Verfasst von Ingrid Müller, Chemikerin und Medizinjournalistin, und Sabine Schrör, Medizinjournalistin. Alle netDoktor.de-Inhalte werden von medizinischen Fachjournalisten überprüft.
Einführung
Vergesslichkeit ist ein Phänomen, das jeder Mensch in unterschiedlichem Ausmaß erlebt. Ob es sich um das Verlegen von Schlüsseln oder das Vergessen eines Geburtstags handelt, kleinere Gedächtnislücken sind in der Regel harmlos. Doch wann wird Vergesslichkeit bedenklich und unterscheidet sie sich von ernsthaften Gedächtnisstörungen wie Amnesie oder Alzheimer? Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede zwischen normaler Vergesslichkeit, Amnesie und Alzheimer, um ein besseres Verständnis dieser komplexen Themen zu ermöglichen.
Wie funktioniert unser Gedächtnis?
Unser Gehirn arbeitet unaufhörlich, um Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und zu speichern. Mehr als hundert Milliarden Nervenzellen kommunizieren über Synapsen, spezielle Übergangszonen, um Eindrücke weiterzuleiten. Informationen, die unser Gehirn als wichtig einstuft, werden im Gedächtnis gespeichert und können bewusst oder unbewusst abgerufen werden.
Kurzzeitgedächtnis vs. Langzeitgedächtnis:
Wichtige Informationen werden zunächst im Kurzzeitgedächtnis gespeichert, ähnlich dem Arbeitsspeicher eines Computers. Wenn Informationen häufig abgerufen werden, wandern sie ins Langzeitgedächtnis, wo sie auch nach Jahren noch abrufbar sind. Dieses System ermöglicht es uns, uns an Erlebnisse und Fähigkeiten zu erinnern, selbst wenn sie lange Zeit nicht genutzt wurden.
Warum vergessen wir?
Die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns unterliegt natürlichen Schwankungen. Stress, Krankheit, Schlafmangel und eine Flut von Eindrücken können dazu führen, dass wir uns Informationen nicht mehr merken oder sie schnell wieder vergessen. Dies ist eine reversible Form der Vergesslichkeit, die sowohl Kinder als auch Erwachsene betrifft.
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Normales Vergessen:
Vergesslichkeit ist in gewissem Maße normal. Kinder sind oft überfordert mit neuen Informationen, während Berufstätige unter hohem Leistungsdruck stehen. Altersbedingt nimmt die Gehirnleistung ab, da Nervenzellen langsamer arbeiten. Sobald sich die Umstände ändern, kehrt die normale Gedächtnisleistung in der Regel zurück.
Vergessen als Krankheit: Amnesie und Demenz
Vergesslichkeit wird dann ernst, wenn sie häufiger auftritt, sich verschlechtert und von anderen Symptomen wie Orientierungslosigkeit oder Wortfindungsstörungen begleitet wird. In solchen Fällen spricht man von einer Hirnleistungsstörung oder Demenz.
Amnesie:
Amnesie ist eine Gedächtnisstörung, bei der Betroffene Informationen nicht mehr aus dem Kurzzeit- oder Langzeitgedächtnis abrufen können. Sie erinnern sich beispielsweise nicht mehr daran, was sie vor wenigen Minuten gefragt haben oder wo sie als Kind gewohnt haben.
Demenz:
Der Begriff Demenz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "ohne Geist". Es handelt sich um eine Störung der Hirnleistung, bei der die kognitiven Fähigkeiten nach und nach abnehmen. Informationen können aufgrund krankhafter Veränderungen im Gehirn immer weniger verarbeitet werden.
Formen der Amnesie
Unter Amnesie verstehen wir einen inhaltlich und zeitlich begrenzten vollständigen Verlust des Gedächtnisses.
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Experten unterscheiden:
- retrograde Amnesie - das bedeutet vor dem Ereignis in einem bestimmten Zeitraum
- anterograde Amnesie - das bedeutet nach dem Ereignis für einen bestimmten Zeitraum
- kongrade Amnesie, das ist das Ereignis selbst.
Demenz: Vielfalt und Ursachen
Es gibt rund 50 verschiedene Formen der Demenz. Primäre Demenzen haben hirnorganische Ursachen und machen etwa 90 Prozent der Fälle aus. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Erkrankung, bei der die Informationsweiterleitung an den Synapsen gestört ist und Nervenzellen absterben. Eine weitere häufige Form ist die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird. Primäre Demenzen sind nicht heilbar.
Sekundäre Demenzen haben keine hirnorganischen Ursachen und können durch Unfälle, Tumore, Schlaganfälle, Drogenkonsum, starken Alkoholkonsum, emotionale Belastungen oder chronischen Stress verursacht werden. Im Gegensatz zu primären Demenzen können sich sekundäre Demenzen zurückbilden, wenn die Ursache behandelt wird.
Vergesslichkeit oder Demenz: Worauf achten?
Demenz tritt vor allem bei älteren Menschen auf und beeinträchtigt sowohl die Gedächtnisleistung als auch andere Gehirnleistungen wie Orientierungssinn, Wahrnehmung, Urteilsvermögen, sprachliche und motorische Fähigkeiten. Auch Persönlichkeit und Sozialverhalten können sich verändern.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Vergesslichkeit im normalen Rahmen liegt, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren. Wenn Sie bei einem Angehörigen Gedächtnislücken bemerken, ist es wichtig, sensibel vorzugehen und ihn zu ermutigen, frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Prävention und Behandlung von Gedächtnisstörungen
Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Trinken, Schlaf, Sport und Bewegung ist entscheidend für die Gehirnleistung. Ein gesunder Lebensstil von Kindesbeinen an sorgt für eine gute Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff, Blut und Energie.
Gedächtnistraining:
Techniken, die das Gehirn fordern, sind besonders im Alter wichtig. Schachclubs, Kreuzworträtsel, Scrabble und Knobeln mit Freunden sind gute Möglichkeiten, das Gehirn auf Trab zu halten.
Alzheimer: Leben ohne Gestern
Alzheimer, auch Morbus Alzheimer genannt, ist eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die in Deutschland mehr als eine Million Menschen betrifft. Sie tritt in der Regel als Alterserscheinung nach dem 65. Lebensjahr auf. Da das Hauptmerkmal eine fortschreitende Demenz ist, wird die Erkrankung oft auch Alzheimer-Demenz genannt. Sie ist die häufigste Form der Demenz und betrifft Frauen doppelt so oft wie Männer.
Symptome von Alzheimer:
Betroffene leiden zunehmend an Gedächtnisstörungen, die zunächst das Kurzzeitgedächtnis und später auch das Langzeitgedächtnis beeinträchtigen. Sie haben Probleme, sich zu orientieren oder Arbeitsabläufe durchzuführen. Im Endstadium sind sie meist bettlägerig.
Stadien von Alzheimer
Die Krankheit verschlechtert sich nach und nach.
- Frühes Stadium: Betroffene haben leichte kognitive Störungen und verlieren die Fähigkeit, sich neue Informationen zu merken. Sie finden nicht die richtigen Worte oder verlieren den Faden.
- Mittleres Stadium: Es treten zunehmend Probleme mit gewohnten Arbeitsabläufen auf. Die Persönlichkeit kann sich verändern.
- Spätes Stadium: Patienten müssen rund um die Uhr gepflegt werden.
Frühzeitiges Handeln ist wichtig
Obwohl Alzheimer nicht heilbar ist, kann der Krankheitsverlauf verlangsamt werden, insbesondere wenn frühzeitig Maßnahmen zur Förderung der Gehirnleistung ergriffen werden. Gehirntraining und geeignete Präparate wie Ginkgospezialextrakte können helfen. Darüber hinaus sind Physiotherapie, Verhaltenstherapie und Ergotherapie wichtige Bestandteile der Behandlung.
Alzheimer vs. Vaskuläre Demenz
Wie die Alzheimer-Demenz ist die vaskuläre Demenz ein medizinischer Zustand, der ernsthafte Gedächtnisstörungen verursacht. Im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz können die Symptome der vaskulären Demenz jedoch plötzlich auftreten. Der Gedächtnisverlust tritt durch Veränderungen in der Blutversorgung des Gehirns auf, beispielsweise durch einen kleinen Schlaganfall. Die Behandlung der vaskulären Demenz zielt darauf ab, das Risiko eines erneuten Schlaganfalls zu senken, beispielsweise durch die Senkung von Bluthochdruck und Cholesterinspiegel sowie die Einstellung von Diabetes und den Verzicht auf das Rauchen.
Gedächtnis & Konzentration fördern
Unser Gedächtnis vollbringt täglich Höchstleistungen. In stressigen oder belastenden Phasen kann es jedoch vorkommen, dass unser Gedächtnis nachlässt.
Wie funktioniert unser Gehirn?
Das menschliche Gehirn ist individuell und einzigartig und vollbringt jeden Tag erstaunliche Leistungen. Die unterschiedlichsten Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen werden sortiert, gefiltert und in unserem Gedächtnis abgespeichert.
Ultrakurzzeitgedächtnis:
Das Ultrakurzzeitgedächtnis wird auch als sensorisches Gedächtnis bezeichnet und speichert über die Sinne kommende Informationen nur für einen sehr kurzen Zeitraum von 0,5 bis 2 Sekunden.
Kurzzeitgedächtnis:
Das Kurzzeitgedächtnis wird auch Arbeitsgedächtnis genannt und besteht nicht nur aus einem Gedächtnis, sondern gleich aus mehreren Gedächtnissen, die stark miteinander vernetzt sind.
Langzeitgedächtnis:
Sobald eine Information ins Langzeitgedächtnis übertragen wird, kommt es zu neuen Verbindungen der Neuronen untereinander. Diese Verbindungen im Langzeitgedächtnis können über Wochen, Monate, Jahre oder sogar ein Leben lang dort abgespeichert werden.
Ursachen von Gedächtnisstörungen bzw. Gedächtnisabbau
Unser Gedächtnis ist ein hochkomplexes System und mit zunehmenden Alter wird es auch anfälliger für Schwächen und Störungen.
Vorübergehende Gedächtnisschwächen:
Unsere Gedächtnisleistung kann durch viele Faktoren negativ beeinflusst werden. Schlafmangel, Stress, Zeitdruck, psychische Probleme, Einsamkeit und mangelnde Anregung können sich negativ auf unsere geistige Leistungsfähigkeit auswirken.
Gedächtnisabbau im Alter:
Gedächtnisstörungen im Alter betreffen oft das Kurzzeitgedächtnis. Ältere Menschen benötigen manchmal etwas mehr Zeit um neue Inhalte zu lernen und zuverlässig abrufen zu können.
Welche Rolle spielen Durchblutungsstörungen bei Gedächtnisschwäche?
Für ein gesundes Gehirn spielen die Durchblutung und die Sauerstoffversorgung eine wichtige Rolle. Wenn unser Hirn nicht richtig durchblutet wird, können daraus Gedächtnisschwächen und schwere Schäden resultieren.
Ursachen von krankhaften Gedächtnisstörungen:
Patienten, die nicht mehr in der Lage sind, neue Informationen im Gedächtnis zu verankern und bereits gespeicherte Inhalte bei Bedarf abzurufen, leiden an einer Amnesie. Mögliche Auslöser für diese Gedächtnisstörungen können ein schlecht eingestellter Diabetes, Bluthochdruck, Infektionskrankheiten, Schilddrüsenstörungen oder Mangelerscheinungen sein.
Risikogruppen für Gedächtnisstörungen
Grundsätzlich haben Menschen mit einem ungesunden Lebensstil ein höheres Risiko für eine Gedächtnisstörung. Wer sich unausgewogen ernährt, raucht, wenig trinkt, viel Stress hat und sich unzureichend bewegt, riskiert eine mangelhafte Durchblutung des Gehirns. Eine weitere gefährdete Gruppe sind ältere Personen, die einsam sind, wenig soziale Kontakte haben und dadurch nur mangelnd angeregt werden.
Formen von Gedächtnisstörungen
Es gibt unterschiedliche Arten von Gedächtnisstörungen. Diese reichen von leichten Gedächtnisschwächen bis hin zu extremen Formen wie Alzheimer oder Demenz.
- Anterograde Amnesie: Bei einer anterograden Amnesie sind betroffene Personen unfähig, neue Lerninhalte im Gedächtnis abzuspeichern und die Merkfähigkeit ist massiv reduziert.
- Retrograde Amnesie: Bei einer retrograden Amnesie sind Erinnerungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verloren gegangen.
- Hypermnesie: Bei einer Hypermnesie erinnern sich die Personen zu einem späteren Zeitpunkt an mehr als zu einem früheren.
- Demenz: Zur häufigsten Gedächtnisstörung im hohen Alter zählt die Demenz. Häufige Formen der Demenz sind die Alzheimer-Krankheit sowie die vaskuläre Demenz.
Wie lassen sich Gedächtnisstörungen feststellen?
Ob eine krankhafte Veränderung der Gedächtnisleistung vorliegt, kann mithilfe verschiedener Tests festgestellt werden. Zunächst wird überprüft, ob eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Vitamin-B12-Mangel vorliegen.
Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung
Eine Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung kann oft mit einfachen Mitteln erzielt werden.
Gehirnnahrung:
Für eine gute Gedächtnis- und Konzentrationsfähigkeit benötigt unser Gehirn ausreichend Nährstoffe. Das Gehirn reagiert sofort auf eine Unterversorgung mit Nährstoffen, da es selbst keinen Energiespeicher hat.
Gedächtnistraining:
Unsere geistige Leistungsfähigkeit kann auch durch Gedächtnistraining verbessert werden. Im Internet gibt es zahlreiche Übungen, die unser Gedächtnis trainieren.
Pflanzliche Hilfe:
Studien konnten die positive Wirkung von Ginkgo auf die mentale Leistungsfähigkeit nachweisen. Ginkgo Präparate sind sehr gut verträglich und haben positive Effekte auf unsere Gehirnzellen.
Abgrenzung von "normaler" Vergesslichkeit und Demenz
Besonders am Anfang ist es schwer, eine "normale Vergesslichkeit" von einer Demenz abzugrenzen: Jeder Mensch vergisst einmal etwas. Sich etwas merken zu können, ist auch abhängig von der momentanen seelischen und geistigen Belastung, der Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Auch das Alter spielt natürlich eine Rolle.
Merkmale der Alzheimer Demenz im Vergleich zur "normalen" Vergesslichkeit:
- Vergesslichkeit: Menschen mit Alzheimer vergessen häufig, erinnern sich nicht mehr und stellen immer wieder die gleichen Fragen.
- Verlegen von Gegenständen: Menschen mit Alzheimer erinnern sich nicht an das letzte Mal, als sie ihre Schlüssel in der Hand hielten oder legen Dinge an völlig ungeeignete Plätze.
- Probleme bei der Beurteilung von Situationen: Ein Mensch mit Alzheimer vergisst möglicherweise völlig auf ein Kind unter seiner Obhut aufzupassen oder kann nicht mehr mit Geld umgehen.
- Probleme beim abstrakten Denken: Ein fortgeschritten Betroffener weiß nicht mehr, was Telefonnummern bedeuten und was er mit ihnen machen kann.
- Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten: Auch Menschen mit Demenz können in frühen Phasen z.B. ein Essen kochen, vergessen dann aber möglicherweise, es zu servieren oder dass sie es überhaupt gekocht haben.
- Geschichten und Geschehnisse: Menschen mit einer Alzheimer Demenz erinnern sich weder an die Geschichten noch an die Geschehnisse selbst.
- Kurzzeitgedächtnis: Menschen mit Alzheimer vergessen meistens, was einige Minuten zuvor geschah.
- Gedächtnishilfen: Normal vergessliche Menschen nutzen Gedächtnisstützen und Merkzettel besser als Menschen mit Alzheimer.
- Orientierung: Menschen mit Alzheimer verlieren die Fähigkeit zu suchen und Hinweise zu verwenden, die sie bei der Orientierung unterstützen.
- Wiederholungen: Menschen mit Alzheimer Demenz erzählen die gleiche Geschichte unter Umständen mehrmals innerhalb einer Stunde derselben Person.
- Mangel von Antrieb und Initiative: Betroffene verlieren oft ihre Energie, werden inaktiv und nehmen nur noch widerwillig an gesellschaftlichen oder anderen Aktivitäten teil.
Alzheimer: Ursachen und Verlauf
Alzheimer ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der die geistigen Fähigkeiten nach und nach abnehmen. Mit der Zeit verlieren Betroffene zunehmend ihre Selbstständigkeit und verändern sich in ihrem Verhalten und ihrem Wesen.
Was passiert im Gehirn?
Im Verlauf der Krankheit lagert sich Eiweiß an den Nervenzellen ab, die deren Kontakt unterbinden. Wegen des fehlenden Austauschs der Nervenzellen kommt es zu den für die Krankheit typischen Gedächtnis-, Orientierungs-, Sprach- sowie Denkstörungen bei den Patientinnen und Patienten.
Risikofaktoren:
Zu den Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung wie Alzheimer zählen ein Alter über 65 Jahre sowie eine genetische Veranlagung.
Stadien der Alzheimererkrankung:
- bis 2. Die ersten Ablagerungen bilden sich im Gehirn.
- bis 4. Die Ablagerungen breiten sich weiter aus und betreffen insbesondere den Hippocampus und die Amygdala.
- bis 6. Die letzten Stadien beschreiben die fortgeschrittene Demenz mit Ablagerungen im Frontal-, Parietal- und Temporallappen.
Verlauf von Alzheimer mit Blick auf die Beeinträchtigungen der Betroffenen:
- Leichte kognitive Beeinträchtigung: In diesem Stadium werden die ersten Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses sichtbar (Amnesie).
- Leichtgradige Demenz: Zu den Symptomen gehören die Apraxie, sensorische Aphasie und Agnosie.
- Mittelschwere Demenz: Die Beeinträchtigungen nehmen stark zu und die Betroffenen können ihrem Alltag nicht mehr ohne Hilfe nachgehen.
- Schwere Demenz: Im letzten Stadium kommen zusätzlich die Apathie, Bettlägerigkeit, Inkontinenz sowie Inappetenz (fehlender Appetit) zum Krankheitsbild hinzu.
Therapie von Alzheimer
Zwar kann die Krankheit Alzheimer bis heute nicht geheilt werden, dennoch stehen verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Linderung der Symptome zur Verfügung. Hierzu gehören Medikamente, die in klinischen Studien dank ihrer Wirkstoffe insbesondere kognitive Beeinträchtigungen verbessern konnten.
Transiente globale Amnesie (TGA)
Die transiente globale Amnesie (TGA) ist eine vorübergehende Störung der Merkfähigkeit, die zwar harmlos ist, aber für Betroffene und Angehörige sehr beunruhigend sein kann. Bei einer TGA erleben Betroffene vor allem eine antero- und weniger stark auch eine retrograde Amnesie. Das bedeutet, dass das Gehirn in dieser Phase keine neuen Informationen abspeichern kann und sie deshalb immer wieder dieselben Fragen stellen. Gleichzeitig haben sie Schwierigkeiten, vorhandene Erinnerungen abzurufen - vor allem aus der jüngeren Vergangenheit.
Gedächtnisstörungen: Beginnende Demenzerkrankung?
Alarmierend wird es, wenn sich deutliche Hirnleistungsstörungen abzeichnen, die Gedächtnisprobleme über Monate anhalten und weitere geistige Ausfälle dazukommen. Zu den am meisten gefürchteten Ursachen zählen dann Demenzerkrankungen aufgrund von Hirnabbauprozessen, wie die Alzheimer Krankheit, oder die sogenannten vaskulären Demenzen, bei denen Durchblutungsstörungen das Gehirn dauerhaft schädigen.
Warnzeichen für eine beginnende Demenz können unter anderem sein:
- Besonders das Kurzzeitgedächtnis lässt auffallend nach.
- Wortfindungs- und Orientierungsprobleme kommen dazu.
- Neues zu lernen fällt zunehmend schwer oder gelingt gar nicht mehr.
- Geistige und praktische Fähigkeiten, die bisher noch problemlos abrufbar waren, bereiten plötzlich Schwierigkeiten.
- Auch die Persönlichkeit verändert sich.
- Der Alltag wird durch die Gedächtnisschwächen mehr und mehr beeinträchtigt.