  • Sprach- und Kommunikationsstörungen (Aphasie): Wortfindungsstörungen sind klassische Anzeichen. Demenzerkrankte benennen Dinge plötzlich anders und sagen zum Beispiel "Hand-Uhr" statt "Armbanduhr". Es fällt ihnen schwer, einem Gespräch zu folgen, sich aktiv daran zu beteiligen, den Faden zu verlieren, unpassende Füllwörter zu verwenden oder Wortfindungsprobleme zu haben.

  • Schwierigkeiten bei der Ausführung gewohnter Aufgaben: Menschen mit Alzheimer haben zunehmend Schwierigkeiten, gewohnte Alltagsaufgaben zu erledigen. Im fortgeschrittenen Stadium haben viele Patienten auch Schwierigkeiten bei alltäglichen Ritualen wie Essen und Trinken oder der Körperpflege. Ein ungepflegtes Erscheinungsbild kann ein Ausdruck fehlender Fähigkeiten sein, beispielsweise nicht mehr zu wissen, wie man einen Kamm benutzt.

  • Verhaltens-, Stimmungs- und Persönlichkeitsveränderungen: Die Alzheimer-Krankheit kann mit Veränderungen im Verhalten, der Stimmung und der Persönlichkeit der Patienten einhergehen. Es bereitet ihnen zunehmend Schwierigkeiten, angemessene Entscheidungen zu treffen, da ihr Urteilsvermögen nachlässt. Sie haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu kontrollieren. Starke Gefühlsausbrüche, beispielsweise in Form von Wut und Aggression, können im Pflegealltag sehr herausfordernd sein. Sie verlieren ihre Eigeninitiative und gehen immer weniger ihren Hobbys, sozialen oder sportlichen Aktivitäten nach. Starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund können eine Folge der Erkrankung sein.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung der Krankheit erhöhen können:

  • Genetische Faktoren: In etwa einem Prozent der Fälle handelt es sich um eine erbliche Form, die sogenannte familiäre Alzheimer-Demenz (FAD). Hier liegt das eigene Erkrankungsrisiko bei 50 Prozent, wenn ein Elternteil an dieser speziellen Alzheimer-Form erkrankt ist. Jeder Mensch erbt von seinen Eltern zwei Kopien des ApoE-Gens, das in verschiedenen Varianten vorkommt. Die Variante ApoE4 erhöht das Alzheimer-Risiko und kann die Nebenwirkungen von Leqembi verstärken. Eine Kopie von ApoE4 (von einem Elternteil vererbt) bedeutet ein erhöhtes Risiko, ist aber behandelbar. Zwei Kopien von ApoE4 (von beiden Elternteilen vererbt) bedeuten ein stark erhöhtes Risiko für Hirnschwellungen und Hirnblutungen. Diese Personen sind daher von der Behandlung ausgeschlossen.

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  • Ablagerung von Beta-Amyloid und Tau-Protein: Im Gehirn von Alzheimer-Patienten finden sich charakteristische Veränderungen, insbesondere Ablagerungen von Beta-Amyloid (Plaques) und Veränderungen des Tau-Proteins (Fibrillen). Beta-Amyloid ist ein Protein, das normalerweise im Gehirn vorkommt. Bei der Alzheimer-Krankheit wird dieses Protein jedoch fehlerhaft verarbeitet und bildet Klumpen oder Ablagerungen. Diese sogenannten Plaques sind wie Straßensperren auf den Informationswegen des Gehirns. Im Inneren der Gehirnzellen gibt es Strukturen, die wie Schienen für den Transport von Nährstoffen und anderen wichtigen Substanzen vorgesehen sind. Diese Strukturen werden durch das Tau-Protein stabilisiert. Bei Alzheimer verändert sich das Tau-Protein und bildet knäuelhafte Fasern, sogenannte Fibrillen.

  • Weitere Risikofaktoren: Es gibt eine Reihe an Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung von Demenzerkrankungen und kognitiven Abbauprozessen erhöhen können.

Diagnose

Eine frühe Diagnose ist wichtig, auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist. Sie bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen. Die Diagnostik umfasst in der Regel mehrere Untersuchungen und spezielle Tests, um die Symptome des Patienten gründlich zu bewerten und abzuklären.

  • Kognitive und psychometrische Tests: Im Rahmen von verschiedenen Demenz-Tests wird die geistige Leistungsfähigkeit untersucht. Dabei absolvieren Patienten kleinere Aufgaben und beantworten Fragen.

  • Neurologische Untersuchungen: Neurologen sind Spezialisten für Erkrankungen des Nervensystems, einschließlich des Gehirns. In vielen Krankenhäusern gibt es spezielle Gedächtnissprechstunden oder ganze Gedächtnisambulanzen, die auf die Frühdiagnostik bei beginnenden Gedächtnisproblemen spezialisiert sind.

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  • Bildgebende Verfahren: Mittels bildgebender Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Positronenemissionstomographie (PET) können Veränderungen im Gehirn sichtbar gemacht werden. Die Forscher verwendeten zum Nachweis der Amyloidplaques den Marker 18F-Florbetapir. Dabei zeigte sich, dass diese Funktionen dosisabhängig umso schlechter waren, je mehr Amyloid in ihren Gehirnen bereits verklumpt war. Das Fazit der Autoren: Je mehr Amyloid sich ablagert, umso schlechter funktioniert das Gehirn.

Stadien der Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit verläuft in verschiedenen Stadien, die sich in ihren Symptomen und Auswirkungen auf die Lebensqualität unterscheiden:

  • Frühes Stadium (Stadium 2): Die Störungen sind noch relativ gering. Das Kurzzeitgedächtnis ist beeinträchtigt, und es fällt den Betroffenen schwer, sich zu konzentrieren und Gesprächen zu folgen. Sie benötigen Unterstützung bei finanziellen Angelegenheiten oder Behördengängen. Dinge werden verlegt, Informationen nicht behalten.

  • Mittleres Stadium: Sprach- und Orientierungsprobleme sowie Vergesslichkeit nehmen zu, und der Tag-Nacht-Rhythmus kann gestört sein. Häufig stellt sich eine massive Unruhe ein. Viele Betroffene neigen dazu, aus der Wohnung zu laufen, eine sogenannte Hinlauftendenz. Es kann zu aggressivem Verhalten und Wutausbrüchen kommen.

  • Spätes Stadium (Endstadium): Essen und Trinken ist nicht mehr selbstständig möglich. Die Betroffenen erkennen meist vertraute Personen nicht mehr, verlieren die Fähigkeit zu sprechen und ihre Bewegungen zu koordinieren. Im Endstadium sind die meisten Patienten teilnahmslos. Verschiedene Faktoren im Endstadium von Alzheimer schwächen zudem das Immunsystem der Patienten. In der Folge sind sie anfälliger für Infektionskrankheiten, die dann oftmals tödlich enden.

Therapie und Behandlung

Obwohl die Alzheimer-Krankheit nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Therapie- und Behandlungsansätze, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und die Symptome lindern können:

  • Medikamentöse Therapie: Es gibt Medikamente, die die Symptome der Alzheimer-Krankheit verbessern können, insbesondere solche, die auf die Neurotransmitter im Gehirn wirken.

  • Nicht-medikamentöse Therapie: Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie und Psychotherapie können dazu beitragen, die kognitiven und körperlichen Fähigkeiten der Patienten zu erhalten und ihre Lebensqualität zu verbessern.

  • Unterstützung für Angehörige: Die Pflege von Menschen mit Alzheimer kann sehr belastend sein. Es ist wichtig, dass Angehörige Unterstützung und Entlastung erhalten, beispielsweise durch Selbsthilfegruppen oder professionelle Pflegekräfte.

Prävention

Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass man nicht an Alzheimer erkrankt, gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko möglicherweise verringern können:

  • Geistige Aktivität: Wer das ganze Leben über geistig aktiv ist, vor allem aber in jungen Jahren und im mittleren Alter, der hat auch im Alter kaum erhöhte Amyloidwerte. Die Studie wirft somit ein völlig neues Licht auf die Beobachtung, dass geistig aktive Menschen seltener an Alzheimer erkranken. Die PET-Daten von Landau und Mitarbeitern deuten nun darauf hin, dass der Krankheitsprozess bei geistig Aktiven häufig gar nicht erst in Gang kommt. Wenn man liest oder Kreuzworträtsel löst, könnte dies das Gehirn stimulieren und so Alzheimer verzögern oder gar verhindern.

  • Körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung bremst die Ansammlung des Tau-Proteins im Gehirn - einem zentralen Faktor für den Verlauf von Alzheimer. Bewegung wirkt bei Alzheimer schon früh - selbst 3.000 Schritte täglich können das Gehirn über Jahre schützen, bevor erste Symptome auftreten. Wer zwischen 3.001 und 5.000 Schritte täglich ging, blieb im Schnitt drei Jahre länger geistig stabil. Wer 5.001 bis 7.500 Schritte erreichte, konnte den geistigen Abbau im Mittel sogar um sieben Jahre verzögern.

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und gesunden Fetten kann die Gesundheit des Gehirns fördern.

  • Vermeidung von Risikofaktoren: Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen können auch das Risiko für Alzheimer erhöhen.

Leben mit Alzheimer

Das Leben mit Alzheimer kann für Betroffene und ihre Angehörigen sehr herausfordernd sein. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, den Alltag zu erleichtern und die Lebensqualität zu verbessern:

  • Anpassung des Wohnraums: Kleine Orientierungs- und Erinnerungshilfen im Wohnraum können Betroffenen und Angehörigen den Pflegealltag erleichtern.

  • Kommunikation: Wenn Sie einen Menschen mit Demenz zu Hause pflegen, müssen Sie einen Weg finden, wie Sie langfristig gut miteinander kommunizieren und leben können.

  • Beschäftigung: Wenn Alzheimer-Patienten über die Zeit den Umgang mit alltäglichen Dingen verlernen, wird die Auswahl an Aktivitäten im Alltag immer kleiner. Das Bedürfnis nach Beschäftigung bleibt jedoch. Kleinere Aufgaben und Übungen für die Person mit Alzheimer schaffen auch Ihnen als Pflegeperson kleine Pausen.

Fazit

Die Alzheimer-Krankheit ist eine komplexe und herausfordernde Erkrankung. Eine frühe Diagnose, eine umfassende Behandlung und eine liebevolle Betreuung können jedoch dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen zu verbessern. Es ist wichtig, sich über die Krankheit zu informieren, Unterstützung zu suchen und aktiv an der Gestaltung des Lebens mit Alzheimer teilzunehmen.

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