Strukturelle Herzerkrankungen und neurologische Diagnostik erfordern spezialisierte Verfahren. Die ambulante Liquorpunktion in Chemnitz stellt eine wertvolle diagnostische Option dar, insbesondere im Bereich der Neurologie. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der ambulanten Liquorpunktion sowie innovative kardiologische Verfahren, die in Chemnitz angeboten werden.
Kardiologische Interventionen bei strukturellen Herzerkrankungen
Strukturelle Herzerkrankungen umfassen Erkrankungen des Herzmuskels oder der Herzklappen, sowohl erworbene als auch angeborene. Interventionen bei diesen Erkrankungen beinhalten Kathetereingriffe, die nicht die Herzkranzgefäße oder die Herzelektrik betreffen.
Individualisierte Behandlung nach interdisziplinärer Diagnostik
Die Behandlung struktureller Herzerkrankungen erfolgt nach ausführlicher Diagnostik und individueller Besprechung jedes Falls in einer interdisziplinären Konferenz. In der Klinik werden kathetergestützte Mitralklappenprozeduren (MitraClip) nach entsprechender Vorbereitung im interdisziplinären Team durchgeführt. Die Kardiologen beteiligen sich aktiv in Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum Dresden.
MitraClip-Intervention: Kathetergestützte Mitralklappenreparatur
Bei älteren Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko hat sich die MitraClip-Intervention als kathetergestützte Mitralklappenreparatur etabliert. Dabei wird über eine Punktion der Beckenvene ein Katheter in den rechten Vorhof vorgebracht. Durch Punktion der Vorhofscheidewand erreicht der Katheter den linken Vorhof. Unter echokardiographischer Kontrolle wird der Katheter zielgenau auf die Mitralklappe gesteuert. Im Bereich der Undichtigkeit wird ein Clip eingebracht, der wie eine kleine Wäscheklammer aussieht. Dieser Clip kann so lange neu platziert werden, bis eine optimale Reduktion der Klappenundichtigkeit erzielt ist. Je nach Beschaffenheit der Klappe können auch zwei oder drei MitraClips eingebracht werden.
Interventionelle Therapie der Trikuspidalklappe
Analog zum MitraClip kann bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko eine ähnliche Methode auch an der Trikuspidalklappe eingesetzt werden. Diese Klappe verhindert den Rückfluss von Blut aus der rechten Herzkammer in den rechten Vorhof. Diese etwas seltenere Erkrankung kann interventionell über eine Punktion der Vene in der Leistenregion repariert werden. Mithilfe der 3D-Echokardiografie wird während der gesamten Prozedur der Erfolg überwacht.
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TAVI: Transkatheter-Aortenklappenimplantation
Die TAVI (Transcatheter Aortic Valve Implantation) hat sich in den vergangenen zehn Jahren als Alternative zum chirurgischen Aortenklappenersatz etabliert. Mehrere große Studien konnten zeigen, dass die TAVI im Vergleich zum chirurgischen Aortenklappenersatz bei Patienten aller Risikogruppen mindestens gleichwertig ist. Daher sollte dieses Verfahren bei Patienten über 70 Jahre in Erwägung gezogen werden. Da Daten zur Langzeithaltbarkeit fehlen, wird bei Patienten unter 70 Jahre in der Regel der chirurgische Aortenklappenersatz bevorzugt.
Valvuloplastie: Aufdehnung verengter Herzklappen
Die Valvuloplastie ist ein Verfahren zur Dilatation (Aufdehnung) verengter Herzklappen. Hierbei wird im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung ein Ballonkatheter bis zur betroffenen Herzklappe vorgeschoben. Durch die Ballonentfaltung wird die Herzklappe dilatiert, sodass die Engstelle behandelt wird. Dieses Verfahren wird regelhaft an der Aortenklappe oder Mitralklappe angewandt, seltener an den Klappen des rechten Herzens (Pulmonal- und Trikuspidalklappe).
Vorhofohrverschluss zur Schlaganfallprophylaxe
Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Da der Vorhof nicht richtig kontrahiert, können sich Blutgerinnsel im Vorhofohr, einer Art Blinddarm des Vorhofes, bilden. Daher müssen diese Patienten eine konsequente Blutverdünnung mit Marcumar oder einem neuen Antikoagulans (NOAK) durchführen, was jedoch das Blutungsrisiko erhöht. Patienten, die ein besonders hohes Blutungsrisiko haben oder die unter einer Blutverdünnung bereits eine Blutung erlitten haben, können von einem Vorhofohrverschluss profitieren. In erfahrenen Händen ist dies ein sicherer und unkomplizierter Eingriff, bei dem mittels Katheter ein Schirmchen eingebracht wird, das den Eingang des Vorhofohres verschließt, sodass sich keine Blutgerinnsel mehr bilden können.
Verschluss des Foramen ovale und atrialer Septumdefekte
Etwa 25% aller Menschen haben ein offenes Foramen ovale (PFO), eine offene Verbindung in der Vorhofscheidewand zwischen linkem und rechtem Vorhof. Bei Patienten, die einen Schlaganfall unklarer Ursache erlitten haben, findet man gehäuft diese offene Verbindung. Studien haben gezeigt, dass der kathetergestützte Verschluss dieses kleinen Vorhofloches das Risiko für einen erneuten Schlaganfall signifikant reduziert. In erfahrenen Händen handelt es sich hierbei um einen kurzen und unkomplizierten Eingriff, bei dem die Vorhofscheidewand zwischen zwei kleinen Schirmchen eingeklemmt wird, sodass das Loch verschlossen wird.
Ähnlich wie beim PFO liegt beim atrialen Septumdefekt (ASD) ein Strukturdefekt in der Vorhofscheidewand vor. Dieser angeborene Defekt bedingt einen Blutübertritt von dem linken Vorhof in den rechten Vorhof, was zu einer Belastung des kleinen Herzkreislaufes und des rechten Herzens führen kann. Auch diese Defekte können durch Schlaganfälle entdeckt werden. Ein interventioneller Verschluss des Defektes ist ähnlich wie beim PFO möglich.
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Paravalvuläre Leckagen und ihre interventionelle Behandlung
Nach erfolgter herzchirurgischer Operation kann es in seltenen Fällen vorkommen, dass außerhalb des eingenähten Klappenrings sogenannte paravalvuläre Leckagen auftreten, was in der Regel zu einer Insuffizienz an der Klappe führt. Im Gegensatz zu den typischen Klappeninsuffizienzen befindet sich der Ort der Leckage nicht innerhalb des Klappenrings, sondern außerhalb. Hier kann katheterbasiert mittels kleiner Schirmchen ein Verschluss derselben stattfinden.
TASH: Behandlung der hypertrophen Kardiomyopathie
Bei Patienten mit einer krankhaften Verdickung des Herzmuskels (Hypertrophie des Herzens) können insbesondere unter Belastung Symptome wie Luftnot oder Schwindel auftreten. Dies tritt vor allem bei einer Verdickung der Scheidewand (Septum) auf. Wenn trotz medikamentösem Therapieansatz keine Beschwerdebesserung auftritt, kann ein Kathetereingriff diese Symptome bessern. Bei der sogenannten TASH (Transcoronary Ablation of Septal Hypertrophy) wird durch direktes Injizieren von Alkohol eine Verödung des betroffenen Bereiches durchgeführt. Hierbei soll die erkrankte Verdickung der Herzscheidewand durch Verödung der Blutversorgung von derselben abgeschnitten werden. Dadurch wird ein künstlicher Herzinfarkt produziert, der im Verlauf vernarbt.
Invasive kardiologische Diagnostik und Therapie in Chemnitz
In den Herzkatheterlaboren in Chemnitz findet die invasive Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen ihre Anwendung.
Diagnostische Leistungen
- Linksherzkatheteruntersuchung einschließlich Koronarangiografie, ggf. Druckdrahtmessung (FFR/RFR) zur Beurteilung hämodynamisch relevanter Stenosen.
- Intravaskulärer Ultraschall (IVUS).
- Rechtsherzkatheter einschließlich hämodynamischer Messung, HZV-Berechnung und arterieller sowie zentralvenöser Blutgasanalyse (BGA).
Therapeutische Leistungen
- Perkutane transluminale Koronarangioplastien (PTCA) durch Gefäßdilatationen mittels Ballon und Stentimplantationen in Herzkranzgefäße, Bypassgefäße und Aorta (24/7 Bereitschaft für Interventionen bei akutem Koronarsyndrom).
- Komplexe Koronarinterventionen bei Mehrgefäßerkrankung unter externer Herzkreislaufunterstützung (Impella Pumpe) und bei kardiogenem Schock.
- Rotablation (für die Behandlung schwer verkalkter Läsionen).
- Behandlung von Gefäßthromben durch medikamentöse Auflösung bzw. Entfernung mittels Kathetertechnik.
- Perikardpunktionen, Perikarddrainagen.
- Rechtsherzkatheter mit Belastungsuntersuchung und Reversibilitäts-Testung.
- Koronare intravaskuläre Lithotripsie - IVL (Shockwave®).
- Ultraschallgestütze Thrombolyse von Lungenembolien (EKOS®).
- Kathetergestützte Fremdkörperentfernung aus dem Herzen und herznahen Gefäßen und Pulmonalgefäßen.
Behandlung von Herzrhythmusstörungen
Durch umfassende kardiologische und rhythmologische Kompetenz sowie eine eng verzahnte stationäre und ambulante Versorgungsstruktur wird für jeden Patienten mit Herzrhythmusstörungen eine individuelle Betreuung auf höchstem medizinischen Versorgungsniveau gewährleistet. Die gesamte persönliche Betreuung von der ambulanten Diagnostik über eventuell notwendige stationäre medikamentöse oder interventionelle Therapien bis hin zur ambulanten Nachsorge liegt in der Hand eines hochkompetenten und erfahrenen Teams.
Vorhofflimmerablation
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung auf Vorhofebene (supraventrikuläre Tachykardie). Bei der Vorhofflimmerablation werden Katheter über die Leisten eingeführt und damit die Lungenvenen elektrisch isoliert. Dadurch wird verhindert, dass die Extraschläge aus den Lungenvenen das Vorhofflimmern erneut auslösen können.
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Radiofrequenzablation ("Hitze"-Ablation)
Die Radiofrequenzablation, die sogenannte "Hitze"-Ablation, erfolgt unter Verwendung eines 3D-Mapping des Herzens mit Fluoroskopie-Integration und kontinuierlicher Messung des Katheteranpressdruckes (CARTO-UNIVU). Dieses innovative Mappingsystem ist in eine hochmoderne Röntgenanlage integriert. Während der Prozedur wird eine Ösophagustemperatursonde eingeführt.
Pulso Wave Ablation
Bei dieser neuartigen Ablationsenergieform werden die krankhaften Herzmuskelzellen spezifisch und lokalisiert mittels hochenergetischer, elektrischer Pulse behandelt. Diese Art der nicht thermischen Ablation hat sich aktuell als die sicherste Form der Ablation etabliert.
Kryoballonablation ("Kälte"-Ablation)
Bei diesem Verfahren werden im Gegensatz zur Radiofrequenzablation die Pulmonalvenen mittels Kälte isoliert. Hierzu wird ein etwa 30 Millimeter großer Ballon, in dem durch ein Kühlmittel Temperaturen von bis zu minus 60 Grad Celsius erreicht werden, über die Leistenvene bis in den linken Vorhof des Herzens eingeführt. Die dadurch entstehende Kälte-Läsion hat ähnliche Effekte wie eine Verödung durch Hitze. Sie isoliert die Lungenvenen effektiv und dauerhaft elektrisch vom Herzvorhof.
Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)
Bei klinischem Verdacht oder Nachweis eines krankhaften Herzrasens (Tachykardien) kann zur weiterführenden Diagnostik und gegebenenfalls Therapie eine elektrophysiologische Untersuchung durchgeführt werden. Dabei werden über die Leiste EKG-Katheter (EPU-Katheter) temporär in das Herz eingeführt.
Ablation von ventrikulären Herzrhythmusstörungen
Zusätzlich werden in der Abteilung ventrikuläre Herzrhythmusstörungen inklusive ventrikulärer Extrasystolen (VES) und ventrikulärer Tachykardien sowohl bei herzkranken als auch bei symptomatischen herzgesunden Patienten ablatiert. Die Ablation dieser komplexen, zum Teil lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen (plötzlicher Herztod) erfolgt dabei entweder über den transvenösen oder transarteriellen Zugangsweg über die Leisten. Die Ablation von ventrikulären Tachykardien erfolgt in der Klinik sowohl elektiv (geplant) als auch im Notfall 24h/7d. Hierfür steht rund um die Uhr ein erfahrenes Team bestehend aus interventionellen Kardiologen (falls Koronarinterventionen notwendig sind), invasiven Elektrophysiologen und Intensivmedizinern zur Verfügung.
In der Klinik wird die sogenannte "Hitze"-Ablation durchgeführt. Diese erfolgt unter Verwendung eines 3D-Mapping des Herzens mit Fluoroskopie-Integration und kontinuierlicher Messung des Katheteranpressdruckes (CARTO-UNIVU). Dieses innovative Mappingsystem ist in eine hochmoderne Röntgenanlage integriert.
Bei einigen Patienten, bei denen durch die Radiofrequenzablation die ventrikulären Tachykardien nicht vollständig behandelt werden können, wird in Kooperation mit den Kollegen der Radioonkologie die nichtinvasive, stereotaktische Bestrahlung des krankhaften Herzmuskelgewebes angeboten.
Herzrhythmusimplantate
Bei verschiedenen, vor allem langsamen Herzrhythmusstörungen und bei Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, kann es notwendig sein, den Herzrhythmus oder die Herzkraft durch die Implantation eines Herzrhythmusimplantates zu unterstützen. In der Klinik werden folgende Implantate eingesetzt:
- Antibradykarde Herzschrittmacher (1-, 2- und 3-Kammer)
- Implantierbare Defibrillatoren (1-, 2- und 3-Kammer)
- Herzschrittmacher/Defibrillatoren zur kardialen Resynchronisation (CRT), um die Leistung bei Herzschwäche zu verbessern
- Subkutane Defibrillatoren (S-ICD) - ohne Kabel im Blutkreislauf
- Systeme zur kardialen Kontraktilitätsmodulation (CCM), um die Leistung bei Herzschwäche zu verbessern
- Ereignisrecorder (Eventrecorder mit telemedizinischer Anbindung an die Klinik - home-Monitoring)
Zur zeitlichen Überbrückung bis zu einer dauerhaften Defibrillatoren-Versorgung werden gegebenenfalls tragbare ICD-Westen angeboten.
HIS-Bundle-Pacing und LBB-Stimulation
Dieser linke Faszikel besteht aus speziellen Herzmuskelzellen und ist Teil des natürlichen Erregungsleitungssystems im Herzen. Durch diese Technologie der direkten LBB-Stimulation ist es möglich, das Herz über die natürlichen Leitungswege zum Schlagen zu bringen.
In der konventionellen Herzschrittmachertherapie werden über einen Hautschnitt im Bereich des Schlüsselbeines die Herzschrittmachersonden über die obere Hohlvene in das Herz eingebracht. Bei sondenlosen Herzschrittmachern handelt es sich um kleine Kapseln, welche sowohl die Herzschrittmachersonde als auch das Aggregat beinhalten.
Bei wenigen Patienten kann es zu einer Infektion der Herzschrittmachertasche und der Herzschrittmachersonden kommen. Zudem können intravasale Herzschrittmachersonden im Laufe der Zeit brechen.
Schlaganfallprophylaxe bei Herzrhythmusstörungen
Verschiedene Herzrhythmusstörungen erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Patienten werden anhand ihrer aktuellen Lebenssituation, ihrer Begleiterkrankungen und ihrer Begleitmedikation individuell über die bestmögliche Option, einem Schlaganfall vorzubeugen, beraten.
Telemedizinische Betreuung
Telemedizin ermöglicht Ferndiagnostik und Therapie von der Wohnung der Patienten in die Telemedizinabteilung. Die dadurch eingesparten Wege und Wartezeiten steigern die Lebensqualität der Patienten. Die Telemedizinabteilung wird von zwei kardiologischen Oberärzten geführt. Dadurch ist sichergestellt, dass frühzeitig auf eingehende Meldungen der unterschiedlichen Telemedizinplattformen mit hoher medizinischer Kompetenz reagiert werden kann.
Auch die Daten von kommerziellen Geräten, die die kardiovaskulären Parameter (Herzfrequenz, Blutdruck, EKG) überwachen (sogenannte Wearables), können in die telemedizinische Betreuung einfließen.
Moderne bildgebende Diagnostik
Es gibt heute kein strukturelles oder funktionelles Problem des Herzens mehr, das sich nicht durch eine bildgebende Diagnostik darstellen lässt. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Herz- und Gefäßdiagnostik können modernste Verfahren eingesetzt werden. Insbesondere die 3D-Echokardiographie, das Herz-MRT sowie das Herz-CT ermöglichen eine genaue Analyse von Herzerkrankungen.
Die Echokardiographie (Ultraschalluntersuchung des Herzens) bildet eine der Hauptsäulen der nichtinvasiven Diagnostik. Die Terminvereinbarung für eine kardiale Diagnostik erfolgt über das Casemanagement. Für Zuweiser, die für ihre Patientinnen und Patienten eine kardiale Diagnostik wünschen, steht ein entsprechendes Downloadformular zur Verfügung.
Ambulante Liquorpunktion in Chemnitz
Gehirn und Rückenmark sind in Nervenwasser (Liquor) eingebettet. Bei der Diagnostik der Multiplen Sklerose und der Alzheimer-Erkrankung liefert die Untersuchung des Nervenwassers entscheidende Hinweise. Nervenwasser lässt sich in der Regel problemlos im Bereich der Lendenwirbelsäule entnehmen. Eine Verletzung des Rückenmarks ist dabei nicht möglich, da dieses bereits am Übergang der Brust- zur Lendenwirbelsäule endet.
Ablauf der Untersuchung
Die Liquorentnahme dauert normalerweise zehn bis 15 Minuten. Es werden drei bis vier Milliliter Nervenwasser entnommen. Anschließend bleiben die Patienten noch eine Zeitlang in der Praxis liegen. Vor der Entlassung werden Blutdruck und Puls gemessen. Die befürchteten Kopfschmerzen treten nur noch selten auf (maximal bei zehn Prozent der Eingriffe), da sehr dünne Spezialnadeln verwendet werden.
Durch einen phaseweise erhöhten Druck des Nervenwassers, den sogenannten Normaldruckhydrocephalus, kann es bei älteren Menschen auch zu Gangstörungen kommen. Durch Entnahme von 20 bis 40 Milliliter Nervenwasser wird vorübergehend der Druck gesenkt, und es kann für ein bis drei Tage zu einer Verbesserung des Gehvermögens kommen.
Die ambulante Leistung der diagnostischen Lumbalpunktion wird in Chemnitz angeboten und über die Prozedur der ambulanten operativen Leistungen im Krankenhaus (AOP) abgerechnet.
Voraussetzungen für die ambulante Liquorpunktion
Für die ambulante Liquorpunktion werden folgende Unterlagen und Vorbereitungen benötigt:
- Überweisungsschein mit konkreter Fragestellung (ggf. auch Parameterwunsch) an die Liquoranalytik
- Patienten ohne orale Antikoagulation und ohne duale Thrombozytenaggregationshemmung: Blutbild und Gerinnung (Quick/INR, PTT), nicht älter als ca. zwei Wochen
- Patienten ohne orale Antikoagulation und mit dualer Thrombozytenaggregationshemmung ASS/Clopidogrel (Eingriff möglich nur bei niedrigem thrombotischen Risiko):
- Blutbild, nicht älter als ca. zwei Wochen
- Absetzen Clopidogrel sieben Tage vor dem Eingriff und entsprechende Aufklärung zu den Risiken
- Kein Bridging
- Patienten mit oraler Antikoagulation durch DOAK (Pradaxa ®, Eliquis ®, Xarelto ®, Lixiana ®):
- Blutbild, nicht älter als ca. zwei Wochen
- Absetzen des Medikamentes zwei Tage vor dem Eingriff und entsprechende Aufklärung zu den Risiken
- Kein Bridging
- Patienten mit oraler Antikoagulation durch Vitamin K-Antagonisten (Falithrom ®, Marcumar ®):
- Blutbild, nicht älter als ca. zwei Wochen
- Absetzen des Medikamentes fünf Tage vor dem Eingriff und entsprechende Aufklärung zu den Risiken
- Kein Bridging
Eine Terminvereinbarung ist unter der Telefonnummer: 034204/87-4361 (8 bis 13.30 Uhr) möglich. Die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit für diesen Tag erfolgt durch die Klinik.
Es ist wichtig zu beachten, dass diese Leistung ausschließlich die diagnostische Lumbalpunktion betrifft. Lumbalpunktionen mit Liquordruckmessung oder Entlastungspunktionen werden nach wie vor im stationären Setting durchgeführt.
Weitere psychiatrische und psychotherapeutische Angebote
Neben der kardiologischen und neurologischen Diagnostik und Therapie bietet Chemnitz auch umfassende psychiatrische und psychotherapeutische Versorgung.
Stationäre und tagesklinische Angebote
Durch eine hohe Spezialisierung der Behandlungsbereiche wird den individuellen Bedürfnissen einzelner Patientengruppen Rechnung getragen. Auf allen Stationen werden die Patienten von multiprofessionellen Teams ärztlich, psychologisch, pflegerisch, ergo- und physiotherapeutisch betreut. Zu den Angeboten gehören:
- Labordiagnostik
- Ärztliche und psychologische Diagnostik im Bedarfsfall
- Zugang bzw. Therapiegarten
Es gibt eine offen geführte allgemeinpsychiatrische Akutstation mit Betten, die als Glied in der Kette vor- und nachversorgender ambulanter, tagesklinischer und stationärer Behandlungs- und Rehabilitationsangebote fungiert. Nach psychosozialer Stabilisierung erfolgt die Verlegung der Patienten auf eine Therapiestation oder die Vermittlung in tagesklinische bzw. ambulante Angebote.
Suchttherapie
Männer und Frauen mit einer Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenabhängigkeit oder einem multiplen Substanzgebrauch ab 18 Jahren können behandelt werden. In Abhängigkeit des Schweregrades werden auch Menschen mit psychiatrischer Co-Morbidität (Depression, Angststörung, Persönlichkeitsstörung, abgeklungene Psychose) behandelt. Die Station bietet einen suchtmittelfreien Raum und versteht sich als "Einstieg in den Ausstieg". Die häufig noch ambivalente Haltung zur bisherigen Lebensführung und Suchtmittelabhängigkeit und die beginnende Motivation zu einem anderen Leben gilt es zu verstärken.
Nicht behandelt werden Patienten mit starker Einschränkung der Mobilität und/oder Orientierung sowie Patienten mit Erkrankungen, die einer akutpsychiatrischen Behandlung bedürfen.
Neben der Pharmakotherapie und der Psychotherapie werden alle hilfreichen komplementären Behandlungsformen im Rahmen eines individuellen auf den Patienten abgestimmten Behandlungsplans angeboten.
Psychotherapie bei Persönlichkeits- und Entwicklungsstörungen
Es gibt 10 stationäre Betten und die Möglichkeit zur tagesklinischen Behandlung von Patienten mit Persönlichkeits- und Entwicklungsstörungen sowie posttraumatischen Belastungsstörungen. Es wird ein multimodaler Behandlungsansatz verfolgt, der auf einer Analyse und Behandlung aller für die Entstehung und Aufrechterhaltung der psychischen Störung relevanten Aspekte zielt. Die Schwerpunktsetzung der Therapie kann variieren und wird an die spezifische Problematik des Patienten angepasst.
Therapiekonzept
Das therapeutische Angebot integriert medizinisch-biologische, verhaltenstherapeutisch-tiefenpsychologische, verhaltensmedizinische und sozialtherapeutische Aspekte. Jeder Patient erhält bei der Aufnahme einen individuellen Therapieplan, der im Rahmen eines diagnostischen Eingangsgesprächs gemeinsam mit dem Therapeuten aufgestellt wird. Das Ziel des multimodalen Behandlungsansatzes stellt die Analyse und therapeutische Behandlung aller für die Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Störung relevanten Aspekte dar.
Zu den Therapieangeboten gehören:
- Einzelpsychotherapie
- Gruppentherapien
- Störungsspezifische psychoedukative Gruppen
- Offene Gesprächsgruppen
- Gruppen zum Erwerb bzw. zur Reaktivierung spezifischer Fähigkeiten
- Stressbewältigungstraining
- Soziales Kompetenztraining
- Kommunikationstraining
- Problemlösetraining
- Entspannungstraining (Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training)
- Gezielte Förderung von Aktivitäten des täglichen Lebens
- Ernährungsberatung
- Arbeitstherapie
- Erlebnisfördernde Therapien
- Wahrnehmungstraining
- Genusstherapie
- Sport und Spiel
- Musiktherapie
- Ergotherapie
- Tiergestützte Therapie
Tagesklinische Angebote für Psychotherapie und Psychosomatik
Es gibt je 10 tagesklinische Plätze für Psychotherapie und Psychosomatik zur Behandlung von Patienten mit Angsterkrankungen, somatoformen Störungen, Persönlichkeitsstörungen und Anpassungsstörungen. Das Behandlungskonzept richtet sich an Menschen, die aufgrund ihrer Alltagssituation eine tagesklinische Behandlung bevorzugen.
Es gibt auch 10 tagesklinische Plätze mit weiterer ambulanter Anbindung für die Behandlung von Menschen mit schwierigen sowie chronischen Krankheitsverläufen oder wiederholten stationären Behandlungen bzw. Behandlungsabbrüchen (überwiegend Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis sowie affektive Störungen). Ziel ist die Stabilisierung nach stationärem Aufenthalt bzw.
Es bestehen spezielle Angebote für die tagesklinische Behandlung von Müttern mit Kindern bis zu einem Jahr. Die Therapie umfasst psychotherapeutische störungsübergreifende und -spezifische Gruppen- und Einzelbehandlung sowie Therapien zur Verbesserung/Stabilisierung der Mutter-Kind-Bindung. Bei Bedarf werden psychiatrische und ggf. kinderärztliche Konsile durchgeführt.