Baby-Schnupfen: Was tun, um Ihrem kleinen Schatz zu helfen?

Säuglinge sind trotz Nestschutzes nicht vor Erkältungen gefeit, insbesondere wenn ältere Geschwister im Spiel sind. Eine verstopfte Nase und erschwerte Atmung können für die Kleinsten sehr belastend sein, da sie sich nicht selbst helfen können. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen und praktische Tipps, wie Sie Ihrem Baby bei Schnupfen auf sanfte Weise helfen können.

Symptome und Verlauf eines Schnupfens bei Babys

Wie erkenne ich eine Erkältung bei einem Baby?

Erkältungen sind bei Babys und Kindern häufig. Vier bis acht Infekte pro Jahr sind bei Kleinkindern normal, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig trainiert ist. Die Symptome ähneln denen von Erwachsenen, sind aber bei Babys oft schwieriger zu erkennen. Typische Anzeichen sind:

  • Eine zunächst laufende Nase
  • Im Verlauf eine verstopfte Nase
  • Häufiges Niesen oder Niesreiz
  • Kribbeln, Kratzgefühl oder Brennen im Nasenrachenraum
  • Allgemeines Unwohlsein

Zusätzlich können bei Säuglingen, die primär durch die Nase atmen, Probleme beim Trinken und Schlafen auftreten.

Verlauf: Schnupfen in drei Phasen

Ein Schnupfen durchläuft in der Regel drei Phasen:

  1. Vorstadium: Häufiges Räuspern, Fassen an den Hals, Reiben der Nase, vermehrtes Niesen, Müdigkeit und Frösteln.
  2. Katarrhalisches Stadium: Wässriger Fließschnupfen, vermehrte Schleimbildung, Schwellung der Nasenschleimhäute, möglicherweise Beteiligung der Augen und zunehmendes Krankheitsgefühl.
  3. Schleimig-eitriges Stadium: Dickflüssiges, grünlich-gelbliches Nasensekret, erschwerte Atmung und unruhiger Schlaf.

Weitere Begleiterscheinungen

Zusätzlich zum Schnupfen können weitere Erkältungssymptome wie Schluckbeschwerden, Halskratzen, Hustenreiz und Kopfschmerzen auftreten. Bei jüngeren Kindern ist leichtes bis mäßiges Fieber häufig. Säuglinge haben oft Schwierigkeiten beim Stillen oder Trinken, da sie fast ausschließlich über die Nase atmen.

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Wann dann auch noch der Kopf wehtut

Bei älteren Kindern kann es zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) kommen. Anzeichen dafür sind:

  • Druckkopfschmerz im Stirnbereich, ggf. auch um die Augen herum
  • Druckschmerz hinter den Wangenknochen
  • Bis in den Hinterkopf ziehender, diffuser Kopfschmerz
  • Verstärkung des Kopfschmerzes beim Bücken, Hüpfen oder direkt nach dem Aufstehen
  • Längerer Krankheitsverlauf mit Verschlechterung des Allgemeinbefindens und mitunter steigender Körpertemperatur

Ursachen und Anfälligkeit für Schnupfen bei Babys

Entstehung: Übertragung über die Luft und das Spielzeug

Erkältungsviren werden hauptsächlich über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen, d.h. beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen die Viren in den Nasenrachenraum. Sie können aber auch indirekt über verunreinigte Gegenstände, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, übertragen werden.

Folgen: Geschwollene Schleimhäute und Gefahr der Mittelohrentzündung

Die Erkältungsviren nisten sich in der Nasenschleimhaut ein, woraufhin das Immunsystem mit einer Entzündungsreaktion und dem Anschwellen der Nasenschleimhäute reagiert. Dies kann die Nasenatmung behindern und die Belüftung der Nasennebenhöhlen einschränken. Bei Säuglingen kann es durch Anschwellen der Ohrtrompete (Eustachi-Röhre) zu einer Mittelohrentzündung kommen.

Warum sind Babys und kleine Kinder anfälliger für Schnupfen?

Es gibt zwei Hauptursachen für die höhere Anfälligkeit von Babys und kleinen Kindern:

  1. Das Immunsystem ist noch nicht vollständig ausgereift und muss sich erst mit verschiedenen Erregern auseinandersetzen.
  2. Die Belüftungswege sind enger, wodurch Schleimhautverdickungen und Sekretstau schneller zu einer Verlegung der Verbindungsgänge im Nasenrachenraum führen.

Behandlung von Baby-Schnupfen: Was tun?

Bewährte Hausmittel und Tipps

  • Muttermilch: Stillende Mütter können vor dem Stillen oder Schlafen wenige Tropfen Muttermilch in jedes Nasenloch träufeln.
  • Zwiebel: Eine aufgeschnittene Zwiebel im Zimmer (außer Reichweite des Babys) kann helfen, das Sekret zu verflüssigen.
  • Engelwurzbalsam: Dieser Balsam enthält ätherische Öle, die die empfindliche Schnupfennase pflegen und beruhigen. Bei Neugeborenen auf ein Tuch auftragen und in der Nähe der Wiege platzieren. Bei älteren Säuglingen dünn auf die Nasenflügel oder Fußsohlen auftragen.
  • Erkältungsöl wärmend: Für Säuglinge 3-5 Tropfen in ein Beduftungsgerät geben.
  • Regelmäßig Stoßlüften: Frische, feuchte Luft ist wichtig für die Abwehr von Krankheitserregern.
  • "Richtig" Nase putzen: Bei älteren Kindern das richtige Ausschnäuzen beibringen (ein Nasenloch zuhalten, Mund geschlossen halten).
  • Viel Ruhe, Erholung und Schlaf: Unterstützen das Immunsystem.
  • Viel trinken: Verflüssigt den Schleim und erleichtert den Abtransport.
  • Reinigung der Nase: Mit Nasenduschen oder Nasensaugern.
  • Raus an die frische Luft: Befeuchtet und lässt die Schleimhäute abschwellen.
  • Inhalieren: Mehrmals täglich mit isotonischer Kochsalzlösung (keine ätherischen Öle für Babys und Kleinkinder!).
  • Erhöhte Luftfeuchtigkeit: Trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute. Lüften Sie regelmäßig, hängen Sie feuchte Tücher auf oder stellen Sie Wasserschalen auf.
  • Oberkörper höher legen: Erleichtert das Atmen.
  • Nase säubern und pflegen: Schleim entfernen und Nase regelmäßig eincremen.
  • Nasensauger: Um die Nase von Sekret zu befreien, kann ein Nasensauger verwendet werden. Ein Nasenloch zuhalten, den Sauger vorsichtig einführen und das Sekret absaugen.
  • Kochsalzlösung: Befeuchtet die Schleimhäute, löst Nasensekret und erleichtert das Atmen.

Medizinische Präparate (nur nach Rücksprache mit dem Arzt!)

  • Abschwellende Nasentropfen: Nur im Notfall und unter ärztlicher Aufsicht verwenden.
  • Befeuchtende Nasensprays auf Meerwasser-Basis: Können häufig angewendet werden.
  • Pflanzliche Arzneimittel wie Sinupret® Saft: Wirken effektiv gegen die Beschwerden.
  • Chemisch-synthetische Schleimlöser: Können das Problem ggf. verstärken. Viel trinken ist besser!
  • Antibiotika: Nur in sehr seltenen Fällen bei schweren Verläufen.

Vorsicht bei Nasensprays und -tropfen

Abschwellende Nasentropfen mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin sollten bei Babys nur im Notfall verwendet werden. Falsche Anwendung kann zu einem Rebound-Effekt und Schädigung der Schleimhäute führen. Nicht länger als fünf bis sieben Tage und in der empfohlenen Dosierung verwenden.

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Wann sollte man mit einem Baby mit Schnupfen zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:

  • Die Erkältung nach einer Woche nicht besser wird
  • Ohrenschmerzen oder Dauerkopfschmerzen auftreten
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit oder zunehmende Schläfrigkeit besteht
  • Steigendes oder sehr hohes Fieber auftritt
  • Übelkeit, Erbrechen oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten
  • Sich die Haut an Nasenwurzel, Augen oder Stirn rötet und anschwillt
  • Hausmittel und pflanzliche Arzneimittel keine Wirkung zeigen
  • Sich der Allgemeinzustand zunehmend verschlechtert
  • Der Verdacht besteht, dass sich die Entzündung z.B. auf Lunge, Mittelohr, Nebenhöhlen ausbreitet
  • Bei Neugeborenen in den ersten vier Lebenswochen bei jedem Infekt.

Säuglingsschnupfen vs. Erkältung

Nicht hinter jeder Schnupfnase steckt eine Erkältung. Babys haben in den ersten zwölf Monaten häufig den sogenannten Säuglingsschnupfen. Dahinter steckt kein Infekt. Die Anatomie Deines Babys sorgt für die typischen Symptome wie eine verstopfte Nase, helles Sekret und ein „Schnorcheln“ beim Atmen. Hinzu kommt, dass oft Milch aus dem Magen zurückfließt und in die Nase gelangt. Das sorgt für das Atemgeräusch und kann die Nasenschleimhaut reizen. Dadurch bildet sich mehr Nasensekret.

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