Die Frage nach einem Zusammenhang zwischen Alzheimer und Brustkrebs ist komplex und wird seit Jahren intensiv erforscht. Während einige Studien auf einen möglichen Zusammenhang hindeuten, kommen andere zu dem Schluss, dass es keine direkte Verbindung gibt. Es ist wichtig, die verschiedenen Faktoren zu berücksichtigen, die bei der Entstehung beider Krankheiten eine Rolle spielen, um ein umfassendes Verständnis zu erhalten.
Genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse
Krankheiten können erblich bedingt sein. Das bedeutet, dass Veränderungen im Erbgut, sogenannte Mutationen, zu Fehlfunktionen in den Zellen führen können. Allerdings spielen auch Umwelteinflüsse und die Lebensführung eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Krankheiten.
In der Medizin unterscheidet man zwischen monogenen Erkrankungen, bei denen nur ein Gen verändert ist, und komplexen genetischen Erkrankungen. Bei komplexen Erkrankungen hat jedes einzelne Gen nur einen geringen Risikoeinfluss. Zu diesen Erkrankungen gehören viele Volkskrankheiten wie Diabetes oder Krebs.
Familiäres Risiko und Früherkennung
In etwa fünf Prozent der Fälle ist Krebs erblich bedingt. Wenn Brustkrebs in zwei aufeinanderfolgenden Generationen auftritt, besteht ein hohes familiäres Risiko. Auch ein sehr frühes Erkrankungsalter kann ein Indiz sein. In solchen Fällen wird eine genetische Beratung empfohlen.
Es ist wichtig zu beachten, dass ein genetisches Risiko nicht bedeutet, dass man zwangsläufig an der Krankheit erkrankt. Umwelteinflüsse und Lebensstil spielen eine entscheidende Rolle.
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Aluminium: Ein möglicher Risikofaktor?
Aluminium steht im Verdacht, Krankheiten wie Alzheimer oder Brustkrebs zu verursachen. Es gibt Studien, die einen erhöhten Aluminiumgehalt im Brustdrüsengewebe von Patientinnen mit Brustkrebs gefunden haben. Ein eindeutiger wissenschaftlicher Zusammenhang ist jedoch noch nicht bewiesen, da noch nicht genügend verlässliche Daten vorliegen.
Aluminium kann über verschiedene Wege in den Körper gelangen, beispielsweise über Lebensmittel, Trinkwasser oder Kosmetika. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge von Aluminium bei einem Teil der Bevölkerung bereits durch Lebensmittel ausgeschöpft sein könnte.
Brustkrebsbehandlung und Demenzrisiko
Interessanterweise gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Brustkrebsbehandlungen das Demenzrisiko senken könnten. Eine Studie aus Südkorea hat gezeigt, dass Medikamente, die gegen Brustkrebs eingesetzt werden, und auch Strahlentherapien das Demenzrisiko senken können.
Es wird vermutet, dass bestimmte Wirkstoffe als Nebeneffekt schützend auf das Gehirn wirken. Auch Tierversuche deuten darauf hin, dass das Demenzrisiko durch eine Krebsbehandlung sinken kann.
Molekulare Verbindungen und Forschungsansätze
Die Forschung hat auch molekulare Verbindungen zwischen Alzheimer und Krebs aufgedeckt. So konnte ein "molekularer Link", das Alzheimer-Protein "Amyloid-Vorläufer-Protein (APP)", nachgewiesen werden. Bei Krebs fördert die zellschützende Funktion von APP das Wachstum von Tumoren, während bei Alzheimer die zellschützende Funktion fehlt.
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Ein weiterer Forschungsansatz ist das Medikament Bexaroten, das zur Behandlung von Hautkrebs eingesetzt wird. Es gibt Hinweise darauf, dass Bexaroten auch im Kampf gegen Alzheimer ein aussichtsreicher Kandidat sein könnte.
Studienergebnisse und Wechselwirkungen
Mehrere Studien haben eine gewisse Wechselwirkung zwischen dem Auftreten einer Alzheimer-Demenz und bestimmten Krebsarten gezeigt. So erkranken Überlebende eines Krebsleidens seltener an Alzheimer als Gleichaltrige ohne Krebs.
Es gibt auch Hinweise darauf, dass das Krebsrisiko bei Alzheimer-Patienten reduziert ist und umgekehrt. Allerdings gibt es auch Krebsarten, die nicht mit einem verringerten Risiko einhergehen oder sogar mit einem erhöhten Risiko verbunden sind.
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