Schizophrenie und Taubheitsgefühle: Ursachen und Zusammenhänge

Schizophrenie ist eine komplexe und oft missverstandene psychische Erkrankung, die durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet ist. Diese Symptome können das Denken, Fühlen, Verhalten und die Wahrnehmung einer Person beeinflussen. Halluzinationen und Wahnvorstellungen sind häufige Merkmale, aber auch weniger bekannte Symptome wie Taubheitsgefühle können auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schizophrenie, den Zusammenhang mit Taubheitsgefühlen und gibt einen Überblick über mögliche Behandlungsansätze.

Was ist Schizophrenie?

Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die durch eine Störung der Denkprozesse, unangemessene Emotionen, Halluzinationen, Wahnvorstellungen und einen beeinträchtigten Bezug zur Realität gekennzeichnet ist. Fälschlicherweise wird Schizophrenie oft mit der dissoziativen Identitätsstörung, früher auch multiple Persönlichkeitsstörung, verwechselt. Bei dieser übernehmen verschiedene Persönlichkeitszustände abwechselnd die Kontrolle über das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen. Die Schizophrenie ist jedoch weder eine Persönlichkeitsstörung noch eine Persönlichkeitsspaltung.

Die Krankheit ist sehr individuell und kann je nach Form unterschiedlich auftreten. So verläuft die Schizophrenie bei einigen Betroffenen, ähnlich wie Multiple Sklerose (MS), in Schüben, bei anderen jedoch nicht. Die Vorphase, auch Prodromalphase genannt, zeichnet sich durch emotionale Empfindlichkeit, Angespanntheit oder Interessenverlust aus. In der zweiten, also akuten Phase treten Symptome wie Halluzinationen, Stimmenhören und Verfolgungswahn auf. In der dritten Phase bilden sich die Symptome zurück und es kommt zu Antriebsmangel, Gefühlsarmut und Suizidalität.

Formen der Schizophrenie

Die am häufigsten auftretende ist die paranoide Schizophrenie. Circa 65 Prozent aller Betroffenen leiden unter dieser Form, bei der die Hauptsymptome Wahnvorstellungen, Verfolgungswahn und Misstrauen sind. Auch Abstammungswahn kommt vor. Bei der hebephrenen Schizophrenie treten vermehrt die sogenannten Negativsymptome auf. Die katatone Schizophrenie betrifft sowohl Körper als auch Psyche. Der psychische und motorische Zustand wechselt zwischen Erregung und Erstarrung. Außerdem kommt es vor, dass Betroffene Befehle wie automatisch befolgen, sich partout weigern dies zu tun oder genau das Gegenteil des von ihnen verlangten ausführen. Besonders schwer zu diagnostizieren ist die Schizophrenia simplex. Die Betroffenen leiden vor allem unter Antriebsminderung, wirken untätig und es fällt ihnen schwer, sich sozial einzufügen.

Symptome

Die Symptome einer Schizophrenie werden in zwei Bereiche eingeteilt. Baut ein Betroffener oder eine Betroffene psychische Fähigkeiten ab, sprechen Fachpersonen von Negativsymptomen. Realitätsverlust ist ein häufiges Symptom der Schizophrenie.

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Bei den Symptomen der Schizophrenie unterteilt man in Positiv- und Negativsymptome. Positivsymptome beruhen auf einer gesteigerten psychischen Aktivität und äußern sich in Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Negativsymptome durch verminderte psychische Aktivität sind Einschränkungen des Denkens, Fühlens und Handelns.

Ursachen

Bis jetzt wissen wir nicht genau, wie Schizophrenie entsteht. Wenn in einer Familie schon mal jemand Schizophrenie hatte, kann das Risiko höher sein, dass andere Familienmitglieder auch daran erkranken. Das Gehirn hat viele kleine Nerven-Zellen, die miteinander sprechen, indem sie spezielle Stoffe verwenden. Wenn diese Stoffe nicht richtig ausbalanciert sind, kann das dazu führen, dass die Informationen im Gehirn durcheinandergeraten. Das kann zusammen mit anderen Dingen die Probleme verursachen, die bei Schizophrenie auftreten.

Früher dachte man, dass spezielle Familienbeziehungen, wie man erzogen wurde, oder schwierige Dinge im Leben die Ursache von Schizophrenie sein könnten. Aber Forschung hat dies bereits widerlegt. Was allerdings Einfluss darauf haben kann, ist der Umgang innerhalb der Familie. Auch Dinge wie Umzüge, neue Beziehungen oder Probleme im Job sollten nicht außer Acht gelassen werden.

Man vermutet als Ursache der Schizophrenie ein multifaktorielles Geschehen aus Veränderungen der Hirnanatomie und psychosozialen Faktoren. Diskutiert werden als Ursachen einer Schizophrenie auch frühkindliche Infektionen mit Herpes- oder Influenzaviren, Drogenkonsum oder Borreliose.

Diagnose

Die Diagnose von Schizophrenie kann aufgrund ihrer vielfältigen Erscheinungsformen herausfordernd sein, besonders in den frühen Stadien. Um sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um Schizophrenie handelt, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie beispielsweise seltsame Gedanken, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Die Unterscheidung von anderen psychischen Störungen wie Depression, Bipolarer Störung oder Persönlichkeitsstörungen ist ebenfalls ein wichtiger Schritt in der Diagnostik.

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Begleiterkrankungen

Die verschiedenen Formen von Schizophrenie gehen oft mit Begleiterkrankungen einher, sogenannte Komorbidität. Am häufigsten treten Depressionen und Angststörungen auf.

Behandlung

Schizophrenie ist grundsätzlich nicht heilbar. Betroffene können aber lernen, mit der Krankheit umzugehen und Symptome durch konsequentes Befolgen des Behandlungsplans zu linden. Unerlässlich ist für viele Patient*innen zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten, um einen Rückfall vorzubeugen sowie Rehabilitationsmaßnahmen, um ihre kognitiven Fähigkeiten zurückzubekommen und ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Weiter wird berichtet, dass sich ein stabiles soziales Umfeld, wenig Stress und genügend Schlaf positiv auf die Erkrankung auswirken kann.

Zur Linderung der Positiv- und Negativsymptomatik bietet sich eine medikamentöse Behandlung an. Diese besteht, je nach Krankheitsform, aus starken Beruhigungsmitteln, Antipsychotika und/oder Antidepressiva. Besonders Zweitere können psychotische Symptome wie Halluzinationen unterdrücken, da sie den Stoffwechsel der beteiligten Botenstoffe im Gehirn beeinflussen. Selbst bei optimaler Dosierung tritt eine Besserung der psychotischen Beschwerden oft erst nach einigen Wochen ein. Daher sollte die Wirkung über längere Zeit beobachtet werden. Haben die Symptome nachgelassen, wird die Dosis in kleinen Schritten reduziert, sogenanntes Ausschleichen. Die Gabe von Tabletten geht meist Hand in Hand mit einer Psychotherapie.

Problematisch ist bei der Krankheit Schizophrenie jedoch, dass den Patient*innen während eines Schubes die Krankheitseinsicht fehlt. Das heißt, sie merken nicht, dass sie sich anders verhalten als sonst und sehen sich selbst nicht als psychisch krank an.

Therapie

Bei einer Psychoedukation lernen sowohl Betroffene als auch ihre Familienmitglieder alles Notwendige über die Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit der Krankheit. Die Soziotherapie bietet unterschiedliche Programme, die unterstützen können, wieder in das Arbeitsleben und die soziale Gemeinschaft zurückzufinden, um ein unabhängiges Leben zu führen. Eine erste geeignete Anlaufstelle ist die Telefonseelsorge. Eine praktische Therapeutensuche finden Sie auf der Internetseite der Bundespsychotherapeutenkammer.

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Umgang mit Schizophrenie

Den Umgang mit Schizophrenie zu bewältigen, erfordert Einfühlungsvermögen, Wissen und Geduld.

  • Bildung und Verständnis: Informieren Sie sich ausführlich über Schizophrenie, um die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten zu verstehen.
  • Professionelle Hilfe: Suchen Sie frühzeitig professionelle Unterstützung.
  • Medikamente und Therapie: Die richtige Medikation und Psychotherapie sind oft entscheidend für die Behandlung von Schizophrenie.
  • Unterstützendes soziales Netzwerk: Betroffene benötigen Unterstützung von Familie und Freunden.
  • Kommunikation: Offene Kommunikation ist essenziell. Sprechen Sie über Ängste, Bedenken und Fortschritte.
  • Stressmanagement: Stress kann Symptome verschlimmern.
  • Realistische Erwartungen: Setzen Sie realistische Ziele und Erwartungen für den Alltag.
  • Krisenplan: Erstellen Sie einen Notfallplan für den Fall, dass Symptome sich verschlimmern.
  • Geduld haben: Der Heilungsprozess bei Schizophrenie kann Zeit in Anspruch nehmen.

Jeder Mensch ist einzigartig, daher ist der Umgang mit Schizophrenie individuell. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen oder Angehörigen kann helfen.

Taubheitsgefühle: Ein oft übersehenes Symptom

Taubheitsgefühle sind ein weniger bekanntes, aber dennoch relevantes Symptom, das bei Schizophrenie auftreten kann. Sie können verschiedene Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise äußern.

Mögliche Ursachen von Taubheitsgefühlen bei Schizophrenie

  1. Medikamenten-Nebenwirkungen: Antipsychotika, die zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Taubheitsgefühle verursachen. Diese Medikamente beeinflussen die Neurotransmitter im Gehirn, was zu Veränderungen in der sensorischen Wahrnehmung führen kann.
  2. Neuropathie: Schizophrenie kann mit anderen Erkrankungen einhergehen, die eine Neuropathie verursachen können. Diabetes, Vitaminmangel oder Alkoholkonsum können zu Nervenschäden führen, die sich in Taubheitsgefühlen äußern. Bei der Poly­neu­ro­pa­thie ist das peri­phe­re Ner­ven­sys­tem betroffen(peripher = am Ran­de). Das peri­phe­re Ner­ven­sys­tem (PNS) bezeich­net alle Ner­ven außer­halb des zen­tra­len Ner­ven­sys­tems (ZNS), also z.B. die fei­nen Ver­äs­te­lun­gen in Haut und Mus­keln. Die Reiz­wei­ter­lei­tung von Sin­nes­rei­zen an das Gehirn wird gestört. Wegen der Län­ge der Ner­ven an Bei­nen und Armen tre­ten die Sym­pto­me häu­fig hier auf. Die Ursa­chen für eine Poly­neu­ro­pa­thie lie­gen häu­fig in ande­ren Krank­hei­ten. Die kon­se­quen­te Behand­lung der Grund­er­kran­kung ist das wich­tig­ste um die Sym­pto­me lang­fris­tig zu bekämp­fen. Um fort­schrei­ten­de Ner­ven­schä­den zu ver­hin­dern, soll­ten geziel­te Behandlungs­mög­lich­kei­ten genutzt wer­den.
  3. Angst und Panik: Angstzustände und Panikattacken, die häufig mit Schizophrenie einhergehen, können zu Hyperventilation führen. Dies kann den Kalziumspiegel im Blut senken und Taubheitsgefühle, insbesondere in den Extremitäten, verursachen.
  4. Karpaltunnelsyndrom: Initial nächtlich auftretende Symptome wie Taubheitsgefühle und Gefühlsstörungen sind kennzeichnend für ein Karpaltunnelsyndrom. Sie kommen durch ein Abknicken des Handgelenks im Schlaf zustande wodurch das Versorgungsgebiet des Medianus-Nervs beeinträchtigt wird“, erklärt Prof. Gereon Nelles vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. In einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium kommen auch Missempfindungen, Schmerzen oder Taubheitsgefühle in einzelnen Fingern oder im ganzen Arm hinzu.
  5. Psychische Belastungen: Gefühlsstörungen können auch Ausdruck psychischer Belastungen sein. Besonders bei Angstzuständen, Panikattacken oder chronischem Stress kann das vegetative Nervensystem überreagieren und körperliche Symptome hervorrufen

Differentialdiagnose

Es ist wichtig, andere mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle auszuschließen, bevor man sie auf die Schizophrenie oder deren Behandlung zurückführt. Dazu gehören:

  • Multiple Sklerose (MS): Gefühlsstörungen, Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen wie Kribbeln, Taubheit oder neuropathische Schmerzen zählen zu den frühesten und häufigsten Symptomen einer Multiplen Sklerose (MS).
  • Parkinson: Neben den typischen Symptomen wie Muskelsteifigkeit, Bewegungsverlangsamung und dem charakteristischen Zittern können auch Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein diffuses Missempfinden auftreten - vor allem dann, wenn neben den Bewegungszentren auch sensorische Bahnen oder die Wahrnehmungsverarbeitung betroffen sind.
  • Migräne: Insbesondere bei einer Migräne mit Aura können Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle frühe Anzeichen einer beginnenden Attacke sein.
  • Bandscheibenvorfall: Die Kompression von Nervenwurzeln im Bereich des Rückenmarks neurologische Symptome wie Taubheit, Kribbeln oder Muskelschwäche hervorrufen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn:

  • Sie häufiger Taubheitsgefühle haben.
  • Die Taubheitsgefühle sehr intensiv, verwirrend oder bedrohlich sind.
  • Zu den Taubheitsgefühlen körperliche und geistig-seelische Beschwerden kommen.
  • Sie Parkinson-Medikamente bekommen und Nebenwirkungen wie Taubheitsgefühle auftreten.
  • Die Taubheitsgefühle eingesetzt haben, seit Sie ein bestimmtes Medikament einnehmen.

Halluzinationen als zentrales Symptom der Schizophrenie

Halluzinationen sind Wahrnehmungsstörungen, die unsere fünf Sinne betreffen: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen. Wer halluziniert, hört zum Beispiel Stimmen oder Geräusche, für die es keine äußere Schallquelle gibt. Solche akustischen Halluzinationen kommen am häufigsten vor. Bei optischen oder visuellen Halluzinationen sehen die Betroffenen Bilder und Personen, die nicht vorhanden sind. Andere nehmen ganz intensiv bestimmte Gerüche oder Geschmacksvarianten wahr, die sie als bedrohlich, etwa als giftig beißend, als bitter oder aber als angenehm berauschend empfinden. Auch diese Sinneseindrücke haben keinen realen Ursprung in der Umgebung oder in einer gerade genossenen Speise. Weitere Sinnestäuschungen äußern sich über den Tast- und Tiefensinn in Haut und Muskeln. Berührungen, Stiche, Krabbeln auf der Haut sind dann mögliche trügerische Empfindungen. Oder der Körper schwankt scheinbar. Ebenso gehört das Wahrnehmen vermeintlicher Vorgänge im Körperinneren zu den körperbezogenen Halluzinationen. Es bewegen sich dann zum Beispiel Organe, es brennt oder wogt innerlich.

Ursachen von Halluzinationen

Halluzinationen können verschiedene Ursachen haben. Wenn der Körper Mangel leidet, kann das die Nervenaktivitäten durcheinander bringen. Schlafentzug und Flüssigkeitsmangel zum Beispiel wirken sich im Gehirn auch auf die Abläufe aus, die unsere Sinne steuern. Sinnestäuschungen können sich infolge eines gestörten Wasser-Salz-Haushalts und eines Ungleichgewichts an bestimmten Mineralstoffen einstellen. Menschen, die an einer Narkolepsie, einer krankhaften Schlafstörung, leiden, erleben untertags regelrechte Schlafattacken und haben häufig auch Halluzinationen. Hohes Fieber führt manchmal zu Verwirrtheit und Trugbildern ("Fieberfantasien").

Viele Drogen verändern die Nervenimpulse im Gehirn, indem sie das Gleichgewicht zwischen den Nervenbotenstoffen stören. Ein wichtiger Nervenbotenstoff bei der Vermittlung von Sinneseindrücken ist zum Beispiel das Dopamin. Substanzen wie LSD oder Kokain bewirken, dass die entsprechenden Nervenzellen vermehrt Dopamin ausschütten. Dadurch und über das Zusammenspiel mit weiteren Botenstoffen entstehen unter anderem verzerrte Wahrnehmungen und Sinnestäuschungen. Auch die Bewegungsfähigkeit verändert sich. Halluzinationen treten zudem häufig während eines Drogen- oder Alkoholentzugs auf (Entzugssyndrom), oft im Rahmen eines Deliriums. Dieser Zustand tiefgreifender geistiger Verwirrtheit ist ebenso bei Drogenmissbrauch und bei Krankheiten möglich, die Nervenaktivitäten im Gehirn beeinflussen.

Bestimmte Medikamente beeinflussen ebenfalls das Zusammenspiel von Nervenbotenstoffen. Das gilt vor allem für Parkinson-Medikamente. Ursache für die Parkinson-Krankheit ist eine gestörte Bildung und Wirkung von Dopamin (siehe dazu unten: "Übersicht über mögliche Ursachen von Halluzinationen - Medikamente"). Auch bei psychischen Erkrankungen ist der Austausch zwischen den Nervenzellen, der Gehirnstoffwechsel, gestört. Seelisches und geistiges Erleben verändern sich dadurch oft nachhaltig. Das führt je nach Krankheitsbild zu unterschiedlichen Symptomen. Halluzinationen sind häufig bei Schizophrenien und anderen Psychosen. Weitere Ursachen für Halluzinationen sind Erkrankungen im Gehirn wie etwa Epilepsien. Hier gehören Trugwahrnehmungen oft zu den Vorboten eines epileptischen Anfalls.

Neue Medikamente in der Behandlung von Schizophrenie

Neue Medikamente gegen die Schizophrenie sind selten, Behandlungen gibt es aber schon seit den 1950er Jahren. Betroffene leiden unter sehr unterschiedlichen Symptomen, was die Behandlung kompliziert macht. Auch die Nebenwirkungen der eingesetzten Medikamente können die Therapie der Schizophrenie erschweren.

Das neue Medikament enthält eine Kombination aus zwei Wirkstoffen. Der eine wirkt gegen die Symptome der Schizophrenie, der andere ist ein alter Bekannter. Xanomelin heißt der Wirkstoff, der im neuen Medikament gegen die Schizophrenie wirkt. Er durchdringt die Blut-Hirn-Schranke und wirkt als Agonist an Muscarinrezeptoren der Typen M1 und M4. Diese Acetylcholin-Rezeptoren finden sich in bestimmten Bereichen des Gehirns und spielen bei der Entstehung von Psychosen wie der Schizophrenie eine Rolle. Da Muscarinrezeptoren auch in der Peripherie vorkommen, würde Xanomelin allein diese ebenfalls aktivieren und so zu Nebenwirkungen führen. Deshalb wird in dem neuen Medikament das zentral wirksame Xanomelin mit Trospiumchlorid kombiniert. Dieses hat bei Schizophrenie keinerlei Bedeutung. Weil die bekannte Substanz aber ausschließlich an peripheren Muscarinrezeptoren antagonistisch wirkt, verhindert sie Nebenwirkungen. Zugelassen ist das Anticholinergikum bei übermäßigem Harndrang.

Das neue Medikament Cobenfy® zeigt in klinischen Studien eine gute Wirksamkeit gegen die Symptome der Schizophrenie binnen fünf Wochen.

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