Aspirin bei Migräne: Wirksamkeit, Anwendung und wichtige Hinweise

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von starken Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und extremer Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen, gekennzeichnet ist. Aspirin, insbesondere in Form von Brausetabletten, kann eine wirksame Option zur Behandlung von Migräneattacken sein. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Aspirin bei Migräne, die richtige Anwendung, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Vorsichtsmaßnahmen.

Was ist Migräne?

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung, die sich durch verschiedene Symptome äußern kann. Die häufigsten Begleitsymptome sind Übelkeit und Erbrechen, wobei viele Betroffene auch über Appetitlosigkeit berichten. Verschiedene Formen von Hypersensibilität sind ebenfalls nicht selten, wobei Betroffene oft besonders empfindlich auf Licht, laute Geräusche oder Gerüche reagieren. Die Kopfschmerzen selbst sind bei der Migräne sehr charakteristisch und werden oft als pulsierend, hämmernd oder pochend beschrieben.

Anzeichen einer Migräne: Die Aura

Etwa 10 bis 15 % der Migränepatienten erleben eine sogenannte Aura, die sich durch neurologische Symptome wie Sehstörungen (Flimmern, verschwommenes Sehen, Lichtblitze, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldeinschränkungen), Missempfindungen (Kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen) oder Sprachstörungen äußern kann. Eine Migräne mit Aura läuft meist in fünf Phasen ab:

  1. Vorbotenphase: Stunden oder Tage vor der Attacke treten Müdigkeit, Blässe, Heißhunger, Übelkeit und Konzentrationsstörungen auf.
  2. Auraphase: Kurz vor Beginn der Kopfschmerzen treten die Aura-Symptome auf.
  3. Kopfschmerzphase: Die typischen Migränekopfschmerzen setzen ein.
  4. Auflösungsphase: Die Symptome der Anfangsphase kehren in umgekehrter Form zurück, beispielsweise Appetitlosigkeit.
  5. Erholungsphase: Die Symptome verschwinden, aber die Betroffenen benötigen Zeit, um sich von der Erschöpfung zu erholen.

Dauer und Häufigkeit von Migräne

Die Dauer einer Migräneattacke kann variieren. Die Aura-Phase dauert in der Regel 5 bis 30 Minuten, in Ausnahmefällen bis zu einer Stunde. Die Kopfschmerzphase kann ohne Behandlung mindestens vier Stunden und bis zu drei Tage andauern. Die Erholungsphase kann weitere zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Häufigkeit von Migräneattacken ist von Person zu Person verschieden. In einigen Fällen kann die Erkrankung chronisch werden, wobei die Betroffenen an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehrere Monate hinweg Kopfschmerzen haben.

Wie wirkt Aspirin bei Migräne?

Aspirin Migräne enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt. ASS hemmt die Bildung von Prostaglandinen, Botenstoffen, die an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen beteiligt sind. Zudem beeinflusst ASS die Blutgerinnung.

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Aspirin Migräne Brausetabletten enthalten zusätzlich Pufferstoffe wie Natriumcitrat und Zitronensäure, die die Löslichkeit des Wirkstoffs verbessern und eine schnelle Aufnahme in den Körper ermöglichen. Der Wirkstoff liegt bereits gelöst vor, wodurch er besonders schnell aufgenommen werden kann.

Vorteile der Brausetablettenform

Die Einnahme von Acetylsalicylsäure als Brauselösung ermöglicht eine besonders schnelle und sichere Aufnahme im Magen-Darm-Trakt. Die Brauselösung passiert den Magen schnell und kann so ihre Wirksamkeit optimal entfalten.

Anwendung von Aspirin Migräne

Aspirin Migräne ist ein nicht verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das in Apotheken erhältlich ist. Es wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase von Migräneanfällen mit und ohne Aura angewendet. Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene nehmen 2 Brausetabletten (entsprechend 1000 mg Acetylsalicylsäure) als Einzeldosis ein. Bei Bedarf kann die Einzeldosis in Abständen von 4 bis 8 Stunden bis zu dreimal täglich wiederholt werden. Die Tagesgesamtdosis von 6 Brausetabletten darf nicht überschritten werden.

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt:

  • Jugendliche über 16 Jahren und Erwachsene:
    • Einzeldosis: 2 Brausetabletten (1000 mg ASS)
    • Tagesgesamtdosis: 6 Brausetabletten (3000 mg ASS)

Art der Anwendung

Die Brausetabletten werden in einem Glas Wasser aufgelöst und getrunken. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.

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Dauer der Anwendung

Aspirin Migräne sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage angewendet werden. Wenn sich die Symptome verschlechtern oder länger als 3 Tage andauern, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wann sollte Aspirin Migräne nicht eingenommen werden?

Aspirin Migräne darf nicht eingenommen werden:

  • bei Allergie gegen Acetylsalicylsäure, andere Salicylate oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
  • wenn in der Vergangenheit auf bestimmte Arzneimittel gegen Schmerzen, Fieber oder Entzündungen (Salicylate oder andere nichtsteroidale Entzündungshemmer) mit Asthmaanfällen oder in anderer Weise überempfindlich reagiert wurde
  • bei akuten Magen- und Darmgeschwüren
  • bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung
  • bei Leber- und Nierenversagen
  • bei schwerer, nicht durch Medikamente eingestellter Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
  • wenn gleichzeitig 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche eingenommen werden
  • in den letzten 3 Monaten der Schwangerschaft

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Vor der Einnahme von Aspirin Migräne sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden:

  • bei Überempfindlichkeit gegen andere Schmerzmittel (Analgetika) / Entzündungshemmer (Antiphlogistika) / bestimmte Arzneimittel gegen Rheuma (Antirheumatika) oder andere Allergie auslösende Stoffe
  • bei Bestehen von Allergien (z. B. mit Hautreaktionen, Juckreiz, Nesselfieber), Asthma, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen) oder chronischen Atemwegserkrankungen
  • bei gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln
  • bei Magen- oder Darmgeschwüren oder Magen-Darmblutungen in der Vorgeschichte
  • bei eingeschränkter Leberfunktion
  • bei eingeschränkter Nierenfunktion oder verminderter Herz- und Gefäßdurchblutung
  • vor Operationen (auch bei kleineren Eingriffen wie z. B. Ziehen eines Zahnes)
  • bei Patienten mit schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel

Kinder und Jugendliche

Aspirin Migräne soll Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nur nach Rücksprache mit dem Arzt gegeben werden, da bisher keine ausreichenden Erfahrungen für eine allgemeine Empfehlung für diese Altersgruppe vorliegen. Bei Jugendlichen über 16 Jahren mit fieberhaften Erkrankungen soll das Präparat nur auf ärztliche Anweisung und nur dann angewendet werden, wenn andere Maßnahmen nicht wirken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Aspirin Migräne nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft darf Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden, da ein erhöhtes Risiko für Komplikationen für Mutter und Kind besteht.

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Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Aspirin Migräne Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen (1 bis 10 Behandelte von 100):

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen

Gelegentliche Nebenwirkungen (1 bis 10 Behandelte von 1000):

  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen

Seltene Nebenwirkungen (1 bis 10 Behandelte von 10.000):

  • schwerwiegende Blutungen wie z. B. Hirnblutungen
  • Magen-Darmblutungen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Atemwege, des Magen-Darm-Bereichs und des Herz-Kreislauf-Systems
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Magen-Darm-Entzündungen

Sehr seltene Nebenwirkungen (weniger als 1 Behandelter von 10.000):

  • Erhöhungen der Leberwerte

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

  • Beschleunigter Abbau bzw. Zerfall der roten Blutkörperchen
  • Nierenfunktionsstörungen und akutes Nierenversagen
  • Blutungen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, gestörtes Hörvermögen, Ohrensausen (Tinnitus) und geistige Verwirrung

Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte das Arzneimittel nicht weiter eingenommen und ein Arzt benachrichtigt werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Die Wirkung der nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparate-Gruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Aspirin Migräne beeinflusst werden:

  • Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko:
    • Blutgerinnungshemmende Arzneimittel
    • Arzneimittel, die das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen hemmen
    • Andere schmerz- und entzündungshemmende Arzneimittel
    • Arzneimittel, die Kortison oder kortisonähnliche Substanzen enthalten
    • Alkohol
    • Digoxin
    • Blutzuckersenkende Arzneimittel
    • Methotrexat
    • Valproinsäure
    • Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
  • Abschwächung der Wirkung:
    • Diuretika
    • ACE-Hemmer
    • Harnsäureausscheidende Gichtmittel

Zusätzliche Maßnahmen bei Migräne

Neben der medikamentösen Behandlung mit Aspirin Migräne können folgende Maßnahmen helfen, Migräneattacken zu lindern:

  • Ruhe und Dunkelheit: Viele Betroffene leiden während eines Anfalls unter Überempfindlichkeit. Ein abgedunkelter, stiller Raum kann Linderung verschaffen.
  • Kühlung: Ein feuchtes Tuch oder eine kühle Auflage auf der Stirn kann helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Regelmäßiger Schlafrhythmus: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann dazu beitragen, Migräneattacken vorzubeugen.
  • Stress vermeiden: Stress ist ein häufiger Auslöser von Migräne. Entspannungstechniken und Stressmanagement können helfen, die Häufigkeit von Attacken zu reduzieren.
  • Regelmäßig essen: Unregelmäßige Mahlzeiten können Migräne auslösen. Regelmäßige Mahlzeiten können helfen, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Attacken vorzubeugen.
  • Ausreichend trinken: Flüssigkeitsmangel kann Migräne auslösen. Ausreichend Flüssigkeit, insbesondere Wasser, kann helfen, Attacken vorzubeugen.

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