Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die Millionen von Menschen weltweit betrifft. Sie ist durch starke Kopfschmerzen gekennzeichnet, die oft von Übelkeit, Erbrechen und extremer Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden. Obwohl Migräne eine weit verbreitete Erkrankung ist, wird sie oft missverstanden und unterschätzt. Viele Betroffene ziehen sich bei einem Anfall sofort von allem zurück und suchen Ruhe und Dunkelheit. Im Extremfall bedeutet dies empfindliche Einschnitte im Alltag.
Interessanterweise waren viele berühmte Persönlichkeiten in der Geschichte von Migräne betroffen. Von Künstlern und Komponisten bis hin zu Wissenschaftlern und Staatsmännern - Migräne hat das Leben vieler außergewöhnlicher Menschen beeinflusst. Dieser Artikel beleuchtet, wie einige dieser Persönlichkeiten mit ihrer Migräne umgegangen sind und inwieweit die Krankheit ihr Leben und ihr Schaffen beeinflusst hat.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne ist eine komplexe Erkrankung, die sich bei jedem Menschen anders äußern kann. Typischerweise ist für die Migräne ein einseitig auftretender starker Kopfschmerz typisch, der bis zu 72 Stunden anhalten kann. Oft kündigt sich die Migräneattacke durch Vorzeichen an: bleierne Müdigkeit, Heißhunger auf Süßes, Stimmungsschwankungen, Durchfall oder Frösteln. Bei manchen Patienten geht dem Kopfschmerz eine sogenannte "Aura" voraus, die eine halbe bis eine Stunde andauern kann: Dabei treten Sehstörungen wie Lichtblitze, Zickzacklinien und Flimmern auf. In manchen Fällen kommt es zu Erbrechen, Kreislauf- und sogar Sprachstörungen. Viele Migränepatienten sind während einer Attacke nicht arbeitsfähig und erholen sich am besten, wenn sie in einem abgedunkelten Zimmer einige Stunden ruhen oder schlafen.
Die Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und allen Kopfschmerzen an. Zur Planung eines Aufnahmetermins sind folgende Schritte erforderlich:
- Eine Verordnung von Krankenhausbehandlung vom behandelnden Arzt.
- Das Ausfüllen der Aufnahme-Checkliste durch den Arzt.
- Das Ausfüllen des Schmerzkalenders und des Schmerzfragebogens.
- Das Senden aller Unterlagen und Kopien relevanter Arztbriefe und Röntgenbilder an die angegebene Anschrift.
Kreativität und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang
Einige Studien deuten darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen Migräne und Kreativität geben könnte. Der Neurologe Oliver Sacks berichtete von einem Mathematiker, der seine Migräne nicht missen möchte, da sie seine Kreativität beflügelte. Auch die Schriftstellerin George Eliot erlebte einen belebenden Einfluss der Migräne.
Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie
Die faszinierenden Formen und Farben der visuellen Aura könnten auch bei einigen bekannten Künstlern eine wichtige Rolle gespielt haben. So litt der italienische Maler Giorgio di Chirico, einer der Hauptvertreter der „Metaphysischen Malerei“, seit seiner Kindheit unter Migräne mit Aura. Seine seltsam verzerrten, traumähnlichen Architekturansichten sind möglicherweise ebenfalls durch die frühen Erfahrungen mit visuellen Migränephänomenen inspiriert.
Die moderne New Yorker Komponistin Annie Gosfield nutzt die Musik vor allem als Hilfe gegen die akute Migräne. „Komponieren kann mich manchmal aus der Migräne holen: Das Arbeiten allein in einer kontrollierten Umgebung kann mich zumindest vom Eispickel in meinem Kopf ablenken“, schreibt sie an Oliver Sacks in seinem Blog.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Migränepatienten kreativ sind und dass der Zusammenhang zwischen Migräne und Kreativität komplex ist und weiterer Forschung bedarf.
Berühmte Persönlichkeiten und ihr Kampf gegen die Migräne
Viele berühmte Persönlichkeiten haben offen über ihre Migräneerkrankung gesprochen und wie sie ihr Leben beeinflusst hat.
Richard Wagner
Der Komponist Richard Wagner litt über viele Jahre seines Lebens an einer schweren Migräne mit und ohne Aura. Er selbst bezeichnete sein komplexes Kopfschmerzleiden als die Hauptplage seines Lebens. Kopfschmerzforscher der Schmerzklinik Kiel analysierten Wagners Beschreibungen seiner Kopfschmerzsymptome und kamen zu dem Schluss, dass sein Kopfschmerzleiden die heutigen diagnostischen Kriterien der Migräne ohne Aura und der Migräne mit Aura in allen Einzelheiten erfüllt.
Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne
Wagner nutzte für die Beschreibung seiner Kopfschmerzen die Begriffe „nervöse Kopfschmerzen“ oder „ängstliche Kopfschmerzen“. Die Kopfschmerzen und die neurologischen Störungen bewirkten für Richard Wagner über Jahrzehnte eine schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigung und stellten ein zentrales Gesundheitsproblem für ihn und seine Familie dar. Die Fertigstellung der Tetralogie Der Ring des Nibelungen verzögerte sich dadurch um viele Jahre.
Die Kieler Kopfschmerzforscher erörtern Richard Wagners Kopfschmerzerkrankung auch auf dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Befunde. Chronische Migräne und besonders die Migräne mit Aura führen zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkt. Richard Wagner litt unter schweren Durchblutungsstörungen des Herzmuskels und verstarb im Alter von 70 Jahren an einem Herzinfarkt.
Sigmund Freud
Der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud litt ebenfalls unter Migräne mit Aura. Wenn es bei ihm wieder einmal so weit war, durften seine sechs Kinder keinen Lärm machen, und die Patientengespräche wurden abgesagt. Freud fand seine Migräne "scheußlich", aber auch "faszinierend" und sah sie als Ausdruck unbewältigter, innerer Konflikte.
Gustav Mahler
Auch der Komponist Gustav Mahler litt unter starken Kopfschmerzen und Migräneanfällen. In Wien ging der Dirigent und Komponist wegen seiner Migräneanfälle regelmäßig zum Arzt.
Andere berühmte Migränepatienten
Neben Wagner, Freud und Mahler litten auch viele andere berühmte Persönlichkeiten unter Migräne, darunter:
Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?
- Julius Cäsar: Der römische Staatsmann und Feldherr soll ebenfalls unter Migräne gelitten haben.
- Napoleon Bonaparte: Auch der französische Kaiser soll von Migräne betroffen gewesen sein.
- Vincent van Gogh: Es wird vermutet, dass der Maler seine Aura-Erfahrungen in seinen Werken verarbeitet hat.
- Salvador Dalí: Der Surrealist malte eines seiner berühmtesten Bilder mit zerlaufenden Uhren während einer Migräneattacke.
- Charles Darwin: Der Naturforscher litt unter zyklischem Erbrechen und heftigen Kopf- und Bauchschmerzen.
- Alfred Nobel: Der Erfinder des Dynamits soll ebenfalls ein Migränepatient gewesen sein.
- Marie Curie: Die Wissenschaftlerin bekam den Nobelpreis gleich zweimal, litt aber unter heftigen Migräne-Attacken.
- Heidi Reichinnek: Die Linksfraktionschefin hat ihre Migräne-Erkrankung öffentlich gemacht.
- Harald Schmidt: Der Entertainer ist ebenfalls ein bekannter Migränepatient.
- Albert Einstein: Das Jahrhundertgenie soll ebenfalls unter Migräne gelitten haben.
Moderne Therapieansätze
Die moderne Migränetherapie hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Es gibt verschiedene Medikamente, die bei akuten Migräneattacken helfen können, sowie vorbeugende Medikamente, die die Häufigkeit und Schwere der Anfälle reduzieren können.
Bei einer akuten Migräneattacke empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zur Selbstbehandlung mit rezeptfreien Arzneien aus der Apotheke besonders folgende Wirkstoffe:
- Acetylsalicylsäure (ASS)
- Ibuprofen
- Tabletten mit einer fixen Kombination aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein
- Paracetamol
- Phenazon
- Naratriptan
Darüber hinaus gibt es verschiedene nicht-medikamentöse Therapieansätze, wie z.B. Entspannungstechniken, Akupunktur und Verhaltenstherapie, die bei der Behandlung von Migräne helfen können.
Die Schmerzklinik Kiel bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie von Migräne an. Die Klinik verfügt über ein erfahrenes Team von Ärzten und Therapeuten, die auf die Behandlung von Kopfschmerzen spezialisiert sind.
Die Bedeutung der Aufklärung und des offenen Umgangs mit Migräne
Migräne ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, dass Migräne nicht länger als "bequeme Ausrede" abgetan wird, sondern dass die Erkrankung ernst genommen und behandelt wird.
Ein offener Umgang mit Migräne kann dazu beitragen, das Stigma zu reduzieren und Betroffenen zu helfen, Unterstützung zu finden. Es ist wichtig, dass Betroffene sich nicht scheuen, über ihre Erkrankung zu sprechen und sich professionelle Hilfe zu suchen.
tags: #beruhmtheiten #die #migrane #hatten