Aspirin bei Migräne: Wirkung, Anwendung und wichtige Hinweise

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch starke Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit, äußert. Aspirin, insbesondere in Form von Aspirin Migräne, ist ein häufig verwendetes Medikament zur Behandlung von Migräneattacken. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Aspirin bei Migräne, die richtige Anwendung, mögliche Nebenwirkungen und wichtige Hinweise zur Einnahme.

Was ist Aspirin Migräne und wie wirkt es?

Aspirin Migräne enthält den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Acetylsalicylsäure (ASS) (z.B. Aspirin, ASS 500 1 A Pharma, ASS-ratiopharm 500 mg) gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatikum (NSAR). Der Wirkstoff hat analgetische, antipyretische und antiinflammatorische Eigenschaften. ASS hemmt irreversibel die Cyclooxygenase-Enzyme. Diese sind an der Prostaglandinsynthese beteiligt. Darüber hinaus besitzt ASS eine thrombozytenaggregationshemmende Wirkung.

Der Wirkstoff wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend zugleich. Er blockiert die Bildung bestimmter Botenstoffe im Körper, so genannte Prostaglandine. Diese sind an der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen wesentlich beteiligt. Auch die Blutgerinnung wird durch Acetylsalicylsäure beeinflusst.

Aspirin Migräne wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase von Migräneanfällen mit und ohne Aura angewendet. Die Aura-Phase bemerken rund 15 bis 20 Prozent aller Migräne-Patienten. Dabei handelt es sich um neurologische Störungen wie Sprachprobleme, das Sehen von Lichtblitzen oder Lähmungserscheinungen. In der Regel geht die Aura-Phase den Migränekopfschmerzen voraus und kann bis zu 60 Minuten andauern.

Vorteile der Brausetablettenform

Aspirin Migräne ist als Brausetablette erhältlich. Acetylsalicylsäure sollte möglichst als Brauselösung eingenommen werden, da dadurch eine besonders schnelle und sichere Aufnahme im Magen-Darmtrakt erfolgt. Ähnlich schnell ist auch die Aufnahme bei Verwendung einer Kautablette. Das Medikament wird erst im Dünndarm in den Körper aufgenommen. Durch die Brauselösung passiert es schnell den Magen und kann so am besten seine Wirksamkeit erlangen. Die Beifügung von Vitamin C in Brausetabletten dient zur Bildung der sprudelnden Kohlensäure und einer erhöhten Magenverträglichkeit; sie ist keine Beimengung einer Substanz im Sinne von Kombinationspräparaten, ist also nicht nachteilig. Vorteilhaft ist insbesondere auch die Einnahme einer so genannten gepufferten Zubereitung, die sich positiv auf Magensymtome der Migräne auswirkt (z.B.

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Dank des zusätzlich enthaltenen Puffersystems, löst sich die Brausetablette schnell und der Wirkstoff kann rasch in den Körper aufgenommen werden. Auch Begleitsymptome wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit werden deutlich gebessert.

Dosierung und Anwendung von Aspirin Migräne

Aspirin® Migräne ist für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene geeignet. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt eine Dosierung von 1000 Milligramm des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure für die Akutbehandlung der Migräneattacke. Die empfohlene Einzeldosis zur Behandlung eines akuten Migräneanfalls ist 900 bis 1000 mg ASS [1]. Die Gabe kann im Abstand von mindestens vier Stunden wiederholt werden. Die maximale Tagesdosis beträgt 3000 mg ASS [7,8].

Daher sollten Sie immer 2 Aspirin® Migräne Brausetabletten gleichzeitig und rechtzeitig, also bei Einsetzen der ersten Beschwerden, einnehmen.

Empfohlene Dosierung:

  • Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene:
    • Einzeldosis: 2 Brausetabletten (1000 mg ASS)
    • Gesamtdosis: Bei Bedarf bis zu 3-mal täglich im Abstand von 4-8 Stunden
    • Höchstdosis: 6 Brausetabletten pro Tag

Anwendungshinweise:

  1. Lösen Sie die Brausetabletten in einem Glas Wasser auf.
  2. Trinken Sie das gesamte Glas sofort aus.

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage anwenden. Bitte suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Symptome sich verschlechtern oder länger als 3 Tage andauern.

Wichtiger Hinweis zur Einnahme

Für die Behandlung von Kopfschmerzen ist es wichtig, dass die Kopfschmerzmittel - bei Migräne in erster Linie Triptane - möglichst frühzeitig eingenommen werden. Gerade bei der Migräne kommt es sehr häufig im Laufe der Attacke zu einer Störung der Aufnahmefähigkeit von Magen und Darm. Die Wirkstoffe können dann nicht mehr an ihren Wirkort gelangen und ihre Wirkung entsprechend nicht entfalten. Aus diesem Grunde empfehle ich - insbesondere bei Migräne - das Medikament sehr frühzeitig einzunehmen. Eine späte Einnahme kann dazu führen, dass ansonsten sehr wirkungsvolle Medikamente ihre Wirkung nicht ausüben können und die Schmerzen dadurch lange anhalten.

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Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Es gibt bestimmte Situationen, in denen Aspirin Migräne nicht eingenommen werden sollte. Zu den wichtigsten Gegenanzeigen zählen:

  • Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure, andere Salicylate oder einen der sonstigen Bestandteile von Aspirin Migräne
  • Asthma bronchiale
  • Geschwüre im Verdauungstrakt (Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür)
  • Erhöhte Blutungsneigung
  • Leberversagen
  • Nierenversagen
  • Herzschwäche
  • Gleichzeitige Einnahme von 15 mg oder mehr Methotrexat pro Woche
  • Die letzten 3 Monate der Schwangerschaft

Unter Umständen ist besondere Vorsicht geboten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie:

  • Neigung zu Allergien haben
  • Magen- oder Zwölffingerdarmbeschwerden haben, die chronisch und wiederkehrend sind
  • Blutungen im Magen-Darm-Bereich hatten
  • Herzerkrankungen haben, die medikamentös nicht eingestellt sind
  • Eine eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion haben
  • Eine bevorstehende Operation haben
  • Einen Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel (spezielle vererbte Stoffwechselstörung) haben
  • Neigung zu Gichtanfällen haben

Kinder unter 16 Jahren dürfen Aspirin Migräne nicht anwenden. Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen darf das Arzneimittel nur auf ärztliche Anweisung gegeben werden. Es kann zu einem so genannten Reye-Syndrom kommen, eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, bei der es zu lang anhaltendem Erbrechen kommt.

Schwangerschaft und Stillzeit

ASS sollte - wenn möglich - in der kompletten Schwangerschaft gemieden werden. In den ersten beiden Dritteln kann unter strenger Nutzen-Risiko-Bewertung eine Anwendung bei Migräneattacken erwogen werden, wenn besser geeignete Alternativen nicht helfen. In der Stillzeit können Mütter ASS für eine kurzfristige Behandlung anwenden. Laut der Datenbank „Embryotox“ erscheint die gelegentliche Einnahme als Schmerzmittel bis zu einer Dosis von 1500 mg/Tag als vertretbar.

Wichtig: Schwangere Frauen sollten vor der Einnahme von Aspirin Migräne unbedingt ihren Arzt konsultieren. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft dürfen Sie Acetylsalicylsäure, den Wirkstoff von Aspirin Migräne, wegen eines erhöhten Risikos von Komplikationen für Mutter und Kind vor und während der Geburt, nicht einnehmen.

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Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann Aspirin Migräne Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautreaktionen

Selten treten schwerwiegende Blutungen wie z.B. Hirnblutungen, Magen-Darmblutungen oder schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen auf.

Bei Auftreten von schwarzem Stuhl oder blutigem Erbrechen, welche Zeichen einer schweren Magenblutung sein können, müssen Sie sofort den Arzt benachrichtigen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Aspirin Migräne kann die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Die Wirkung der nachfolgend genannten Arzneistoffe bzw. Präparategruppen kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Aspirin Migräne beeinflusst werden.

  • Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko:

    • Blutgerinnungshemmende Arzneimittel
    • Arzneimittel, die das Zusammenhaften und Verklumpen von Blutplättchen hemmen (Thrombozytenaggregationshemmer)
    • Andere schmerz- und entzündungshemmende Arzneimittel (nicht-steroidale Analgetika / Antiphlogistika)
    • Arzneimittel, die Kortison oder kortisonähnliche Substanzen enthalten
    • Alkohol
    • Digoxin (Arzneimittel zur Stärkung der Herzkraft)
    • Blutzuckersenkende Arzneimittel (Antidiabetika)
    • Methotrexat (Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen bzw. von bestimmten rheumatischen Erkrankungen)
    • Valproinsäure (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen des Gehirns)
    • Selektive-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)
  • Abschwächung der Wirkung:

    • Diuretika (Arzneimittel zur Förderung der Harnausscheidung)
    • ACE-Hemmer (bestimmte blutdrucksenkende Arzneimittel)
    • Harnsäureausscheidende Gichtmittel (z.B. Probenecid, Benzbromaron)

Bei Alkoholkonsum ist das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen erhöht.

Wichtige Hinweise und Empfehlungen

  • Vorsicht: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
  • Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
  • Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
  • Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Geben Sie vor einer Operation - dazu zählen auch kleinere Eingriffe wie z.B. das Ziehen eines Zahnes - die Einnahme/Anwendung des Arzneimittels an, da die Blutungszeit verlängert sein kann.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!

Studienlage zur Wirksamkeit von ASS bei Migräne

ASS ist eines der effektivsten Mittel in der Selbstmedikation bei akuten Migräneattacken und die Wirksamkeit ist sehr gut durch klinische Prüfungen belegt. Nach Haag et al. zählt ASS als Monotherapie zu den wissenschaftlich erprobten Arzneistoffen für die Behandlung von Migräne und wird als Erstlinientherapie empfohlen.

Die relevanten Studien wurden mit einer Einzeldosis von 900 bis 1000 mg ASS durchgeführt. Ein Cochrane Review aus dem Jahr 2010 untersuchte 13 Studien mit insgesamt 4222 Teilnehmern und kam zu dem Schluss, dass ASS 1000 mg eine wirksame Behandlung für akute Migränekopfschmerzen ist und ähnlich wirksam ist wie Sumatriptan 50 mg oder 100 mg. Die Zugabe von Metoclopramid 10 mg verbesserte die Linderung von Übelkeit und Erbrechen.

Ein systemisches Review aus 2021 stellte ebenfalls die gute Wirksamkeit von NSARs wie ASS bei Migräneattacken heraus. 2015 zählten NSARs wie ASS zu den von der American Headache Society empfohlenen Arzneimitteln zur Therapie von Migräneanfällen.

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