Die Risiken des Babys in die Luft Werfens: Eine umfassende Betrachtung

Wenn es um die Unterhaltung und Beschäftigung von Kindern geht, greifen Eltern und Betreuer oft auf verschiedene Methoden zurück. Ein klassisches Spiel, das viele Kinder zu lieben scheinen, ist das Hochwerfen in die Luft. Doch was viele nicht wissen oder bedenken: Diese Praxis birgt Risiken, die besonders für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich sein können. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Gefahren des Babys in die Luft Werfens, erklärt die Hintergründe und gibt Hinweise, wie Eltern ihre Kinder schützen können.

Das Risiko des Schütteltraumas

Eines der größten Risiken beim Hochwerfen von Babys ist das sogenannte Schütteltrauma oder Schüttel-Kind-Syndrom. Säuglinge sind, auch wenn sie scheinbar widerstandsfähig und elastisch wirken, sehr empfindliche Wesen, insbesondere im Hinblick auf ihren Schädel und ihr Gehirn. Da die Nackenmuskulatur noch nicht ausreichend entwickelt ist, können sie ihren Kopf nicht selbstständig stabilisieren. Durch das ruckartige Vor- und Zurückwerfen des Kopfes beim Schütteln oder unkontrollierten Bewegungen können schwere Verletzungen des Gehirns entstehen.

Folgen des Schütteltraumas

Die Folgen eines Schütteltraumas können verheerend sein und lebenslange Beeinträchtigungen verursachen. Zu den häufigsten Verletzungen gehören:

  • Krampfanfälle: Durch die Schädigung des Gehirns können unkontrollierte elektrische Entladungen auftreten, die zu Krampfanfällen führen.
  • Erblindung: Blutungen im Gehirn können den Sehnerv schädigen und zur Erblindung führen.
  • Sprachstörungen: Die für die Sprache zuständigen Hirnareale können durch das Schütteln beeinträchtigt werden, was zu Sprachstörungen führt.
  • Lernschwierigkeiten: Die kognitiven Fähigkeiten können durch die Hirnschädigung beeinträchtigt werden, was zu Lernschwierigkeiten führt.
  • Entwicklungsverzögerungen: Die motorische und geistige Entwicklung kann durch das Schütteltrauma verzögert werden.
  • Schwerste bleibende körperliche und geistige Beeinträchtigungen: In schweren Fällen kann das Schütteltrauma zu dauerhaften Behinderungen führen.
  • Tod: In 10 bis 30 Prozent der Fälle führt ein Schütteltrauma sogar zum Tod des Kindes.

Es ist wichtig zu betonen, dass selbst scheinbar harmlose Schüttelbewegungen oder das Hochwerfen in die Luft diese schwerwiegenden Folgen haben können. Eltern und Betreuer sollten sich daher der Risiken bewusst sein und auf solche Aktivitäten verzichten.

Motorische Unsicherheiten und Entwicklungsstörungen

Neben dem akuten Risiko des Schütteltraumas kann das Hochwerfen von Babys auch langfristige Auswirkungen auf die motorische Entwicklung haben. Wenn ein Kind unsicher in seinen Bewegungen ist oder Schwierigkeiten hat, bestimmte Bewegungsabläufe auszuführen, können Störungen der motorischen Entwicklung dahinterstecken.

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Anzeichen für motorische Entwicklungsstörungen

Es gibt verschiedene Anzeichen, die auf eine motorische Entwicklungsstörung hindeuten können:

  • Unsicherheiten im Bewegungsverhalten: Das Kind lernt nur langsam gehen, laufen, hüpfen oder Treppen steigen. Es wirkt ungeschickt beim Gehen, Rennen, Klettern, Hüpfen und Balancieren. Es stolpert oft und fällt häufig über Hindernisse.
  • Ungeschicklichkeiten der Bewegungen der Hände, Finger und Arme: Das Kind lässt häufig Dinge fallen, hat Schwierigkeiten beim Schleifenbinden, Knöpfen oder beim Werfen und Fangen eines Balls. Malen, Zeichnen, Schneiden, Basteln und Kleben bereiten Probleme. Das Kind tut sich schwer damit, Puzzles zu legen oder mit Konstruktionsspielzeug zu spielen.

Auswirkungen auf die Entwicklung

Störungen in der Entwicklung der Körper- und Handmotorik können die weitere Entwicklung des Kindes erheblich beeinflussen und mit Verhaltensproblemen einhergehen. Wenn es Kindern mit solchen Störungen mit der Zeit nicht gelingt, ein normales Bewegungsverhalten zu entwickeln, besteht die Gefahr, dass sie ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl verlieren. In der Folge entwickeln solche Kinder häufiger Verhaltensprobleme, verhalten sich ängstlich, meiden Aktivitäten oder zeigen aggressives Verhalten.

Es ist wichtig zu beachten, dass motorische Entwicklungsstörungen auch erste Hinweise auf spätere Lernstörungen in der Schule sein können, insbesondere dann, wenn gleichzeitig die sprachliche Entwicklung beeinträchtigt ist. Ein frühzeitiges Erkennen und eine gezielte Förderung sind daher wichtig.

Abgrenzung zu ADHS

Motorische Entwicklungsstörungen müssen von einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) abgegrenzt werden. Kinder mit Störungen in der motorischen Entwicklung ermüden schneller als Kinder ohne solche Schwächen, weil sie sich auf bestimmte, für sie schwierige Leistungen (zum Beispiel Puzzle legen, etwas ausschneiden) außerordentlich konzentrieren müssen. Solche Konzentrationsschwierigkeiten dürfen aber nicht einfach einer ADHS zugeordnet werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wann immer Eltern sich Sorgen über die körperliche Entwicklung ihres Kindes machen oder den Eindruck haben, es bewege sich sehr ungeschickt und unsicher, sollten sie mit ihrem Kinderarzt oder ihrer Kinderärztin darüber sprechen. Auf jeden Fall sollten sie sich an die kinderärztliche Praxis wenden, wenn sie oder die Erzieherinnen und Erzieher in der Kindertagesstätte bei ihrem Kind über längere Zeit beobachten, dass es sehr unsicher und ungeschickt in seinen Bewegungsabläufen beziehungsweise mit seinen Händen ist, oder wenn sich das Verhalten ihres Kindes dahingehend verändert, dass es sich auffällig ängstlich oder aggressiv zeigt.

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Nicht bei jedem Kind und in jedem Fall ist bei motorischen Auffälligkeiten eine spezielle Behandlung notwendig. Häufig können negative Folgen bereits verhindert werden, wenn das Kind in seinen vorhandenen Fähigkeiten bestärkt wird und die Alltagsbedingungen in der Familie es ihm ermöglichen, sich vielfältig zu bewegen.

Wie können Eltern ihr Kind unterstützen?

Unabhängig von einer speziellen Behandlung können Eltern ihr Kind bei Auffälligkeiten in seiner motorischen Entwicklung gezielt und wirkungsvoll unterstützen:

  • Zuwendung und Verständnis: Eltern sollten ihrem Kind Zuwendung schenken und Verständnis für seine Probleme zeigen.
  • Konzentration auf Fähigkeiten und Stärken: Eltern sollten sich auf die Fähigkeiten und Stärken ihres Kindes konzentrieren und es darin bestärken.
  • Vielfältige Bewegungsmöglichkeiten: Eltern sollten ihrem Kind vielfältige Bewegungsmöglichkeiten bieten und es dazu ermutigen, sich auszuprobieren.

Die Meinung von Experten und Erfahrungen anderer Eltern

Die Meinungen darüber, ob man Babys in die Luft werfen sollte, gehen auseinander. Einige Experten warnen vor den Risiken und raten dringend davon ab, während andere Eltern berichten, dass sie es ohne Probleme getan haben und ihre Kinder es geliebt haben.

Die Perspektive der Experten

Viele Kinderärzte und Experten für kindliche Entwicklung warnen vor den potenziellen Gefahren des Hochwerfens von Babys. Sie betonen, dass die Nackenmuskulatur von Säuglingen noch nicht ausreichend entwickelt ist, um den Kopf selbstständig zu stabilisieren. Durch das ruckartige Vor- und Zurückwerfen des Kopfes können Verletzungen des Gehirns entstehen.

Die Erfahrungen anderer Eltern

Es gibt auch Eltern, die berichten, dass sie ihre Kinder ohne Probleme in die Luft geworfen haben und diese es genossen haben. Sie argumentieren, dass Babys weniger zerbrechlich sind, als viele meinen, und dass solche Spiele den Gleichgewichtssinn und die Motorik trainieren können. Einige Eltern betonen auch, dass es auf das Kind ankommt und dass nicht jedes Kind das Hochwerfen mag.

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Es ist wichtig zu beachten, dass die Erfahrungen anderer Eltern nicht bedeuten, dass das Hochwerfen von Babys generell sicher ist. Jedes Kind ist anders und reagiert unterschiedlich auf solche Reize. Eltern sollten sich daher gut informieren und die Risiken abwägen, bevor sie ihr Kind in die Luft werfen.

Alternativen zum Hochwerfen

Es gibt viele andere Möglichkeiten, Babys zu unterhalten und ihre Entwicklung zu fördern, ohne sie den Risiken des Hochwerfens auszusetzen. Hier sind einige Alternativen:

  • Sanfte Bewegungsspiele: Eltern können mit ihrem Baby sanfte Bewegungsspiele machen, wie zum Beispiel das Baby auf den Armen wiegen oder es im Kreis herumtanzen.
  • Kitzelspiele: Babys lieben es, gekitzelt zu werden. Eltern können ihr Baby sanft an den Füßen, am Bauch oder unter den Armen kitzeln.
  • Bauchlage: Babys sollten regelmäßig in Bauchlage gebracht werden, um ihre Nackenmuskulatur zu stärken.
  • Krabbeln fördern: Eltern können ihr Baby dazu ermutigen, zu krabbeln, indem sie es mit Spielzeug locken oder ihm einen sicheren Raum zum Krabbeln bieten.
  • Vorlesen und Singen: Babys lieben es, wenn ihnen vorgelesen oder vorgesungen wird. Eltern können ihrem Baby Bilderbücher zeigen oder ihm Schlaflieder vorsingen.

Kinder und Wasser: Gefahren und Prävention

Ein weiteres wichtiges Thema im Zusammenhang mit der Sicherheit von Kindern ist der Umgang mit Wasser. Wasser übt eine große Faszination auf Kinder aus, birgt aber auch Gefahren. Ertrinken ist die zweithäufigste nicht natürliche Todesursache von Kindern. Bei Säuglingen und Kleinkindern im Alter von 1 bis 3 Jahren ist es sogar die häufigste.

Unfallorte und Risikogruppen

Statistisch ertrinken die meisten Kinder im Babyalter von 1 bis 3 Jahren und das in der häuslichen Badewanne. Über 70 Prozent aller Badewannenunfälle geschehen in einem Alter bis zu 3 Jahren. Dabei spielt die Wassertiefe kaum eine Rolle. Hier reicht schon eine Pfütze: das Baby fällt vorne über, kippt nach hinten oder rutscht den Rand hinunter und liegt mit dem Gesicht unter Wasser.

Bei Kleinkindern und Kindergartenkindern überwiegen öffentliche Bäder und Gewässer als Unfallort. Kinder im Vorschulalter erkunden ihre Umwelt und entdecken die Welt ohne ihre Gefahren zu kennen. Dabei übt Wasser auf Kinder eine große Attraktivität aus und die Kleinen stürzen sich ins Abenteuer.

Das stille Ertrinken

Das größte Problem bei jeder Altersstufe ist, dass wir immer davon ausgehen, dass das Kind sich meldet, wenn es ihm schlecht geht, ihm was passiert oder Schmerzen und Not durch Schreien oder um sich schlagen signalisiert. Beim Ertrinken ist das nicht so. Ein Kind fällt ins Wasser fällt und geht einfach unter. Es schreit nicht. Es tritt nicht. Dieser Schutz-Mechanismus ist sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen vorhanden. Damit kein Wasser in die Lunge eindringt, verschließen sich die Stimmritzen und die Stimmbänder sind blockiert. Dadurch kann ein Mensch unter Wasser nicht schreien. Im Schock erstarrt tritt das Kind nicht aus, während es untergeht.

Kein Hilferuf und komplette Stille des Wassers - So kommt es, dass über 50 % aller Ertrinkungsunfälle von Kindern unbeobachtet geschehen. Eltern und Erwachsene könnten nur 2 Meter neben dem in Not geraten Kind, in einem Gespräch verwickelt stehen und würden es nicht bekommen.

Erste Hilfe und Nachsorge

Bemerken wir ein bewegungsloses Kind im Wasser, gilt es sofort zu reagieren. Denn in diesem niedrigen Zeitfenster ist es entscheidend, wie lange die Bergung dauert und wie effektiv die Reanimation ist. Unabhängig von der Wassertemperatur kommt es zur Unterkühlung, bei der die Körpertemperatur stark sinkt. Am bedrohlichsten ist jedoch der Sauerstoffmangel, der trotz Rettung zu einem Hirnödem führen kann, das in fast der Hälfte aller Fälle tödlich ist.

Auch bei Fällen, indem die Situation nicht Lebensbedrohlich wirkt, wenn beispielsweise Ihr Kind noch bei Bewusstsein ist, wenn es aus dem Wasser gezogen wird, sollten Sie sich vergewissern, dass das Kind auch in der Nachbehandlung medizinisch versorgt und untersucht wird, denn nicht nur das primäre Ertrinken im Wasser kann tödlich enden. Wasser in der Lunge kann zum sekundären Ertrinken führen.

Prävention

Um Kinder vor dem Ertrinken zu schützen, ist Prävention von entscheidender Bedeutung. Hier sind einige wichtige Maßnahmen:

  • Aufsichtspflicht: Die Aufsichtspflicht im und am Wasser ist absolut notwendig. Aufsichtspersonal von Frei- oder Hallenbädern nehmen uns Eltern diese Pflicht nicht ab.
  • Erste-Hilfe-Kurse: Es ist nie verkehrt, sein Wissen durch Erste-Hilfe-Kurse für den Notfall aufzufrischen und zu erneuern oder selbst einen Schwimmkurs besuchen.
  • Sicherheitshinweise beachten: In öffentlichen Zonen wie Bädern und Schwimmhallen sind die Sicherheitshinweise zu beachten. Besonders die Schwimmflügelpflicht für Kinder in manchen öffentlichen Bädern sollte befolgt werden.
  • Schwimmkurse: Schwimmkurse sind wichtig, um dem Kind Maßnahmen wie den „Seestern“ beizubringen, bei denen das Kind lernt, sich auf den Rücken zu drehen und auf der Wasseroberfläche zu halten, um nicht unterzugehen.
  • Wassergewöhnung: Wassergewöhnung ist sehr wichtig, um Kinder vertraut mit dem Element zu machen. Damit Kinder lernen, wie sie sich im Wasser bewegen und wie es sich anfühlt im Wasser zu sein.
  • Gefahrenquellen vermeiden: Mögliche Gefahren bergen Teiche, flache Gewässer oder auch Regentonnen. Im eigenen Garten sollten diese gründlich abgedeckt oder unzugänglich gemacht werden.

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