Bronchospasmus, Asthma, Muskelkrämpfe: Ursachen, Symptome und Behandlung

Asthma bronchiale ist eine weitverbreitete chronische Erkrankung der Atemwege, die durch die Entzündung und Verengung der Bronchien gekennzeichnet ist. Viele Menschen nehmen das Atmen als Selbstverständlichkeit wahr. Doch was passiert, wenn diese grundlegende Funktion beeinträchtigt wird? Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, die vielen Menschen das Atmen erschwert. In Deutschland sind rund acht Millionen Menschen betroffen, weltweit etwa 262 Millionen. Rund zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen sind Asthmatiker:innen.

Was ist ein Bronchospasmus?

Ein Bronchospasmus oder Bronchialspasmus ist ein Krampf (Spasmus) der glatten Bronchialmuskulatur. Die Bronchien sind verzweigte Luftkanäle. Wenn sich ihre Muskeln verkrampfen, werden sie enger. Dadurch fällt es schwerer zu atmen. Besonders beim Ausatmen wird dies deutlich, weil sich die Ausatemdauer (Exspirationszeit) verlängert. Er ist jedoch keine Krankheit, sondern ein Symptom, das bei bestimmten Erkrankungen der Lunge vorkommen kann. Dazu zählen Asthma bronchiale oder die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Oft tritt das Symptom auf, wenn die Lunge auf Reize wie Kälte, Rauch oder Allergien reagiert. Meist ist ein Bronchospasmus harmlos. Ein schwerer Krampf der Bronchien kann jedoch lebensbedrohlich sein, wenn nicht mehr genügend Sauerstoff ins Blut gelangt. Ein Bronchospasmus ist ein meist plötzlich auftretender Krampf der Muskeln in den Atemwegen der Lunge. Das kann zu Atemnot führen und in schweren Fällen lebensbedrohlich werden.

Ein paradoxer Bronchospasmus ist eine unerwartete Reaktion nach Verabreichung eines bronchienerweiternden Medikaments. Ja, ein Bronchospasmus kann durch eine Anästhesie ausgelöst werden. Dabei kommt es zu einer akuten bronchialen Obstruktion (Verengung der Atemwege), wenn die Narkose nicht ausreicht oder als Reaktion auf die verabreichten Anästhetika.

Symptome eines Bronchospasmus

Ein Bronchospasmus kann plötzlich auftreten oder sich im Verlauf einer bestehenden Atemwegserkrankung entwickeln. Typische Symptome sind ein Engegefühl in der Brust, pfeifende Atemgeräusche und Atemnot.

Diese Anzeichen deuten auf einen Bronchospasmus hin:

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  • Engegefühl in der Brust
  • Pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
  • Atemnot
  • Verlängerte Ausatmung
  • Husten

Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Diese Entzündung macht die Bronchien empfindlicher gegenüber verschiedenen Reizen. Dadurch können sie sich plötzlich verengen.

Ursachen für Bronchospasmus und Asthma

Wie es zu einem Bronchospasmus kommt, kann verschiedene Ursachen haben. Mögliche Auslöser sind:

  • Asthma bronchiale, eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der verschiedene Reize zu einer übermäßigen Reaktion der Atemwege führen können. Menschen mit Asthma haben eine chronische Entzündung der Bronchien und leiden unter einer erhöhten Empfindlichkeit und Verkrampfung der Atemwege. Diese Überempfindlichkeit kann häufig vererbt werden. Asthma bronchiale ist sowohl genetisch bedingt als auch von Umwelteinflüssen abhängig.
  • COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), eine fortschreitende Lungenerkrankung, die durch Rauchen oder Schadstoffe verursacht wird. Mit COPD verbinden Betroffene und Behandler vor allem die AHA-Symptome Atemnot, Husten und Auswurf. Rauchen ist die Hauptursache für COPD, aber auch andere Faktoren wie Luftverschmutzung, Staubbelastung und erbliche Faktoren können eine Rolle spielen.
  • allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Bei allergischem Asthma (extrinsisches Asthma) überreagiert unser Immunsystem auf Allergene, also verschiedene äußere Reize wie Tierhaare, Hausstaubmilben, bestimmte Nahrungsmittel oder Pollen. Besonders häufig erkranken Kinder oder Jugendliche an allergischem Asthma. Oft liegt hierfür eine genetische Veranlagung vor.
  • Atemwegsinfektionen, besonders bei viralen Infektionen wie Erkältungen oder Grippe.
  • körperliche Anstrengung, insbesondere bei kalter oder trockener Luft. Wieso kommt es zu einem Asthmaanfall bei körperlicher Anstrengung? Grund dafür ist das Lungengewebe, welches bei Asthmatikern krankheitsbedingt chronisch entzündet ist. Es reagiert daher überempfindlich auf verschiedene Reize. Bei Belastungsasthma ist es die Luft, die während des Sports schneller und meist direkt über die Mundatmung in die Bronchien gelangt. Diese verengen und verkrampfen sich, da Aufwärmen und Befeuchtung der Luft durch die Nase fehlen. Es kommt zu den beschriebenen Asthmasymptomen.
  • bestimmte Wirkstoffe, wie z. B. Muskelrelaxanzien, Antibiotika, Opiate, können einen solchen Krampf auslösen.
  • Umweltreize wie Abgase, Feinstaub oder kalte Luft können die Lunge reizen.
  • Zigarettenrauch reizt ebenfalls die Schleimhäute der Atemwege, führt zu Entzündungen und kann die Bronchien verengen.
  • Auch emotionale Faktoren (wie z. B. Stress) können eine Rolle spielen. Belastende Situationen möglichst minimieren oder Stress durch Entspannungstechniken (z. B. Meditation, Yoga) abbauen.
  • Die Fehlfunktion des Kehlkopfes liegt in der Regel an äußeren Einflüssen, häufig gibt es dabei mehrere auslösende Faktoren. Gerade beim Schwimmen oder Spielen im Wasser können das Verschlucken oder Einatmen von Tröpfchen, körperliche Anstrengung und das Inhalieren von kalter Luft den Krampf herbeiführen. Eine wichtige Baderegel lautet: Verlassen Sie bei Sturm oder Regen das Wasser. Das aufgepeitschte Wasser und die entstehenden Tröpfchen an der Oberfläche (auch „Gischt“ genannt), können schnell zum Stimmritzenkrampf führen.

Hinweis: Bei Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen sind die Bronchien chronisch entzündet.

Formen von Asthma

Ähnlich wie bei den Auslösern unterscheidet man mehrere Arten von Asthma.

  • Allergisches Asthma: wird durch allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe ausgelöst. Es ist die häufigste Form von Asthma.
  • Das intrinsische Asthma, auch nicht-allergisches Asthma genannt, wird häufig durch Infektionen der Atemwege ausgelöst. Etwa 15 Prozent der Asthmatiker leiden an nicht-allergischem Asthma. Intrinsisch bedeutet dabei „von innen kommend”. Der genetische Faktor scheint hier weniger eine Rolle zu spielen. Meist tritt diese Form um die 30 herum auf, zudem verläuft sie oft schwerer als allergisches Asthma. Nicht-allergisches Asthma wird durch unspezifische Reize wie Virusinfekte oder kalte Luft ausgelöst, was zu einer pseudoallergischen Reaktion führt. Auch Schadstoffbelastungen der Luft oder bestimmte Wetterlagen sorgen bei anfälligen Personen für Anfälle. Häufig bricht intrinsisches Asthma durch eine Virusinfektion der Bronchien aus, da die Zellen des Immunsystems danach weiterhin und dauerhaft überreagieren.
  • Bei gemischtförmigem Asthma treten sowohl allergische als auch nicht-allergische Auslöser auf.
  • Eosinophiles Asthma ist eine schwere Form von Asthma bronchiale, bei der häufig Symptome auftreten und sich der Zustand des Betroffenen stetig verschlechtert. Im Blut wird eine erhöhte Anzahl eosinophiler Granulozyten (eine Unterart weißer Blutkörperchen) gemessen. Zunächst sind das natürliche Bestandteile unseres Blutes und Teil unseres körpereigenen Abwehrsystems. Sind jedoch zu viele im Blut, schädigt das unser Lungengewebe.

Manche Asthma-Erkrankungen lassen sich nicht eindeutig zuordnen oder verändern sich im Lauf der Zeit. Häufig treten auch Mischformen auf.

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Diagnose eines Bronchospasmus

Zur Diagnose eines Bronchospasmus werden zunächst die Beschwerden und möglichen Auslöser erfragt (Anamnese). Zudem wird die Lunge abgehört. Weitere Maßnahmen können sein:

  • körperliche Untersuchung: Abhören der Lunge mit dem Stethoskop.
  • Lungenfunktionstests (Spirometrie): Die Spirometrie ist ein Standardtest zur Messung der Lungenfunktion. Sie ermittelt die Atemkapazität und den Luftstrom.
  • Bronchospasmolysetest: Vergleich der Lungenfunktion vor und nach Gabe eines bronchienerweiternden Medikaments.
  • Allergietests: Bei Verdacht auf allergisches Asthma werden oft Hauttests (z. B. Pricktest) oder Blutuntersuchungen (z. B. spezifische IgE-Antikörper) durchgeführt.
  • FeNO-Test: Diese Methode misst die Menge an Stickstoffmonoxid in der ausgeatmeten Luft. Die Werte können auf eine Entzündung der Atemwege hinweisen.
  • Provokationstests: Diese zeigen, ob die Bronchien überempfindlich sind.
  • Ein Asthmatagebuch kann Ihrem Arzt bei der Diagnose helfen. Dort tragen Sie Woche für Woche ein, welche Symptome Sie beobachten, welche Medikamente Sie wann einnehmen und was aus Ihrer Sicht die Ursache für die Beschwerden sein könnte.

Um Asthma bronchiale zu diagnostizieren, sind unterschiedliche Untersuchungen nötig, vor allem um andere Atemwegserkrankungen mit ähnlichen Symptomen auszuschließen. Beispielsweise COPD, eine ebenfalls chronische Lungenerkrankung. Am Anfang stehen eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung, zu der das Abhören der Lunge und Abklopfen des Brustkorbes (Auskultation und Perkussion) gehört. Dadurch erhält Ihr Arzt erste Informationen über den Grad der Verengung Ihrer Atemwege (Obstruktion). Danach folgen in der Regel Lungenfunktionstests und Allergietests. Welche Behandlung bei Ihnen angezeigt ist, ist von Ihren Beschwerden und den Auslösern Ihrer Erkrankung abhängig.

Schnelle Hilfe bei Bronchospasmus im Akutfall

In akuten Fällen sollten betroffene Personen rasch behandelt werden. Die folgenden Schritte können dabei helfen:

  • Die betroffene Person beruhigen, um Panik zu vermeiden und so die Atmung zu erleichtern.
  • Lagerung in aufrechter Position (z. B. Kutschersitz), um die Beatmung zu unterstützen und den Brustkorb zu entlasten. Atemübungen wie die Lippenbremse oder Zwerchfellatmung können die Atmung verbessern. Eine aufrechte Sitzposition, wie der Kutschersitz, erleichtert zusätzlich das Atmen.
  • Beengende Kleidung lockern und für Frischluft sorgen, zum Beispiel durch das Öffnen der Fenster.
  • Zur kurzfristigen Erweiterung der Atemwege eignen sich bei Atemnot häufig inhalative Bronchodilatatoren. Das sind Asthmasprays mit Wirkstoffen wie Beta-2-Sympathomimetika, die die Muskulatur der Atemwege entspannen und somit die Bronchien erweitern. Bei Atemnot sind oft Asthmasprays mit Sofortwirkung hilfreich. Als Asthmatiker sollten Sie ihre Notfallmedikamente immer bei sich haben.
  • Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme lautet: Ruhe bewahren. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, wenn man urplötzlich keine Luft mehr bekommt. Dennoch gilt: „Je weniger man in Panik verfällt und um Luft schnappt, desto schneller ist der Anfall wieder vorüber. Zudem sollte man versuchen, den Hustenreiz währenddessen zu kontrollieren, indem man sich auf ruhiges Atmen durch die Nase konzentriert oder die Luft anhält“, rät Dr. Eine weitere wirksame Atemtechnik ist die sogenannte Hechelatmung, wobei mit hoher Frequenz ein- und ausgeatmet wird.
  • Bei akuten, schweren Asthmaanfällen, rufen Sie bitte sofort den Notarzt.
  • Bei schweren Asthma-Attacken rufen Sie bitte umgehend einen Notarzt. Oft wird in akuten Fällen Glukokortikoide intravenös, also gespritzt, statt in Tablettenform verabreicht. Dadurch gelangt der Wirkstoff direkt in die Blutbahn und wirkt schneller. Lebensbedrohliche Attacken werden zusätzlich mit Ipratropiumbromid behandelt, das die Bronchien erweitert und die Atmung erleichtert. Zusätzlich erhält der Patient Sauerstoff entweder über eine Nasensonde oder eine Maske, da bei unzureichender Atmung lebensbedrohliche Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems auftreten können.

Behandlung von Bronchospasmus

Bronchospasmen lassen sich oft gut behandeln. Bei chronischen Erkrankungen wie Asthma oder COPD ist in der Regel jedoch eine langfristige Therapie nötig. Häufige Maßnahmen sind:

  • Langzeittherapie: Für Asthma und COPD werden häufig Bronchodilatatoren (wie Beta-2-Sympathomimetika und Anticholinergika) sowie entzündungshemmende Medikamente (wie Kortikosteroide) verwendet.Klassische Medikamente sind Kortison (ICS) und langwirksame Beta-2-Sympatomimetika (LABA). Kortison reduziert die Entzündungsreaktion in den Atemwegen. Die LABA entspannen die Muskeln um deine Bronchien. Dadurch weiten sich deine Atemwege wieder. Beide Medikamente werden zum inhalieren angeboten und häufig als "Spray" bezeichnet. Sowohl das Kortisonspray als auch das LABA-Spray muss sehr gewissenhaft angewandt werden. Nur durch eine regelmäßige Einnahme und korrekte Inhaliertechnik gelangt die gesamte Medikamentendosis an ihren Wirkort in den Bronchien. Durch eine gute Inhaliertechnik kannst du ausserdem die möglichen Nebenwirkungen der Medikamente reduzieren. Bei der Auswahl der Wirkstoffe werden gerne Kortison und LABA in einem Inhalator kombiniert. Das nennen wir Kombinationstherapie. Sollte die Asthmaerkrankung sehr weit fortgeschritten sein, können andere Bronchienerweiterer oder Kortison in Tablettenform verabreicht werden.
  • Immuntherapie: Spezifische Immuntherapien wie die Hyposensibilisierung sollen den Körper schrittweise an ein Allergen gewöhnen. Asthma, das durch eine allergische Reaktion ausgelöst wird, kann durch eine Hyposensibilisierung gelindert oder geheilt werden. Asthmatiker werden allmählich an bestimmte Allergene gewöhnt, bis das Immunsystem nicht mehr auf bestimmte Reize (z.B. Tierhaare oder Pollen) reagiert.
  • Biologika: Es gibt seit Kurzem neuartige Asthmamedikamente. Diese Medikamente können die Botenstoffe deines Immunsystems erkennen und eine fehlgesteuerte Reaktion unterdrücken. Ihr Aufbau gleicht dem von natürlichen Antikörpern, daher nennen wir sie „Biologika“. Antikörper sind spezielle Eiweiße bzw. Proteine, die dein Körper selbst bildet. Normalerweise spielen sie eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr, indem sie sich an Krankheitserreger binden. Diese können daraufhin von Abwehrzellen unschädlich gemacht werden. Jetzt hat man solche Antikörper künstlich hergestellt. Sie binden gezielt an bestimmte Botenstoffe deines Immunsystems woraufhin diese ihre Wirkung verlieren. Dadurch wird die überschießenden Immunreaktion gedrosselt.
  • Omalizumab: Omalizumab ist eine relativ neue Therapie, die Asthmatikern mit schweren Anfällen zu einer besseren Lebensqualität verhelfen kann. Der Wirkstoff wird bei Patienten verwendet, deren Anfälle besonders schwer ausfallen, und wird ein- bis zweimal im Monat per Injektion verabreicht. Omalizumab bindet sich an ein Eiweiß, im Blut welches an der Immunreaktion des Körpers beteiligt ist.
  • Bronchiale Thermoplastie: Die bronchiale Thermoplastie ist ein Eingriff, der eine Vollnarkose erfordert. Dabei wird ein Schlauch, auch Endoskop genannt, durch den Mund in die Atemwege eingeführt und dann erhitzt. Dies bewirkt Veränderungen in der Muskelschicht der Bronchien und bewirkt, dass Asthmaanfälle seltener auftreten.

Medikamente bei Asthma

  • Notfallsprays (Reliever): Notfallsprays wirken bei einem akuten Anfall sofort und enthalten meist einen Wirkstoff aus der Gruppe der Beta-2-Sympathomimetika. Sie lösen die Verkrampfung in den Bronchialmuskeln und erleichtern so das Atmen. Zu den Relievern zählen die kurzwirksamen Beta-2-Sympatomimetika (SABA). Sie werden als Asthma-Spray angeboten und lösen gezielt den Krampf der Muskeln um deine Bronchien. Dadurch kannst du wieder besser Luft holen. Als Asthmatiker solltest du immer solch ein Bedarfs-Spray bei dir tragen.
  • Sprays zur Vorbeugung (Controller): Sprays, die zur vorbeugenden Therapie eingesetzt werden, vermindern tägliche Asthmasymptome und die Anzahl der Asthmaanfälle, indem sie die Entzündungsvorgänge in der Lunge reduzieren und die Gesundheit der Lunge erhalten. Ihr Wirkstoff fällt meist in die Gruppe der Kortikosteroide und hat keine kurzzeitige Wirkung. Zur Einnahme bei einem akuten Anfall eignen sich diese Medikamente nicht. Die Wirkung eines solchen Sprays zeigt sich erst nach einer Weile und nur bei täglicher Anwendung. Cortisonsprays (Controller) gehören zu den inhalativen Glukocortikosteroiden (ICS). Sie werden bevorzugt eingesetzt, um chronische Entzündungen in den Atemwegen zu mildern, Asthmaanfällen vorzubeugen und deren Häufigkeit zu reduzieren. Unser Körper bildet das Hormon Cortison in der Nebenniere, vor allem in Stresssituationen. Es reguliert unser Immunsystem und kann Entzündungsreaktionen abschwächen. Wird Cortison dauerhaft eingenommen, führt dies zum Abschwellen der Schleimhaut der Bronchien, die dadurch weniger Schleim produziert. Das beugt besonders nächtlichen Hustenattacken und Atemnot vor.
  • Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA):Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika wirken ebenfalls innerhalb von 3-10 Minuten. Sie weiten die verengten Bronchien und wirken bis zu 12 Stunden. Sie werden als Spray oder im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung als Tabletten eingesetzt.
  • Inhalierhilfen: Eine Inhalierhilfe kann aus Metall oder Plastik beschaffen sein. Ein Ende passt auf Ihr Asthmaspray, das andere Ende ist ein Mundstück. Die Inhalierhilfe, auch Spacer genannt, bewirkt, dass sich das Medikament gleichmäßig in der Lunge verteilt. Sie ist generell zu empfehlen und ist besonders für Kinder oder ältere Menschen hilfreich, die Schwierigkeiten mit der Anwendung eines Sprays haben. Die Benutzung eines solchen Spacers verringert zudem die Wahrscheinlichkeit einer oralen Pilzinfektion, die gelegentlich als Nebenwirkung von Asthmasprays auftritt.

Generell werden Asthmasprays meist gut vertragen, sind sicher und effektiv. Die häufigsten Nebenwirkungen sind zittrige Hände, Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe. Sie treten in Zusammenhang mit der Verwendung von Notfallsprays auf und klingen innerhalb weniger Minuten ab. Cortisonhaltige Asthmasprays können unter anderem Schluckbeschwerden, Mundsoor und bei einer langfristigen oralen Therapie teilweise eine Gewichtszunahme bewirken. Zur Vorbeugung inhalierte Wirkstoffe führen nur selten zu Nebenwirkungen, die häufigsten sind die orale Pilzinfektion und eine raue Stimme. Die Verwendung einer Inhalierhilfe reduziert das Risiko der Pilzinfektion.

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Vorbeugung von Bronchospasmus

Einem Bronchospasmus lässt sich nicht direkt vorbeugen. Allerdings gibt es allgemeine Maßnahmen für Atemwegserkrankungen, die helfen können, einen Ausbruch zu verhindern. Dazu gehören:

  • chemische Reize vermeiden: Stark duftende Parfüms und aggressive Substanzen wie chlorhaltige oder säurehaltige Reinigungsmittel nicht verwenden. Diese können die Schleimhäute der Atemwege reizen und Entzündungen begünstigen.
  • nicht rauchen: Rauchen und Passivrauchen schädigen die Atemwege und können zu Entzündungen und einer verminderten Lungenfunktion führen. Deshalb sollte das Rauchen aufgegeben und Orte mit starker Rauchbelastung gemieden werden.
  • Allergene reduzieren: Bei Allergien gegen Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben sollte die Wohnung regelmäßig gereinigt werden. Während der Allergiesaison empfiehlt es sich, Fenster öfter zu schließen und längere Aufenthalte im Freien zu unterlassen.
  • Umweltfaktoren meiden: Abgasen, Feinstaub sowie kalter und trockener Luft möglichst nicht aussetzen. Das Tragen einer FFP2-Maske kann beispielsweise in Großstädten helfen. In der kalten Jahreszeit kann ein Tuch vor dem Gesicht die Atemluft erwärmen.
  • sportliche aktiv sein: Leichte Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Radfahren können die Lungenfunktion unterstützen. Daneben sind auch Aktivitäten wie Joggen und Wandern geeignet, um die Lungenleistung zu verbessern. Diese sollten jedoch zuvor ärztlich abgeklärt werden. Mediziner empfehlen Belastungsasthmatikern, trotz ihrer Erkrankung nicht auf Sport zu verzichten. Denn ohne Training sinkt die Reizschwelle der Bronchien immer weiter, das heißt, es kann auch bei geringer Anstrengung wie Treppensteigen zu einem Asthmaanfall kommen. Und Treppensteigen lässt sich im Alltag kaum vermeiden. Wenn das der Fall ist, verordnet der Arzt eine Dauerbehandlung, um das Asthma in einen kontrollierten Zustand zu überführen, der den Patienten ein möglichst beschwerdefreies Leben ermöglicht.
  • Atemübungen erlernen: Betroffene können Atemtechniken wie die Lippenbremse oder Zwerchfellatmung erlernen, um bei Atemnot besser reagieren zu können.
  • Stress verringern: Belastende Situationen möglichst minimieren oder Stress durch Entspannungstechniken (z. B. Meditation, Yoga) abbauen.
  • Impfungen: Da Infekte dein Asthma verschlimmern und Asthmaanfälle hervorrufen können, ist es so entscheidend sie zu vermeiden. Daher empfehlen wir dir Impfungen gegen die saisonale Grippe (Influenza), COVID-19, Pneumokokken und Keuchhusten (Pertussis).
  • Um Bronchospasmen vorzubeugen, ist es zudem wichtig, dass bestimmte Medikamente (z. B. Betroffene sollten bekannte Auslöser meiden, auf ein gesundes Körpergewicht achten, sich regelmäßig bewegen und nicht rauchen. Wichtig ist es auch, Atemwegsinfektionen vorzubeugen.

Was kann man von einer Asthma-Therapie erwarten?

Im Laufe der Zeit Ihres Lebens wird sich Ihr Asthma teilweise verbessern oder auch wieder verschlechtern. Sie sollten verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen, um Ihr Asthma dauerhaft unter Kontrolle zu behalten, und neben der medikamentösen Therapie auch auf Ihre Lebensweise achten. Befolgen Sie stets die Anweisungen Ihres Arztes, was Ihre Medikamenteneinnahme betrifft und ziehen Sie eine Grippeimpfung im Herbst in Erwägung. Sie sollten mindestens ein- bis zweimal jährlich Ihren Arzt aufsuchen, und ihre Therapiemöglichkeiten besprechen. Ihr Arzt kann Ihnen weitere Hinweise dazu geben, wie Sie Ihr Leben mit Asthma möglichst unproblematisch gestalten können. Manchen Asthmatikern helfen Naturheilverfahren wie Atemtechniken und -übungen. Yoga und Meditation helfen dabei, Stress zu reduzieren, was Asthmasymptome lindern kann. Auch ein Vitamin-D-Mangel wurde teilweise mit Asthmaerkrankungen in Verbindung gebracht.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei anfallsartiger Atemnot und/oder einem Engegefühl in der Brust, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, auch wenn Sie bisher davon ausgingen, kein Asthma zu haben. Für (bestätigte) Asthmatiker: Sollten sich Ihre Beschwerden verstärken oder gehäuft nachts auftreten, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, da dies möglicherweise Anzeichen für eine Verschlechterung Ihrer Erkrankung sind. Sollte Ihr Asthma gut unter Kontrolle sein, genügen 1-2 Arztbesuche pro Jahr.

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