Basketballspieler und Parkinson: Eine Herausforderung auf und neben dem Spielfeld

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die Bewegungsstörungen verursacht. Sie kann jeden treffen, auch Sportler, deren Körper und Geist auf Höchstleistung trainiert sind. Dieser Artikel beleuchtet den Einfluss der Parkinson-Krankheit auf Basketballspieler, sowohl auf professioneller als auch auf Amateurebene, und untersucht die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind.

Parkinson und Kontaktsport: Ein möglicher Zusammenhang

Es gibt Hinweise darauf, dass Kontaktsportarten wie American Football zu einer chronisch-traumatischen Enzephalopathie (CTE) führen können. Dabei können auch Parkinson-ähnliche Symptome auftreten (Parkinsonismus). Eine aktuelle Autopsie-Studie untersuchte fast 500 Gehirne von Kontaktsportlern mit CTE, von denen etwa ein Viertel Parkinsonismus hatte.

Der ehemalige Star-Quarterback Brett Favre enthüllte, dass er an Parkinson erkrankt ist. Favre hatte in ein Biotech-Unternehmen investiert, von dem er gehofft hatte, es entwickele ein Medikament gegen Gehirnerschütterungen. Er sagte: „Wie Sie sicher verstehen werden, ist es für mich zwar zu spät, bei mir wurde vor Kurzem Parkinson diagnostiziert, aber es ist auch eine Sache, die mir am Herzen liegt.“ Favre schätzte, in seiner Karriere „tausende“ Gehirnerschütterungen erlitten zu haben. Ob seine Parkinson-Erkrankung allerdings mit seiner Football-Karriere zu tun hat, ist unklar.

Prominente Fälle: Basketballspieler und Trainer mit Parkinson

Einige bekannte Persönlichkeiten aus der Basketballwelt haben offen über ihre Parkinson-Erkrankung gesprochen und damit das Bewusstsein für diese Krankheit geschärft.

Jerry Sloan: Eine Trainerlegende verliert den Kampf gegen Parkinson

Jerry Sloan, eine Ikone des Basketballsports, erlag im Alter von 78 Jahren den Folgen seiner Parkinson-Erkrankung. Sloan trainierte die Utah Jazz 23 Jahre lang (1988 bis 2011) und führte den Verein 1997 und 1998 ins NBA-Finale. Die Utah Jazz würdigten Sloan als einen der größten und angesehensten Trainer in der NBA-Geschichte.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

John Havlicek: Eine Celtics-Ikone kämpft gegen Parkinson

Auch John Havlicek, eine Ikone der Boston Celtics, litt an Parkinson. Der achtmalige NBA-Champion und Rekordspieler der Celtics starb im Alter von 79 Jahren. Havlicek wurde 13-mal ins All-Star-Team gewählt und hält bis heute die Rekordlisten der Celtics als bester Werfer (26.395 Punkte) und Spieler mit den meisten Spielen (1.270) an.

Die Auswirkungen von Parkinson auf Basketballspieler

Die Parkinson-Krankheit kann die sportliche Leistungsfähigkeit von Basketballspielern erheblich beeinträchtigen. Zu den Symptomen, die das Spiel beeinflussen können, gehören:

  • Tremor: Unkontrollierbares Zittern der Hände, Arme, Beine oder des Kopfes kann das Dribbeln, Passen und Werfen erschweren.
  • Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungen kann die Reaktionszeit und die Agilität auf dem Spielfeld beeinträchtigen.
  • Rigor: Muskelsteifheit kann die Beweglichkeit einschränken und das Springen und Laufen erschweren.
  • Posturale Instabilität: Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, können zu Stürzen führen.
  • Nicht-motorische Symptome: Depressionen, Angstzustände, Schlafstörungen und kognitive Beeinträchtigungen können die Motivation und Konzentration beeinträchtigen.

Anpassung und Bewältigung: Strategien für Basketballspieler mit Parkinson

Obwohl die Parkinson-Krankheit eine Herausforderung darstellt, können Basketballspieler Strategien entwickeln, um ihre Symptome zu bewältigen und weiterhin aktiv zu bleiben:

  • Medikamentöse Behandlung: Medikamente können helfen, die Symptome zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen können die Muskelkraft, Flexibilität und das Gleichgewicht verbessern.
  • Ergotherapie: Ergotherapeuten können helfen, Strategien zu entwickeln, um alltägliche Aufgaben, einschließlich Basketballspielen, zu erleichtern.
  • Regelmäßige Bewegung: Sportliche Betätigung, insbesondere Basketball, kann helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Unterstützungsgruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, mit den emotionalen und sozialen Herausforderungen der Krankheit umzugehen.
  • Anpassung des Spiels: Spieler können ihre Spielweise an ihre Fähigkeiten anpassen, z. B. durch Konzentration auf Passspiel und Positionsspiel anstatt auf schnelle Dribblings und Sprünge.

Die Rolle von Basketball in der Rehabilitation und Therapie

Basketball kann nicht nur eine Möglichkeit für Spieler mit Parkinson sein, aktiv zu bleiben, sondern auch eine wertvolle Form der Rehabilitation und Therapie. Die sportliche Betätigung kann helfen, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern, die kognitive Funktion zu fördern und das Selbstwertgefühl zu stärken.

Basketball in Braunschweig: Ein Beispiel für Inklusion und Gemeinschaft

Die Basketball Löwen Braunschweig sind ein Beispiel dafür, wie Basketball als Mittel zur Inklusion und Gemeinschaft genutzt werden kann. Der Verein hat eine lange Tradition in der Nachwuchsförderung und engagiert sich für die Entwicklung junger Spieler aus der Region.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Die Anfänge des Braunschweiger Basketballs

Die Geschichte des Braunschweiger Basketballs begann 1978 mit dem Zusammenschluss der Basketballer des MTV und der Freien Turnerschaft zur Spielgemeinschaft FT/MTV Braunschweig. Schritt für Schritt gelang ein Aufstieg, der nach genau zehn Jahren im ersten Gastspiel in der Basketball Bundesliga münden sollte.

Die Stein-Ära: Werte und Wertschätzung

Eng verknüpft mit der Entwicklung des Basketballsports in der Stadt und dem Abenteuer Bundesliga war der Name Stein. Eckhard Stein fungierte als Trainer, während seine Söhne Lothar und Harald feste Größen auf dem Parkett waren. Harald Stein erinnert sich: „Im Prinzip war es so, dass die Anfänge der SG die Anfänge der Idee markierten, Bundesliga-Basketball nach Braunschweig zu bringen und zu eta-blieren.“

Liviu Calin: Spielerentwicklung auf neuem Niveau

Mit Liviu Calin kam das bis heute prägende Thema Spielerausbildung in einer neuen Qualität an den Standort Braunschweig. „Die Steins haben mich dann wie einen Verwandten aufgenommen, sich um alles gekümmert, in allen Bereichen geholfen, mich hier heimisch gemacht und als Teil der Familie behandelt“, sagt Calin.

#jungwildhungrig: Eine neue Dynamik

Unter dem Claim #jungwildhungrig hat die Nachwuchsarbeit bei den Basketball Löwen in den vergangenen Jahren nochmals eine neue Dynamik erfahren. „Braunschweig hat keine Deutsche Meisterschaft gewonnen und keinen Pokalsieg geholt, aber die besten deutschen Basketballer hervorgebracht“, sagt Geschäftsführer Nils Mittmann.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

tags: #basketballer #mit #parkinson