Ärzte für Alzheimer-Krankheit: Diagnose, Behandlung und Unterstützung

Die Alzheimer-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die Gedächtnis, Denkvermögen und Verhalten beeinträchtigt. Sie ist die häufigste Ursache für Demenz, von der Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Eine frühzeitige Diagnose und eine umfassende Behandlung können helfen, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien zu verbessern.

Anzeichen und Symptome

Die Alzheimer-Krankheit entwickelt sich in der Regel schleichend über Jahre hinweg. Die ersten Anzeichen sind oft subtil und können leicht übersehen werden. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Gedächtnisverlust, insbesondere Schwierigkeiten, sich an neue Informationen zu erinnern
  • Probleme mit der Orientierung in Zeit und Raum
  • Schwierigkeiten bei der Planung und Problemlösung
  • Sprachprobleme, wie z. B. Wortfindungsstörungen
  • Veränderungen in Stimmung und Verhalten, wie z. B. Reizbarkeit, Angst oder Depression
  • Fehlentscheidungen

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Menschen mit diesen Symptomen an Alzheimer erkrankt sind. Diese Symptome können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden. Bei anhaltenden Gedächtnis- oder Wortfindungsstörungen sowie auffallenden Verhaltensstörungen im Alter sollte unbedingt eine Abklärung der Ursache beim Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie erfolgen.

Der erste Ansprechpartner

Bei einem Verdacht auf Demenz ist der Hausarzt oft der erste Ansprechpartner. Er kennt die Patienten in der Regel schon länger und kann die Symptome, nachdem er sich einen gesundheitlichen Überblick verschafft hat, besser einordnen. Der Hausarzt kann prüfen, ob hinter den Beschwerden eine andere Ursache steckt, zum Beispiel eine Schilddrüsenerkrankung, ein Vitaminmangel oder eine Depression. Solche Erkrankungen können ähnliche Symptome wie eine Demenz auslösen, sind aber oft behandelbar.

Fachärztliche Untersuchung

Besteht weiterhin der Verdacht auf eine Demenz, überweisen Hausärzte an Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie oder Psychiatrie oder an eine spezialisierte Gedächtnissprechstunde. Für den Facharzt von Vorteil sind dabei Kompetenzen im Bereich der Alterskrankheiten seines Faches (Gerontopsychiatrie, Geriatrie = Altersheilkunde).

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Ablauf der Untersuchung in der Gedächtnissprechstunde

Um einen reibungslosen Ablauf mit möglichst geringen Wartezeiten zu gewährleisten, sind die Untersuchungen auf mehrere Termine verteilt:

1. Termin:

  • Der erste Termin findet in der Gedächtnissprechstunde der Klinik und Poliklinik für Neurologie statt.
  • Anamnese durch einen Arzt oder eine Ärztin: Erhebung der Krankengeschichte, Prüfung bereits veranlasster Untersuchungen und Festlegung weiterer notwendiger Untersuchungen. Das ärztliche Gespräch nimmt ungefähr 30-45 Minuten in Anspruch. Da Informationen von Angehörigen sehr wichtig sind, sollten diese wenn möglich auch an diesem Termin teilnehmen.
  • Ausführliche neuropsychologische Testung durch Neuropsychologen und Neuropsychologinnen: Überprüfung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und weiteren kognitiven Bereichen. Die Testung dauert je nach Fragestellung etwa 0.5-2 Stunden. Bei der Testung werden verschiedene Verfahren angewendet, die Gedächtnis, Aufmerksamkeit und weitere kognitive Bereiche überprüfen.
  • Es ist hilfreich, wenn der Patient bzw. die Patientin zu diesem Termin Vorbefunde, bereits durchgeführte Aufnahmen vom Kopf (CT, MRT) und - falls benötigt - die Brille und das Hörgerät mitbringt.
  • Am Ende dieses Termins wird festgelegt, welche weiteren Schritte folgen.

2. Termin:

  • Der zweite Termin findet in Abhängigkeit von den Ergebnissen des ersten Termins statt.
  • Liquorpunktion (Untersuchung des Nervenwassers): Bei Feststellung der Notwendigkeit einer Liquorpunktion zur Klärung der Fragestellung erfolgt ein ambulanter Aufenthalt in der Neurologie. Zunächst erfolgt eine erneute ärztliche Untersuchung, dann wird Blut für eine ausführliche Blutuntersuchung entnommen, um sicher zu stellen, dass eine Liquorpunktion ohne erhöhtes Blutungsrisiko durchgeführt werden kann. Sind die Ergebnisse der Blutuntersuchung normwertig, erfolgt im Anschluss die Liquorpunktion zur Analyse von speziellen Demenzmarkern. Nach einer kurzen Abschlussuntersuchung erfolgt die Entlassung.
  • MRT/CT: Eine MRT (Magnetresonanztomographie), bzw. eine CT (Computertomographie) falls eine MRT aus unterschiedlichen Gründen (z. B. Herzschrittmacher) nicht möglich sein sollte, ist ambulant in einer radiologischen Praxis oder Klinik durchzuführen. Die Bilder sollten auf CD mit zu den Terminen mitgebracht werden (der Befund ist nicht ausreichend).

3. Termin:

  • Der dritte Termin findet ambulant erneut im Rahmen der Gedächtnissprechstunde statt.
  • Besprechung der Untersuchungsergebnisse mit dem Patienten bzw. der Patientin und seinen Angehörigen durch einen Arzt oder eine Ärztin.
  • Besprechung möglicher Behandlungsansätze bei klarer Ursache der Beschwerden.
  • Prüfung weiterer diagnostischer Schritte wie z. B. eine PET (Positronenemissionstomographie) bei weiterhin unklarer Ursache.

Diagnoseverfahren

Zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit werden verschiedene Verfahren eingesetzt:

  • Anamnese: Ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und seinen Angehörigen über die Krankengeschichte und die aktuellen Beschwerden. Welche Probleme oder Veränderungen haben Sie bemerkt? Seit wann bestehen die Beschwerden? Gibt es Tageszeiten, an denen die Probleme stärker oder schwächer sind? Wie oft treten die Beschwerden auf? Gibt es Situationen oder Faktoren, die den Zustand verbessern oder verschlechtern? Wie wirken sich die Beschwerden auf den Alltag aus?

  • Körperliche und neurologische Untersuchung: Um andere mögliche Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

  • Neuropsychologische Tests: Zur Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit. Anhand verschiedener Tests kann der Arzt die derzeitige geistige Leistungsfähigkeit des Patienten beurteilen und damit den Schweregrad der Demenz einordnen.

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    • Mini-Mental-Status-Test (MMST): Er wird häufig vom Hausarzt zur ersten Orientierung durchgeführt, er dauert nur ca. 10 Minuten. Der Patient muss einige Fragen zur aktuellen Zeit und zum Raum, in dem er sich gerade befindet, beantworten (misst Orientierung in Zeit und Raum). Er wird gebeten, drei Worte nachzusprechen (misst Merkfähigkeit), einen einfachen „Rückrechentest" durchzuführen (misst Aufmerksamkeit und Richtigkeit). Dann soll er die drei Worte des Merkfähigkeitstest wiederholen (misst Erinnerungsfähigkeit). Schließlich gibt es einige Sprach- und Schreibtests. Die Aufgaben sind so einfach, dass sie jeder geistig Gesunde mit Leichtigkeit bestehen würde. Ein Demenz-Kranker weist jedoch Lücken auf. Sie werden mit zunehmender Demenz immer deutlicher.
    • Uhren-Test: Bereits das einfache Zeichnen einer Uhr, lässt eine Beurteilung des geistigen Zustands des Patienten zu. Aufgrund der zunehmenden visuell-räumlichen Orientierungsprobleme im Verlauf der Krankheit können die Ziffern und Zeiger oft nicht mehr richtig in einem vorgegebenen Kreis angeordnet werden (Dauer ca. 5 Minuten).
    • Demenz-Detektion (DemTect): Dieser Spezialtest zur Früherkennung ist dem MMST überlegen und wird daher häufig vom Gerontopsychiater/Neurologen durchgeführt. Er dauert ebenfalls etwa 10 Minuten. Der Test enthält fünf Aufgaben. Der Patient muss eine Wortliste wiederholen. Damit wird das Kurzzeitgedächtnis geprüft. Diese Liste wird am Testende noch einmal abgefragt, um das Langzeitgedächtnis zu beurteilen. In einer "Zahlenwandelaufgabe" muss der Patient zwei Ziffern in Zahlwörter und zwei Zahlwörter in Ziffern umsetzen. Außerdem wird die Flüssigkeit der Sprache geprüft.
    • Montreal Cognitive Assessment (MoCA): Ähnlich dem DemTect dient auch der MoCA der Früherkennung von Defiziten des Gedächtnisses bzw. des Denkvermögens. In 10 Minuten werden auch hier verschiedene Bereiche der Leistungsfähigkeit abgefragt. Dazu gehört das Lernen von fünf Begriffen, welche später abgefragt werden. Die visuell-räumliche Verarbeitung wird durch das Zeichnen einer Uhr und das Abzeichnen eines Würfels geprüft. Es folgt die Prüfung der Konzentration, der „Exekutivfunktionen“ und der Abstraktionsfähigkeit. Auch hier werden die Flüssigkeit der Sprache und die Zahlenverarbeitung getestet. Darüber hinaus werden die Fähigkeit, komplexe Sätze zu verstehen, und die Orientierung in Raum, Ort und Situation untersucht.
    • ADL-Skalen: ADL-Skalen (ADL: "Activities of Daily Living") messen die Auswirkungen der Demenz auf die Alltagsfähigkeiten. Der Test, der in verschiedenen Varianten existiert, misst, zu welchen Tätigkeiten des alltäglichen Lebens der Patient noch fähig ist. Es werden Alltagsprobleme mit Punkten zwischen 1 für "nie vorhandene" und 10 für "immer vorhandene Schwierigkeiten" bewertet (Dauer: ca. 10 Minuten).
  • Bildgebende Verfahren: Zur Darstellung von Veränderungen im Gehirn. Bei der Erstdiagnose der Demenz sollte zusätzlich entweder eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden. CT und MRT erstellen Schichtaufnahmen des Gehirns und erlauben einen Einblick in den Aufbau des Gehirns. Diese bildgebenden Verfahren ermöglichen allein zwar nicht die Diagnose einer Demenz, können aber helfen, zwischen den einzelnen Formen zu unterscheiden. So können z.B. Der Hauptgrund für die Erstellung von CT- und MRT-Bildern liegt jedoch in der frühzeitigen Erkennung von behandelbaren Ursachen einer Demenz. Dies kann ein Hirntumor oder eine krankhafte Erweiterung der Hohlräume im Gehirn sein. Neuere Verfahren wie Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) und Positronen-Emissionstomographie (PET) können in unklaren Fällen und in Frühstadien zur Sicherung der Diagnose beitragen. So kann eine PET-Untersuchung z.B. einen verminderten Zuckerstoffwechsel im Gehirn nachweisen, obwohl im MRT noch keine Hirnschrumpfung darstellbar ist. Auch ist es neuerdings möglich, die für die Alzheimer-Erkrankung typischen Amyloid-Ablagerungen darzustellen.

  • Laboruntersuchungen: Zur Erkennung anderer behandelbarer Ursachen für die Beschwerden. Der Arzt wird bei allen Patienten mit Verdacht auf Demenz auch Blut abnehmen, um einige behandelbare Ursachen einer Demenz rechtzeitig zu erkennen (z.B. Mangel an Vitamin B12 oder an Schilddrüsenhormonen).

  • Liquoruntersuchung: Eine sehr empfindliche Methode zur Feststellung einer Alzheimer-Erkrankung ist die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor). Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine einzelne Untersuchung nicht viel aussagt.

Differentialdiagnose

Zur Feststellung einer Demenz bei Alzheimer-Krankheit müssen andere Erkrankungen, die ebenfalls Anzeichen einer Demenz zeigen können, abgeklärt werden: Hierzu gehören u.a. eine Verkalkung der Hirngefäße (vaskuläre Demenz), eine Demenz mit Lewy-Körperchen , gut- und bösartige Hirntumore, AIDS, ein Parkinson-Syndrom, die Erbkrankheit Chorea Huntington, eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) und ein Vitaminmangel z.B. an B12, Folsäure oder B-Vitamin Niacin. Weiter können Erkrankungen der Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse zu einer Demenz führen. Auch Alkohol- bzw. Immer wieder kommt es vor, dass Patienten mit depressiven Erkrankungen aufgrund der psychischen und körperlichen Verlangsamung für dement gehalten werden („Pseudodemenz"). Der Facharzt kann hier mit speziellen Untersuchungen und Tests in der Regel zwischen den beiden Krankheiten unterscheiden.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Alzheimer-Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Das Ziel der Behandlung ist die Verbesserung der Lebensqualität und die Verzögerung der Symptomfortschreitung.

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Medikamentöse Therapie

  • Antidementiva: Medikamente, die die Symptome der Alzheimer-Krankheit lindern können, indem sie die Konzentration von bestimmten Botenstoffen im Gehirn erhöhen. Bei der frühen Demenz gehören zum Beispiel sogenannte Antidementiva dazu. Sie wurden entwickelt, um das Gedächtnis zu stabilisieren. Wobei man sagen muss, dass deren Wirksamkeit leider noch sehr beschränkt ist. Darum ist es wichtig, darauf zu achten, ob die Wirkung und die leider auch damit verbundenen Nebenwirkungen in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Unter den Antidementiva gibt es die. Da kann man relativ sicher sagen, dass die Antidementiva, die auf dem Wirkprinzip Acetylcholinesterase-Hemmung beruhen, alle gleich wirksam sind. Ein Medikament, das den Abbau des Botenstoff Acetylcholin hemmt, kann die Merkfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit verbessern. Acetylcholinesterase-Hemmer stärken vorübergehend das Gedächtnis und die kognitiven Funktionen und eigenen sich gut im frühen und mittleren Stadium.
  • Weitere symptomatische Medikamente: Für andere Teilaspekte einer Demenz, wie etwa für Schlafstörungen und für Unruhe- oder Angstzustände. Diese würde man nur einsetzen, wenn diese Probleme entsprechend vorhanden sind. Bei Depression, Unruhe und Orientierungslosigkeit können ebenfalls Medikamente helfen. Bei Verhaltenssymptomen und psychischen Störungen können Medikamente wie Antidepressiva und Antipsychotika in ärztlicher Absprache verschrieben werden.

Nicht-medikamentöse Therapie

  • Physio- und Ergotherapie: Um motorische Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern. Das ist in dem frühen Stadium einer Demenz meistens sehr sinnvoll, um motorische Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern. Natürlich hängt das auch davon ab, ob Beweglichkeitseinschränkungen mit der Demenzerkrankung zusammen aufgetreten sind.
  • Tagesstätten: In den mittleren Stadien sind auch Tagesstätten sinnvoll. Dort haben die Betroffenen die Möglichkeit, entsprechend ihrer Leistungsbreite Beschäftigung und Anregung zu finden. Ganz wichtig bei Demenzerkrankungen ist, dass der Alltag nicht zu eintönig oder reizisoliert stattfindet. Sonst kann es unter anderem zu einer Tag-Nacht-Rhythmusstörung kommen. Auch Spaziergänge und ähnliche Tätigkeiten helfen bei einer Rhythmisierung des Alltags.
  • Kognitive Übungen und Aufgaben: Um die geistigen Fähigkeiten zu stärken.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung: Um die körperliche Gesundheit zu fördern.
  • Pflege von sozialen Kontakten: Um soziale Isolation zu vermeiden.
  • Psychotherapie, Krankengymnastik und Beschäftigungstherapie: Zusätzlich sind Psychotherapie, Krankengymnastik und Beschäftigungstherapie sinnvoll. Diese Therapieformen können entweder ambulant stattfinden oder in einem Reha-Zentrum.

Geriatrische Rehabilitation

Die Geriatrie ist spezialisiert auf Patientinnen und Patienten, die etwa 65 Jahre oder älter sind. Ihr Behandlungsansatz ist ganzheitlich und integriert unterschiedliche medizinische Disziplinen und Therapieformen, darunter auch Physio- und Ergotherapie. Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit einer leichten bis mittleren Demenzerkrankung ähnlich gut profitieren wie Menschen ohne eine Demenz. Daher ist es ein sehr gutes Angebot.

Es gibt keine Reha direkt mit dem Anlass Demenzerkrankung. Aber sehr oft haben Demenzerkrankte eine Hüftfraktur, einen kleinen Schlaganfall oder auch einen Herzinfarkt. Gerade diese Patienten profitieren von einer geriatrischen Reha, die ja nicht immer nur auf das betroffene Organ - das Herz oder die Hüfte - abzielt, sondern umfassender probiert rehabilitativ tätig zu werden. Mit dem Ziel, neben der bestmöglichen Heilung auch im guten Maße die Alltagskompetenz zu erhalten oder wiederherzustellen. Die Vorstellung, dass sich jemand schlechter von einem Knochenbruch erholt, weil er eine leichte bis mittlere Demenz hat, ist falsch. Wenn die Reha darauf angepasst ist, dass die Patienten Orientierungsschwierigkeiten oder Ähnliches haben, dann könne diese genauso gut profitieren.

Teilnahme an Interventionsstudien

Neben einer medikamentösen Therapie bietet sich von Fall zu Fall die Möglichkeit zur Teilnahme an Interventionsstudien, in denen z. B. mittels Gedächtnistrainings, körperlicher Aktivität und/ oder Transkranieller Magnetstimulation positive Effekte auf die Gedächtnisleistung zu erzielen sind.

Bedeutung der Früherkennung

Je früher die Alzheimer-Krankheit erkannt wird, desto besser können die Betroffenen und ihre Familien sich auf die Veränderungen einstellen und die notwendigen Schritte unternehmen, um die Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten. Um Klarheit zu erhalten ist eine zeitnahe Diagnostik hilfreich. Liegt den Symptomen eine nicht heilbare Ursache zugrunde, zum Beispiel eine Alzheimer-Krankheit, dann kann ein zügiger Therapiebeginn mit modernen Antidementiva gerade am Beginn der Erkrankung den größten Effekt bewirken: eine zeitweilige Milderung der Symptome und Verlangsamung des Verlaufs.

Unterstützung für Angehörige

Die Pflege von Menschen mit Alzheimer-Krankheit ist eine große Herausforderung für die Angehörigen. Es ist wichtig, dass sie sich selbst nicht vergessen und sich Unterstützung suchen. Es gibt verschiedene Angebote für Angehörige von Demenzkranken, wie z. B. Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Entlastungsangebote.

Seelische Gesundheit der Angehörigen stärken

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Was können Angehörige tun, um zum Erfolg der Therapie beizutragen?

Sie können die Demenzkranken in Unternehmungen mit einbinden. Es ist sehr wichtig, dass sie aktiv bleiben. Das kann die Geduld zwar sehr strapazieren, ist aber für den Verlauf der Demenz von Vorteil. Ich habe Patienten mit Orientierungsstörung oder schweren Merkfähigkeitsstörung erlebt, die gehen noch auf Wanderungen mit Freunden und Bekannten. Die respektieren dann, dass die Kranken nicht immer auf der Höhe sind und beispielsweise nicht mehr so viele oder immer dieselben Geschichten erzählen.

Wie viel Vergessen ist noch normal, ab wann sollte man etwas unternehmen?

Demenzen als Ursache der Gedächtnisstörungen in jedem Alter gehören in der Neurologie zu einem der wichtigsten Felder. Die Neurologie klärt die Frage, ob Gedächtnisstörungen im Alltag noch im Rahmen eines normalen Alterungsprozesses zu erklären sind oder aber bereits erste Anzeichen einer Demenz darstellen. Die möglichst frühzeitige Erkennung einer Demenz, wie z.B. der Alzheimer-Demenz, einer Frontotemporalen Demenz oder eine Lewy-Body-Demenz, ist dabei von besonderer Bedeutung. Der Erkrankte und sein Umfeld profitieren über Jahre von der Behandlung.

Die Stadien der Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer-Krankheit verläuft in der Regel in drei Stadien:

  • Leichte Demenz: Betroffene sind im Alltag zwar leicht beeinträchtigt, aber sie können ein weitgehend selbstständiges und unabhängiges Leben führen. Manchmal fällt es ihm schwer, einem Gespräch zu folgen und auch Wortfindungsstörungen und Wiederholungen kommen vor. Bei komplexen Handlungen kommt es zu ersten Fehlhandlungen.
  • Mittelschwere Demenz: Der Betroffene ist auf Hilfe und Aufsicht angewiesen, da unter anderem die Körperpflege vernachlässigt wird und Einkaufen schwerfällt. Betroffene leiden unter Angst, Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit. Häufig kommt es zu aggressiven und gereizten Verhalten.
  • Schwere Demenz: Eine eigenständige Lebensführung ist nicht mehr möglich. Patienten sind bettlägerig, können nicht selbstständig essen und sind inkontinent. Eine Kommunikation wird immer schwieriger.

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer Erkankung. Diese kann in 7 Stufen eingeteilt werden:

  • Stufe 1: Keine Beeinträchtigung
  • Stufe 2: Sehr leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 3: Leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 4: Mäßig gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 5: Mittelschwer gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 6: Schwerwiegend gemindertes Wahrnehmungsvermögen

Verlauf und Lebenserwartung

Die Alzheimer Krankheit verläuft schleichend und fortschreitend, meist über mehrere Jahre. Dabei hält die früheste Phase am längsten an. Die leichten kognitiven Störungen im frühen Stadium verschlechtern sich im mittleren Stadium, sodass Unterstützung im Alltag benötigt wird. Im Endstadium sind die kognitiven und körperlichen Funktionen dermaßen eingeschränkt, dass eine vollständige Pflegebedürftigkeit besteht.

Die Geschwindigkeit des Fortschreitens variiert, der Verlauf ist wellenartig mit vielen Höhen und Tiefen. Die Lebenserwartung nach der Diagnosestellung beträgt durchschnittlich 7 bis 12 Jahre, hängt aber auch von dem Gesamtzustand des Patienten ab. Die meisten Diagnosen werden im frühen bis mittlerem Stadium gestellt. Durch eine medikamentöse Therapie kann die Lebenserwartung leicht erhöht und die frühe Phase hinausgezögert werden.

Spezialisten für Alzheimer

Alzheimer ist eine komplexe neurodegenerative Erkrankung, deren Diagnose und Erkennung spezielles Fachwissen erfordert. Spezialisten für Alzheimer sind Fachärzte der Neurologie, Psychiatrie und Geriatrie. Die Behandlung erfolgt oft interdisziplinär und Spezialisten und wie Neuropsychologen und Sozialpädagogen können mit einbezogen werden. Die Diagnose und Therapie kann auch in spezialisierten Demenzzentren oder Memory Clinics erfolgen.

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