Besser Gelaunt: Neurologische Ursachen und Lösungsansätze

Müdigkeit und schlechte Laune können viele Ursachen haben. Oft sind es einfache Gründe wie Schlafmangel oder Überanstrengung, die sich durch ausreichend Ruhe schnell beheben lassen. Doch wenn die Müdigkeit zum Dauerzustand wird und von weiteren Symptomen begleitet wird, kann eine neurologische Ursache dahinterstecken. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene neurologische Ursachen für schlechte Laune und zeigt Lösungsansätze auf.

Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)

Ein belastender Dauerzustand von Müdigkeit kann ein Symptom des Chronischen Erschöpfungssyndroms (CFS) sein, auch bekannt als Chronic Fatigue Syndrome. Es handelt sich um eine komplexe Erkrankung, die sich vor allem in einer extremen Erschöpfung äußert. Neben der lähmenden Erschöpfung äußert sich das CFS durch Kopf-, Hals-, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nervenzuckungen, Allergien, Depressionen, Schwindel, Fieber und andere Symptome bemerkbar. Betroffene fühlen sich müde - unabhängig vom biologischen Rhythmus. Sie stehen morgens auf, sind gerädert, kommen nicht richtig in die Gänge und sind schlecht gelaunt. Hinzu kommen Schlafstörungen und das Gefühl, eine Dauergrippe zu haben.

Was genau sich hinter dem Syndrom verbirgt, ist nicht endgültig geklärt. Als Auslöser werden Immunfehlfunktionen, Viren, hormonelle Störungen, Pilze, psychische Faktoren, Stress oder Umwelteinflüsse diskutiert. Kern der Erkrankung sei offenbar eine Schwächung oder chronische Aktivierung des Immunsystems. Laut Prof. Wolfgang Huber ist das Syndrom eine systemische Entzündungserkrankung, bei der Stoffwechsel und Energieversorgung der Zellen aus dem Gleichgewicht geraten sind. Oft gehe der Erkrankung ein Infekt mit körperlichem Zusammenbruch voraus. Schädliche Umwelteinflüsse könnten ihren Teil beitragen, vor allem Belastungen durch Quecksilber aus Amalgamfüllungen oder Kontakt mit Holz- und Insektenschutzmitteln spielten hier eine Rolle.

Die Diagnose von CFS ist jedoch kompliziert, da es ein breites Spektrum unspezifischer Symptome gibt, die oft mit denen anderer Erkrankungen identisch sind. Zunächst müssen organische oder psychosomatische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Es gilt herauszufinden, warum der Patient leidet. Zunächst muss geprüft werden, ob der Patient nicht aufgrund starker körperlicher Anstrengung oder einer kräftezehrenden Operation erschöpft ist. Dann klärt der Arzt ab, ob andere Erkrankungen dahinter stecken, wie eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes, Stoffwechselerkrankungen, Infektionen oder Tumore. Auch Stress oder Depressionen kommen als Auslöser in Betracht.

Die Therapie von CFS-Patienten ist ähnlich schwierig. Es gibt keine klare Diagnose und somit keine Verallgemeinerungen bei der Behandlung. Es gibt nur individuelle Herangehensweisen. Huber hat bei CFS-Patienten gute Erfahrungen mit der Gabe von Antioxidantien gemacht. Vor allem Vitamine seien hier wichtig, um die Batterie wieder aufzuladen. Für die Betroffenen ist dieser Zustand oft sehr belastend, da sie nicht nur unter der Krankheit leiden, sondern auch unter den sozialen und psychischen Folgen.

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Psychogener Schwindel und Stress

Schwindel kann durch Stress und psychische Erkrankungen begünstigt werden. Wenn sich keine körperliche Ursache für Schwindel finden lässt, könnte die Psyche dahinterstecken: Stress und seelische Belastungen sind mögliche Auslöser. Fachleute sprechen von einem psychogenen Schwindel. Nicht selten ist ein Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen erkennbar.

Schwindelzustände, deren Ausmaß nicht ausreichend durch körperliche Ursachen zu erklären sind, werden seit 2017 unter dem Begriff funktioneller Schwindel (Persistent Postural-Perceptual Dizziness, PPPD) zusammengefasst. Darunter fallen auch psychogene, also psychisch bedingte Schwindelformen wie der sogenannte phobische Schwankschwindel. Funktioneller Schwindel ist eine der häufigsten Schwindelformen in Ambulanzen. Oft geht einem funktionellen beziehungsweise psychogenen Schwindel eine körperliche Erkrankung mit Schwindel voraus - etwa eine Erkrankung des Innenohrs. Wenn die Person auch nach Abklingen der Ursprungserkrankung weiter Beschwerden hat und sich unsicher auf den Beinen fühlt, kann das ein Hinweis auf psychogenen Schwindel sein.

Bei einem psychogenen Schwindel besteht in der Regel eine Unsicherheit beim Gehen und/oder Stehen. Betroffene berichten zum Beispiel, sich "schummerig", benommen oder benebelt im Kopf zu fühlen und wie auf Wolken oder Watte zu gehen, zu taumeln zu schwanken. Häufig ist der Schwindel durchgehend über einen längeren Zeitraum vorhanden. Er kann jedoch in seiner Ausprägung variieren und sich unter bestimmten Voraussetzungen verstärken - zum Beispiel beim Aufenthalt in einer Menschenmenge oder im Supermarkt. Nicht typisch für einen psychogenen Schwindel ist ein Drehschwindel. Übelkeit und Erbrechen kommen bei einem psychogenen Schwindel eher selten vor. Auch Stürze treten in der Regel nicht auf. Ist psychogener Schwindel stark ausgeprägt oder tritt er immer wieder auf, kann eine psychische Erkrankung die Ursache sein.

Stress als Auslöser

Stress kann sowohl in privaten wie auch in beruflichen Situationen ausgelöst werden, beispielsweise durch die anstrengende Pflege der eigenen Eltern oder durch ungeklärte Konflikte mit Arbeitskollegen. Chronischer Stress, der nicht angemessen bewältigt werden kann, erhöht das Gesundheitsrisiko. Außer körperlichen Beschwerden kann man auch einen Burn-out oder eine depressive Störung entwickeln. Stressauslösende Ereignisse nennt man Stressoren. Menschen reagieren unterschiedlich auf Stressoren. Ob ein konkretes Ereignis als Stressor wirkt, hängt auch von einem selbst ab. So können beispielsweise soziale Interaktionen belasten, wenn die Kommunikation ins Negative abgleitet. Ein unterstützendes Führungsverhalten kann den Stress bei Mitarbeitern reduzieren und zu deren Wohlbefinden beitragen. Stress wird aber nicht nur von schlecht führenden Vorgesetzten ausgelöst, sondern auch durch viele andere Ereignisse wie Lärm, Hitze, Kälte, Schmutz, Nässe, Zugluft, Vibrationen, toxische Stoffe, Infektionen, Verletzungen, Entzündungen, Strahlung, schwere körperliche Arbeit, Passivrauchen oder eine nicht ergonomische Arbeitsplatzgestaltung. Aber auch Zeitdruck, Arbeitsüberlastung, Aufgabenkomplexität, monotone Arbeit oder ständige Unterbrechungen können zu Stressoren werden. Nicht immer ist die Arbeit selbst der eigentliche Stressor, manchmal sind es auch lange Anfahrtszeiten oder die Einteilung der Arbeit, beispielsweise bei Wechselschichten, die zu einem gestörten Schlaf führen können. Mobbing oder sexuelle Belästigung sind extreme Stressoren, aber auch der ständige Umgang mit schwierigen Kunden oder Klienten kann belasten.

Stressoren müssen nicht schon eingetreten sein, um Stress auszulösen. Es reicht, wenn man einen Stressor gedanklich vorwegnimmt (Antizipation), wenn man also erwartet, dass ein Stressor eintreten wird. Stressoren treten zudem nicht nur einzeln auf, sondern können akkumulieren. Beispielsweise stört Lärm die Konzentration und wenn man eine schwierige Aufgabe zu bewältigen hat, kann das die Arbeitsbelastung deutlich erhöhen. Schaut man sich speziell Stressoren am Arbeitsplatz an, so nehmen über die letzten Jahrzehnte physische Belastungen ab und psychische Belastungen zu. Körperlich belastende Arbeiten werden zunehmend durch Maschinen oder Roboter ersetzt oder zumindest durch technische Hilfsmittel erleichtert. Hingegen gibt es keine vergleichbaren Erleichterungen bei psychisch belastenden Arbeiten.

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Disruptive Affektregulationsstörung (DMDD)

Reizbar und schlecht gelaunt sind viele Kinder und Jugendliche hin und wieder. Auch gelegentliche Wutanfälle sind nichts Ungewöhnliches. Nehmen Reizbarkeit und Wutausbrüche jedoch überhand, kann dies auf eine Disruptive Mood Dysregulation Disorder (DMDD; deutsch: disruptive Affektregulationsstörung, affektive Dysregulation) hinweisen. Es handelt sich dabei um eine schwere Emotionsregulationsstörung. Ihr Leitsymptom ist eine hochgradige Reizbarkeit (Irritabilität). Da diese aber auch bei vielen anderen psychischen und psychiatrischen Erkrankungen vorkommt, müssen außerdem folgende Kriterien und Symptome vorliegen, um die Diagnose DMDD stellen zu können:

Die Kinder und Jugendlichen haben durchschnittlich dreimal oder häufiger in einer Woche schwere Wutausbrüche, die mit verbalen und physischen Übergriffen (zum Beispiel Beschimpfen, Schlagen, Zerstören) gegen Menschen, andere Lebewesen und Dinge einhergehen und in ihrer Ausprägung weder dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechen noch den Auslösern angemessen sind. An Tagen ohne Wutausbrüchen sind die Kinder und Jugendlichen ständig gereizt, schlecht gelaunt und wütend. Das fällt nicht nur den Eltern, sondern auch Gleichaltrigen, Erziehern oder Lehrern auf. Wutausbrüche und Reizbarkeit zeigen sich in mindestens zwei sozialen Situationen (zum Beispiel zu Hause und in der Schule oder bei einer Gruppenaktivität) und sind in mindestens einer davon schwer ausgeprägt. Sie treten weder während depressiver Episoden auf noch sind sie mit Psychosen assoziiert und können weder durch eine andere Störung besser erklärt noch auf die Wirkung einer Substanz oder auf neurologische oder medizinische Erkrankungen zurückgeführt werden. Außerdem müssen sie seit mindestens einem Jahr und erstmals vor dem zehnten Lebensjahr feststellbar sein. Die Diagnose DMDD kann nur für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 18 Jahren vergeben werden.

Als Ursachen und Risikofaktoren werden unter anderem strukturelle und funktionale Abweichungen in einigen Hirnarealen, eine genetische Disposition sowie bestimmte mütterliche Faktoren (zum Beispiel psychische und körperliche Erkrankungen der Mutter, Nikotinkonsum während der Schwangerschaft) vermutet.

Kinder und Jugendliche mit DMDD sind in allen Lebensbereichen erheblich beeinträchtigt, vor allem innerhalb der Familie, in der Schule und in sozialen Situationen. Ihre geringe Frustrationstoleranz führt dazu, dass sie schnell die Geduld verlieren und beispielsweise beim Spielen mit anderen, beim Lernen in der Schule oder beim Zusammensein mit ihren Familien heftige Wutanfälle bekommen, bei denen sie andere beleidigen, anbrüllen und schlagen.

Die Behandlung der DMDD erfolgt primär psychotherapeutisch. Allerdings kann es anfangs schwierig sein, ein Arbeitsbündnis herzustellen und aufrechtzuerhalten, weil die Patienten in der Regel keine Krankheitseinsicht besitzen und anderen die Schuld an ihren Problemen geben. Daher werden anfangs und eventuell auch begleitend zu einer Psychotherapie verschiedene Psychopharmaka eingesetzt, die dazu beitragen sollen, bestimmte Symptome der DMDD und komorbider Störungen (zum Beispiel ADHS) wie Angst, Aggressivität, Hyperaktivität, explosives und feindseliges Verhalten, Depressionen oder Suizidgedanken abzuschwächen und die Stimmung der Patienten zu verbessern. Es ist empfehlenswert, die Familien der Patienten in psychotherapeutisch-psychiatrische Behandlungen einzubeziehen und bei Bedarf Einzelgespräche, Elterntrainings und Psychotherapie für besonders belastete Familienmitglieder anzubieten. In Psychotherapien werden Patienten mit DMDD unter anderem darin geschult, ihre Emotionen und Stimmungen zu regulieren, zum Beispiel mit Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und der Dialektisch-Behavioralen Therapie.

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Depressionen und Tageszeitliche Schwankungen

Eine depressive Erkrankung kann tageszeitlichen Schwankungen unterworfen sein. Manche Betroffene erleben insbesondere morgens nach dem Aufwachen ein ausgeprägtes Stimmungstief und weitere Beschwerden wie ein Gefühl der Leere, Energiemangel oder körperliche Beschwerden. Die Symptome können im Laufe des Tages dann deutlich an Intensität verlieren bis hin zu einer weitestgehenden Normalisierung. Menschen mit Depressionen haben häufig einen gestörten zirkadianen Rhythmus, wodurch tageszeitliche Schwankungen im Erkrankungsbild entstehen können. Entsprechend fühlt sich ein Teil der depressiven Patienten trotz ausreichender Schlafdauer schon zu Tagesbeginn niedergeschlagen, hoffnungslos und erschöpft. Sie sind wenig belastbar, missmutig und werden schnell müde.

Menschen mit diesem Erkrankungsbild bemerken oft schon mit dem ersten Augenaufschlag die Symptome der Depression. Sie empfinden Unbehagen und Zukunftsängste, erleben Gedankenkreisen und ein Gefühl von Niedergeschlagenheit und Verzweiflung. Während zu Erkrankungsbeginn zunächst nur aufwändige oder beschwerliche Tätigkeiten eine Hürde darstellen, kann später auch Alltägliches besonders in der ersten Tageshälfte eine große Kraftanstrengung bedeuten, wie die Zubereitung von Kaffee oder das Duschen. Grundsätzlich können sich Depressionen bei Menschen sehr unterschiedlich zeigen und beispielsweise auch mit körperlichen Beschwerden wie Kopf- und Rückenschmerzen, Atembeschwerden oder Störungen des Verdauungssystems einhergehen. Weil sich die Symptome einer depressiven Erkrankung mit tageszeitlichen Schwankungen im Laufe des Tages weitgehend normalisieren können, und damit auch der Leidensdruck abnimmt, kann das den Besuch bei einem Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie herauszögern. Länger andauernde Beschwerden sollten unbedingt fachärztlich abgeklärt werden. Eine frühe Diagnose und Behandlung ist für einen positiven Erkrankungsverlauf von Depressionen sehr wichtig. Depressive Episoden lassen sich mit modernen Behandlungsmethoden oft rasch heilen oder lindern und die Lebensqualität damit wieder entscheidend verbessern.

Muskelverspannungen durch Stress

Fehlender Stressabbau kann zu Muskelverspannungen führen. Sobald ein Mensch Stress empfindet, sendet das Gehirn Informationen an die Muskulatur und diese spannt sich an. Bleibt die Stresssituation länger bestehen, bleibt auch die muskuläre Anspannung bestehen. Durch diese muskulären Dysbalancen können sich Folgeprobleme wie Fehlhaltungen und Haltungsschäden manifestieren. Diese wiederum führen zu weiteren Verspannungen und haben die Tendenz, chronisch zu werden. Der häufigste Grund für Rückenschmerzen sind muskuläre Verspannungen. Mit zunehmendem Alter setzen zudem Abnutzungsprozesse ein, die alle Abschnitte der Wirbelsäule betreffen können. Auch das führt zu Schmerzen im Rücken. Ein weiterer häufiger Ursprung von psychischen Verspannungen ist unter anderem Unachtsamkeit. Der Mensch macht und denkt an immer mehrere Dinge gleichzeitig. Psychische Verspannungen können oft nur in Form von Schmerzen ausgedrückt werden.

Wichtige Risikofaktoren für die Chronifizierung von Schmerzen sind ein passives, etwa ausgeprägtes Schon- und Vermeidungsverhalten oder ein überaktives Schmerzverhalten. In der Therapie liegt der Fokus auf der Behandlung der körperlichen und seelischen Ursachen. Patientinnen und Patienten lernen dabei ihre individuellen Auslöser der Muskelverspannungen kennen - etwa Stress oder auch negative Gedanken. Auch Physiotherapie, Bewegung und der Einsatz von Medikamenten spielen in der Therapie eine große Rolle. Leiden Menschen unter Depressionen, können sich diese auch in körperlichen Symptomen, wie zum Beispiel Rückenschmerzen, zeigen. Umgedreht können dauerhafte Rückenschmerzen auch zu einer Depression führen. Wichtig ist, sowohl die psychischen Ursachen als auch die körperlichen Beschwerden zu behandeln. Änderungen im Tagesablauf sind ebenfalls ratsam: Betroffene sollten langsamer und achtsamer mit Entspannungspausen umgehen. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Qigong sollten fest in den Alltag eingeplant werden. Gleichzeitig ist auch eine körperliche Aktivität sehr wichtig.

Langeweile

Langeweile kann zuweilen sehr unangenehm sein, aber in Langeweile liegt eben auch eine Chance, die Chance, das Leben neu zu gestalten, indem man nach Quellen des Sinnes sich umschaut. Langeweile äußert sich auch in Antriebslosigkeit und innerer Leere. James Danckert begann, die Langeweile näher zu erforschen. Seine Erfahrungen mit den Hirn-Trauma-Patienten gaben ihm dabei die Leitidee vor: Langeweile ist eine Emotion, die wesentlich mit dem Verlust von Selbstkontrolle zu tun. Gelangweilte Menschen können sich selbst nicht mehr gut steuern und wissen mit ihrer Umgebung nichts Richtiges anzufangen. Frühere Studien haben schon auf statistische Zusammenhänge zwischen Langeweile und Depression hingewiesen. Je häufiger Menschen gelangweilt sind, desto häufiger werden sie auch depressiv und umgekehrt. Langeweile wird mittlerweile auch mit Alkoholismus, Drogenkonsum oder Esssucht in Zusammenhang gebracht.

Die Suche nach Sinn beeinflusste Versuchspersonen auch, als die Forscher deren Hilfsbereitschaft testeten. Es gibt aber auch eine Kehrseite der Sehnsucht nach Sinn und Bedeutung. In den Studien, die durchgeführt wurden, da sehen wir, dass es eine Polarisierung gibt, in Abhängigkeit von Langeweile. Das heißt, wenn es schon so eine bestimmte Vorliebe für die eine Richtung oder für die andere Richtung gibt, dann ist es so, dass es unter Langeweile extremer wird. Das können jetzt gute oder schlechte Ideologien sein. Das verstärkt sich. Der Hunger nach Sinn und Bedeutung, der in der Langweile rumort, kann sich auch körperlich zeigen. Wir finden, dass Menschen, die diese Empfänglichkeit für Langeweile haben, sich ungesünder ernähren, also fetthaltige kalorienreiche Nahrung zu sich nehmen, mehr als die Menschen, die weniger gelangweilt sind. Das gilt insbesondere für Menschen mit hoher Selbstaufmerksamkeit und das ist auch wichtig, dass wir das gefunden haben. Denn gerade für die Menschen ist dieser Konflikt am stärksten.

Langeweile ist ein Zustand, den Menschen schwer aushalten. Wenn man entspannt ist, vergeht die Zeit meist viel zu schnell. James Danckert glaubt, den Unterschied zwischen erfülltem Nichtstun und solch unerträglichen Endlosschleifen im Gehirn aufgespürt zu haben. Wenn man wirklich gelangweilt ist, erlahmt also nach Danckert nicht nur der Geist, weil die Außenwelt keine Anreize mehr liefert. Entscheidend ist, dass das Gehirn irgendwann gar nicht mehr auf solche Reize vorbereitet ist. Es läuft ungesteuert und leer vor sich hin. Während das Gehirn stumpf wird, ist der Körper hellwach. James Danckert ist inzwischen davon überzeugt, dass wirkliche Langeweile mit einem relativ hohen körperlichen Erregungsniveau einhergeht. Langeweile "lebt" sozusagen von einem inneren Gegensatz: von der Spannung zwischen Wollen und Nicht-Können.

Thomas Götz stellte fest, dass sich Schülerinnen und Schüler in Deutschland in der Hälfte der Unterrichtszeit langweilen, in einem Viertel der Zeit sogar stark. Langeweile ist die am häufigsten berichtete Emotion in der Schule, vor Freude, Angst oder Stolz.

Was tun bei schlechter Laune?

  • Ärztliche Untersuchung: Bei anhaltender schlechter Laune und Müdigkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden, um organische Ursachen auszuschließen.
  • Stressmanagement: Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation, Yoga oder autogenes Training können helfen, den Stresspegel zu senken.
  • Psychotherapie: Bei psychischen Ursachen wie Depressionen oder Angststörungen kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse kann die Stimmung positiv beeinflussen.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft kann die Stimmung aufhellen und Stress abbauen.
  • Soziale Kontakte: Der Austausch mit Freunden und Familie kann helfen, sich weniger einsam und isoliert zu fühlen.
  • Schlafhygiene: Ausreichend Schlaf ist wichtig für die körperliche und seelische Gesundheit.
  • Antioxidantien: Bei CFS-Patienten können Antioxidantien helfen, die Energieversorgung der Zellen zu verbessern.

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