Giant Defy vs. Cannondale Synapse: Ein Vergleich von Endurance-Rennrädern

Rennräder sind für das Fahren auf befestigten Straßen konzipiert und bieten eine schnelle und effiziente Möglichkeit, lange Strecken zurückzulegen. Dabei gibt es verschiedene Arten von Rennrädern, die jeweils für unterschiedliche Fahrstile geeignet sind. Endurance-Rennräder, wie das Giant Defy und das Cannondale Synapse, sind speziell für lange Strecken konzipiert und bieten eine komfortablere, entspanntere Passform. Dieser Artikel vergleicht diese beiden beliebten Modelle und beleuchtet ihre jeweiligen Stärken und Schwächen.

Die Evolution der Endurance-Rennräder

Fast 20 Jahre nach seiner Geburtsstunde ist das Marathonrad so etwas wie der Libero der Fahrradgattungen geworden. Zwischen den relativ klar positionierten Wettkampfrennern einerseits und Gravelbikes andererseits ist eine Spielwiese entstanden, auf der die Hersteller vielseitige Räder mit individuellen Charakteren kreieren.

Die Geburtsstunde der Endurance-Rennräder wird auf das Jahr 2003 datiert, als Specialized das Roubaix Pro auf der Eurobike-Messe vorstellte. Das Federungskonzept wurde anfangs belächelt, doch die wachsende Nachfrage nach komfortablen Rennrädern führte dazu, dass viele andere Hersteller diesem Beispiel folgten.

Merkmale von Endurance-Rennrädern

Endurance-Rennräder zeichnen sich durch eine Reihe von Merkmalen aus, die sie von anderen Rennradtypen unterscheiden:

  • Komfortorientierte Geometrie: Im Vergleich zu Rennrädern haben Endurance-Rennräder eine etwas entspanntere Geometrie mit einem höheren Steuerrohr und einem kürzeren Oberrohr. Dies führt zu einer aufrechteren Sitzposition, die den Druck auf Rücken und Nacken reduziert.
  • Rahmenmaterial: Rennradrahmen bestehen normalerweise aus Kohlefaser oder Aluminium. Jedes Material hat seine eigenen spezifischen Eigenschaften hinsichtlich Gewicht, Steifigkeit, Komfort und Preis.
  • Größere Reifenfreiheit: Die Felgenbremse fehlt als begrenzender Faktor, Gabel und Rahmen lassen Raum für mehr Fahrkomfort durch breitere Reifen. 30 bis 32 Millimeter sind derzeit der Standard für Marathonbikes, die überwiegend auf der Straße gefahren werden. Sie liefern den besten Kompromiss aus Federkomfort, agilem Lenkverhalten und großem Einsatzspektrum.
  • Nachgiebige Rahmen: Endurance-Bikes haben oft eine bessere Rahmennachgiebigkeit, um Straßenvibrationen zu absorbieren, was zu einem ruhigeren Fahrverhalten führt.
  • Komponenten: Achte auf die Auswahl der Komponenten und des Antriebs, die zum Fahrrad gehören. Ein Antriebsstrang-Kit umfasst Komponenten wie Umwerfer, Umwerfer, Kurbeln, Kassette und Bremsen. Hochwertige Komponenten renommierter Marken wie Shimano, SRAM oder Campagnolo können dein Fahrerlebnis verbessern.

Giant Defy: Der unkomplizierte Generalist

Das Giant Defy ist als unkomplizierter Generalist konzipiert, der in vielen Kategorien - allen voran dem Fahrkomfort - vorne mitmischen will. Das sehr lange Steuerrohr bringt einen in eine aufrechte, aber aufgrund des langen Vorbaus dennoch ausbalancierte Sitzposi­tion. Die Heckdämpfung funktioniert dank Carbonsattelstütze mit D-förmigem Querschnitt und 32 Millimeter breiten Tubeless-Reifen tadellos. Das Giant fühlt sich ­damit auch in leichtem Gelände wohl. Wer öfter auf unbefestigten Straßen unterwegs ist, kann bis zu 35 Millimeter breite Pneus montieren. Das Fahrverhalten präsentiert sich als stimmige Mischung aus Spurtreue und Agilität. Der Fahrspaß wird jedoch - wie bei fast allen ­Rädern in diesem Vergleich - durch das ­relativ hohe Gesamtgewicht getrübt.

Lesen Sie auch: Alles Wichtige über Parkinson

Das Defy ist das “Volksrad” unter den Marathonmodellen; ein sachlicher, unprätentiöser Begleiter für viele Gelegenheiten, dessen großes Gangspektrum mit 1:1-Übersetzung fürs Rasen, Rollen und Klettern geeignet ist.

Cannondale Synapse: Entspanntes Fahren für Genießer

Mit dem Langstrecken-Renner Synapse gehörte Cannondale einst zu den Vorreitern komfortabel ausgerichteter Rennräder, die konsequent auf die Bedürfnisse von Freizeitradlern abgestimmt sind. Die jüngste Generation bietet heute deutlich mehr als das klassische, puristische Straßenrennrad: Mit der Integration nützlicher Elektronik verfolgt die US-Marke weiter die neue Ausrichtung ihres Endurance-Bikes.

Basis ist ein Rahmen-Set aus Carbon, das sich optisch stark am vom Team EF Education-EasyPost genutzten Wettkampfrad SuperSix orientiert. Markante Beispiele sind das stark verjüngte Sitzrohr, die filigrane Sattelstütze oder der strömungsoptimierte Lenkkopf. Die Sattelstütze flext Unebenheiten nun deutlich besser weg, auch die Gabel wurde auf mehr Federvermögen hin überarbeitet. Das Synapse schafft in der jüngsten Ausbaustufe wieder den Anschluss an die komfortabelsten Konkurrenten wie Canyons Endurace oder das Giant Defy, oder anders gesagt: Es fährt sich auch auf schlechten Straßen fast wie eine Sänfte.

Besonders das SRAM-Rival-Getriebe überzeugt mit ruhigem Lauf und geschmeidigem, tadellosem Schaltverhalten. Selbst abseits des Asphalts würde das Rad eine gute Figur machen; mit Platz für bis zu 42 Millimeter breite Reifen lässt das Rahmen-Set auch den Einsatz als Gravelbike zu. Eine Schwäche bleibt das hohe Gewicht, unser Testrad mit SRAM Rival und einfachen DT Swiss- Alu-Laufrädern bringt gut neun Kilogramm auf die Waage. Das wirkt sich auf das Reak­tionsvermögen bei Antritten aus; auch unter den Endurance-Rennern dieser Preisklasse sind die allermeisten spritziger.

Giant Defy vs. Cannondale Synapse: Ein detaillierter Vergleich

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, ist es wichtig, die beiden Modelle in verschiedenen Kategorien zu vergleichen:

Lesen Sie auch: Zucker und Gehirnfunktion: Ein Überblick

Komfort: Beide Räder bieten einen hohen Fahrkomfort, wobei das Cannondale Synapse dank seiner überarbeiteten Sattelstütze und Gabel möglicherweise einen leichten Vorteil hat. Das Giant Defy punktet jedoch mit seiner Carbonsattelstütze mit D-förmigem Querschnitt und den breiten Tubeless-Reifen.

Geometrie: Das Giant Defy verfügt über ein sehr langes Steuerrohr, was zu einer aufrechteren Sitzposition führt. Das Cannondale Synapse orientiert sich optisch am Wettkampfrad SuperSix, was auf eine etwas sportlichere Geometrie hindeutet.

Ausstattung: Das Giant Defy Advanced 1 ist mit Shimanos neuer 105 Di2 ausgestattet, jedoch nicht sortenrein verbaut. Das Cannondale Synapse bietet innovative Features wie eine integrierte Lichtanlage und ein Abstandsradar.

Gewicht: Beide Räder sind relativ schwer, wobei das Cannondale Synapse möglicherweise etwas schwerer ist. Dies kann sich auf das Reak­tionsvermögen bei Antritten auswirken.

Reifenfreiheit: Das Cannondale Synapse bietet Platz für bis zu 42 Millimeter breite Reifen und lässt somit den Einsatz als Gravelbike zu. Das Giant Defy kann mit bis zu 35 Millimeter breiten Pneus ausgestattet werden.

Lesen Sie auch: Alzheimer: Hoffnung durch Forschung?

Preis: Das Giant Defy Advanced 1 kostet 3299 Euro. Das Cannondale Synapse Carbon beginnt bei 3499 Euro mit mechanischer Shimano 105, dann ohne Akku und Beleuchtung. Das Synapse Carbon 3 mit SRAM Rival und SmartSense kostet 5299 Euro.

Für wen sind Giant Defy und Cannondale Synapse geeignet?

  • Giant Defy: Das Defy ist ideal für Fahrer, die einen unkomplizierten, komfortablen und vielseitigen Begleiter für lange Strecken suchen. Es eignet sich sowohl für Asphalt als auch für leichtes Gelände.
  • Cannondale Synapse: Das Synapse ist perfekt für Genießer, die Wert auf Komfort, innovative Features und eine sportliche Optik legen. Es bietet die Möglichkeit, es auch als Gravelbike zu nutzen.

tags: #besser #giant #defy #oder #cannondale #synapse