Schlafprobleme bei Babys sind ein weit verbreitetes Thema, das viele Eltern beschäftigt. Besonders im Alter von etwa 9 Monaten können sich Veränderungen im Schlafverhalten bemerkbar machen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für Schlafprobleme in diesem Alter und gibt praktische Tipps, was Eltern tun können, um ihrem Baby zu einem besseren Schlaf zu verhelfen.
Schlafregression im 9. Monat
Eine Schlafregression kann sich auf den Schlaf deines Babys auswirken. Oft berichten Eltern von einer deutlichen Verschlechterung der Schlafsituation um den 4., 9., 12. oder 18. Lebensmonat. Es gibt insgesamt fünf Schlafregressionen in den ersten beiden Lebensjahren.
Anzeichen einer Schlafregression
Eine Schlafregression macht sich dadurch bemerkbar, dass das Einschlafen schwerer fällt, es zu heftigem Protest beim Ins-Bett-Legen kommt, das Baby nur kurz schläft und nachts häufiger aufwacht. Zudem können sich der Appetit und der Stoffwechsel verändern. Nicht selten lernt das Baby in dieser Zeit auch neue Fähigkeiten.
Schlafregressionen verlaufen individuell, sowohl in ihrer Intensität als auch in ihrer Dauer. Sie treten typischerweise um den 4., 8./9., 12., 18. und 24. Monat auf. Die 4-Monats-Schlafregression ist die einzige wissenschaftlich bewiesene Schlafregression. Hier ändert sich das Schlafverhalten des Kindes grundlegend, es wird zyklisch und ähnelt dem Schlafverhalten von Erwachsenen.
Ursachen für Schlafprobleme im 9. Monat
Im Alter von 9 Monaten steht oft die Grobmotorik im Fokus. Das Baby übt, sich krabbelnd oder robbend fortzubewegen und zieht sich an Gegenständen hoch. Es lernt auch, Reihenfolgen in Abläufen zu erkennen und kann Menschen von Objekten unterscheiden.
Lesen Sie auch: Leistenschmerzen in der Schwangerschaft: Was Sie wissen müssen
Während einer Schlafregression haben Eltern oft das Gefühl, dass ihr Baby in der Entwicklung einen Schritt nach vorne macht und zwei Schritte zurück. Es ist wichtig zu bedenken, dass das Baby sich nicht zurückentwickelt, sondern lediglich neue Fähigkeiten erlernt.
Weitere Ursachen für Schlafprobleme
Neben Schlafregressionen können auch andere Faktoren zu Schlafproblemen führen:
- Körperliche Ursachen: Unreife bei Frühgeborenen, organische Erkrankungen oder das Zahnen können den Schlaf beeinträchtigen.
- Seelische Belastungen: Auch seelische Belastungen können eine Rolle spielen.
- Äußere Faktoren: Lärm, Licht oder Rauch können den Schlaf stören.
- Regulationsstörungen: Schwierigkeiten des Säuglings, sein Verhalten altersentsprechend anzupassen.
- Temperament des Kindes: Manche Kinder neigen von Natur aus zur Unruhe und lassen sich schwer beruhigen.
- Missverständnisse zwischen Eltern und Kind: Schwierigkeiten, die Signale des Kindes wahrzunehmen und richtig zu deuten.
Was können Eltern tun?
Es gibt verschiedene Strategien und Ansätze, die Eltern helfen können, mit Schlafproblemen ihres Babys umzugehen.
Routinen und Rituale
Kleinkinder und Babys fühlen sich mit festen Routinen und vorhersehbaren Abläufen wohl. Abends können Eltern ihrem Baby Ruhe durch feste Abläufe und Rituale vermitteln. So weiß es, dass jetzt die Schlafenszeit ansteht.
- Einschlafritual: Ein immer gleiches Einschlafritual kann dem Baby helfen, zur Ruhe zu kommen. Dies kann beispielsweise das Singen eines Schlafliedes oder das Vorlesen einer Geschichte sein.
- Strukturierter Tagesablauf: Ein strukturierter Tagesablauf kann ebenfalls beim Einschlafen helfen, da das Baby lernt, dass bestimmte Dinge demselben Muster folgen.
- Körperliche Zuwendung: Während der 9-Monats-Schlafregression sollten Eltern auch tagsüber ausreichend Zeit für körperliche Zuwendung einplanen, um Unruhe entgegenzuwirken.
Schlafumgebung
Eine ruhige, sichere Schlafumgebung ist entscheidend für einen guten Schlaf.
Lesen Sie auch: Diagnose und Therapie von ZNS-Störungen im Säuglingsalter
- Dunkelheit und Ruhe: Sorgen Sie für eine dunkle und ruhige Schlafumgebung ohne Ablenkungen.
- Angenehme Temperatur: Eine Zimmertemperatur von 16 bis 18 Grad in einem gut gelüfteten Zimmer ist ideal.
- Sicherer Schlafsack: Legen Sie das Kind in Rückenlage in seinem Babyschlafsack ab.
Nähe und Geborgenheit
Babys haben ein angeborenes Bedürfnis nach Körperkontakt, Nähe und Geborgenheit.
- Familienbett: Das Schlafen im Familienbett kann eine Option sein, solange bestimmte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden.
- Beistellbett: Alternativ kann das Baby in einem eigenen Bett oder Beistellbett im elterlichen Schlafzimmer schlafen.
Umgang mit Weinen
Wenn das Baby weint, ist es wichtig, angemessen zu reagieren.
- Bedürfnisse erkennen: Gehen Sie auf die Bedürfnisse des Babys ein, sei es Hunger, Zuwendung oder eine frische Windel.
- Nicht schreien lassen: Lassen Sie Ihr Baby nicht schreien, sondern geben Sie ihm das Gefühl von Geborgenheit.
Tipps bei Schlafregressionen aufgrund von Zahnen
Wenn das Baby aufgrund von Schmerzen durch das Zahnen wach wird, können folgende Maßnahmen helfen:
- Zahnfleischmassage: Massieren Sie das Zahnfleisch leicht mit den Fingern.
- Kauspielzeuge: Geben Sie dem Baby hin und wieder Kauspielzeuge (Beißringe).
- Schmerzlinderung: Bei sehr starken Schmerzen kann Paracetamol helfen, sollte jedoch vorher mit dem Kinderarzt abgesprochen werden.
Was man vermeiden sollte
Es gibt auch einige Dinge, die Eltern vermeiden sollten, um Schlafprobleme nicht zu verschlimmern:
- Vermeiden Sie Stress: Die Zwerge haben sehr feine Antennen dafür, wenn man gestresst ist. Und das stresst sie auch.
- Federwiege und Trage: Uns wurde nun gesagt dass das mit der Federwiege und Trage ein großer Fehler ist und wir das auf keinen Fall mehr machen sollen. Stattdessen sollen wir sie in ihr Bett legen wenn sie müde ist und weinen lassen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
In den meisten Fällen sind Schlafprobleme vorübergehend und kein Grund zur Sorge. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Arztbesuch ratsam ist:
Lesen Sie auch: Behandlungsmöglichkeiten bei Epilepsie im Mutterleib
- Anhaltende Schlafprobleme: Wenn die Schlafprobleme länger als einige Wochen andauern.
- Zusätzliche Symptome: Wenn weitere Symptome wie Mangel an Wachstum oder Gewichtszunahme, Appetitlosigkeit, vermindertes Wasserlassen oder erschwerte Atmung auftreten.
- Verhaltensänderungen: Wenn das Kind tagsüber auffallend weniger Energie hat oder vermehrt Nickerchen benötigt.
Die Forschenden der zu Beginn genannten Studie aus Finnland betonen, wie wichtig es sei, das Wohl des Kindes als Ganzes zu betrachten. Für die einzelnen Altersklassen nennen sie außerdem folgende Richtwerte: Wenn es länger als 40 Minuten dauert, bis ein acht Monate altes Kind einschläft, sollten Sie einen Kinderarzt oder eine Kinderärztin aufsuchen. Gleiches gilt, wenn es nachts besonders lange wach bleibt (über 60 Minuten). Wenn ein sechs Monate altes Kind nachts dreimal oder öfter aufwacht oder bei Nacht lange nicht wieder einschläft, sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat einholen. Ein 18 Monate altes Kind sollte nachts nicht länger als 30 Minuten brauchen, um wieder einzuschlafen.