Die Ataxie ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von neurologischen Störungen, die die Koordination der Bewegungen beeinträchtigen. Sie kann verschiedene Ursachen haben, von denen einige bereits im Kindesalter auftreten können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Ursachen von Ataxie bei Kindern, ihre Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten.
Was ist Ataxie?
Ataxie, abgeleitet vom griechischen Wort "a-taxia" für "fehlende Ordnung", beschreibt eine neurologisch bedingte Erkrankung, die in verschiedenen Ausprägungen auftreten und unterschiedliche Körperbereiche betreffen kann. Sie ist gekennzeichnet durch eine Störung der Bewegungskoordination, die sich in unkontrollierten, überschießenden oder ungenauen Bewegungen äußert. Diese Bewegungsstörungen sind nicht auf Muskelschwäche zurückzuführen, sondern auf eine gestörte Steuerung und Abstimmung der Bewegungen.
Schätzungen zufolge leiden weltweit etwa 20 von 100.000 Menschen an einer Ataxie. Da viele Ärzte mit der Erkrankung und ihren Symptomen nicht vertraut sind, werden Ataxien häufig nicht oder falsch diagnostiziert, was für die Betroffenen enormes Leid bedeutet.
Formen von Ataxie
Je nach Ursache und betroffenem Bereich des Nervensystems werden verschiedene Formen von Ataxie unterschieden. Eine wichtige Unterscheidung ist die zwischen zerebellären und spinalen Ataxien.
Zerebelläre Ataxie
Die zerebelläre Ataxie ist eine neurologische Störung, die durch pathologische Veränderungen im Kleinhirn entsteht. Das Kleinhirn, das sich im hinteren Teil des Schädels befindet, spielt eine entscheidende Rolle bei der Koordination von Bewegungen und der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts. Es sammelt Informationen über die Position und Bewegung der Muskeln und Gelenke des Körpers und koordiniert diese Informationen, um eine präzise und flüssige Motorik zu ermöglichen. Bei einer zerebellären Ataxie ist das Kleinhirn in seiner Fähigkeit, Bewegungen zu koordinieren, beeinträchtigt, was zu einer unkontrollierten und ungeschickten Motorik führt.
Lesen Sie auch: Die Bedeutung der MRT-Bildgebung für Kleinhirn-Ataxie
Spinale Ataxie
Neben den zerebellären Ataxien, die auf Schädigungen des Kleinhirns zurückgehen, gibt es spinale Ataxien, bei denen das Rückenmark geschädigt ist. Da hier oft die für bestimmte Bewegungs- und Haltungskoordinationen wichtigen Rückmeldungen aus den Sinnesempfindungen des peripheren Nervensystems, aus den Muskeln und Gelenken fehlen, heißt diese Form auch sensible Ataxie.
Ursachen von Ataxie bei Kindern
Die Ursachen für Ataxie bei Kindern sind vielfältig und können in folgende Kategorien unterteilt werden:
Genetische Ursachen (Heredoataxien)
Heredoataxien sind eine Gruppe von genetischen Erkrankungen, die das Nervensystem betreffen und zu fortschreitenden Bewegungsstörungen führen. Der Begriff "Heredo" verweist auf die erbliche Natur dieser Erkrankungen. Bei den erblich bedingten Ataxien gibt es mindestens 200 verschiedene Genmutationen, die die Erkrankung verursachen können.
Autosomal-rezessive Ataxien
Den hereditären Ataxien, die bereits im Kindesalter beginnen, liegt in der Regel ein autosomal-rezessiver Erbgang zugrunde. Das bedeutet, dass die Krankheit nur dann zum Ausbruch kommt, wenn ein Kind von beiden Elternteilen jeweils ein defektes Gen erbt. Die Eltern sind in diesem Fall Anlageträger, zeigen aber selbst keine Symptome.
Friedreich-Ataxie (FRDA): Die häufigste Heredoataxie im Kindesalter ist der Morbus Friedreich (FRDA) mit einer Prävalenz von 2-3:100.000. Die Erkrankung beginnt meist zwischen 5 und 16 Jahren mit einer langsam fortschreitenden Ataxie. Im Verlauf entwickeln die Patienten Areflexie, Hohlfüße und Skoliose. Dysarthrie, Pyramidenbahnzeichen und Optikusatrophie können ebenfalls auftreten. Eine Kardiomyopathie ist eine häufige Komplikation und kann die Todesursache sein. Die FRDA wird durch rezessive Mutationen des Gens FXN auf Chromosom 9 verursacht, das für Frataxin kodiert, ein mitochondriales Protein, das für die Bildung der Eisen-Schwefel-Cluster der Atmungskette bedeutsam ist.
Lesen Sie auch: Schlaganfall und Ataxie: Was Sie wissen müssen
Ataxie-Teleangiektasie (AT, Louis-Bar-Syndrom): Die zweithäufigste Heredoataxie des Kindesalters ist die Ataxie-Teleangiektasie (AT, Louis-Bar-Syndrom). Sie beginnt früher als die FRDA, wobei die Ataxie bereits beim Laufenlernen deutlich wird und langsam fortschreitet. Intentionstremor und Dysarthrie beginnen etwas später. Typische weitere Zeichen sind Choreoathetose, Dystonie und okulomotorische Apraxie. Teleangiektasien erscheinen meist erst nach dem Alter von 5 Jahren auf der äußeren Helix und den Konjunktiven. Viele Patienten haben einen Immundefekt mit Lymphopenie und entwickeln häufige Infekte. Die Patienten haben ein hohes Risiko für maligne Erkrankungen. AT wird durch rezessive Mutationen in ATM (ataxia telangiectasie-mutated gene) verursacht, das für ein DNA-Reparatureiweiß kodiert.
Ataxie mit okulomotorischer Apraxie (AOA1, AOA2): Die Ataxie mit okulomotorischer Apraxie Typ I (AOA1) ähnelt in ihren neurologischen Symptomen der AT, jedoch besteht kein Immundefekt. Die AOA1 beginnt etwas später als die AT, zwischen 2 und 6 Jahren. Eine axonale Neuropathie führt früh zu einer Areflexie und distalen Atrophien. Die AOA2 beginnt erst in der Adoleszenz und schreitet nur langsam voran; eine okulomotorische Apraxie tritt lediglich bei der Hälfte der Patienten auf. Die AOA1 wird durch rezessive Mutationen in APTX, das für Aprataxin kodiert, verursacht, die AOA2 durch rezessive Mutationen in SETX (Senataxin).
Vitamin-E-responsive Ataxie (AVED): Die Vitamin-E-responsive Ataxie (ataxia with vitamin E deficiency, AVED) ist eine seltene, aber in der Frühphase gut behandelbare Erkrankung. Sie ähnelt im klinischen Verlauf der FRDA. Beginn ist meist in der Pubertät. Auch hier besteht eine Areflexie mit häufig einem positiven Babinski Zeichen. Wichtige andere Symptome sind eine Kardiomyopathie und eine Retinitis pigmentosa. Der Plasmaspiegel von Vitamin E ist deutlich erniedrigt. Die Erkrankung wird durch rezessive Mutationen im Gen TTPA verursacht, das für ein Vitamin-E-Transportprotein kodiert.
Autosomal-rezessive spastische Ataxie Typ Charlevoix-Saguénay (ARSACS): Die autosomal-rezessive spastische Ataxie Typ Charlevoix-Saguénay (ARSACS) beginnt häufig bereits im 2. Lebensjahr mit unsicherem Gang und einem milden Pyramidenbahnsyndrom.
Infantile-onset spinocerebellar ataxia (IOSCA): Betroffene Kinder entwickeln neben der Ataxie eine meist refraktäre Epilepsie mit häufigen Staten, Taubheit und externe Ophthalmoplegie. Der Erkrankung liegen rezessive Mutationen in C10orf2 zugrunde, das für das mitochondriale Eiweiß Twinkle kodiert.
Lesen Sie auch: SAP: Ein Überblick
Koenzym Q10-Mangel: Eine möglicherweise noch wachsende Gruppe zerebellärer Ataxien ist diejenige mit einem Mangel an Koenzym Q10 in Muskelgewebe. In einigen Familien konnten Defekte in verschiedenen Enzymen des Koenzym-Q10-Syntheseweges nachgewiesen werden. Einzelne Patienten zeigen als Hauptsymptom eine progrediente Ataxie. Bei ihnen konnten rezessive Mutationen in ADCK3 (CABC1) nachgewiesen werden.
Autosomal-dominante Ataxien
Bei den erblichen Ataxien kann es sich um dominant vererbte Ataxien handeln, die von einer Generation an die nächste vererbt werden. Die Patienten wissen häufig, dass die Krankheit in der Familie vorkommt.
Spinozerebelläre Ataxien (SCA): Über 40 Formen der Spinozerebellären Ataxien wurden bislang entdeckt. Allen Formen gemeinsam ist eine Schädigung des Kleinhirns, welche in einer Koordinationsstörung der Bewegungsabläufe (Ataxie) resultiert. Das Auftreten weiterer Symptome und der Verlauf unterscheiden sich je nach Form. Die autosomal-dominanten spinozerebellären Ataxien (SCA) sind im Kindesalter im Gegensatz zum Erwachsenenalter selten. Meist ist die Familienanamnese positiv, wenn eine solche dominante Form vorliegt. Lediglich die SCA7 kann eine extreme Antizipation zeigen. Einige der SCAs werden durch Polyglutaminrepeat-Expansionen verursacht. Ein typisches Symptom für die SCA7 ist eine Retinopathie.
X-chromosomale Ursachen
Erblich bedingte Ataxien können je nach Form bereits im Kindesalter auftreten und mehrere Familienmitglieder betreffen. Neben autosomal-rezessiven existieren auch X-chromosomale Ursachen. Letztere bedingen Ataxien, die ausschließlich bei Männern auftreten.
X-gebundene sideroblastische Anämie mit Ataxie (XLSA/A): Bei der seltenen X-gebundenen sideroblastischen Anämie mit Ataxie (XLSA/A) sind Ringsideroblasten im Knochenmark typisch.
Erworbene Ursachen
Erworbene Ataxien gehen meist auf Schäden im Kleinhirn zurück, die vielfältige Ursachen haben können.
Störungen im Kleinhirn
Häufigste Ursache für eine im Laufe des Lebens erworbene Ataxie ist eine Störung der Kleinhirnfunktion.
Schlaganfall: Eine Durchblutungsstörung oder Blutung im Kleinhirn (Schlaganfall) beeinträchtigt in der Regel seine Funktion nachhaltig und führt oft zu dauerhaften Bewegungsstörungen.
Entzündliche Erkrankungen: Bei entzündlichen Erkrankungen, welche das Gehirn betreffen, kommt es mitunter ebenfalls zu einer starken Schädigung von Kleinhirn und Rückenmark, so beispielsweise bei Multipler Sklerose. Selten tritt eine Ataxie im Rahmen der sogenannten Multisystematrophie (MSA-C) auf.
Hirntumoren: Wucherungen (Hirntumoren oder Tochterabsiedlungen = Metastasen bei Krebserkrankungen) stellen eine weitere Ursache für eine Funktionsstörung des Kleinhirns dar. Selten kommt es bei Krebserkrankungen auch zu einer Fehlregulation des Immunsystems, sodass das Kleinhirn durch körpereigene Antikörper angegriffen und geschädigt wird ("paraneoplastische Kleinhirndegeneration", PKD).
Infektionen: Auch Infektionen schädigen unter Umständen das Kleinhirn und lösen eine Ataxie aus. Dazu zählen etwa Infektionen mit HIV, dem Epstein-Barr-Virus (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers) oder dem Herpes-Zoster-Virus (Erreger von Windpocken und Gürtelrose) sowie Borreliose und Syphilis.
Vergiftungen: In anderen Fällen beeinträchtigen Vergiftungen die Kleinhirnfunktion und lösen so Bewegungsstörungen aus. Sehr eindrucksvoll zeigt sich etwa eine vorübergehende Kleinhirnfunktionsstörung beim Alkoholrausch. Chronischer Alkoholkonsum führt nicht selten unter anderem durch die zusätzliche Mangelernährung zu einer alkoholischen Kleinhirndegeneration (ACD). Auch als Nebenwirkung von Medikamenten (Antiepileptika, Benzodiazepine, Aminoglykosid-Antibiotika) tritt eine Ataxie unter Umständen auf - vor allem bei der Überdosierung solcher Präparate. Sehr selten führen chronische Vergiftungen durch beispielsweise Blei oder Pestizide oder ein Mangel an den Vitaminen E und B12 zu einer Ataxie. Auch mildere Kohlenmonoxid-Vergiftungen äußern sich eventuell in Ataxien.
Schädigung des Rückenmarks
Neben den zerebellären Ataxien, die auf Schädigungen des Kleinhirns zurückgehen, gibt es spinale Ataxien, bei denen das Rückenmark geschädigt ist. Häufigster Grund für Schäden dort sind chronischer Alkoholmissbrauch, außerdem sind Multiple Sklerose oder Infektionen wie Syphilis hier mögliche Ursachen.
Idiopathische Ataxie
In einigen Fällen bleibt die Ursache der zerebellären Ataxie auch ungeklärt und wird als idiopathische Ataxie bezeichnet.
Symptome von Ataxie bei Kindern
Die Symptome einer Ataxie können je nach Ursache und betroffenem Bereich des Nervensystems variieren. Häufige Symptome sind:
- Koordinationsstörungen: Dies ist das Hauptsymptom der Ataxie und äußert sich in Schwierigkeiten bei der Koordination von Bewegungen, insbesondere beim Gehen, Greifen und Sprechen.
- Gleichgewichtsstörungen: Betroffene Kinder haben Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, und neigen zu Stürzen. Der Gang wird unsicher und breitbeinig.
- Sprechstörungen (Dysarthrie): Die Sprache kann verwaschen, langsam oder undeutlich sein.
- Schluckstörungen (Dysphagie): Schwierigkeiten beim Schlucken können zu Husten, Würgen oder Aspiration führen.
- Empfindungsstörungen (Sensibilitätsstörungen, sensible Polyneuropathie): Taubheit, Kribbeln oder Schmerzen in den Extremitäten können auftreten.
- Muskelschwäche: Eine allgemeine Schwäche der Muskeln kann die Bewegungsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen.
- Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose): Insbesondere bei der Friedreich-Ataxie kann sich eine Skoliose entwickeln.
- Fußverkrümmung (Hohlfüße, Pes cavus): Hohlfüße sind ein weiteres typisches Symptom der Friedreich-Ataxie.
- Herzwandverdickung (Kardiomyopathie): Eine Kardiomyopathie kann bei einigen Formen der Ataxie auftreten, insbesondere bei der Friedreich-Ataxie.
- Sehstörungen: Unkontrollierte Augenbewegungen (Nystagmus) oder andere Sehstörungen können auftreten.
- Hörstörungen: Hörverlust kann in einigen Fällen auftreten.
- Diabetes mellitus: Insbesondere bei der Friedreich-Ataxie kann sich ein Diabetes mellitus entwickeln.
- Kognitive Störungen und Demenz: Bei einigen Formen der Ataxie können kognitive Beeinträchtigungen auftreten.
- Augenbewegungsstörungen
- epileptische Anfälle
- Steifheit der Muskeln (Spastik)
Diagnose von Ataxie bei Kindern
Die Diagnose einer Ataxie bei Kindern umfasst in der Regel eine umfassende neurologische Untersuchung, eine detaillierte Anamnese und verschiedene diagnostische Tests.
- Neurologische Untersuchung: Ein erfahrener Arzt oder eine Ärztin untersucht die Koordination, das Gleichgewicht, die Reflexe, die Muskelkraft und die Sensibilität des Kindes. Wichtige klinische Zeichen einer zerebellären Ataxie sind Gleichgewichtsstörungen beim Stehen auf einem Bein sowie beim Seiltänzergang, Intentionstremor und Dysmetrie beim Finger-Nase-Versuch, eine gestörte Diadochokinese und sakkadische Folgebewegingen der Augen.
- Bildgebende Verfahren: Eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns kann helfen, strukturelle Veränderungen im Kleinhirn oder anderen Bereichen des Gehirns zu erkennen. Eine Leukodystrophie erfordert eine andere Strategie als ein normaler Befund.
- Genetische Tests: Ob eine Person Anlageträger einer veränderten Erbgutanlage ist, kann mit einer molekulargenetischen Diagnostik sehr genau festgestellt werden. Dafür entnimmt man Blut, das genetisch untersucht wird. Gerade bei normaler Bildgebung sind Genpakete oder Whole exome sequencing (WES) am vielversprechendsten. Die Fortschritte hier haben die Herangehensweise deutlich verändert: Genpakete oder Whole exome sequencing (WES), am besten als Trio zusammen mit den Eltern, werden am schnellsten einen Befund liefern.
- Weitere Untersuchungen: Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie z.B. kardiologische, endokrinologische und orthopädische Untersuchungen sowie regelmäßige Kontrollen hinsichtlich der Sehkraft und des Hörens. Ein einfacher Labortest zur Diagnose der AT ist das α-Foetoprotein (AFP), das von Beginn an deutlich erhöht ist. Bestrahlung von Lymphozyten führt zu einer erhöhten Chromosomenbrüchigkeit.
Therapie von Ataxie bei Kindern
Die Therapie der Ataxie bei Kindern zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten. Da viele Ataxieformen nicht heilbar sind, konzentriert sich die Behandlung auf die Bewältigung der Symptome und die Unterstützung des Kindes und seiner Familie.
- Physiotherapie: Körperliches Training und Krankengymnastik (Physiotherapie) sind wichtige Bestandteile der Therapie. Durch gezielte Übungen können die Koordination, das Gleichgewicht und die Muskelkraft verbessert werden. Zur langfristig wirksamen Behandlung einer Ataxie hat sich vor allem die Koordinative Physiotherapie erfolgreich bewährt. Sie zielt darauf ab, die Bewegungsabläufe, Handlungsfähigkeit und das Gleichgewicht nachhaltig zu verbessern. Im Rahmen von wiederholtem, durch den Therapeuten angeleitetem Üben lernen die Betroffenen, ihre naturgemäß steife Körperposition aufzugeben und die überschießenden beziehungsweise unkontrollierten Bewegungen zuzulassen.
- Ergotherapie: Ergotherapie hilft dem Kind, повседневные Fähigkeiten im Alltag zu erlernen und zu erhalten, wie z.B. Anziehen, Essen und Schreiben.
- Logopädie: Ein Sprach-, Sprech- und Schlucktraining (Logopädie) kann helfen, Sprech- und Schluckstörungen zu verbessern.
- Medikamentöse Therapie: Es gibt keine Medikamente, die die Ataxie selbst heilen können. Allerdings können Medikamente eingesetzt werden, um bestimmte Symptome zu lindern, wie z.B. Muskelkrämpfe, Zittern oder Depressionen. Idebenon, ein Koenzym-Q10-Analog, kann die Kardiomyopathie bei der Friedreich-Ataxie verbessern.
- Hilfsmittel: Je nach Bedarf können verschiedene Hilfsmittel eingesetzt werden, wie z.B. Rollstühle, Gehhilfen, Orthesen oder spezielle Essbestecke.
- Chirurgische Eingriffe: In einigen Fällen können chirurgische Eingriffe erforderlich sein, z.B. zur Korrektur einer Skoliose oder von Fußdeformitäten.
- Omaveloxolon: Am 12. Februar 2024 hat die Europäische Kommission Omaveloxolon (SKYCLARYSâ) der Firma Biogen für Patienten mit einer Friedreich Ataxie im Alter von 16 Jahren oder älter in der Europäischen Union zugelassen. In der MOXIe-Studie wurde bereits festgestellt, dass Omaveloxolon die neurologischen Funktionen (gemessen anhand der modifizierten Friedreich-Ataxie-Ratingskala, mFARS) deutlich verbessert. Für die Einnahme von Omaveloxolon müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, u.a. ist ein Alter von mindestens 16 Jahren erforderlich und es darf keine schwerwiegende Herzerkrankung vorliegen.
- Unterstützung der Familie: Die Diagnose einer Ataxie kann für die gesamte Familie eine große Belastung darstellen. Es ist wichtig, dass die Familie Unterstützung und Beratung erhält, um mit der Erkrankung umzugehen und das Kind bestmöglich zu fördern.
Verlauf von Ataxie bei Kindern
Der Verlauf einer Ataxie ist individuell sehr unterschiedlich und hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Einige Ataxieformen sind fortschreitend, d.h. die Symptome verschlechtern sich im Laufe der Zeit. Andere Formen sind stabiler und die Symptome bleiben über viele Jahre hinweg relativ konstant.
Es ist wichtig zu beachten, dass eine frühe Diagnose und eine frühzeitige Therapie den Verlauf der Ataxie positiv beeinflussen können.