Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die mit motorischen und nicht-motorischen Symptomen einhergeht. Obwohl die moderne Parkinson-Therapie die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert hat, ist die Krankheit weiterhin nicht heilbar. Die Behandlung zielt daher darauf ab, die Symptome zu lindern und die Selbstständigkeit der Patienten möglichst lange zu erhalten. In diesem Kontext rücken alternative und ergänzende Therapieansätze wie die Atlastherapie in den Fokus.
Was ist die Atlastherapie?
Die Atlastherapie nach Arlen ist ein neurophysiologisches Konzept, das darauf abzielt, neuromotorische Störungen und Schmerzzustände des Bewegungssystems zu beeinflussen. Der Atlaswirbel, der oberste Halswirbel, spielt eine zentrale Rolle, da er ein wichtiges Rezeptorfeld für die Orientierung im Raum, das Gleichgewicht, die Eigenwahrnehmung, den Muskeltonus und das Schmerzempfinden darstellt.
Die Behandlung erfolgt durch einen manuellen Impuls, den der Therapeut mit der Mittelfingerkuppe auf den Seitenfortsatz des Atlaswirbels ausübt. Dieser Impuls soll die Wahrnehmungssensoren im Kopf-Hals-Übergang stimulieren und so die genannten Körperfunktionen positiv beeinflussen. Die Atlastherapie gilt als nebenwirkungsarm und schmerzfrei.
Anwendungsbereiche der Atlastherapie
Die Atlastherapie hat sich bei verschiedenen Beschwerden bewährt, insbesondere bei:
- Schmerzsyndromen der Wirbelsäule (Nacken-, Rücken- und Kreuzschmerzen)
- Funktionellen Störungen des Bewegungssystems
- Kopfschmerzen (z. B. Spannungskopfschmerz)
Aufgrund ihres neurophysiologischen Ansatzes wird die Atlastherapie auch bei neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose (MS), Morbus Parkinson oder spastischen Lähmungen eingesetzt, um vorübergehende positive Effekte zu erzielen.
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Atlastherapie bei Morbus Parkinson: Studienlage
Obwohl die Atlastherapie bei Morbus Parkinson angewendet wird, ist die Studienlage zur Wirksamkeit dieser Therapieform begrenzt. Es gibt keine umfangreichen, randomisierten, kontrollierten Studien, die die spezifische Wirkung der Atlastherapie bei Parkinson-Patienten belegen. Die vorhandenen Erkenntnisse basieren hauptsächlich auf Einzelfallberichten und der Erfahrung von Therapeuten.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Atlastherapie bei Parkinson nicht als alleinige Therapieform betrachtet werden sollte. Sie kann jedoch als ergänzende Maßnahme in ein umfassendes Therapiekonzept integriert werden, das auch medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie umfasst.
Weitere komplementäre Therapieansätze bei Morbus Parkinson
Neben der Atlastherapie gibt es weitere komplementäre Therapieansätze, die bei Morbus Parkinson eingesetzt werden:
- Implantat-Akupunktur: Bei dieser Methode werden winzige Titan-Implantate dauerhaft an definierten Punkten der Ohrmuschel eingesetzt, um die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe anzuregen. Langzeitbeobachtungen deuten darauf hin, dass die Implantat-Akupunktur Symptome lindern, die Lebensqualität erhöhen und das Fortschreiten der Erkrankung hinauszögern kann.
- Parkinsontherapie (LSVT BIG): Dieses parkinsonspezifische Intensivprogramm aus den USA wird individuell auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst und zielt darauf ab, die Lebensqualität zu steigern.
- Physiotherapie: Regelmäßige Physiotherapie ist wichtig, um die Beweglichkeit zu erhalten, die Muskelkraft zu stärken und Stürzen vorzubeugen.
- Ergotherapie: Ergotherapie hilft den Patienten, ihre Alltagsaktivitäten möglichst selbstständig auszuführen und Kompensationsstrategien zu entwickeln.
- Logopädie: Logopädie kann bei Sprach- und Schluckstörungen helfen, die bei Morbus Parkinson auftreten können.
Konventionelle Therapieansätze bei Morbus Parkinson
Neben den genannten komplementären Therapieansätzen ist die konventionelle Behandlung von Morbus Parkinson von großer Bedeutung. Sie umfasst in erster Linie die medikamentöse Therapie, die darauf abzielt, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen.
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