Lähmungen durch Migräne: Ursachen und Behandlung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch periodisch auftretende Attacken von Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die Migräne zu den am schwersten behindernden Erkrankungen des Menschen. Besonders Frauen sind sehr schwer betroffen.

Einführung in die Migräne

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Es ist ein komplexer neurologischer Zustand, der verschiedene Symptome auslösen kann, von denen einige zu vorübergehenden Lähmungen führen können. Diese Lähmungen können beängstigend sein, aber es ist wichtig zu verstehen, dass sie in der Regel reversibel sind und im Zusammenhang mit bestimmten Migräneformen auftreten.

Die Aura: Ein Vorbote der Migräne

So wie die Morgenröte langsam den Tag beginnen lässt, so kündigt die Aura eine Migräne-Attacke an. Deswegen ist Aurora - die Göttin der Morgenröte - auch die Namenspatin dieses Phänomens. Eine Aura umfasst neurologische Symptome, die im typischen Fall für die Dauer von ca. 30 Minuten dem eigentlichen Migräne-Schmerz vorausgehen. Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft sind 15 bis 25 Prozent der Patientinnen und Patienten betroffen.

Wie macht sich eine Aura bemerkbar?

Typisch sind Sehstörungen, oft sind es sogenannte einseitige Gesichtsfeldausfälle. Das heißt: „Im linken oder rechten Teil können zunehmende Flimmer-Erscheinungen auftreten“, sagt Neurologe und Schmerztherapeut Göbel. Betroffene sehen oft Zickzacklinien, die sich immer mehr ausbreiten oder farbige Randzacken ausbilden. Teilweise gibt es auch Flecken, in denen man nichts sehen kann. Lesen zum Beispiel fällt dann schwer.

„Grundsätzlich kann vor dem Beginn der Migräneattacke jedes Krankheitszeichen auftreten, das durch eine gestörte elektrische Erregbarkeit der Hirnrinde ausgelöst werden kann“, sagt Hartmut Göbel. Die Hirnrinde ist der äußere Bereich des Gehirns. Das kann Schwindel sein, Müdigkeit oder ein Kribbeln, etwa in den Händen. Manche Betroffene suchen vergeblich nach Worten oder können sich nicht mehr konzentrieren. Sogar epileptische Anfälle oder Bewusstlosigkeit können auftreten.

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Differenzialdiagnose: Aura oder Schlaganfall?

Es ist wichtig, zwischen einer Aura und einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) zu unterscheiden, da eine TIA als Vorbote eines Schlaganfalls gilt. „Und Fehler sind sehr schädlich“, sagt Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel. So könne die Fehldiagnose einer TIA als Migräne mit Aura zu einem vermeidbaren Schlaganfall führen.

Wenn mindestens zwei der folgenden Punkte erfüllt sind, spricht das eher für einen Schlaganfall:

  • Alle Symptome treten innerhalb von unter einer Minute mit maximaler Intensität auf und breiten sich nicht allmählich aus.
  • Es bestehen mehrere Symptome, die gleichzeitig auftreten.
  • Alle Symptome sind Defizite wie Sehverlust, Taubheit, Lähmungen.

Wichtig: Eine Diagnose kann nur ein Arzt oder eine Ärztin stellen. Im Zweifel lieber den Rettungsdienst alarmieren, damit kein Schlaganfall übersehen wird.

Lähmungen als Symptom der Migräne

Manchmal beginnt die Attacke mit Aura-Symptomen, das sind neurologische Ausfälle wie flimmernde Sehstörungen, Wortfindungsstörungen, Sprachstörungen, Kribbel-Missempfindungen, Lähmungen und Störungen der Wachheit bis zur Bewusstlosigkeit.

Hemiplegische Migräne: Eine seltene Form

Die sehr seltene hemiplegische Migräne ist gekennzeichnet durch motorische Ausfälle in Kombination mit mindestens einem weiteren Aura-Symptom, etwa einer visuellen Störung. Lähmungen eines oder mehrerer Gliedmaßen zusammen mit Lichtblitzen sind Beispiele für einen Anfall der hemiplegischen beziehungsweise komplizierten Migräne, genau wie Kopfschmerzen nach der Aura.

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Komplizierte Migräne: So äußern sich die Anfälle

Die hemiplegische Migräne unterscheidet sich von „normaler“ Migräne. Im Gegensatz zu den bekannteren Formen treten hier Muskelschwäche und eine Aura auf. Das bedeutet, dass Lähmungen der Arme oder Beine in Kombination mit folgenden Beschwerden während eines Anfalls der hemiplegischen Migräne vorkommen können:

  • visuelle Aura mit Flackern, Lichtblitzen oder Gesichtsfeldausfällen; teilweise mit Sehverlust
  • sensible Störungen, zum Beispiel Taubheitsgefühle oder Kribbel-Missempfindungen
  • Sprachprobleme
  • Beschwerden der Basilaris-Migräne wie Schwindel oder Tinnitus

Alle diese Merkmale, die zusätzlich zu motorischen Ausfällen bei einer hemiplegischen Migräne erscheinen können, sind reversibel und gehen daher mit dem Ende der Migräne-Attacke zurück. Während Aura-Symptome wie Lichtblitze oder Sprachstörungen nach 5 bis 60 Minuten komplett verschwinden, dauern die motorischen Probleme in der Regel bis zu 72 Stunden an. Kopfschmerzen entstehen in der Regel nach den Aura-Symptomen. Möglich ist aber auch, dass sie gar nicht oder schon davor auftreten.

Familiäre und sporadische hemiplegische Migräne

Innerhalb der hemiplegischen Migräne wird zwischen zwei Patiententypen unterschieden. Diejenigen, die innerhalb der Familie einen Verwandten ersten oder zweiten Grades besitzen, der ebenfalls an der komplizierten Migräne leidet, sind von der sogenannten familiären hemiplegischen Migräne (FHM) betroffen. Die Ausprägung der Symptome kann innerhalb der Familie variieren und es betrifft oft bereits Kinder und junge Erwachsene. Die häufigste Ursache der familiären hemiplegischen Migräne ist eine Mutation (Veränderung) in den Genen FHM1, 2 oder 3. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Vererbt wird das Gen autosomal-dominant.

Leidet ein Patient an der hemiplegischen Migräne und besitzt keinen Verwandten mit gleichen Beschwerden, wird die Form als sporadische hemiplegische Migräne (SHM) bezeichnet. Bei dieser Variante der komplizierten Migräne kommen nur in 10 bis 20 Prozent der Fälle Mutationen des FHM-Gens vor. Für die restlichen Fälle gibt es noch keine ausreichenden Daten. Die Patienten leiden meistens schon als Kind unter den Beschwerden. Hinzu kommen dann oft anhaltende Begleitsymptome wie Epilepsie.

Die Diagnose einer familiären hemiplegischen Migräne ist im Gegensatz zur sporadischen hemiplegischen Migräne etwas einfacher, da häufig mehrere Familienmitglieder betroffen sind. Dadurch können die Anzeichen genauer zugeordnet werden. Weisen keine Verwandten derartige Symptome auf, ähneln die Merkmale der komplizierten Migräne (zum Beispiel Lähmungen und Sehstörungen) ebenfalls einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Störungen.

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Drei Typen dieser seltenen Migräneform werden seit kurzem unterschieden: FHM-1, FHM-2 und FHM-3. Von der FHM betroffene Patienten erleiden während der Migräneattacke eine u. U. komplette Halbseitenlähmung (daher der Name - hemi - halb, Plegie = Lähmung), die für 30-60 Minuten, in einigen Fällen sogar mehrere Stunden andauern kann. Der FHM-1 liegt ein inzwischen identifizierter Gendefekt zugrunde (Ophoff RA et al., 1996) auf Chromosom 19 p13 zugrunde, der eine Untereinheit eines Hirn-spezifischen P/Q-Kalzium-Kanals kodiert (CACNL1A4). Dieser Kalziumkanal wird fast ausschließlich im Kortex, Thalamus, Hirnstamm und Kleinhirn exprimiert. Die Beeinträchtigung der Alpha-Untereinheit des Kalziumkanals verursacht eine erhöhte Öffnungsfrequenz (sog. Gain-of-function-mutation) mit einer konsekutiven unphysiologischen Erhöhung des Kalzium-Einstroms in die Zelle. Mittlerweile sind 14 verschiedene Mutationen dieses Gens bekannt. Interessanterweise können einigen dieser Mutationen spezifische phänotypische Besonderheiten zugeordnet werden. So leiden einige Patienten mit eine spezifischen Mutation gleichzeitig noch unter einer Störung der Bewegungskoordination (Ataxie, episodischer Ataxie Typ 2) oder unter vermehrtem Zittern (Tremor). Kürzlich konnte ferner gezeigt werden, dass die Mutation auf Chromosom 19 auch spontan vorkommen können. Eine fehlende Familienanamnese schließt die Diagnose daher nicht aus. Der FHM Typ 2 hingegen liegt ein Gendefekt auf Chromsom 1 (1q23) zugrunde. Dieses Gen kodiert für eine spezifische Natrium-/ Kaliumpumpe, welche ebenfalls nur cerebral vorkommt. Pathophysiologisch führt diese Mutation jedoch zu einer verminderten Aktivität der Pumpe unter spezifischen Bedingungen (sog. Loss-of-function-Mutation). Die FHM Typ 3 entsteht durch einen Gendefekt auf Chromosom 2, der einen Natrium-Kanal codiert. Diese Form der Migräne ist sehr selten, präsentiert sich klinisch jedoch als sehr dramatisch, so dass diese Patienten nicht selten auf eine neurologische Intensivstation gebracht werden, weil ein Schlaganfall vermutet wird.

Behandlung von Migräne mit Lähmungen

Zur Behandlung der Migräne mit Aura werden dieselben Medikamente wie bei einer Migräne ohne Aura eingesetzt. Leichte Migräne-Anfälle lassen sich häufig gut mit Paracetamol, Ibuprofen, Aspirin und ähnlichen Schmerzmitteln behandeln. Bei Unwirksamkeit dieser Medikamente kann man spezielle Migränemittel, die so genannten Triptane einsetzen. Diese Medikamente hemmen die Botenstoffe oder Neurotransmitter, die während der Migräne-Attacke freigesetzt werden und unterbrechen dadurch die Attacke. Wichtig bei einer Migräne mit Aura ist, dass Triptane erst nach Abklingen der Aura-Symptome eingenommen werden sollten.

Akutbehandlung

Leichte bis mittelschwere Migräneattacken können mit peripher wirksamen Analgetika (schmerzstillende und -lindernde Medikamente) und NSAID’s (=Nichtsteroidale Antiphlogistika, entzündungshemmende Schmerzmittel ohne Kortison) behandelt werden. Die Wirksamkeit der Analgetika kann durch die Gabe von Prokinetika (Mittel zur Förderung der Magen-Darm-Bewegung) und Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen) wie Metoclopramid oder Domperidon verbessert werden, da somit die Aufnahme der Medikamente insgesamt verbessert wird.

Spezifische Antimigränemittel sind die Ergotamine und Triptane. Fast alle Ergotamine-Präparate sind bis auf Ergotamintartrat jedoch seit Juli 2003 vom Markt genommen worden. In der Therapie der akuten Migräneattacke sind die Triptane (5-HT1B/D-Agonisten) die Mittel der ersten Wahl.

Die vielfältigen Darreichungsformen und Dosierungen der Triptane ermöglichen ein hohes Maß an individueller Therapie. Dabei können auch besondere klinische Präsentationen berücksichtigt werden. So eignen sich für Patienten, die besonders unter Übelkeit und Erbrechen leiden, subcutane (unter die Haut) oder intranasale (=in die Nase hinein) Darreichungsformen (Sumatriptan sucutan, Nasenspray, Zolmitriptan Nasenspray). Patienten, die unter eher lang anhaltenden Attacken leiden, können bevorzugt mit Präparaten behandelt werden, die eine lange Halbwertszeit haben (Frovatriptan, Naratriptan). Patienten, die bereits zu Beginn der Attacke intensive Kopfschmerzen haben und eine möglichst schnelle Wirkung brauchen, können entweder die subcutane Darreichungsform benutzen oder Präparate nehmen, die besonders schnell anfluten (Sumatriptan subcutan, Zolmitriptan Nasenspray, Rizatriptan 10 mg oral, Eletriptan 40mg oral). Wichtig ist, dass die Migräne-Aura durch Triptane nicht beeinflusst werden kann. Der Einsatz der Triptane sollte daher erst nach abgelaufener Aura erfolgen.

Ein Triptan-spezifisches Problem ist das Wiederauftreten des Kopfschmerzes im Zeitfenster von 2-24 Stunden nach einer anfänglich erfolgreichen Behandlung (=sekundäres Therapieversagen). Da Patienten eine schnelle Hilfe erwarten und schnell wirksame Triptane in aller Regel bevorzugt werden, kann dem sekundären Therapieversagen mittels gleichzeitiger Einnahme von Analgetika in ausreichender Dosierung, wie z. B. Ibuprofen entgegengewirkt werden. Alternativ können auch hier insbesondere Triptane mit einer langen Halbwertszeit Verwendung finden.

Prophylaxe

Außerdem kann man die Migräne mit Aura auch vorbeugend behandeln. Mehrere klinische Aspekte rechtfertigen den Beginn der Migräneprophylaxe. Ziel ist es, die Zahl der Migräneattacken im Monat bzw. die Anzahl der Migränetage im Monat sowie die Intensität jeder Migräneattacke zu senken. In der Folge soll damit auch erreicht werden, die Einnahme von Akutpräparaten wie Triptane, NSAID und Analgetika auf ein Mindestmaß zu senken, um zum einen die Menge der eingenommenen Akutmedikation zu reduzieren und um zum anderen die Gefahr eines Medikamenten-induzierten (durch Medikamente ausgelösten) Kopfschmerzes zu reduzieren. Sozioökonomische Aspekte, wie z. B. Erfolg oder Misserfolg einer prophylaktischen Therapie werden vom Patienten sehr subjektiv beurteilt. Eine Objektivierung der Therapie kann daher ausschließlich durch ein Tagebuch erfolgen. Patienten sollten daher während der ersten Monate einer prophylaktischen Therapie angehalten werden, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, in dem neben den Schmerzattacken auch die eingenommene Akutmedikation aufgeführt wird. Aufklärung des Patienten über den langsamen Wirkeintritt der prophylaktischen Therapie (Patienten erwarten häufig einen Wirkeintritt und einen Effekt nach wenigen Tagen, Prophylaktika können häufig aber erst nach mehreren Wochen beurteilt werden.

Wenn diese Maßnahmen nicht reichen, können verschiedene Medikamente zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt werden. Dazu gehören Blutdruckmittel wie Betablocker, Antidepressiva, die auch in der Behandlung von Schmerzen gut wirksam sind, und bestimmte Mittel, die eigentlich gegen Epilepsie wirken, die aber auch in der Behandlung einer Migräne wirksam sind. Seit einigen Jahren gibt es eine neue Behandlung mit so genannten Antikörpern gegen einen bestimmten Botenstoff, das so genannte CGRP, das während des Migräne-Anfalls ausgeschüttet wird. Antiköper sind Proteine, die diesen Botenstoff abfangen bzw. dessen Wirkung an den Nervenzellen und Hirngefäßen vermindern können.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

In jedem Fall lohnt es sich herauszufinden, ob es spezielle Trigger für die Migräne bei einem selbst gibt, die man dann vermeiden kann. Dazu gehören regelmäßiger Ausdauersport wie beispielsweise Joggen, Schwimmen, Radfahren, die Anwendung von Entspannungstechniken wie zum Beispiel Yoga, progressive Muskelrelaxation und autogenes Training oder Biofeedback-Techniken. Auch psychologische, zum Beispiel so genannte verhaltenstherapeutische Verfahren können helfen, insbesondere wenn auch eine Depression oder eine Angststörung bestehen. Wenn man solche nicht-medikamentösen Maßnahmen regelmäßig anwendet, merkt man dann, dass die Migräne weniger häufig auftritt und Attacken weniger schwer verlaufen.

Was kann ich tun, wenn ich eine Aura erlebe?

Den Verlauf einer Aura beeinflussen kann man kaum, sagt Charly Gaul, Neurologe am Kopfschmerzzentrum Frankfurt. „Tritt eine Migräneattacke zum ersten Mal auf, ist stark ausgeprägt oder beinhaltet untypische Symptome, ist ein Besuch in der Notaufnahme im Zweifel sinnvoll, um andere Erkrankungen nicht zu übersehen.“

Bei Betroffenen, die ihre Auren kennen, stelle sich die Frage, eine Notaufnahme zu besuchen, aber selten. „Letztlich zwingt eine ausgeprägte Aura die Betroffenen eher dazu, ihre Aktivitäten wie Autofahren zu unterbrechen. Stattdessen muss man warten, bis die Symptome wieder abklingen.“

Um eine Aura leichter zu überstehen, muss der Patient oder die Patientin lernen, mit Migräne-Attacken umzugehen. „Häufig sorgen sich Patienten, es könne eine Hirnerkrankung dahinterstecken oder sich ein Schlaganfall ankündigen“, sagt Charly Gaul. „Die beste Strategie hier ist, sich über die Aura zu informieren.“

Insgesamt ist das Risiko für vaskuläre Erkrankungen wie einen Schlaganfall oder Herzinfarkt leicht erhöht. Die Ursache ist unklar. „Das Risiko besteht jedoch nicht im Moment der Aura selbst“, betont Gaul. „Es ist insgesamt erhöht. Möglicherweise spielen genetische Faktoren eine Rolle.“ Deshalb empfiehlt er einen gesunden Lebensstil, der das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

Leben mit Migräne

Migräne ist in der Regel eine chronische Krankheit. Mit einer geeigneten Therapie lassen sich die Schmerzattacken aber häufig wirksam lindern und in ihrer Häufigkeit reduzieren.

Migräne-Tagebuch

Patientinnen und Patienten können anhand eines Anfallstagebuchs Schlüsse ziehen, wodurch ihre Migräne entsteht. Davon ausgehend können sie ggf. ihren Lebensstil verändern und dadurch langfristig Migräneanfälle senken.

Alternative Behandlungsmethoden

Neben einer psychotherapeutischen Verhaltenstherapie, Ausdauersport und Akkupunktur können Medikamente einer Migräne vorbeugen. Zudem sollten Migräneauslöser möglichst vermieden werden. Eine medikamentöse Vorbeugung kann zwar die Erkrankung nicht völlig verhindern, doch sie kann die Häufigkeit, Dauer und Intensität der Migräne mindern.

Es gibt psychotherapeutische Verfahren, bei denen Betroffene lernen, mit ihrer Migräne besser umgehen zu können. Leiden Patientinnen und Patienten unter mehr als drei Migräneattacken im Monat, gibt es folgende Möglichkeiten der Migränetherapie und -prophylaxe:

  • Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR): Hierbei lernen Betroffene in Form von Fantasiereisen einzelne Muskelbereiche an- und zu entspannen, was auch für Kinder gut geeignet ist.
  • Kognitiv-behaviorales Schmerzbewältigungstraining (Stressmanagement): Patientinnen und Patienten lernen, sich mit möglichen Stressfaktoren des Alltags und Berufs im Zusammenhang mit ihren kognitiven Prozessen auseinanderzusetzen und entwickeln Strategien zur Stressbewältigung.
  • Biofeedback-Therapie: Bei dieser Methode werden biologische Signale wie etwa der Blutdruck in sicht- oder hörbare Signale umgewandelt, sodass Betroffenen diese bewusst werden. Dabei lernen sie, die Weite ihrer Blutgefäße der Kopfhaut bewusst zu beeinflussen und so die Kopfschmerzen zu lindern.

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