Die besten Fußbadzusätze bei Neuropathie: Ein umfassender Ratgeber

Fußbäder sind mehr als nur eine Wohltat für gestresste Füße, besonders an kalten Wintertagen. Je nach gewünschter Wirkung und verwendetem Zusatz können sie entspannend, anregend, wärmend oder kühlend wirken, antibakteriell sein, die Haut pflegen und vieles mehr. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Fußbädern, von ihrer Wirkungsweise und Anwendung bis hin zu geeigneten Zusätzen und potenziellen Risiken, mit besonderem Fokus auf die Linderung von Beschwerden bei Neuropathie.

Was sind Fußbäder?

Fußbäder sind Anwendungen der Hydrotherapie (Wassertherapie) und haben eine lange Tradition. Bereits Sebastian Kneipp integrierte Wasseranwendungen in seine Therapie. Es gibt verschiedene Arten von Fußbädern, darunter warme, kalte, ansteigende und Wechsel-Fußbäder. Die Wassertemperatur und die verwendeten Zusätze beeinflussen die Wirkung.

Fußbäder: Die Wirkung

Die Wirkung eines Fußbads hängt im Wesentlichen von den verwendeten Zusätzen und der Wassertemperatur ab. Auch die Art des Bades - ob gleichbleibende Temperatur, ansteigendes Fußbad oder Wechsel-Fußbad - spielt eine Rolle.

Fußbäder mit Zusätzen

Durch die Zugabe bestimmter Wirkstoffe zum Fußbadwasser können diese über die Haut in den Körper gelangen und dort ihre spezifische Wirkung entfalten. Beliebte Zusätze sind beispielsweise:

  • Rosmarin: Wirkt anregend und durchblutungsfördernd. Ideal für ein morgendliches Fußbad, um den Kreislauf anzukurbeln.
  • Kamille: Kann antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend wirken und die Wundheilung beschleunigen.
  • Eichenrinde: Hat sich bei Nagelpilz bewährt. Regelmäßig angewendet, soll sie antibakteriell und entzündungshemmend wirken und das Nagelpilz-Wachstum bremsen.
  • Magnesium: Kann über die Haut aufgenommen werden und ist besonders für Menschen mit Magenfunktionsstörungen geeignet.
  • Natron: Soll den Körper von säurehaltigen Schlacken und Schadstoffen befreien und so den Säure-Basen-Haushalt ausgleichen. Die wissenschaftliche Evidenz hierfür ist jedoch begrenzt.
  • Senfmehl: Wirkt stoffwechsel- und durchblutungsfördernd und somit entzündungshemmend.
  • Essig oder Apfelessig: Kann gegen Schweißfüße helfen, da er die für den Geruch verantwortlichen Bakterien abtötet.
  • Salz: Wirkt antiseptisch und entzündungshemmend.
  • Lavendelöl: Beruhigt, entspannt die Haut und hält sie geschmeidig.
  • Beinwell: wirk auf der Haut leicht entzündungshemmend, schmerzlindernd und fördert die Wundheilung.

Warme und kalte Fußbäder

Ein warmes Fußbad kann beruhigen, entspannen und den Schlaf fördern, da es die Gefäße erweitert und den Blutdruck senkt. Kalte Fußbäder hingegen regen den Kreislauf an, verengen die Gefäße und können den Blutdruck steigern.

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Ansteigende und Wechsel-Fußbäder

Ansteigende Fußbäder wirken ähnlich wie warme Fußbäder, wobei die Wassertemperatur langsam gesteigert wird. Wechselbäder, bei denen die Füße abwechselnd in warmes und kaltes Wasser getaucht werden, kurbeln die Durchblutung und den Kreislauf an.

Entgiftende Fußbäder (Detox-Fußbad, Elektrolyse-Fußbad)

Detox-Fußbäder sollen den Körper entgiften, indem sie spezielle Salzlösungen und Elektrolyse nutzen. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Theorie ist jedoch begrenzt.

Wann macht man Fußbäder?

Fußbäder haben sich bei verschiedenen Beschwerden bewährt. Hier einige Beispiele:

  • Schweißfüße: Ein Fußbad mit Eichenrinde und Efeu kann die Schweißbildung mindern.
  • Geschwollene Beine: Wassertreten oder ein warmes Salzfußbad können Linderung verschaffen.
  • Erkältungen: Ansteigende Fußbäder mit Fichtennadel-Extrakt können helfen.
  • Hühneraugen: Ein warmes Kamille-Fußbad kann beruhigend und entzündungshemmend wirken.
  • Nagelbettentzündungen: Ein Salz-Fußbad wirkt antibakteriell und entzündungshemmend.
  • Kopfschmerzen und Migräne: Wechsel-Fußbäder oder ein Senfmehl-Fußbad können helfen.
  • Schlafstörungen: Ein warmes Fußbad am Abend kann bei Schlafproblemen helfen.
  • Träger Darm: Ein Senfmehl-Fußbad kann bei Verstopfung helfen.
  • Entzündete Nasennebenhöhlen: Ein warmes Senfmehl-Fußbad kann gut tun.
  • Harnwegsinfekte: Ein ansteigendes Fußbad kann bei Infekten der ableitenden Harnwege hilfreich sein.
  • Unterleibsbeschwerden: Ein ansteigendes Fußbad wird etwa bei Menstruationsbeschwerden und chronischer Eileiter- und Eierstockentzündung empfohlen.
  • Fußpilz: Ein Essig- oder Apfelessig-Fußbad kann die Heilung unterstützen.
  • Hornhaut: Ein warmes Fußbad, eventuell mit Lavendelöl, weicht die Hornhaut auf und erleichtert die Entfernung.
  • Kalte Füße: Ein warmes Fußbad kann Abhilfe schaffen.
  • Müde, schwere Beine: Ein Fußbad mit Beinwell kann die Beine wieder frisch, leicht und lebendig fühlen lassen.

Wie macht man ein Fußbad?

Je nach Beschwerdebild können Sie sich ein geeignetes Fußbad selbst machen.

Warme und kalte Fußbäder

Bei einem warmen Fußbad sollte die Wassertemperatur zwischen 36 und 40 Grad Celsius liegen. Die Badedauer beträgt etwa zehn Minuten. Je nach Zusatz können Sie warme Fußbäder ein bis dreimal täglich anwenden. Die Wassertemperatur beim kalten Fußbad sollte zwischen 8 und 18 Grad Celsius liegen. Die Badedauer ist deutlich kürzer, sie beträgt zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten.

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Ansteigende Fußbäder

Für ein ansteigendes Fußbad füllen Sie eine Schüssel oder Fußbadewanne mit warmem Wasser (etwa 35 Grad Celsius). Stellen Sie die Füße hinein und gießen Sie innerhalb von circa 20 Minuten so viel heißes Wasser dazu, dass die Temperatur auf etwa 40 bis 45 Grad Celsius ansteigt. Bleiben Sie mit Ihren Füßen noch etwa fünf Minuten im heißen Wasser.

Wechselfußbäder

Für ein Wechselbad benötigen Sie zwei große Eimer. Das Wasser sollte bis eine Handbreit unter die Kniescheibe reichen. Füllen Sie in den einen Eimer warmes Wasser (ungefähr 38 Grad), in den anderen kaltes Wasser (etwa 18 Grad). Halten Sie beide Beine etwa fünf bis zehn Minuten in das warme Wasser und dann für fünf bis zehn Sekunden in das kalte. Wiederholen Sie den Vorgang dreimal. Wichtig: Immer mit einem kalten Fußbad enden!

Wassertreten

Wassertreten ist eine Variante des kalten Fußbades. Sie brauchen kaltes Wasser von circa 8 bis 18 Grad Celsius und ausreichend Platz. Am besten geeignet ist daher ein großer Eimer, eine Wanne oder die Badewanne mit einer rutschfesten Unterlage. Das Wasser sollte bis knapp unter die Kniescheibe reichen. Heben Sie jedes Bein abwechselnd so hoch, so dass die Fußsohle aus dem Wasser auftaucht (Storchengang). Im Schnitt sollte das Wassertreten 20 Sekunden bis zwei Minuten lang dauern, am besten „treten“ Sie täglich ein- bis zweimal. Als Faustregel gilt: Je kälter das Wasser, desto kürzer die Anwendung.

Fußbäder mit Zusätzen

Hier einige Beispiele für Fußbäder mit verschiedenen Zusätzen:

  • Rosmarin-Fußbad: Kochen Sie zwei Esslöffel getrockneten Rosmarin in einem Liter Wasser auf und lassen Sie die Mischung zehn Minuten ziehen. Danach durch ein Sieb abschütten, und den Rosmarin-Sud in eine Schüssel oder Fußbadewanne mit warmem Wasser geben. Baden Sie Ihre Füße etwa 15 Minuten darin.
  • Kamille-Fußbad: Hierfür benötigen Sie getrocknete Kamillenblüten, und zwar ca. 50 Gramm auf zehn Liter Wasser. Überschütten Sie die benötigte Mange Kamillenblüten mit kochendem Wasser und lassen Sie sie zehn Minuten lang ziehen. Danach abseihen, in das warme Fußbad-Wasser geben, und die Füße zehn bis 15 Minuten darin baden.
  • Eichenrinde/Efeu-Fußbad: Mischen Sie Eichenrinde und Efeu zu gleichen Teilen und übergießen Sie eine Handvoll davon mit einem Liter kochendem Wasser. Etwa 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Den Sud in eine Schüssel mit warmem Wasser (ca. 36 bis 40 Grad Celsius) geben, und die Füße etwa zehn Minuten darin baden. Wiederholen Sie das Fußbad einmal täglich über mehrere Wochen. Statt Eichenrinde können Sie auch Salbeiblätter verwenden.
  • Magnesium-Fußbad: Geben Sie 25 Milliliter "Magnesiumöl" (30%-ige wässrige Lösung von Magnesiumsalz) aus der Apotheke mit rund zwei Litern warmen Wassers in eine Schüssel.
  • Natron-Fußbad: Etwa drei Teelöffel Natron aus der Apotheke in einer großen Schüssel mit 37 Grad warmem Wasser auflösen. Den pH-Wert des Natron-Wassers mithilfe eines Teststreifens auf 8,0 bis maximal 8,5 einstellen (unter Zugabe von entweder weiterem Wasser oder Natron). Die Füße mindestens eine halbe Stunde und maximal eine Stunde darin baden.
  • Senfmehl-Fußbad: Geben Sie etwa 10 bis 30 Gramm schwarzes Senfmehl (Apotheke, Reformhaus) in eine mit max. 38 Grad warmem Wasser gefüllte Fußbadewanne. Gut verrühren. Dann die Füße ins Wasser tauchen (das Wasser sollte bis unter die Knie reichen). Sobald sich Hautbrennen einstellt (nach ca. zwei bis zehn Minuten), die Füße noch etwa fünf bis zehn Minuten im Wasser lassen. Anschließend mit warmem Wasser abspülen, abtrocknen, mit Öl einreiben und 30 bis 60 Minuten im Bett nachruhen.
  • Essig- oder Apfelessig-Fußbad: Geben Sie eine Tasse Apfelessig/Essig und eine halbe Tasse Salz in eine Schüssel warmes Wasser. Baden Sie Ihre Füße zweimal täglich für jeweils zehn Minuten darin.
  • Salz-Fußbad: Eine halbe Tasse (Meer-)Salz in einer großen Schüssel mit 37 Grad-warmem Wasser auflösen. Die Füße etwa zehn Minuten lang darin baden.
  • Lavendelöl-Fußbad: Fünf Tropfen Lavendelöl in eine Schüssel mit warmem Wasser geben. Baden Sie Ihre Füße für etwa fünf Minuten darin. Danach gründlich abtrocknen, besonders zwischen den Zehen. Eine anschließende Bürstenmassage löst lose Hautschuppen. Dann die Füße eincremen.
  • Beinwell-Fußbad: Beinwell wirkt anregend und kann bei Durchblutungsstörungen und bei Schmerzen in Sehnen, Bändern und Knochenhaut zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Detox-Fußbäder

Einige Physiotherapeuten und Heilpraktiker bieten Detox-Fußbäder an. Sie können sich aber auch selbst ein entsprechendes Gerät kaufen. Für das Fußbad benötigen Sie warmes Wasser und Salz. Halten Sie sich bei der Zubereitung und der Anwendung an die Angaben des jeweiligen Herstellers. Die Badedauer liegt normalerweise bei etwa 30 Minuten.

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Nach dem Fußbad

Nach dem Fußbad sollte man normalerweise das Wasser nur von den Füßen abstreifen und sofort in warme Socken schlüpfen. Nach einem entspannenden Fußbad sollten Sie rund 30 Minuten nachruhen. Nach einem anregenden Fußbad dagegen sollten Sie noch einige Minuten herumlaufen, um die stimulierende Wirkung des Fußbads zu unterstützen. Im Anschluss an ein pflegendes Fußbad (z.B. mit Lavendel) sollten Sie die Füße gut abtrocknen, auch zwischen den Zehen. Danach können Sie die Füße mit einer feuchtigkeitsspendenden Fußlotion einreiben und warme Socken anziehen.

Welche Risiken bergen Fußbäder?

Bei offenen Wunden sollten Fußbäder nur mit Vorsicht angewendet werden. Insbesondere Bäder mit reizenden Zusatzstoffen wie Salz oder Senfmehl sind dann weniger geeignet. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie Bluthochdruck, Herzschwäche) sollten Sie vor der Anwendung unbedingt mit Ihrem Arzt abklären, ob Fußbäder für Sie geeignet sind. Auch bei akuter Übelkeit, Schwindel, Thrombosegefährdung oder großer innerer Unruhe sollten Sie zunächst auf Fußbäder verzichten und zuerst mit einem Arzt sprechen.

Gegenanzeigen für bestimmte Fußbäder

Warme Fußbäder sollten Sie nicht anwenden bei:

  • Venenentzündungen
  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK, Raucherbein oder Schaufensterkrankheit)
  • Erkrankungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien)
  • erhöhtem Thrombose-Risiko

Auf ansteigende Fußbäder sollten Sie verzichten bei:

  • chronischer Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz)
  • erhöhtem Thrombose-Risiko
  • Krampfadern (Varizen)
  • diabetischem Fußsyndrom
  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK, Raucherbein oder Schaufensterkrankheit)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)

Wechselfußbäder sind kontraindiziert bei:

  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK, Raucherbein oder Schaufensterkrankheit).

Fußbäder bei Neuropathie

Bei Neuropathie, einer Erkrankung der peripheren Nerven, ist besondere Vorsicht geboten. Warme Fußbäder sind bei Polyneuropathien kontraindiziert, da sie die Symptome verschlimmern können. Kalte oder Wechsel-Fußbäder können jedoch unter Umständen Linderung verschaffen, da sie die Durchblutung fördern und die Nervenstimulation anregen.

Geeignete Zusätze bei Neuropathie:

  • Magnesium: Kann helfen, Nervenfunktionen zu unterstützen und Muskelkrämpfe zu lindern.
  • Kamille: Wirkt entzündungshemmend und beruhigend, was bei neuropathischen Schmerzen von Vorteil sein kann.
  • Lavendelöl: Wirkt entspannend und kann helfen, Stress abzubauen, der neuropathische Schmerzen verstärken kann.
  • Beinwell: Kann bei Schmerzen in Sehnen, Bändern und Knochenhaut zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Wichtige Hinweise:

  • Konsultieren Sie vor der Anwendung von Fußbädern bei Neuropathie immer Ihren Arzt oder Therapeuten, um sicherzustellen, dass die Anwendung für Sie geeignet ist.
  • Achten Sie auf die Temperatur des Wassers und vermeiden Sie extreme Temperaturen.
  • Überprüfen Sie regelmäßig die Haut Ihrer Füße, um Verletzungen oder Infektionen frühzeitig zu erkennen.
  • Verwenden Sie nur Zusätze, die für Ihre Haut geeignet sind und keine allergischen Reaktionen auslösen.

Zusätzliche Tipps für die Fußpflege bei Neuropathie

Neben regelmäßigen Fußbädern gibt es noch weitere Maßnahmen, die Sie zur Pflege Ihrer Füße bei Neuropathie ergreifen können:

  • Tägliche Inspektion: Untersuchen Sie Ihre Füße täglich auf Rötungen, Blasen, Schnitte oder andere Auffälligkeiten.
  • Sanfte Reinigung: Waschen Sie Ihre Füße täglich mit einer milden Seife ohne chemische Zusätze. Trocknen Sie die Füße anschließend gründlich ab, besonders zwischen den Zehen.
  • Feuchtigkeitspflege: Cremen Sie Ihre Füße täglich mit einer fetthaltigen Creme ein, um die Haut geschmeidig zu halten und Rissen vorzubeugen.
  • Nagelpflege: Schneiden Sie Ihre Fußnägel gerade ab, um eingewachsenen Nägeln vorzubeugen.
  • Passendes Schuhwerk: Tragen Sie bequeme Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und vermeiden Sie hohe Absätze.
  • Socken: Tragen Sie Socken aus 100 Prozent Baumwolle mit einem weichen Bund, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten.
  • Regelmäßige Fußpflege: Nehmen Sie regelmäßig eine professionelle Fußpflege in Anspruch, um Hornhaut, Hühneraugen und andere Probleme behandeln zu lassen.
  • Fußgymnastik: Führen Sie regelmäßig Fußgymnastikübungen durch, um die Durchblutung zu fördern und die Muskulatur zu stärken.
  • Bewegung: Achten Sie auf ausreichend Bewegung, um die Durchblutung zu fördern und die Nervenfunktion zu verbessern.

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