Beschäftigungsideen für Alzheimer-Patienten: Geistige Gesundheit und Lebensqualität fördern

Menschen mit Demenz stehen vor der Herausforderung, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, da ihr Wissen und ihre Fähigkeiten nachlassen. Die gezielte Beschäftigung mit Spielen und anderen Aktivitäten ist ein wichtiger Bestandteil der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz. Es ist entscheidend, dass die vorgeschlagenen Aktivitäten den Betroffenen Spaß machen und sie nicht überfordern. Das Stadium der Demenz bestimmt, welche Aufgaben und Spiele geeignet sind.

Bedeutung der Beschäftigung für Demenzkranke

Auch Demenzkranke haben das Bedürfnis, sich im Alltag zu beschäftigen. Durch die neurologische Erkrankung Demenz büßen Patienten nach und nach einen Teil ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit ein - das hat auch Auswirkungen auf das Freizeitverhalten. Beschäftigungsangebote müssen kein Geld kosten, auch mit Haushaltstätigkeiten, Gartenarbeiten, Geschichten und Basteln können sich Demenzkranke sinnvoll beschäftigen. Die Aktivitäten sollten sich an den Interessen und Jahreszeiten orientieren. Wer sich beschäftigt, lenkt damit automatisch seine Energie und macht sich auch mental müde - das unterstützt unter anderem den Nachtschlaf.

Beschäftigung bietet Abwechslung, Struktur und ein Gefühl von Normalität. Sie ermöglicht es, vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten und möglicherweise vernachlässigte Fähigkeiten zu aktivieren. Die Beschäftigung führt zu positiven Erfahrungen wie "Ich kann noch etwas", "Ich gehöre zur Gesellschaft dazu" und "Ich bin jemand".

Auswahl passender Beschäftigungsangebote

Egal, mit wie vielen Rätseln, komplexen Bewegungsabläufen und Klangerfahrungen sich Ihr Angehöriger beschäftigt, eine Demenz lässt sich nicht wegtrainieren. Die Aktivitäten sollten die Lebensfreude anregen, gute Laune vermitteln und das Selbstvertrauen stärken.

Bei der Auswahl von Beschäftigungsangeboten sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden:

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  • Einfachheit und Anpassung an das Krankheitsstadium: Die Aufgaben sollten den Angehörigen nicht überfordern, sondern Erfolgserlebnisse ermöglichen.
  • Bezug zu den Jahreszeiten: Dies unterstützt die Orientierung und Strukturierung im Alltag.
  • Greifbares Ergebnis: Ein fertiges Puzzle, ein gewonnenes Spiel, eine gestaltete Einladungskarte oder ein zubereitetes Gericht können Erfolgserlebnisse sein.
  • Individuelle Interessen: Demenzkranke haben, wie jeder andere Mensch auch, Vorlieben und Abneigungen, die berücksichtigt werden sollten.
  • Biografische Verankerung: Beschäftigungen, die an die Lebensgeschichte des Angehörigen anknüpfen, werden oft als besonders ansprechend empfunden.

Ideen zur Beschäftigung für Demenzkranke

Es gibt eine Vielzahl von Beschäftigungsideen für Demenzkranke, die sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig sein können.

Kostenlose Beschäftigungsmöglichkeiten

  • Rätsel zum Ausdrucken: Das Internet bietet viele Rätsel für demente Senioren, die kostenlos ausgedruckt werden können (z. B. Irrgärten, Wortergänzungen, Begriffszuordnungen).
  • Sprichwörter vervollständigen: Viele Senioren finden Gefallen daran, bekannte Sprichwörter zu ergänzen.
  • Musik hören und mitsingen: Vertraute Lieder können das Wohlbefinden Demenzkranker steigern.
  • Erinnerungen aufleben lassen: Gemeinsames Ansehen alter Fotoalben und Erzählenlassen oder Vorlesen von Märchen aus Kindheitstagen.
  • Künstlerische Gestaltung: Basteln und Malen mit Fingerfarben oder Wasserfarben. Knüllbilder sind ebenfalls beliebt.
  • Abwechslung schaffen: Spaziergänge, Ausflüge (z. B. in den Zoo) oder Besuche in einem Demenzcafé.
  • Bewegung: Bewegungsspiele, Sitzgymnastik mit Musik oder Standardtänze.

Beschäftigungsmöglichkeiten mit geringen Kosten

  • Haushaltstätigkeiten: Kartoffeln schälen, Klöße formen, Tisch decken, Geschirr abwaschen, Blumen gießen oder Wäsche zusammenlegen.
  • Gartenarbeit: Blumen einkaufen und einpflanzen.
  • Büroarbeiten: Briefe lochen und abheften oder mit Stempeln experimentieren.
  • Spiele für Demenzkranke: Im Handel gibt es spezielle Spiele, die motorische Fähigkeiten ansprechen und/oder ein Gedächtnistraining bieten.

Spezielle Spiele und Aktivitäten

  • Erinnerungsalben: Sammeln von Fotos und Erinnerungsstücken aus dem Leben der Person mit Demenz.
  • Memory-Spiele: Memory-Spiele mit großen Karten und leicht erkennbaren Motiven, die Erinnerungen wecken und zum Erzählen anregen.
  • Puzzles: Einfache Puzzles mit wenigen Teilen je Motiv, die die Motorik üben und Gespräche anregen.
  • Kartenspiele: Kartenspiele mit Fragen, Liedern oder Gymnastikübungen zu verschiedenen Themen.
  • Demenz-Tablets: Spezielle Tablets, die auf die Beschäftigung und Aktivierung von Demenzerkrankten ausgerichtet sind.
  • Bastelsets: Persönliche Singbücher mit den Lieblingsliedern der Person oder einfache Puzzles mit Motiven mit starkem biografischem Bezug.

Aktivierung durch Erinnerungsarbeit und Biografiearbeit

Mit der Aktivierungsarbeit sollen bei den dementiell veränderten Menschen wieder Erinnerungen geweckt werden. Stellen Sie Ihrem dementen Angehörigen Fragen zu seiner persönlichen Lebensgeschichte, wie zum Beispiel:

  • Wie war Deine Konfirmation / Firmung?
  • Wie war es in der Grundschule? Welche Lehrer hattest Du? Welches Fach hat Dir am meisten Spaß gemacht?
  • Welchen Beruf hast Du gelernt?
  • Welche Gäste waren auf Deiner Hochzeit?
  • Wollen wir ein Fotoalbum anschauen?
  • Wie war der Winter in Deiner Kindheit? Was hast du im Winter gemacht?

Wenn Sie merken, dass der Erkrankte keine Antwort weiß, gehen Sie einfach zu einem anderen Thema über. Sprechen Sie dann über Dinge, von denen Sie wissen, dass der Betroffene hier auch Antworten geben kann und nicht frustriert wird.

Weitere Beschäftigungsideen von A-Z

  • Aromen und Düfte erschnuppern und raten
  • Auto waschen, über Autos „fachsimpeln“
  • Ballspiele
  • Basteln
  • Bügeln - vertraute, nützliche Tätigkeit
  • „Büroarbeit“ (Blätter abheften, lochen …)
  • Computer - z. B. die biografisch orientierten Spiele auf der CD-Rom „Demenz interaktiv“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
  • Flohmarkt besuchen (alte Kaffeemühle, Waschbrett, … finden)
  • Fotoalbum gemeinsam anschauen und über die Bilder und ihre Geschichten sprechen
  • Gartenarbeit (ggf. am Hochbeet)
  • Gedichte (die früher in der Schule gelernt wurden)
  • Gesellschaftsspiele (ggf. vereinfacht)
  • Gespräche, Erinnerungen an früher
  • Handarbeit (stricken, Wolle aufwickeln)
  • Handpuppen (sie werden oft leichter angesprochen als „echte“ Menschen)
  • Jahreszeiten thematisieren (mit Blumen, Getreidehalmen, Kastanien …)
  • Kirchen, Gottesdienst besuchen
  • Konzert besuchen
  • Kochen und Backen
  • Lachen, Humor
  • Malen
  • Massieren
  • Musik: hören, singen, musizieren
  • Nachrichten aus der Zeitung vorlesen und diskutieren (lokale Ereignisse, besondere Interessensgebiete)
  • Obstsalat zubereiten
  • Puzzeln
  • Rad fahren, Tandem fahren
  • Reisen, Ausflüge (z. B. mit dem Wohnmobil als „rollendes Zuhause“)
  • Restaurant oder Café besuchen
  • Rosenkranz beten, Religiöses
  • Sinne anregen (Basale Stimulation)
  • Spazieren gehen
  • Sprichwörter raten/ergänzen
  • Sport
  • Tanzen
  • Tiere ansehen, streicheln
  • Urlaubssouvenirs betrachten
  • Vorlesen (Zeitung, Märchen, …)
  • Wandern
  • Werkzeugkasten (aufräumen, sortieren)
  • Zoo besuchen

Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen

Menschen mit Demenz können im Laufe der Erkrankung herausfordernde Verhaltensweisen entwickeln, wie z. B. wiederholtes Fragen, Unruhe, Aggressivität oder das Verstecken von Gegenständen. Es ist wichtig, diese Verhaltensweisen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren.

  • Wiederholtes Fragen: Geduldig antworten und versuchen, die Ursache der Frage (z. B. Angst oder Unsicherheit) zu erkennen.
  • Unruhe: Bewegungsmöglichkeiten anbieten (z. B. Spaziergänge) und für eine ruhige Umgebung sorgen.
  • Aggressivität: Auslöser für Aggressionen vermeiden und Ablenkung anbieten (z. B. Singen).
  • Verstecken von Gegenständen: Nicht als Diebstahl interpretieren, sondern als Versuch, Erinnerungslücken zu füllen.

Integration von Aktivitäten in den Alltag

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Aktivitäten in den Alltag von Senioren mit Demenz zu integrieren. Dabei ist es sinnvoll, zu Beginn die demenzkranke Person zu unterstützen und die Aktivitäten gemeinsam zu planen und einzuüben. Eine feste Tagesstruktur kann dazu beitragen, dass sich Senioren mit Demenz sicher und geborgen fühlen. Es ist wichtig, die Aktivitäten an den Interessen und Fähigkeiten der betroffenen Person anzupassen.

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  • Gemeinschaftliche Aktivitäten: Gemeinsame Aktivitäten mit anderen Personen haben eine positive Auswirkung auf Menschen mit Demenz. So können Sie sie z.
  • Bewegungsaktivitäten: Tägliche Bewegungsaktivitäten in den Alltag einzubauen, ist sinnvoll. Dabei reichen bereits 10 bis 20 Minuten, z. B.
  • Vorlieben berücksichtigen: Bei der Gestaltung des Alltags des Demenzkranken ist es wichtig, seine Vorlieben zu berücksichtigen, damit die Integration der Aktivitäten gelingen kann.

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