Der Fuß ist eine komplexe anatomische Struktur, die eine entscheidende Rolle für unsere Mobilität und unser Gleichgewicht spielt. Um Fußschmerzen und andere Beschwerden effektiv zu behandeln, ist ein fundiertes Verständnis der Anatomie der Arterien und Nerven des Fußes unerlässlich. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über diese Strukturen, ihre Funktionen und ihre klinische Bedeutung.
Einführung in die Fußanatomie
Der Fuß besteht aus 26 Knochen, die durch Gelenke, Bänder und Sehnen miteinander verbunden sind. Diese Knochen lassen sich in drei Hauptabschnitte einteilen:
- Fußwurzel: Sieben Fußwurzelknochen bilden den hinteren Teil des Fußes, einschließlich des Sprungbeins (Talus) und des Fersenbeins (Calcaneus).
- Mittelfuß: Fünf Mittelfußknochen bilden den mittleren Teil des Fußes.
- Zehen: Vierzehn Zehenknochen bilden die Zehen, wobei die Großzehe zwei Glieder und die übrigen Zehen jeweils drei Glieder haben.
Die Fußmuskulatur besteht aus über 30 Muskeln. Die Füße werden auch von Muskeln im Unterschenkel bewegt, dem Fußstrecker und dem Fußbeuger. Die schlanken Sehnen dieser Muskeln reichen bis zu den Zehen. Die Sehnen der Fußstrecker verlaufen über den Fußrücken bis in die Zehenspitzen. Die kurzen Fußmuskeln liegen zwischen den Mittelfußknochen. Sie helfen beim Spreizen, Beugen und Strecken der Zehen, verspannen aber vor allem die Fußgewölbe.
Die Arterien des Fußes
Die Blutversorgung des Fußes erfolgt über zwei Hauptarterien:
- Arteria tibialis anterior: Sie verläuft an der Vorderseite des Unterschenkels und setzt sich als Arteria dorsalis pedis auf dem Fußrücken fort. Die Fußrückenarterie verläuft an der Innenseite des Fußrückens, entlang des Streckmuskels der großen Zehe. Sie läuft in einen Bogen aus, von dem Arterien entspringen. Diese versorgen die Oberseite der Zehen.
- Arteria tibialis posterior: Sie verläuft an der Rückseite des Unterschenkels und teilt sich in die Arteria plantaris medialis und lateralis auf der Fußsohle auf. Die Fußsohlenarterie teilt sich im Bereich der Ferse in zwei Äste, von denen einer an der Innenseite und einer bogenförmig an der Außenseite der Fußsohle verläuft. Auch von der äußeren Fußsohlenarterie führen Arterien bis in die Zehen.
Diese Arterien bilden ein Netzwerk, das den gesamten Fuß mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Der Arcus plantaris profundus (tiefe Fußsohlenbogen) versorgt über Aa. metatarsales plantares die Zehen.
Lesen Sie auch: Ernährungstipps zur Schlaganfallvorbeugung
Die Venen des Fußes
Das venöse System des Fußes besteht aus oberflächlichen und tiefen Venen.
- Oberflächliche Venen: Sie liegen direkt unter der Haut und leiten das Blut in die tiefen Venen. V. saphena magna ist die große Rosenvene - sie läuft an der Innenseite hoch bis zur Leiste.
- Tiefe Venen: Sie begleiten die Arterien und leiten das Blut zurück zum Herzen. Die tiefen Venen begleiten die Arterien: Vv. tibiales anteriores, Vv. tibiales posteriores und Vv. fibulares. Sie münden in die V. Am Fuß bilden die Venen Gefäßbögen: Arcus venosus dorsalis pedis am Fußrücken und Arcus venosus plantaris an der Sohle.
Die Nerven des Fußes
Die Nervenversorgung des Fußes ist komplex und umfasst mehrere Nerven, die aus dem Nervus ischiadicus stammen. Der N. ischiadicus (Ischiasnerv) teilt sich in N. tibialis und N. N. tibialis innerviert alle tiefen Flexoren und teilt sich am Fuß in N. plantaris medialis und N. plantaris lateralis. N. fibularis communis spaltet sich in N. fibularis profundus (für die Extensoren) und N. fibularis superficialis (für die Pronatoren). Eine Schädigung des N. fibularis communis führt zur "Fallhand des Fußes" - du kannst den Fuß nicht mehr heben. CAVE: Der N.
Die Hauptnerven des Fußes sind:
- Nervus tibialis: Er ist der Hauptnerv der Fußsohle und teilt sich in den Nervus plantaris medialis und den Nervus plantaris lateralis auf. Der innere Fußsohlennerv verzweigt sich bereits in Fersennähe und verläuft in mehreren Ästen entlang der Fußsohle. Er bewegt die Beugermuskeln der ersten drei und teilweise auch den der vierten Zehe. Außerdem leitet der Nerv die Hautempfindungen aus dem Bereich der Fußsohle bis zur vierten Zehe. Der äußere Fußsohlennerv folgt der äußeren Fußsohlenarterie bis zur kleinen Zehe. Er bewegt einen Teil der Beugermuskeln der vierten Zehe und den Beuger der kleinen Zehe.
- Nervus peroneus profundus: Er verläuft an der Vorderseite des Unterschenkels und versorgt die Muskeln, die den Fuß und die Zehen heben (Dorsalflexion). Der tiefe Wadenbeinnerv verläuft entlang der Fußrückenarterie. Er bewegt die Muskeln, die die Zehen strecken. Ein Ast verläuft bis zwischen die große und die zweite Zehe und verzweigt sich dort. Er nimmt auch Sinnesreize aus der Haut des Fußrückens auf.
- Nervus peroneus superficialis: Er versorgt die Haut des Fußrückens.
Diese Nerven sind für die motorische Steuerung der Fußmuskulatur und die sensorische Wahrnehmung von Berührung, Schmerz, Temperatur und Vibration verantwortlich.
Klinische Bedeutung
Die Kenntnis der Anatomie der Arterien und Nerven des Fußes ist entscheidend für die Diagnose und Behandlung verschiedener Erkrankungen, darunter:
Lesen Sie auch: Gehirnarterien: Eine Übersicht
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Eine Verengung der Arterien, die den Fuß versorgen, kann zu Schmerzen, Kältegefühl und Geschwüren führen.
- Diabetischer Fuß: Diabetes kann die Nerven und Blutgefäße im Fuß schädigen, was zu Neuropathie, Geschwüren und Infektionen führen kann.
- Tarsaltunnelsyndrom: Eine Kompression des Nervus tibialis im Tarsaltunnel kann zu Schmerzen, Taubheit und Kribbeln in der Fußsohle führen.
- Morton Neurom: Eine Verdickung des Gewebes um einen Nerv zwischen den Mittelfußknochen kann zu Schmerzen im Vorfuß führen.
- Kompressionssyndrom des Baxter-Nervs: Wird dieser Nerv eingeklemmt, verursacht er Schmerzen, die sich täuschend ähnlich wie bei einer Plantarfasziitis anfühlen: ein stechender Schmerz an der Innenseite der Ferse, der beim Gehen schlimmer wird.
- Fußschmerzen: Die Ursachen von Fußschmerzen sind vielfältig und sollten vom orthopädischen Facharzt abgeklärt werden. Fußschmerzen sind ein wichtiges und ernstzunehmendes Warnsignal. Der Fuß trägt den größten Teil unseres Körpergewichts und ist anfällig für Überlastungen. Aber auch andere Ursachen wie Fehlstellungen (z. B. Hallux valgus), Verletzungen der Knochen, Sehnen und Bänder, Entzündungen oder Gelenkverschleiß (Arthrose) können zu Fußschmerzen führen.
- Nerveneinklemmungen: Nerveneinklemmungen müssen nicht im Bereich des Fußes erfolgen, um brennende Schmerzen, Taubheit und Ameisenlaufen im Fuß auszulösen. Alle peripheren Nerven entspringen an den Nervenwurzeln der Wirbelsäule aus dem Rückenmark. Entsteht im Rückenmark, etwa durch eine Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals) oder einen Bandscheibenvorfall, eine Nerveneinklemmung, können die Folgen entlang des gesamten Versorgungsgebietes des Nerven bis in den Fuß hinabreichen.
Fußschmerzen: Ursachen, Diagnose und Behandlung
Fußschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das verschiedene Ursachen haben kann. Es ist wichtig, die Ursache der Fußschmerzen zu identifizieren, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Ursachen von Fußschmerzen
Die Ursachen von Fußschmerzen sind vielfältig und reichen von harmlosen Überlastungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. Häufige Ursachen sind:
- Überlastung: Übermäßige oder falsche Trainingsbelastung bei Läufern und Wiedereinsteigern kann zu Fußschmerzen und Schäden an der Achillessehne führen.
- Fehlstellungen: Angeborene oder erworbene Fußdeformitäten wie ein Knick-Senkfuß oder ein Spreizfuß können zu Fußschmerzen führen. Beim Knick-Senkfuß ist das Fußlängsgewölbe (rot) am Scheitelpunkt eingesunken (Pfeil). Die Knick-Senkfuß-Fehlstellung führt zu einem Absinken des Fußlängsgewölbes. Die Zehen weichen dabei nach außen ab. Bei Erwachsenen ist die Ursache des Knick-Senkfußes meist eine geschwächte Tibialis-posterior-Sehne (hinterer Schienbeinmuskel).
- Verletzungen: Verletzungen der Knochen, Sehnen und Bänder können zu akuten Fußschmerzen führen. Eine Verletzung der Außenbänder am Fuß äußert sich durch plötzliche, starke Fußschmerzen und Hämatombildung.
- Entzündungen: Entzündungen der Sehnen, Bänder oder Gelenke können chronische Fußschmerzen verursachen. Ein Fersensporn mit Entzündung der Plantarsehne (Plantarfasziitis) ist mit stechenden Fußschmerzen im hinteren Sohlenbereich verbunden, was die Patienten beim Laufen in eine humpelnde Spitzfußstellung zwingt.
- Arthrose: Gelenkverschleiß (Arthrose) kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Fuß führen. Die typischen Zeichen einer Fußarthrose sind Anlaufschmerzen nach Ruhepausen und Schmerzen am Fußspann. Bei entzündlich aktivierter Arthrose kommt es häufig auch zu nächtlichen Fußschmerzen und entzündlichen Reaktionen.
- Nervenkompressionen: Einklemmungen von Nerven im Fuß können zu Schmerzen, Taubheit und Kribbeln führen.
- Durchblutungsstörungen: Durchblutungsstörungen in Arterien oder Venen als Folge von Stoffwechselerkrankungen verursachen häufig Fußschmerzen. Dazu gehören vor allem die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) oder der diabetische Fuß.
- Infektionen: Verletzungen und Infektionen von Haut und Nägeln können Fußschmerzen auslösen.
Diagnose von Fußschmerzen
Die Diagnose von Fußschmerzen umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, MRT oder Ultraschall.
Behandlung von Fußschmerzen
Die Behandlung von Fußschmerzen richtet sich nach der Ursache und kann konservative Maßnahmen wie Schonung, Kühlung, entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie und orthopädische Einlagen umfassen. In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein. Hochlegen, Schonung, Kühlung und entzündungshemmende Medikamente sind erste Maßnahmen zur Behandlung der Sehnen- und Weichteilüberlastung am Fußrücken.
Fußgesundheit fördern
Um die Fußgesundheit zu fördern, sollten Sie folgende Tipps beachten:
Lesen Sie auch: Funktion der Gehirnarterien
- Tragen Sie bequeme und gut passende Schuhe. Füße müssen gefordert werden, damit sie sich richtig entwickeln und ihre Form behalten. Die Fußgesundheit hängt direkt von der Aktivität des Fußes ab.
- Vermeiden Sie Schuhe mit hohen Absätzen oder engen Zehenboxen.
- Trainieren Sie Ihre Fußmuskulatur regelmäßig.
- Dehnen Sie Ihre Füße und Waden.
- Kontrollieren Sie Ihre Füße regelmäßig auf Verletzungen oder Veränderungen.
- Suchen Sie bei anhaltenden Fußschmerzen einen Arzt auf. Dauern die Fußschmerzen allerdings länger als drei Tage an oder ist eine Belastung des Fußes gar nicht mehr möglich, sollten Sie einen Spezialisten für Fußerkrankungen aufsuchen.