Die Wanderung der Magnetfelder der Erde, die sich zunehmend beschleunigt, könnte ein Anzeichen für einen bevorstehenden Polsprung sein. Dies hätte ungeahnte Folgen für die Menschheit.
Was ist ein Polsprung?
Etwa alle 300.000 bis 500.000 Jahre kehrt sich das Erdmagnetfeld um. Dann zeigt die Nadel auf dem Kompass nicht mehr nach Norden, sondern nach Süden. Anhand von Gesteinsproben lässt sich feststellen, dass die letzte Umpolung vor etwa 780.000 Jahren stattfand - sie wäre heute also bereits überfällig.
Anzeichen eines bevorstehenden Polsprungs
Es gibt mehrere Anzeichen dafür, dass ein Polsprung unmittelbar bevorstehen könnte:
- Schwächung des Erdmagnetfeldes: Laut Satellitendaten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) sinkt das Erdmagnetfeld derzeit um 5 Prozent pro Jahrzehnt, zehnmal schneller als bisher angenommen.
- Geographische Verschiebung des magnetischen Nordpols: Der magnetische Nordpol wandert immer schneller von Kanada nach Sibirien. Seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1830er Jahren ist er um ca. 1.110 Kilometer gewandert. Die Geschwindigkeit nimmt dabei zu - von ursprünglich ca. 15 km pro Jahr auf ca. 55 km pro Jahr.
- Südatlantische Anomalie: Im Südatlantik wird seit den 1950er Jahren eine Anomalie beobachtet, bei der das Erdmagnetfeld dreimal schwächer ist als normal.
Wissenschaftliche Meinungen zum Polsprung
Wissenschaftler sind sich uneins über die unmittelbaren Auswirkungen eines Polsprungs. Einige warnen vor schwerwiegenden Folgen, während andere die Gefahr relativieren.
- Warnungen vor den Folgen: Wissenschaftler wie Daniel Baker, Direktor des Laboratoriums für Atmosphären- und Weltraumphysik an der Universität von Colorado, warnen vor den drohenden Auswirkungen der Verschiebung. Wenn die Anzeichen einer Umkehrung richtig sind, könnten Teile der Erde „unbewohnbar“ werden, da das Erdmagnetfeld nur noch ein Zehntel seiner Schutzwirkung aufbringen könnte.
- Relativierung der Gefahr: Michael Odenwald, Experte bei FOCUS-Online, hält es für unwahrscheinlich, dass die Krebsraten steigen, ein „Magnet-Chaos“ eintritt oder wir im Dunkeln sitzen. Denn das Erdmagnetfeld verschwinde auch bei einer Umkehr nicht vollständig.
Menschlicher Einfluss auf die Erdachse
Die Menschheit beeinflusst die Erdachse durch die Entnahme von Grundwasser. Der Nordpol habe sich dadurch in den Jahren 1993 bis 2010 um 4,36 Zentimeter pro Jahr verschoben, schreibt ein Team um den Geophysiker Ki-Weon Seo von der Seoul National University. Der Nettoverlust an Grundwasser in diesem Zeitraum wird von Klimaexperten auf 2,15 Billionen Tonnen geschätzt. Sie gelangten demnach ins Meer und erhöhten den Meeresspiegel um 6,24 Millimeter.
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Auswirkungen auf das menschliche Gehirn
Ein Polsprung könnte Auswirkungen auf das menschliche Gehirn haben. Der Mensch besitzt Magnetid-Kristalle im Gehirn, quasi mikroskopische Magneten. Eine Schwächung des Erdmagnetfeldes könnte diese Magnetfelder im Gehirn beeinflussen und möglicherweise zu Desorientierung, Nervosität, Migräne, Schlafmangel oder Herz-Kreislauf-Beschwerden führen. Auch Auswirkungen auf die Psyche sind möglich.
Spirituelle Deutung
In spirituellen Kreisen wird der Polsprung als ein kosmisches Ereignis gedeutet, das mit einem Bewusstseinswandel einhergeht. Manche nehmen an, dass der Polsprung auf der Erde diesen Prozess begleitet. Dabei handele es sich um ein Erwachen aus der »3D-Matrix« hin zu einem höheren Bewusstseinszustand. Dieter Broers, Biophysiker, erklärt, dass die Schwächung des Erdmagnetfeldes auch einen Einfluss auf die Magnetfelder in unseren eigenen Gehirnen haben wird. Er deutet den kommenden Polwechsel also auch als Hoffnung für einen Evolutionssprung im menschlichen Bewusstsein.
Mögliche Folgen eines Polsprungs
Die Folgen eines Polsprungs sind noch weitgehend unbekannt. Es gibt verschiedene Theorien, die von kaum wahrnehmbaren Symptomen bis hin zu Endzeit-Szenarien reichen.
Technische Auswirkungen
- Ausfall von Satelliten und Kommunikationssystemen: Das Erdmagnetfeld schützt uns vor kosmischer Strahlung und Sonnenwinden. Bei einem Polsprung könnte das Magnetfeld schwächer werden oder sogar zusammenbrechen, was zum Ausfall von Satelliten und Kommunikationssystemen führen könnte. Es gäbe kein Internet, kein Mobilfunknetz, kein GPS, kein Fernsehen.
- Beeinträchtigung der Navigation: Vögel und Bienen wären orientierungslos, Meeressäuger könnten stranden. Flugverkehr, Schifffahrt und sonstige Navigation wären massiv beeinträchtigt.
Gesundheitliche Auswirkungen
- Zunahme der kosmischen Strahlung: Eine Schwächung des Erdmagnetfeldes könnte zu einer erhöhten Belastung durch kosmische Strahlung führen.
- Auswirkungen auf die Psyche: Gesundheitliche Folgen könnten Desorientierung, Nervosität, Migräne Schlafmangel oder Herz-Kreislauf-Beschwerden sein. Ebenso sind Auswirkungen auf die Psyche möglich.
Klimatische Auswirkungen
- Veränderungen der atmosphärischen Ozonkonzentration: Es kam zu erheblichen Veränderungen der atmosphärischen Ozonkonzentration, was zu weltweiten Klimaverschiebungen führte.
- Einfluss auf Windsysteme: Die dadurch erfolgte Abkühlung in großer Höhe sollte dann die Windsysteme beeinflusst haben, was »drastische« Klimaeffekte nach sich ziehen würde.
Umgang mit der Ungewissheit
Ein Polsprung auf der Erde, oder zumindest eine Polexkursion, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Die tatsächlichen Auswirkungen sind unbekannt. Sie können von kaum wahrnehmbar bis hin zu katastrophal reichen. Möglicherweise sind sie nur individuell wahrnehmbar, abhängig davon, wie jeder einzelne Mensch physiologisch auf das Erdmagnetfeld reagiert. Unabhängig von wissenschaftlichen Theorien oder spirituellen Glaubenssätzen sollten wir uns jedoch nicht von Endzeit-Szenarien ängstigen lassen, egal aus welcher Richtung sie propagiert werden. Das gleiche gilt im Übrigen für das Gegenteil. Ein Herunterspielen globaler Ereignisse - oder das Deklarieren zur Verschwörungstheorie, weil etwas nichts ins gängige (Klima-)Narrativ passt - sollte jedem von uns genauso zu denken geben. Absolute Wahrheiten existieren nicht.
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