Neurochirurgie am Campus Benjamin Franklin der Charité: Erfahrungen, Leistungen und Perspektiven

Die Neurochirurgie am Campus Benjamin Franklin (CBF) der Charité - Universitätsmedizin Berlin ist ein wichtiger Standort für die neurochirurgische Versorgung. Nach der Teilung Berlins wurde die Freie Universität Berlin gegründet, und im Süden der Stadt entstand das Klinikum Steglitz, später umbenannt in Universitätsklinikum Benjamin Franklin. Im Jahr 2003 fusionierte dieses Klinikum mit der Charité. Heute konzentriert sich der Campus Benjamin Franklin auf degenerative Erkrankungen und die Medizin der zweiten Lebenshälfte. Die Klinik für Neurochirurgie der Charité bietet das volle Spektrum der neurochirurgischen Elektiv- und Notfallversorgung an. Fachkompetenz und Erfahrung aus jährlich über 6.000 Operationen zeichnen das Team aus. Die Klinik ist an den Charité-Campi Campus Charité Mitte, Campus Benjamin Franklin sowie Campus Virchow Klinikum vertreten. An den Standorten Mitte und Steglitz werden täglich mehrere ambulante Sprechstunden in der Neurochirurgischen Hochschulambulanz angeboten.

Leistungen und Schwerpunkte

Die Neurochirurgie am Campus Benjamin Franklin deckt ein breites Spektrum an Behandlungen ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Hirntumore: Behandlung von Gliomen, Meningeomen und anderen Hirntumoren.
  • Schädelbasischirurgie: Eingriffe an Hypophysen, Neurinomen und komplexen Tumoren im Schädel- und Gesichtsbereich.
  • Wirbelsäulenchirurgie: Behandlung von degenerativen Erkrankungen, Tumoren, Traumata und Morbus Bechterew. Minimalinvasive Wirbelsäulenchirurgie bei Spinalkanalstenose und Bandscheibenvorfällen.
  • Periphere Nervenchirurgie: Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen peripherer Nerven, von Engpasssyndromen bis zu komplexen rekonstruktiven Eingriffen.

Darüber hinaus werden am Campus Benjamin Franklin weitere spezialisierte Behandlungen angeboten, wie beispielsweise die Protonentherapie bei Augentumoren durch BerlinProtonen. Die Universitäts-Frauenklinik widmet sich gutartigen und bösartigen Erkrankungen bei Mädchen und Frauen und ist auch in der Forschung führend. Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie behandelt chirurgische Erkrankungen im Bauchraum, mit besonderer Expertise bei Darmkrebs, entzündlichen Darmerkrankungen und bösartigen Erkrankungen von Magen und Speiseröhre.

Erfahrungen von Patienten

Die Erfahrungen von Patienten mit der Neurochirurgie am Campus Benjamin Franklin sind vielfältig. Einige Patienten berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere Kritik äußern.

Positive Erfahrungen:

  • Hohe Fachkompetenz: Viele Patienten loben die hohe fachliche Kompetenz der Ärzte und des Pflegepersonals.
  • Erfolgreiche Operationen: Einige Patienten berichten von erfolgreichen Operationen und einer deutlichen Verbesserung ihrer Lebensqualität.
  • Freundliches Personal: Das Pflegepersonal wird oft als freundlich und empathisch beschrieben.
  • Gute Betreuung: Einige Patienten fühlen sich gut betreut und ernst genommen.

Ein 70-jähriger Patient aus Bayern reiste beispielsweise zur Behandlung seines Hydrocephalus an die Charité und war mit dem Ergebnis (Shunt-OP) höchstzufrieden. Er lobte die herausragende fachliche Kompetenz und die außergewöhnliche menschliche Art von Prof. Vajkoczy und seinem Team. Auch eine Familie, deren Tochter von Frau Dr. Dengler operiert wurde, zeigte sich sehr dankbar für die ausführliche Beratung, die Abwägung möglicher Risiken und die Unterstützung bei der Entscheidungsfindung.

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Negative Erfahrungen:

  • Mangelnde Organisation: Einige Patienten bemängeln die mangelnde Organisation und lange Wartezeiten.
  • Unfreundliches Personal: Einige Patienten berichten von unfreundlichem Personal und mangelnder Kommunikation.
  • Schlechte Ausstattung: Die Ausstattung der Zimmer und die sanitären Einrichtungen werden teilweise als veraltet und unzureichend beschrieben.
  • Mangelnde Nachsorge: Einige Patienten vermissen eine ausreichende Nachsorge und Informationen zum weiteren Verhalten nach der Operation.

Ein Patient berichtete, dass er nach einer LWS-OP allein gelassen wurde und keine Physiotherapie oder Informationen zur Weiterbehandlung erhielt. Ein anderer Patient kritisierte die unorganisierte und unfreundliche Art des Personals auf der Station und bemängelte, dass Ärzte im Dauerlauf durch die Zimmer gehen und Entlassungsbriefe ohne vorherige Untersuchung geschrieben werden.

Weitere Kritikpunkte:

  • Parkplatzsituation: Die Parkplatzsituation am Campus wird oft als schwierig beschrieben.
  • Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Patienten wird teilweise als mangelhaft kritisiert.
  • Hygiene: Einige Patienten bemängeln die Hygiene in den Zimmern und sanitären Einrichtungen.

Verbesserungen und Modernisierung

Trotz der Kritikpunkte gibt es auch positive Entwicklungen am Campus Benjamin Franklin. Die Charité hat in den letzten Jahren in die Modernisierung des Standortes investiert. So wurden beispielsweise fünf neue Operationssäle eröffnet, die mit modernster Technik ausgestattet sind.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, betonte, dass es nach schwierigen Jahren und Diskussionen um die Schließung des Standortes inzwischen ein klares Bekenntnis zu Investition und Erneuerung gibt. Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, hob die Bedeutung der Charité und ihrer vier Campi für die Gesundheitsversorgung und den Wissenschaftsstandort hervor.

Die neuen OP-Säle ermöglichen innovative Operationsverfahren und tragen zu einer qualitativ optimierten Funktion der OP-Abteilung bei. Ergänzend wurden ein neuer Aufwachraum mit 14 Betten sowie eine Überwachungseinheit mit 12 Betten geschaffen.

Perspektiven für PJ-Studenten

Für PJ-Studenten bietet die Neurochirurgie an der Charité ein spannendes, aber auch anspruchsvolles Tertial. Einerseits können sie eine Vielzahl verschiedener Krankheitsbilder und das gesamte Spektrum der Neurochirurgie erleben. Andererseits ist die Arbeitsbelastung hoch und die Lehre findet nur in Einzelfällen statt.

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Ein PJ-Student berichtete, dass er oft der einzige Ansprechpartner auf Station für die Pflege war und große Teile der Stationsarbeit selbstständig organisieren musste. Er bemängelte den großen Zeitdruck im OP und die mangelnde Gelegenheit, selbst aktiv an Operationen teilzunehmen. Andererseits lobte er die Möglichkeit, im OP hautnah an den Operationen teilzunehmen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Neurochirurgie am Campus Benjamin Franklin für PJ-Studenten geeignet ist, die sich intensiv mit dem Fach beschäftigen möchten und bereit sind, eine hohe Arbeitsbelastung in Kauf zu nehmen.

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