Aufstehübungen für neurologische Patienten: Verbesserung der Mobilität und Lebensqualität

Regelmäßige körperliche Aktivität ist eine wirksame "Medizin", insbesondere für ältere Menschen mit Diabetes, bei denen Komorbiditäten, Sturzgefahr und funktionelle Einschränkungen zunehmen. Ein aktueller systematischer Review mit Meta-Analyse liefert praxisrelevante Kennzahlen, um den HbA₁c-Wert zu senken und gleichzeitig die Alltagsfunktionen zu erhalten. Die Krankengymnastik ist eine Form der therapeutischen Bewegungstherapie, die darauf abzielt, die Bewegungsfähigkeit, Funktionalität und Lebensqualität von Menschen zu verbessern, die aufgrund von Verletzungen, Krankheiten oder anderen gesundheitlichen Problemen beeinträchtigt sind.

Evidenzbasierte Trainingsempfehlungen für ältere Diabetiker

Eine aktuelle Meta-Analyse bestätigt den "Dosis-Wirkungs-Effekt": Ältere Diabetespatienten, die mindestens 150 Minuten pro Woche moderat aktiv sind, erreichen einen zusätzlichen HbA₁c-Rückgang von -0,44 Prozentpunkten gegenüber kürzeren Programmen. Die aktualisierten ADA-Standards legen für Senioren wahlweise ≥ 150 Min. pro Woche moderates oder ≥ 75 Min. pro Woche hochintensives Ausdauertraining fest - ergänzt um zwei bis drei Kraft- und mindestens zwei Balance-Einheiten. Wer funktionell eingeschränkt ist, kann das Ziel zunächst in Zehn-Minuten-Blöcke splitten; die kumulative Belastung erzielt vergleichbare Effekte.

Ausdauer- vs. Krafttraining: Die Kombination ist entscheidend

Zahlreiche randomisierte Studien zeigen, dass rein aerobes und rein kraftorientiertes Training die glykämische Kontrolle ähnlich stark verbessern. In der Praxis überzeugt jedoch der Hybrid-Ansatz, weil er Sarkopenie vorbeugt, die aerobe Kapazität steigert und für Abwechslung sorgt. Schon ein Rückgang des HbA₁c um 0,3 Prozent senkt das Risiko mikrovaskulärer Komplikationen um etwa 10 Prozent.

Praktische Trainingsgestaltung

Eine mögliche Trainingswoche könnte wie folgt aussehen:

  • Kraft: ca. 30 Min., 6-8 Grundübungen (z. B. Kniebeuge, Rudern, Beinpresse), 2 Sätze à 8-12 Wdh., RPE 13-15
  • Aerob: 20-30 Min., zügiges Gehen, Schwimmen oder Radergometer, 60-70 Prozent HFmax ≈ RPE 11-13
  • Cool-down & Balance: 10 Min., Tai-Chi-Sequenzen, Tandem- oder Ein-Bein-Stand, RPE < 11

Die Reihenfolge und das Setting dürfen variieren. Wichtig ist, jede Woche Progression (z. B. +5 Prozent Last oder +5 min Dauer) einzuplanen, sofern keine Kontraindikationen bestehen.

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Timing: Training nach der Mahlzeit

Die DDG-Praxisempfehlung rückt das Zeitfenster innerhalb von 90 Minuten nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit in den Fokus: Muskelgeführte Glukoseaufnahme ohne Insulin wirkt hier besonders effektiv und flacht postprandiale Spitzen stärker ab als nüchternes Training. Im Alltag genügt bereits ein zehnminütiger Spaziergang unmittelbar nach Mittag- oder Abendessen („exercise snacking“). Für Patienten mit eingeschränkter Mobilität eignen sich Stuhl-Aufstehübungen, Wadenheben oder Mini-Pedaltrainer. Je dichter an der Mahlzeit, desto kleiner darf die Einheit sein, ohne dass der Blutzuckereffekt verlorengeht.

Krankengymnastik: Ein umfassender Ansatz zur Rehabilitation

Die Krankengymnastik umfasst aktive und passive Übungen zur Verbesserung von Muskelkraft, Koordination und Ausdauer. Ein zentraler Aspekt ist das Funktionstraining, das auf die spezifischen Aktivitäten des täglichen Lebens abzielt. Der Therapeut gibt dem Patienten Ratschläge zur Verbesserung der Lebensgewohnheiten, Haltung und Bewegungsmuster. Die Krankengymnastik kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Verletzungen eingesetzt werden, darunter orthopädische Probleme, neurologische Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Schlaganfall: Ursachen, Symptome und Therapie

Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung des Gehirns, die zu Zellschäden oder Zelltod führen kann. Ursachen können ein Blutgerinnsel (ischämischer Schlaganfall) oder eine Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall) sein. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Arteriosklerose, Vorhofflimmern, Rauchen, Diabetes und Übergewicht.

Warnsignale und Symptome

Die Symptome eines Schlaganfalls treten plötzlich auf und können je nach betroffener Hirnregion sehr unterschiedlich sein. Häufige Anzeichen sind:

  • Plötzliche Lähmung oder Taubheitsgefühl in Gesicht, Arm oder Bein, meist auf einer Körperseite
  • Sprach- und Sprachverständnisstörungen, undeutliche Sprache
  • Plötzliche Sehstörungen
  • Schwindel, Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen, plötzliche Stürze
  • Plötzliche starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Plötzliche Verwirrtheit, Desorientierung
  • Bewusstseinsstörungen

Erste Hilfe bei Schlaganfall

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist schnelles Handeln überlebenswichtig:

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  1. Notruf 112 absetzen und den Verdacht auf Schlaganfall angeben.
  2. Betroffene Person beruhigen und über die nächsten Schritte informieren.
  3. Stabile Seitenlage, wenn die Person bewusstlos ist, um die Atemwege freizuhalten.
  4. Vitalfunktionen überwachen bis der Rettungsdienst eintrifft.

Der FAST-Test kann helfen, die Symptome schnell zu erkennen:

  • Face (Gesicht): Lässt sich ein Mundwinkel hängen?
  • Arms (Arme): Können beide Arme nach vorne gestreckt werden?
  • Speech (Sprache): Kann ein einfacher Satz nachgesprochen werden?
  • Time (Zeit): Verlieren Sie keine Zeit, rufen Sie sofort den Notarzt!

Physiotherapie nach einem Schlaganfall

In der Zeit nach einem Schlaganfall sind regelmäßige Übungen und Therapien von entscheidender Bedeutung für die Genesung und die Wiedererlangung der Funktionalität. Gezielte und auf den Patienten abgestimmte Physiotherapie kann die motorischen Fähigkeiten wiederherstellen und die Funktionalität des Körpers verbessern. Ziel der Physiotherapie ist es, Bewegungsstörungen wie Lähmungen, Bewegungseinschränkungen und Muskelversteifungen (Spastik) zu behandeln und die Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen.

Spezifische Methoden der Physiotherapie

  • Einschränkungsinduzierte Bewegungstherapie (CIMT): Zielt darauf ab, die gelähmte Extremität durch Immobilisierung der nicht-betroffenen Seite intensiv zu trainieren.
  • Spiegeltherapie: Dabei wird die Bewegung der nicht-betroffenen Extremität in einem Spiegel betrachtet. Dies aktiviert die gleichen Hirnareale wie bei der tatsächlichen Bewegung der gelähmten Seite.
  • Mentales Training: Umfasst das gedankliche Durchspielen von Bewegungsabläufen ohne tatsächliche Ausführung.
  • Aerobes Laufbandtraining: Kombiniert Gehtraining auf einem Laufband mit Gewichtsentlastung.
  • Manuelle Therapie und Bobath-Konzept: Behandlung gestörter Gelenkfunktionen und des veränderten Muskeltonus.

Sturzprävention bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen genügt oft eine Bagatelle, die zusammen mit bereits bestehenden Bewegungsstörungen zu einem Sturz führt. Klassische Risikofaktoren sind eine ungeeignete Wohnsituation, Mangelernährung, die Einnahme vieler Medikamente oder auch vorangegangene Stürze.

Maßnahmen zur Sturzprävention

  • Überprüfung der Wohnsituation: Gibt es Hindernisse wie Teppiche oder Schwellen? Sind Haltegriffe notwendig?
  • Überprüfung der Medikamente: Die Einnahme vieler und die Kombination verschiedener Medikamente können das Sturzrisiko erhöhen.
  • Mangelernährung als Sturzursache: Wichtig ist unter anderem die ausreichende Versorgung mit Vitamin-D.
  • Erkennen von Sturzängsten: Gespräche, Entspannungs- und Aufstehübungen sowie eine Gehschule helfen, die Angst zu überwinden.

Osteoporose: Ursachen und Prävention

Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung des Knochens, die ihn für Brüche (Frakturen) am ganzen Skelett anfälliger macht. Ursache ist im Allgemeinen ein veränderter Stoffwechsel, der zum Beispiel durch Vitamin D- und Calcium-Mangel in Folge von Mangelernährung ausgelöst werden kann.

Maßnahmen zur Prävention

  • Eine regelmäßige Calcium- und Vitamin D-Einnahme kann den Knochenaufbau verbessern.
  • Tägliche Bewegung an der Luft ist unentbehrlich.
  • Eine ausgewogene, vitamin- und vor allem calciumreiche sowie phosphatarme Ernährung ist Voraussetzung.

Fallbeispiele und Patientenerfahrungen

Die zur Verfügung gestellten Informationen enthalten zahlreiche Fallbeispiele und Patientenerfahrungen, die die Bedeutung einer kompetenten medizinischen Versorgung und einer individuellen Betreuung hervorheben. Diese Beispiele zeigen, dass eine erfolgreiche Behandlung und Rehabilitation von neurologischen Erkrankungen und orthopädischen Problemen von einer engen Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Therapeuten und Patienten abhängt.

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