Einführung
Viele Eltern kennen das Gefühl, am Ende ihrer Kräfte zu sein, besonders wenn die Kindererziehung herausfordernd wird. Der Wunsch, alles richtig zu machen und die perfekte Familie zu sein, kann zu Stress und Konflikten führen. Dieser Artikel beleuchtet den Weg einer Mutter, die diesen Zustand erkannte und einen Weg fand, zu einer entspannteren und liebevolleren Erziehung zu gelangen. Dabei werden konkrete Erfahrungen, Erkenntnisse und Tipps aus dem Buch "Mamahoch2: Endlich entspannter erziehen" von Sabrina Heinke einbezogen.
Der Beginn einer Reise: Unsicherheit und hohe Erwartungen
Im Jahr 2010, schwanger und voller Vorstellungen vom Muttersein, begann die Reise. Nach der Geburt des ersten Kindes im Jahr 2011 stellte sich jedoch schnell Unsicherheit ein. Die Frage, ob man richtig handelt, genug tut und die richtigen Entscheidungen trifft, begleitete den Alltag. Der Wunsch, dem Kind das Beste zu ermöglichen, führte oft zu Angst, Fehler zu machen oder nicht perfekt zu sein.
Die Herausforderungen des Alltags: Regeln, Grenzen und Machtkämpfe
Mit dem Heranwachsen des Kindes im Jahr 2013 kamen neue Herausforderungen hinzu. Trotz der Liebe und Zuneigung entstand ein Alltag, der von Regeln, Grenzen, Verboten und Geboten geprägt war. Der Wunsch, dem Kind keine "auf der Nase herumtanzen" zu lassen und unerwünschtes Verhalten wie Wutanfälle im Supermarkt zu vermeiden, führte zu einem zunehmend kontrollierenden Erziehungsstil. Die Mutter fühlte sich oft überfordert und an ihrer Belastungsgrenze. Die Machtverteilung war klar definiert: die Eltern als die "Größeren, Älteren, Erfahreneren" und das Kind als derjenige, der reguliert und kontrolliert werden musste.
Der Wendepunkt: Ein Moment der Erkenntnis
Ende 2013, schwanger mit dem zweiten Kind, spitzte sich die Situation zu. Tägliche Streitereien mit dem älteren Sohn führten zu Stress und blankliegenden Nerven. In einem Moment der Überforderung sagte die Mutter einen Satz, den sie später zutiefst bereute: "Weißt du, wie du zu mir bist - Das ist böse!". Dieser Moment, in dem sie die großen Augen ihres Sohnes sah, markierte einen Wendepunkt. Ihr wurde bewusst, dass sie so nicht weitermachen wollte. Sie sehnte sich nach dem Gefühl der bedingungslosen Liebe zurück, das sie bei der Geburt ihres Kindes empfunden hatte. Sie wollte nicht länger "die blöde meckernde Mutter" sein, sondern für ihre Kinder da sein.
Die Suche nach Veränderung: Selbstreflexion und neue Perspektiven
Im Jahr 2014 begann eine Phase der Selbstreflexion. Gespräche mit dem Ehemann führten zu der Erkenntnis, dass Stress eine große Rolle im Familienalltag spielte, ein Stress, den sich die Eltern selbst auferlegten. Sie erkannten, dass sie ihren Sohn oft ermahnten und möglicherweise zu viel von ihm erwarteten. Die ewigen Machtkämpfe belasteten alle Beteiligten. Die Frage, was passieren würde, wenn die Regeln und Konsequenzen nicht mehr funktionierten, führte zu dem Wunsch, etwas zu ändern.
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Die Mutter erkannte, dass nicht das Kind das Problem war, sondern die Eltern. Sie hatte versucht, das Kind zu "biegen" und zu einer "Pro-Version" zu machen. Doch sie erkannte, dass sie es selbst in der Hand hatte, die Situation zu verändern. Sie musste ihren Blickwinkel ändern und bereit sein, sich selbst zu verändern.
Der Weg zur entspannten Erziehung: Glaubenssätze hinterfragen und auf Augenhöhe begegnen
Der Weg zur entspannten Erziehung war ein Prozess, der viele Monate dauerte. Es bedeutete, die eigene Kindheit zu hinterfragen, Glaubenssätze zu überdenken und den Alltag neu zu gestalten. Es bedeutete vor allem, zu lernen, sich selbst zu lieben und den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen.
Die Mutter fasste den Mut, ihre "Waffen" symbolisch abzulegen. Sie erkannte, dass sie mit ihren Problemen nicht allein war und dass es möglich ist, alte Muster abzulegen. Sie begann, ihre Erfahrungen und ihren Weg in einem Buch festzuhalten, um anderen Eltern Mut zu machen.
"Mamahoch2: Endlich entspannter erziehen" - Ein Ratgeber für den Familienalltag
Das Buch "Mamahoch2: Endlich entspannter erziehen" von Sabrina Heinke ist ein Ratgeber für Eltern, die sich nach einem entspannteren Familienalltag sehnen. Die Autorin, selbst Mutter von drei Kindern und erfolgreiche Bloggerin, beschreibt ihren eigenen Weg von einer gestressten und unzufriedenen Mutter zu einer gelassenen Erzieherin.
Die eigene Erziehung überdenken
Das Buch beginnt mit der Aufforderung, die eigene Sichtweise und Erziehung zu überdenken. Sabrina Heinke zeigt, wie das gelingen kann und welche Fragen man sich stellen sollte. Sie beschreibt, wie ein entspannter Familien-Verhaltenskodex aussehen kann und welche grundsätzlichen Familienmissverständnisse es gibt.
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Praktische Tipps für den Alltag
Anschließend gibt die Autorin superpraktische Tipps für Probleme im Alltagsleben: vom Umgang mit Morgenmuffeln über den Medienkonsum bis hin zum Aufräumen. Ihre Tipps sind alltagstauglich und leicht umzusetzen.
Ein entspanntes Familienleben
Das Ziel des Buches ist es, Eltern zu helfen, ein entspanntes Familienleben zu führen. Sabrina Heinke zeigt, wie man weniger schimpft, weniger Chaos hat und weniger Stress im Familienalltag erlebt.
Weitere unterstützende Ansätze
Neben den Erkenntnissen und Tipps aus "Mamahoch2" gibt es weitere Ansätze, die Eltern auf dem Weg zu einer entspannteren Erziehung unterstützen können:
Die Vorpubertät verstehen und begleiten
Die Vorpubertät, eine oft übersehene Phase im Alter von etwa 9 bis 12 Jahren, kann Eltern vor ähnliche Herausforderungen stellen wie die "richtige" Pubertät. Matthias Jung, Diplom-Pädagoge und Jugend-Experte, gibt in seinem Buch "Chill mal!" Einblicke in die Welt der Vorpubertierenden und hilft Eltern, diese Phase besser zu verstehen und zu begleiten.
Die Bedürfnisse von Mädchen verstehen
Mädchen im Vor- und Grundschulalter stellen ihre Eltern oft vor besondere Herausforderungen. Dr. Judith Bildau, Frauenärztin und Mutter von fünf Töchtern, hat in ihrem Ratgeber "Alles, was deine Tochter braucht" wichtige Informationen und praktische Tipps für Eltern von Mädchen zusammengestellt. Sie erklärt ehrlich, fachkundig und von Herzen, was Mädchen brauchen, um stark und glücklich zu werden.
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Grenzen setzen und Medienkonsum regulieren
Ein wichtiger Aspekt einer entspannten Erziehung ist das Setzen von Grenzen und die Regulierung des Medienkonsums. Eltern sollten sich bewusst machen, welche Werte sie ihren Kindern vermitteln möchten und welche Regeln für den Umgang mit Medien gelten sollen.