Ambulanz Myasthenie Essen: Umfassende Versorgung bei neuromuskulären Erkrankungen

Einführung

Die Universitätsmedizin Essen bietet eine umfassende ambulante und stationäre Versorgung für Patienten mit Myasthenie und anderen neuromuskulären Erkrankungen. Durch die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche und Spezialzentren wird eine optimale Betreuung und Behandlung gewährleistet. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Versorgung, die diagnostischen Möglichkeiten und die therapeutischen Angebote der Ambulanz Myasthenie Essen.

Struktur der Versorgung

Die ambulante Versorgung erfolgt über die Poliklinik, Spezialsprechstunden und Spezialzentren der neurologischen Klinik. Für die stationäre Versorgung stehen die neurologische Normalstation (Neuro1) und die Station für kurzfristige Aufenthalte und multimodale Schmerztherapie (Neuro3) zur Verfügung. Im Epilepsiezentrum Essen (EZE) wird zudem eine stationäre Epilepsiediagnostik angeboten. Schwer kranke und überwachungspflichtige Patienten werden auf der neurologischen Intensivstation (Neuro-INT) und der Überwachungsstation (Neuro2 Stroke Unit/IMC) behandelt.

Das Team der Neuromuskulären Ambulanz

Das Team der Neuromuskulären Ambulanz der Universitätsmedizin Essen besteht aus hochqualifizierten und spezialisierten Ärzten und medizinischem Fachpersonal. Das integrierte Myasthenie Zentrum wird von Prof. Dr. med. Tim Hagenacker, Dr. med. Andreas Totzeck, Dr. med. Ben Stolte und Dr. med. Svenja Brakemeier geleitet. Dr. med. Britta Ney ist die Patientenlotsin der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM). Sie organisiert interdisziplinäre Kooperationen im ambulanten und stationären Bereich und unterstützt Myasthenie-Patienten.

Schwerpunkte des Zentrums für Neuromuskuläre Erkrankungen

Das Zentrum für Neuromuskuläre Erkrankungen bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erwachsene und Kinder mit neuromuskulären Erkrankungen. Diese reichen von Erkrankungen des Rückenmarks über die peripheren Nerven, den Übergang zwischen Nerven und Muskeln bis hin zu den Muskeln selbst. Die Ursachen können Gendefekte, Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder degenerative Prozesse sein.

Diagnostik

Die Vielzahl der einzelnen Erkrankungen, die zum Teil sehr selten auftreten, macht eine ausführliche Diagnostik unter Zuhilfenahme technischer Verfahren wie der Elektrophysiologie erforderlich. Viele dieser Erkrankungen sind als Multisystemerkrankung zu verstehen, sodass ebenso eine enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen erforderlich ist. Das Zentrum bietet das hierfür volle Spektrum der Diagnostik an.

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Spezialisierung auf neuroimmunologische Erkrankungen

Eine besondere Spezialisierung besteht im Bereich der neuroimmunologischen Erkrankungen wie myasthenen und myositischen Erkrankungen. Diagnostisch besteht hier eine enge interdisziplinäre Kooperation mit anderen erforderlichen Fachdisziplinen, die jeweils das gesamte Angebot klinischer, laborchemischer und technischer diagnostischer Verfahren anbieten können. Die hierfür erforderliche Koordination läuft dabei über die Neuromuskuläre Ambulanz.

Immuntherapien und Infusionszentrum

Über das Infusionszentrum sind komplexe Immuntherapien ambulant wie stationär sowie die erforderlichen Kontrolluntersuchungen möglich.

Myasthenie-Zentrum

In der Klinik für Neurologie wird im zertifizierten Myasthenie-Zentrum eine spezialisierte Sprechstunde für myasthene Erkrankungen bei Erwachsenen angeboten. Da sich die myasthenen Erkrankungen durch unterschiedliche Symptome und individuelle Krankheitsverläufe auszeichnen, kann der Weg zur korrekten Diagnosestellung oft lang sein. Der Beginn einer effektiven Therapie wird hierdurch mitunter verzögert. Die Spezialambulanz besitzt das erforderliche Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten. Darüber hinaus können Patienten eine Zweitmeinung einholen. Nach der Diagnosestellung erhalten sie regelmäßige Termine zur stetigen Optimierung der Therapie. Die Behandlung erfolgt leitliniengerecht und berücksichtigt die neuesten medizinischen Erkenntnisse.

Myasthenia Gravis: Symptome und Behandlung

Myasthenia gravis zeigt sich in ganz unterschiedlichen Symptomen: Schwäche in den Muskeln, Schwierigkeiten beim Greifen und Heben, rasches Ermüden. Aber auch Probleme, die Augenlider zu heben, den Mund zu schließen, zu sprechen, zu lachen, oder zu essen. Deshalb bedarf es speziell geschulter Fachärzte, um die Ursache der Beschwerden richtig zu erkennen.

Das interdisziplinäre Myastheniezentrum (iMZ) des Universitätsklinikums Münster bietet eine Spezialambulanz, in der sich Thoraxchirurgen, Physiotherapeuten, Logopäden und Neurologen um die Betreuung der Betroffenen kümmern. Die Myasthenia gravis (MG) kann gut behandelt werden. Um die chronisch Kranken auf ihrem Weg von der Kinder- und Jugend- in die Erwachsenenmedizin optimal zu begleiten, sind die Pädiater eng in das Konzept eingebunden. Sie sind neben anderen Fachdisziplinen beteiligt, wenn komplexe Krankheitsgeschichten in der neuroimmunologischen Fallkonferenz besprochen werden.

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Je nach individueller Situation verordnen die Ärzte nach eingehender Diagnostik spezielle Medikamente oder Hilfsmittel, beschließen Zusatzuntersuchungen, eine Betreuung durch die Sozialmediziner oder eine stationäre Aufnahme. Insbesondere für Schluckstörungen gibt es in Münster eine weitreichende Expertise. Treten myasthene Krisen auf, stehen auf der Überwachungs- und Intensivstation alle notwendigen Therapien jederzeit bereit.

Neben der klinischen Versorgung wird ein wesentlicher Fokus auf die weitere Erforschung der Myasthenie gelegt. So kooperiert das iMZ Münster mit anderen Zentren, um unter anderem aus Blutproben eine Biobank aufzubauen. Zudem ist Münster Partner des Myasthenieregisters der Deutschen Myasthenie-Gesellschaft, das detaillierte klinische Informationen für die optimale Betreuung liefert. Durch diese enge Verzahnung werden einerseits die Facetten der vielfältigen Krankheit dokumentiert, was langfristig bei der schwierigen Diagnose helfen kann. Andererseits kann anhand der Proben die genaue Wirkung von Therapien analysiert und das Ansprechen ggf. optimiert werden.

Was ist Myasthenie?

Unter Myasthenie oder einer myasthenen Erkrankung versteht man einen Zustand, bei dem es zu einer Muskelschwäche kommt. Diese wird typischerweise durch eine Störung der neuromuskulären Übertragung verursacht. Ein Beispiel ist die Myasthenia gravis, die häufigste Myasthenie-Form.

Was ist neuromuskuläre Übertragung?

Die neuromuskuläre Übertragung ist der Prozess, bei dem Nervenimpulse von den Nervenzellen auf die Muskeln übertragen werden, um Muskelbewegungen auszulösen. Bei Myasthenia gravis wird dieser Prozess durch das Immunsystem gestört, was zu Muskelschwäche und Ermüdung führt.

Muskelambulanz

In der Muskelambulanz wird ein interdisziplinäres Diagnostik- und Therapieangebot bei allen Arten von Myopathien und Myositiden (Muskelentzündungen) angeboten. Nach der Diagnosestellung z.B. mittels genetischer Diagnostik, MRT oder einer Muskelbiopsie wird ein umfassendes Betreuungs- und Versorgungskonzept angeboten.

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ALS-Spezialambulanz

In der Klinik für Neurologie wird eine patientenfokussierte Sprechstunde für Patienten mit amyotropher Lateralsklerose (ALS) und anderen Motoneuronerkrankungen angeboten. Diese Diagnosen sind häufig schwierig zu stellen und erfordern eine gründliche und zugleich gezielte Abklärung. Die Spezialambulanz besitzt das dafür erforderliche Spektrum an diagnostischen Möglichkeiten. Darüber hinaus können Patienten eine Zweitmeinung einholen. Nach der Diagnosestellung wird ein umfassendes Therapiekonzept angeboten, in das auch andere medizinische Disziplinen mit einbezogen werden. Natürlich sind die Ärzte auch bezüglich der Heil- und Hilfsmittelversorgung sowie bei sozialmedizinischen Fragestellungen der erste Ansprechpartner. Das vorrangige Ziel ist es, die Lebensqualität und Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten und die Beeinträchtigung durch die Erkrankung so lange wie möglich gering zu halten.

ALS-Zentrum Rostock

Das Albrecht-Kossel-Institut Rostock ist ein überregionales akademisches ALS-Zentrum, welches ca. 100 Patienten mit ALS und Frontotemporalen Demenzen pro Jahr betreut. Rostock war eines der acht Gründungsmitglieder des Deutschen Motoneuron-Netzwerkes (MND-NET). Das Team besteht aus Fachärzten, Studienschwestern, Therapeuten, einer Patientenlotsin und Neuropsychologinnen. In der Spezialsprechstunde werden Patienten mit Motoneuronerkrankungen, insbesondere der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS), mittels modernster Verfahren diagnostiziert (erweiterte Elektrophysiologie, Neurosonologie, MRT, FDG-PET). Die Behandlung bezieht sich auf Beatmung, Ernährung, Kommunikation, Symptomlinderung und Hilfsmittelversorgung bis hin zu Robotersystemen und augengesteuerter Kommunikation in Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachabteilungen, insbesondere der Pneumologie (Atmungsmedizin). Je nach Bedarf werden stationäre Aufenthalte für Diagnostik und Therapie organisiert. Neben der medizinischen Behandlung liegt ein Schwerpunkt auf sozialmedizinische Aspekten, darunter Hilfs- und Heilmittelversorgung, ambulante Versorgung inklusive Sozialberatung und ärztliche Begleitung in einer die Lebenserwartung dramatisch verkürzenden Situation. Es erfolgt eine standardisierte Einbindung der Patientinnen und Patienten in nationale und internationale Kohorten, Medikamentenstudien sowie grundlagenwissenschaftliche Studien.

ALS ist eine Multisystemdegeneration, die nicht nur das motorische System betrifft, sondern auch präfrontale und temporale kortikale Netzwerke beeinträchtigen kann, welche mit Verhalten- und Kognition in Verbindung gebracht werden. Der ALS und der Hälfte der Frontotemporalen Lappendegenerationen (FTLD) liegen dieselbe TDP43-Pathologie zugrunde. Beide werden daher unter dem Begriff TDP-43-Proteinopathien zusammengefasst; beiden können durch ein und dieselbe Mutation verursacht sein, z.B. im Gen C9orf72. Deswegen führen die Ärzte bei allen ALS Patienten ausführliche neuropsychologische und genetische Untersuchungen durch. Sie engagieren sich, in Kooperation mit dem Institut für Rechtsmedizin der Universitätsmedizin Rostock, im Rahmen der Autopsiestudie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE BrainBanking).

Ein Schwerpunkt in Rostock ist die Erforschung von Kognition und Verhalten bei der ALS. Warum sind 55% der ALS-Patienten kognitiv unbeeinträchtigt, 35% beeinträchtigt und 10% dement im Sinne einer frontotemporalen Demenz? Das Verständnis von Risiko- oder Resilienzmechanismen in den extramotorischen kortikalen Netzwerken bei ALS-Patienten würde helfen, Behandlungsmöglichkeiten für die frontotemporalen Demenzen (FTD) zu entwickeln. Für dieses Vorhaben steht die ALS modellhaft. Mit der augensteuerungsbasierten neuropsychologischen Diagnostik und Therapie leisten die Ärzte zudem einen Beitrag zur Versorgungsforschung.

Weitere Forschungsschwerpunkte beinhalten grundlagenwissenschaftliche Untersuchungen zur Pathophysiologie der ALS. Ziel ist die Übertragung der hieraus gewonnenen Erkenntnisse in klinische Therapiestudien unter Verwendung moderner Stammzelltechnologien und Bildgebungsverfahren (MRT, Ultraschall).

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) existiert seit vielen Jahren eine ALS-Kontaktgruppe M-V für Angehörige und Patienten, die sich viermal jährlich trifft. Zusätzlich gibt es Treffen nur für Angehörige. Seit 2018 findet ein jährlicher ALS-Tag in Rostock (DGM organisiert, Zielgruppe Patienten und Angehörige) sowie ein jährliches Rostocker ALS Symposium statt (eine von nun an jährlich stattfindende Weiterbildung für Ärzte und Therapeuten in M-V).

Behandlung von Spinaler Muskelatrophie (SMA) und Amyloidose

Ein besonderer Schwerpunkt des Neuromuskulären Zentrums liegt auf der Versorgung von Menschen mit Spinaler Muskelatrophie (SMA). Das Neuromuskuläre Zentrum ist Teil des Amyloidosezentrums der Universitätsmedizin. Im Schwerpunkt betreuen die Ärzte Patienten mit erblichen Amyloidoseformen wie z.B. der haTTR-PNP. Insbesondere bieten sie hier alle modernen genetisch-basierten Therapieformen mit ASOs und siRNA an.

Stoffwechselerkrankungen der Muskulatur

Stoffwechselerkrankungen der Muskulatur sind vielgestaltig und begleiten Patienten ein Leben lang. Eine frühe und umfassende Diagnostik ist ein wichtiger Bestandteil des langfristigen Betreuungskonzeptes.

Neuromuskuläre Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter

Neuromuskuläre Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter werden in der Neuropädiatrie der Klinik für Kinderheilkunde I unter Leitung von Prof. Dr. med. Am Standort Essen werden Patienten mit sämtlichen neuromuskulären Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter, u. a. die juvenile Dermatomyositis, ambulant und stationär betreut. In der ambulanten Versorgung im Sozialpädiatrischen Zentrum finden täglich neuromuskuläre Sprechstunden statt. Diese sind grundsätzlich als interdisziplinäre Sprechstunden konzipiert, d. h. neben dem Neuropädiater sind Kinderkardiologen, Kinderpulmologen und weitere Fachdisziplinen beteiligt. Im Rahmen der Diagnostik und Therapie-Einstellung bzw. -Optimierung erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem neuromuskulären Labor, wo die Muskelbiopsien direkt morphologisch, immunzytochemisch und molekular untersucht werden.

Zu den Forschungsaktivitäten in Auszügen gehören pathophysiologische und molekulare Aspekte zur Entzündungskaskade bei juveniler Dermatomyositis und LGMD 2I, klinische / translationale Forschung und Versorgungsforschung bei SMA und Duchenne Muskeldystrophie, komplementäre Medizin bei neuromuskulären Erkrankungen, Langzeitverläufe bei Myasthenia gravis und kongenitalen myasthenen Syndromen.

Weitere Spezialbereiche und Angebote

Ataxie-Sprechstunde

Bei den Ataxien handelt es sich um Erkrankungen, die bevorzugt das Kleinhirn betreffen. Im Vordergrund steht eine gestörte Koordination von Bewegungen, z.B. des Stehens und Gehens, von Armbewegungen oder dem Sprechen. Es gibt ganz unterschiedliche Erkrankungen, die zu Ataxien führen können. Neben Erberkrankungen [z.B. der Friedreich Ataxie oder den spinozerebellären Ataxien (SCA)] können das seltene Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen sein. In anderen Fällen [z.B. der sporadischen Ataxie des Erwachsenenalters (SAOA)] ist die Ursache noch nicht bekannt. Für die meisten Formen der Ataxien gibt es bisher keine wirksame medikamentöse Therapie. Die Sprechstunde wird seit vielen Jahren von Frau Prof. Dr. Dagmar Timmann-Braun geleitet. Frau Timmann-Braun ist seit 1997 Mitglied des Ärztlichen Beirates der Deutschen Heredo-Ataxie Gesellschaft (DHAG).

Botulinumtoxin-Injektionen

Durch die Botulinumtoxin-Injektion können die Symptome von Dystonie und Spastik wie Verkrampfungen, Schmerzen und Fehlstellungen gebessert werden. Unter den typischen Krankheitsbildern die behandelt werden finden sich fokale Dystonie wie zum Beispiel Lidkrämpfe (Blepharospasmus), der Schiefhals (Torticollis spasmodicus) oder die Funktionseinschränkungen beim Schreibkrampf (Graphospasmus). Zudem segmentale und sekundäre Dystonien wie bei einem Spasmus hemifacilais.

Epilepsie-Ambulanz

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa jeder zehnte hat das Risiko einen epileptischen Anfall zu erleiden. In der Regel müssen mehrere Anfälle auftreten um von einer Epilepsie zu sprechen. Während eines epileptischen Anfalles kommt es zu rhythmischen, synchronen Entladungen von Nervenzellverbänden im Gehirn, welche sich als generalisierter oder fokaler Anfall präsentieren. Bei fokalen Anfällen ist die Symptomatik meist begrenzt auf eine Körperregion oder eine bestimmte Funktion. Die Diagnostik besteht aus einer ausführlichen Anamnese, Bestimmung differenzierter Laborwerte, der Aufzeichnung eines EEG und Bewertung sowie Empfehlung zur Bildgebung. Therapeutisch werden Antiepileptika in Einzel- und Kombinationsmedikation angewendet. In der Sprechstunde wird die Neueinstellung und Beratung zu bestehenden Medikationen angeboten.

Funktionelle neurologische Störungen

Als funktionell bezeichnet man neurologische Symptome, denen keine Schädigung des Nervensystems zugrunde liegt, sondern eine Fehlschaltung zwischen Bewegungskontrolle und Gedankenwelt. Zu den Krankheitsformen gehören funktionelle Bewegungsstörungen, dissoziative Anfälle, der phobische Schwankschwindel, Sensibilitätsstörungen und diverse weitere Symptome. Ausgelöst werden funktionelle neurologische Störungen häufig durch akute Krankheitszustände oder chronische Belastungen, es können jedoch eine Vielzahl von körperlichen und psychische Einflussfaktoren mitwirken.

Geriatrische Neurologie

Die geriatrische Neurologie bietet eine modernste Struktur zur Vorbeugung, Erkennung, konservative und interventionelle Behandlung körperlicher und seelischer Erkrankungen im biologisch fortgeschrittenen Lebensalter. Apparative Zusatzdiagnostik mit spezifischen geriatrischen Aspekten wird angeboten.

Klinische Neuroonkologie

Im Schwerpunkt Klinische Neuroonkologie der Klinik für Neurologie werden Patientinnen/ Patienten mit gutartigen und bösartigen Tumoren des Gehirns, des Rückenmarks und ihrer Hüllen, mit Hirnmetastasen anderer Krebserkrankungen und mit Tumoren, die durch lokale Ausbreitung in das Schädelinnere eingedrungen sind, behandelt. Der Schwerpunkt ist assoziiert mit dem Westdeutschen Tumorzentrum, eines der größten Tumorzentren in Deutschland, und Teil eines interdisziplinären Behandlerteams. Es werden die neuesten medikamentösen Therapieentwicklungen und Studien mit vielversprechenden Medikamenten angeboten.

Multiple Sklerose (MS)

Bei der MS handelt es sich um eine autoimmunvermittelte entzündliche Erkrankung, welche die Hülle der Nervenzellen im Gehirn und Rückenmark betrifft. Dies führt zu einer lokalen Schädigung der Nervenfaser mit entsprechenden neurologischen Funktionsausfällen. Diese können in unterschiedlichen Verlaufsformen auftreten, von denen die schubförmige Symptomausbildung mit vollständigem Rückgang die häufigste ist. Ein Übergang mit stetiger Verstärkung der Symptome ist möglich (Sekundär chronisch progrediente MS). Daneben tritt eine Form auf, bei der sich von Beginn an eine kontinuierliche Verschlechterung einstellt, ohne Auftreten von Schüben (primär chronisch progrediente MS). Behandlung mit Immuntherapeutika für den milden/moderaten Verlauf und den hoch-aktiven Verlauf (u.a. Beratung und Behandlung von begleitenden Beschwerden (z.B.

Rückenschmerzzentrum

Patienten mit Rückenschmerzen haben nicht selten eine Vielzahl von verschiedenen Arztbesuchen und sogar Operationen hinter sich, ohne dass sich die Beschwerden wesentlich bessern. Das Team des Rückenschmerzzentrums bietet in enger Kooperation mit den Kliniken für Neurochirurgie, Orthopädie, Anästhesiologie, Psychosomatik sowie Psychiatrie eine interdisziplinäre Behandlung an, in der alle für die Diagnose und Therapie von Rückenschmerzen relevanten Fachrichtungen einer universitären Einrichtung eng zusammenarbeiten.

Vaskuläre Spezialsprechstunde

In der Vaskulären Spezialsprechstunde wird eine umfängliche Beratung und Diagnostik bei allen neurovaskulären Erkrankungen angeboten.

Ambulanz für Bewegungsstörungen

Zu den Bewegungsstörungen zählen verschiedene Erkrankungen, die die Körperhaltung und die präzise Ausführung von willkürlichen, aber auch von automatischen, unbewussten Bewegungen beeinträchtigen. Sie sind nicht durch Lähmungen oder Erkrankungen des Skelettsystems bedingt. Die Ursachen der meisten Störungen liegen in den sogenannten Basalganglien. Das sind Zentren, die im Inneren des Gehirns unterhalb der Hirnrinde lokalisiert sind. Auch Erkrankungen des Kleinhirns oder des Rückenmarks führen zu Bewegungsstörungen. Die Möglichkeiten der Behandlung vieler Bewegungsstörungen haben sich in den letzten Jahren durch die Entwicklung wirksamer Medikamente und auch operativer Verfahren deutlich verbessert. In der Ambulanz für Bewegungsstörungen werden u.a. Parkinson-Syndrome behandelt.

Zentrum für Gehirngesundheit und Prävention (ZGP-E)

Im Zentrum für Gehirngesundheit und Prävention (ZGP-E) können Menschen, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz haben, präventiv untersucht werden um dann Betroffenen frühzeitig neue Therapien anbieten zu können. Demenz ist ein Überbegriff für Erkrankungen, die zu einem allmählichen Verlust geistiger Fähigkeiten (sogenannter kognitiver Funktionen) wie beispielsweise Erinnerungsvermögen, Erlernen neuer Inhalte, Orientierung und/oder Persönlichkeitsveränderungen führen, die die Alltagsaktivitäten zunehmend erschweren. Abhängig von der Ursache können auch andere Symptome (wie z.B. Störungen der Sprache oder Beweglichkeit) auftreten. Die Ursachen einer Demenz können vielfältig sein. Die häufigste Form der Demenz stellt die Alzheimer-Erkrankung dar. Weitere Ursachen sind die sogenannte vaskuläre (d.h. durchblutungsbedingte) Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz und die Frontotemporale Demenz. Wenn auch in der Regel eine Erkrankung des alternden Menschen, so können auch jüngere Menschen, d.h. oft deutlich vor dem 65. Lebensjahr von einer Demenz betroffen sein. Doch Probleme mit der Merkfähigkeit, Störungen des Verhaltens oder der Stimmung können auch Ausdruck des normalen Alterungsprozesses oder Folge von psychischen oder körperlichen Erkrankungen (z.B. Depression, Stoffwechselstörung, entzündlichen Krankheiten) sein. Daher ist eine fachärztliche Abklärung wichtig. In der Sprechstunde (Leitung Fr. Dr. Iris Trender-Gerhard) erhalten Patienten und Risikopersonen eine umfassende Diagnostik zur Abklärung bzw. Gemeinsam mit den Patienten und ihren Angehörigen ein Konzept zur (medikamentösen) Therapie entsprechend dem neuesten wissenschaftlichen Stand und adäquaten Unterstützung im Alltag zu erarbeiten. Menschen, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Demenz haben, z.B. Angehörige von Demenzpatienten, können sich hier beraten lassen.

Universitäre Schmerzmedizin

Patienten leiden unter monatelangen Rückenschmerzen? Ihre Kopfschmerzen treten immer wieder anfallsartig auf? Die Schmerzen nach einer Operation wollen nicht besser werden? Die Universitäre Schmerzmedizin bündelt und koordiniert die Expertise aller Kliniken, Institute und Fachzentren, die sich der Behandlung akuter und chronischer Schmerzen widmen. Es wird ein ganzheitliches Konzept angeboten: Diagnostik und Therapie erfolgen interdisziplinär mit mehreren Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen im Team. In den angegliederten Fachzentren wird gemeinsam mit Ärzten, Physio- und Psychotherapeuten eine genau auf Sie abgestimmte Therapiestrategie erarbeitet.

Kontakt und Terminvereinbarung

Für die Vorstellung in der Poliklinik ist ein Überweisungsschein von einem niedergelassenen Neurologen oder Hausarzt erforderlich. Privatpatienten haben die Möglichkeit, direkt bei einem der Oberärzte einen Termin zu vereinbaren. Patienten ab 16 Jahren können ihren Termin auch über das Online-Terminbuchungsportal buchen.

Für die ambulante Vorstellung wegen funktioneller neurologischer Störungen ist ein Überweisungsschein von einem niedergelassenen Neurologen erforderlich.

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